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Der Eine der Alles ist: der Maschinengott. Kaum eine Geschichte kommt ohne die Jünger*innen des Maschinenkultes aus. Neben einem Leitfaden für Spielende, hat Cubicle 7 nun auch ein Handbuch für Spielleiter*innen veröffentlicht. Wir legen die Schwäche des Fleisches ab und widmen uns den geheimen Riten.

Mit Imperium Maledictum hat Cubicle 7 2023 für eine kleine Überraschung gesorgt. Nachdem vielen Warhammer-RPG-Fans das neue Wrath&Glory zu kampflastig war, veröffentlichte Cubicle 7 wieder ein System, das sich eher an Freund*innen von Dark Heresy richtet und soziale Interaktion sowie Ermittlungen in den Fokus stellt. Als erste Erweiterung wurde, naheliegend, die Inquisition ins Spiel gebracht. Nun folgt die nächste Erweiterung und widmet sich den Anhänger*innen des Maschinenkultes, dem Adeptus Mechanicus. Zweifelsohne zählen die Zahnradjungs, wie sie gerne genannt werden, zu den spannendsten Fraktionen in der grimmen Zukunft des 42. Jahrtausends.

Triggerwarnungen

Horror, Bodyhorror, Tod, Verstümmelung, Krieg, Unterdrückung

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Inhalt

Cubicle 7 hat sowohl für Warhammer Fantasy als auch Imperium Maledictum ein System doppelter Veröffentlichung entwickelt. Zu jeder großen Erweiterung erscheint nun ein Player’s Guide, mit zahlreichen Infos zu Fraktionshintergründen und vor allem neuen Charakteroptionen. Passend dazu erscheint ein GM’s Guide. Dieser geht weniger auf die Charaktere ein als auf Hintergründe. So auch hier.

© Cubicle 7
© Cubicle 7

Wer, wo, was?

Der Guide startet zunächst, ganz klassisch, mit einer Übersicht über den Macharia-Sektor, der Ort, an dem sich Imperium Maledictum theoretisch abspielt. Theoretisch deshalb, weil man natürlich überall im Imperium Abenteuer erleben kann. Allerdings fokussieren sich Hintergründe und Abenteuer immer auf diesen Sektor. Teil der Übersicht ist auch die Stellung des Adeptus Mechanicus sowie seiner Sekten. Hier stolpert man auch das erste Mal, da auf den Player’s Guide verwiesen wird. Es wäre also sinnvoll diesen auch in seiner Bibliothek zu wissen. Apropos Bibliothek, darum dreht sich beim Mechanicus sehr viel, denn der Sektor litt unter einem schweren Chaosangriff, der auch zu Verlust von viel Wissen führte. Die zuständigen Techmagi des Sektors formten eine Art Rat, der über das verbliebene Wissen wachen soll. Dies bietet sicher spannenden Ansätze.

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Es folgen knapp 15 Seiten über verschiedene Xeno-Technologien und wie man diese in Kampagnen einbauen kann. Ein offensichtlicher und dennoch interessanter Ansatz, da dies in Ermittlungsszenarien das typische Thema des Mechanicus ist. Abgedeckt werden die wichtigsten Xeno-Parteien, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Auch wird auf das Thema Tech-Häresie eingegangen, um nicht so erfahrene Warhammer-Spielende abzuholen. Somit bekommt auch ein Neuling einen guten Einblick, wobei ein bisschen Grundwissen durchaus erforderlich ist, da man sonst viel mit nachschlagen in allen Büchern des Systems beschäftigt sein wird.

Hilfe, ich bin eine Maschine

Ein Mitglied des Mechanicus zu spielen, dürfte durchaus fordernd sein. Haben sich die Anhänger*innen der Entledigung menschlicher Schwächen verschworen. Die Augmentationen führen dabei in teils abstruse Konstrukte, die nur vage etwas mit einem Menschen zu tun haben. So ändern sich aber auch das Wesen und die Denkmuster immer weiter. Hier gibt der Guide wertvolle Spieltipps, um möglichst entmenschlichte Charaktere zu spielen.

