Die Cities of Sigmar erhalten nicht nur neue Modelle, sondern zusätzliche Werkzeuge für ihre Kriegsführung. Zwischen neuen Held*innen, Magier*innen und gewaltigen Zahnradkastellen wächst die Kastelitenformation weiter über die klassische Feuerlinie hinaus. Doch welche Veröffentlichungen bringen taktisch echten Mehrwert und welche überzeugen vor allem als Hobbyprojekt?
Mit den neuen Veröffentlichungen bauen die Cities of Sigmar ihre militärische Identität weiter aus. Statt bloßer Ergänzungen einzelner Profile entsteht eine Modellreihe, die bestehende Spielkonzepte sichtbar erweitert. Neue Held*innen unterstützen ihre Truppen gezielter, zusätzliche Einheiten verleihen den Kastelitenformationen mehr Widerstandskraft und Flexibilität, während neue Zaubernde und die gewaltigen Zahnradkastelle frische Werkzeuge für unterschiedlichste Armeekonzepte bereitstellen.
Dabei richtet sich der Blick nicht allein auf Regeln und Punktkosten. Gerade die neuen Modelle zeigen, wie eng Spielmechanik, Hintergrund und Hobby inzwischen miteinander verknüpft werden.
Der folgende Blick widmet sich daher weniger einer klassischen Einheitenliste als vielmehr der Frage, wie sich die neuen Veröffentlichungen in die Kriegsdoktrin der Städte Sigmars einfügen und welche Spiel- und Hobbymöglichkeiten daraus entstehen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Feuerlinien und Befehlsketten – die Kriegsdoktrin der Cities of Sigmar
- 2 Auf mein Kommando – die Rolle der Held*innen
- 3 In Formation – Einheiten der Kastelitenformation
- 4 Grenzenlose Macht – die neuen Magier Sigmars
- 5 Wandelnde Festungen – die Zahnradkastelle
- 6 Eine Festung, zwei Einsatzprofile – Umbauten am Zahnradkastell
- 7 Bonus/Downloadcontent
- 8 Fazit
Feuerlinien und Befehlsketten – die Kriegsdoktrin der Cities of Sigmar
Die Spielphilosophie der Cities of Sigmar setzt weiterhin auf Disziplin und koordinierte Kriegsführung statt auf einzelne übermächtige Held*innen. Im Zentrum vieler Armeen stehen dabei die Kastelitenformationen: disziplinierte Marschformationen aus Schildträger*innen, Schwarzpulverwaffen und unterstützenden Offizier*innen, die sich kontrolliert über das Schlachtfeld bewegen.
Das Herzstück dieser Kriegsführung bildet die abgestimmte Verbindung aus Schildwall und Feuerkraft. Steelhelms und andere Infanterie sichern Abschnitte oder binden gegnerische Truppen im Nahkampf, während Fusiliere und Artillerie aus geschützten Positionen Feuerunterstützung leisten. Fusilier-Majore auf Kriegsogors übernehmen dabei die Rolle von Beobachtern und markieren lohnende Ziele für die Schützenlinien der Städte Sigmars.

Ergänzt wird diese Kriegsführung durch beweglichere und spezialisierte Elemente. Die Kavallerie der Städte Sigmars entfaltet ihre Stärke besonders im Angriff und ermöglicht schnelle Gegenstöße oder Flankenmanöver. Neue Eliteeinheiten und Torgarganten erweitern die Kastelitenformation zusätzlich und verleihen den Armeen der Städte Sigmars widerstandsfähigere Fronten und neue taktische Möglichkeiten.
Ebenso wichtig wie Schildwall und Feuerkraft bleibt die Rolle der Held*innen. Viele Charaktermodelle der Cities of Sigmar pflügen weniger im Alleingang durch die Gegner*innen, sondern verstärken die Truppen um sich herum durch Sonderfähigkeiten. Die Armee gewinnt ihre Schlachten dadurch selten in einzelnen Glanzmomenten, sondern über das beständige Zusammenspiel ihrer Bestandteile.
Die wohl größte Erweiterung dieser Kriegsdoktrin stellen jedoch die Zahnradkastelle dar. Die gewaltigen Konstruktionen sind Festung und Kriegsmaschine zugleich. Mit enormer Widerstandskraft und brutaler Feuerkraft können sie kritische Abschnitte des Schlachtfelds sichern und wirken weniger wie gewöhnliche Fahrzeuge als vielmehr wie mobile Bastionen, um die sich ganze Angriffs- oder Verteidigungslinien formieren.
Auf mein Kommando – die Rolle der Held*innen
Die Held*innen der Cities of Sigmar erfüllen auf dem Schlachtfeld nur selten die Rolle einsamer Vernichtungsmaschinen. Stattdessen wirken sie vor allem als Verstärkung ihrer Truppen und halten die Kriegsmaschinerie der Städte Sigmars zusammen. Besonders im Nahkampf entfalten viele ihrer Fähigkeiten Wirkung und verwandeln gewöhnliche Regimenter in gefährliche Werkzeuge koordinierter Gewalt.
Das zeigt sich bereits bei den bekannten Kommandierenden der Fraktion. Der Freigilden-Marschall ermöglicht zusätzlichen Druck durch eine zusätzliche Angriffsmöglichkeit, während der Freigilden-Rittermarschall nicht nur seiner Kavallerie Aufprallschaden beschert, sondern auch verbündete Reiter*innen direkt in seinen Gegenangriff mitreißt. Selbst Tahlia Vedra, die als Löwin der Dürre auch so schon erheblichen Schaden verursacht, unterstützt ihre Streitkräfte zugleich mit Boni auf Treffer- und Verwundungswürfe.
Mit den neuen Veröffentlichungen erweitern zwei Charaktermodelle diese Philosophie um zusätzliche Werkzeuge. Der Mallus-Schmiedepriester verbindet Nahkampffähigkeiten mit defensiver Unterstützung. Neben einer bodenständigen Attacke kann er Missionsziele segnen und so verbündeten Einheiten zusätzlichen Schutz verleihen. Besonders in den langsam vorrückenden Formationen der Cities of Sigmar stärkt er damit die Kontrolle über kritische Bereiche des Schlachtfelds.
Deutlich spezialisierter tritt dagegen Jorvan Kreel auf den Plan. Der Ranger-Colonel bewegt sich gemeinsam mit seiner Panthergefährtin Thexa durch die Reihen der gegnerischen Streitkräfte und agiert weniger als Frontkämpfer, denn als gezieltes Skalpell. Wird Thexa neben einer feindlichen Einheit platziert, verursacht sie nicht nur tödliche Wunden, sondern verhindert auch kritische Treffer und schaltet damit eine Reihe gefährlicher Sonderfähigkeiten aus. Kreel selbst bleibt dabei schwer greifbar. Nach seinem Nahkampfangriff kann er sich unmittelbar zurückziehen und entzieht sich so häufig direkter Vergeltung.
In Formation – Einheiten der Kastelitenformation
Die neuen Veröffentlichungen der Cities of Sigmar erweitern die Kastelitenformation spürbar und verleihen ihr zusätzliche Werkzeuge. Schildwall und Schwarzpulver bleiben weiterhin präsent, werden nun jedoch durch spezialisierte Truppen ergänzt.
Eine wichtige Rolle übernehmen dabei die Freigildenjunker. Die schwer gerüsteten Krieger*innen ergänzen die Frontlinie nicht nur durch ihre Widerstandskraft, sondern entfalten ihre größte Stärke gerade dann, wenn sie den Angriff der gegnerischen Seite erwarten, statt selbst vorzupreschen. Ihre verstärkten Attacken gegen angreifende Truppen und die Fähigkeit, verbündeten Truppen Anti-Angriff (+1 Wucht) zu verleihen, machen sie zu idealen Beschützer*innen von Missionszielen und empfindlichen Schützenlinien.