Diesem Kapital folgt eine Übersicht, wie es sich auf einer Mechanicus Arche, einem gigantischen Raumschiff des Kultes, lebt. Von dem Leben der einfachen Besatzung, zu den Offizieren, der Struktur der Begleitflotte oder wichtige Orte auf einem Schiff. Der Einblick ist auch für reine Fans des Hintergrundes spannend, da man selten ein Schiff des Mechanicus so detailliert beschrieben bekam. Immerhin sind an Bord ganze Industrieanlagen und das Schiff ist so groß, dass es in der Nähe von Planeten zu gravimetrischen Störungen kommt. Leider geizt man auch hier mit genauen Angaben zur Größe, sodass man nur spekulieren kann, man darf aber von mehreren Kilometern ausgehen.

© Cubicle 7
© Cubicle 7

Häresie!

Ganze 120 Seiten umfasst dann eine Kampagne rund um das Adeptus Mechanicus und einen tragischen Techadepten. Zwölf Missionen führen die Ermittler*innen durch die Eingeweide der Mechanicus Arche, gefährliche Ruinen und zu noch gefährlicheren Personen. Umfangreich werden die Missionen, die wichtigsten NSC und Orte beschrieben, ergänzt um Karten, Zufallstabellen für Komplikationen und Gegner*innentypen. Die Kampagne ist linear genug geschrieben, dass man auch ohne viel Spielleitungserfahrung durchkommt, lässt aber erfahrenen Spielleitungen genug Freiraum für eigene Ideen und Wendungen.

Die Kampagne ist schlüssig aufgebaut und beginnt mit einer kurzen, aber ausreichenden Einführung, einer Übersicht der wichtigsten Plotlinien und Tipps zur Kürzung der Kampagne, falls gewünscht. Im Prolog werden die Charaktere sinnvoll in das Setting eingeführt und beginnen mit einer Szene, in der sie zu Untersuchungen auf die Ark Mechanicus Recollections of Rust beordert werden. Von dort treten nun die Untersuchungen, die sie durch abwechslungsreiche Missionen und Orte führen. Dabei wechseln sich ruhige Ermittlungen mit actionreichen Sequenzen ab und fordern die Spielgruppe durchaus auch mal heraus.

Ergänzt wird die Kampagne um einige mögliche Kontakte innerhalb und außerhalb des Mechanicus, die einem Vor- aber auch Nachteile gewähren können. Je nachdem, wie man den Charakteren begegnet. Neben Kontakten gibt es natürlich noch klare Widersacher*innen. Besonders erfreulich ist, dass unter diesen auch Mitglieder der Votann, Waltraumzwerge, sind. Diese Fraktion wurde erst kürzlich wieder in Warhammer 40.000 eingeführt und erfreut sich einiger Beliebtheit.

Abgerundet wird das Ganze durch Vorschläge für kleine Zwischenabenteuer, die mit der eigentlichen Kampagne nichts zu tun haben, und auch als kurzer One-Shot funktionieren, um das System mal zu testen.

Erscheinungsbild

Gewohnt hochwertig ist die Qualität der Illustrationen und Texte. Die Anordnung der Kapitel ist logisch. Da uns nur die digitale Version vorlag, können wir zur Druckqualität nichts sagen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Cubicle 7
  • Autor*in(nen): Declan Alyward, Padraig Murphy und Sam Taylor
  • Illustrator*in(nen): Álvaro Hernández, Diana Grigorescu, Reuben Blakeman und weitere
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Englisch
  • Format: Hardcover/E-Book
  • Seitenanzahl: 206
  • ISBN: –
  • Preis:41,99 EUR (Hardcover) / 21,50 EUR (PDF)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, DriveThruRPG

 

Fazit

Bereits die Inquisitionserweiterung war sehr lesens- und kaufenswert. Der GM’s Guide für das Adeptus Mechanicus übertrifft das nochmals. Allein die Einblicke in diese Fraktion sind eine Goldgrube für Fans, das Ganze wird mit einer spannenden Kampagne und interessanten Charakteren verbunden. Mit diesem Buch bekommt Imperium Maledictum nochmal einen deutlichen Mehrwert und man darf gespannt sein auf künftige Veröffentlichungen. Und wer weiß, vielleicht besänftigt man widerspenstige IT doch mal mit Weihrauch und Gebeten.

  • Tiefer Hintergrund
  • Spannende Kampagne
 

  • Verweist zu oft auf den Player’s Guide

 

 

 

Artikelbilder: © Cubicle 7, upscaled
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Sabrina Plote
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