Deutlich vielseitiger treten die Freigilden-Grenadiere auf. Die Einheit verbindet brauchbare Nahkampfwerte mit solider Feuerkraft und eignet sich dadurch als flexible Unterstützung innerhalb einer Formation. Zwar besitzen die Grenadiere keine überragende Widerstandskraft, gleichen dies jedoch durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Der zentrale Flammenwerfer ist zudem eine witzige Spielerei. Gegnerische Einheiten in der Nähe von Geländestücken lassen sich buchstäblich in Brand setzen und nehmen tödlichen Schaden.
Noch stärker auf den Schutz der Formation ausgelegt sind die Torgarganten. Mit hoher Widerstandskraft, guten Angriffen und einem soliden Lebenspunktepuffer bilden sie regelrechte Bollwerke an der Front. Besonders spannend bleibt ihre Wechselwirkung mit den Feuerlinien der Städte Sigmars: Befreundete Truppen, die denselben Nahkampf austragen, können sich zurückziehen und dennoch feuern. Gerade für Fusiliere und andere Schwarzpulvereinheiten eröffnet dies neue Möglichkeiten, gegnerische Angriffe umzulenken und die eigene Feuerkraft länger aufrechtzuerhalten. Allerdings kommen die Garganten zu einem ordentlichen Preis von 320 Punkten daher, was eine deutliche Investition für eine Leibwächter-Einheit ist. Als zusätzlichen Vorteil bringen sie jedoch eine stimmungsvolle Fähigkeit mit: „Öffnen“ die Torgarganten ihre Tore, beschleunigen sie den Vormarsch verbündeter Einheiten und verleihen ihnen einen Bonus auf ihre Angriffsbewegung.
Eine deutlich symbolischere Rolle übernimmt der Triumph des Boten. Das schwebende Denkmal erinnert an gefallene Kamerad*innen und bewahrt deren Malleus-Münzen als Zeichen fortdauernder Pflicht. Auf dem Schlachtfeld kann das Monument von Infanterie-Einheiten mitgeführt werden und belohnt diese Nähe mit automatischen Verwundungen bei kritischen Treffern.
Insgesamt wächst die Idee der Kastelitenformation mit den neuen Einheiten über das Bild einer reinen Feuerlinie hinaus. Sie erhält zusätzliche Schutzmechanismen und eröffnet neue Möglichkeiten, den Krieg des Gottkönigs kontrolliert und diszipliniert über das Schlachtfeld zu tragen.
Grenzenlose Macht – die neuen Magier Sigmars
Die Magier*innen der Cities of Sigmar tragen die Eigenschaften jener Reiche in sich, aus denen ihre Kräfte stammen. Feuer, Licht oder Tod prägen nicht nur ihre Zauber, sondern häufig auch ihre Rolle auf dem Schlachtfeld. Gemeinsam verbindet die Zaubernden dabei die Fähigkeit der Arkanen Manipulation. Durch sie lassen sich Eigenschaften verstärken oder zusätzliche Effekte auslösen, wodurch Magie innerhalb der Städte Sigmars deutlich flexibler eingesetzt werden kann.
Der Alchemit-Kriegsschmied bleibt dabei ein vertrauter Bestandteil der magischen Werkzeugkiste der Cities of Sigmar. Aus dem metallenen Reich Chamon stammend, unterstützt er verbündete Truppen mit glühenden Waffen, welche er nicht mehr über einen Zauber hervorruft, sondern mit der Fähigkeit Arkane Manipulation.
Besonders ungewöhnlich präsentiert sich Erasmus Zonn aus Hysh, dem Reich des Lichts. Bereits seine Laterne eröffnet taktische Möglichkeiten und erlaubt es beispielsweise, Einheiten in seiner Nähe verschwinden zu lassen. Hinzu kommt ein Zauber, mit dem der Magier überraschend in einer beliebigen Schlachtfeldecke wieder auftauchen kann. Seine Arkane Manipulation sorgt zudem für zusätzliche Flexibilität: Gelingt der Wurf, darf Zonn eine gegnerische Manifestation durch eine eigene ersetzen. Das kann ausgesprochen störend für die gegnerische Seite sein, bleibt jedoch situationsabhängig und verlangt eine gute Positionierung.
Deutlich düsterer tritt der Amethystmagier des letzten Glockenschlags auf. Seine Magie aus dem Reich Shyish setzt weniger auf rohe Gewalt als auf Kontrolle. Sein Spezialzauber kann für gegnerische Streitkräfte unangenehm sein, da die betroffenen Einheiten keine Befehle mehr empfangen können. Durch die Arkane Manipulation lässt sich zusätzlich seine Reichweite erhöhen, wodurch der Magier gezielt störend in zentrale Kommandostrukturen eingreifen kann.
Der Aqshianische Pyromant verfolgt dagegen einen direkteren Ansatz. Auch er profitiert davon, die Reichweite seiner Magie mittels Arkaner Manipulation erhöhen zu können, und bringt solide Feuerunterstützung mit. Sein Spezialzauber verursacht zunächst D3 tödliche Wunden und setzt das Ziel in Brand. Wird der Effekt später erneut ausgelöst, folgen verlässliche 3 Schadenspunkte, die Schutzmechanismen umgehen können. Das ist brauchbar, erreicht jedoch nicht ganz die Macht der anderen Zaubernden.
Wandelnde Festungen – die Zahnradkastelle
Die Zahnradkastelle dürften die auffälligste Neuerung der Cities of Sigmar sein. Weniger gewöhnliche Kriegsmaschinen als vielmehr mobile Bastionen ziehen sie über das Schlachtfeld und verbinden Artillerie, Transportkapazitäten und massive Widerstandskraft. Mit 25 Lebenspunkten und einem 3+ Rüstungswurf bringen die Konstruktionen eine Präsenz mit, die selbst große Monster oder Belagerungsmaschinen in den Schatten stellt. Gleichzeitig verlangt ihr Punktepreis von rund 500 Punkten jedoch eine bewusste Entscheidung beim Armeebau.
Die beiden regulären Zahnradkastelle verfolgen dabei deutlich unterschiedliche Rollen. Das Breitseite-Zahnradkastell setzt vor allem auf Fernkampf. Gleich drei schwere Geschütze prägen sein Profil: die Gottbrecher-Kanone als Hauptwaffe, eine zusätzliche Brecherkanone für kürzere Distanzen sowie die Schützenplattform der Besatzung. Besonders die Gottbrecher-Kanone besitzt erhebliches Schadenspotenzial und kann über Spezialmunition weiter angepasst werden. Runengeschosse reduzieren gegnerische Rettungswürfe, schwere Munition steigert den Wuchtwert, während Kartätschen das Ziel umgebende Einheiten mit Schrapnellen übersäen.

Das Eroberer-Zahnradkastell verfolgt dagegen einen offensiveren Ansatz. Seine Reichsbrenner-Flammenkanone besitzt etwas geringere Reichweite als die Gottbrecher-Kanone, sorgt jedoch für verheerenden Schaden bei leichter Infanterie. Eigene Infanterie-Truppen können zudem direkt im Zahnradkastell in die Schlacht gebracht werden und aus ihm heraus Angriffe vorbereiten. Besonders spannend wird dies durch die Sonderfähigkeiten des Kastells selbst, durch welche die enthaltene Infanterie aus dem Zahnradkastell direkt in Nahkampfreichweite gegnerischer Modelle gebracht werden kann.
Eine wichtige Eigenheit aller Zahnradkastelle bleibt zudem der Mechanismus des Überhitzens. Die arkano-mechanischen Antriebe lassen sich bewusst an ihre Belastungsgrenzen treiben, um kurzfristig zusätzliche Effekte auszulösen. Dafür sammelt das Modell Hitze-Tokens, die je nach Variante stärkere Feuerkraft, mehr Bewegung oder offensive Sonderfähigkeiten ermöglichen. Die Belastung bleibt jedoch nicht folgenlos. Nach dem Einsatz wird für die angesammelten Hitze-Tokens gewürfelt. Bei entsprechenden Ergebnissen erleidet das Zahnradkastell Schaden, zugleich werden einzelne Tokens wieder entfernt. Der Einsatz der Zusatzleistung verlangt daher stets eine Abwägung zwischen kurzfristigem Vorteil und langfristiger Standfestigkeit der Konstruktion.
Noch spezialisierter fallen die Varianten des Eisernen Marsches aus, die ausschließlich innerhalb dieses berühmten Regiments verfügbar sind. Das Linienbrecher-Zahnradkastell verbindet dabei die Macht der Gottbrecher-Kanone mit der Transportkapazität des Eroberer-Zahnradkastells. Das Brandstifter-Zahnradkastell wiederum ist ein Breitseite-Kastell, welches als Hauptwaffe eine Reichsbrenner-Flammenkanone besitzt und so sowohl leichten wie auch schwer gepanzerten Truppen die Stirn bietet.
Trotz ihrer beeindruckenden Profile sind die Zahnradkastelle jedoch nicht automatische Pflichtauswahlen. Ihre rund 500 Punkte stellen einen erheblichen Anteil vieler Armeen dar und reduzieren zwangsläufig die Zahl unterstützender Einheiten auf dem Spielfeld. Ob sich diese Investition lohnt, hängt daher stark vom gewählten Spielstil und dem übrigen Armeekonzept ab.
Eine Festung, zwei Einsatzprofile – Umbauten am Zahnradkastell
Die unterschiedlichen Zahnradkastelle bringen jeweils eine eigene Spielweise mit. Entsprechend dürfte für viele Spieler*innen der Wunsch naheliegen, beide Varianten nutzen zu können, ohne gleich zwei komplette Modelle anschaffen zu müssen. Grundsätzlich lässt sich das Zahnradkastell tatsächlich gut magnetisieren. Ganz ohne kleinere Bastelabenteuer geht es allerdings nicht.
Die Hauptwaffen bilden dabei noch die einfachste Aufgabe. Reichsbrenner-Flammenkanone und Gottbrecher-Kanone lassen sich mit einfachen Magnetverbindungen problemlos austauschbar gestalten. Etwas mehr Fingerspitzengefühl verlangt dagegen das Zubehör. Während die Gottbrecher-Kanone ihre Sammlung an Spezialmunition mitbringt, besitzt die Reichsbrenner-Variante einen eigenen Lader. Eine praktische Lösung besteht darin, die einzelnen Munitionsbahnen der Gottbrecher-Kanone zu einem herausnehmbaren Gesamtblock zu verkleben. Der Blasebalg der Flammenkanone lässt sich mit einem kleinen Zuschnitt bequem von hinten aufschieben und austauschen.
Deutlich anspruchsvoller wird der Umbau im Bereich der Seitenplattform. Hier konkurrieren entweder die Brecherkanone oder die aus dem Zahnradkastell hervorbrechende Infanterieszene um denselben Platz. Ohne Seitenschneider und Klinge kommt man kaum aus, da insbesondere die Rampe der Szene dem Einbau der Brecherkanone im Weg steht. Perfekt bündig gelingt dies nicht immer, sodass häufig etwas Green Stuff nötig wird, um Übergänge sauber zu verschließen.
Hinzu kommen einige kleinere Passarbeiten – etwa an den Füßen des Modells –, die etwas Nacharbeit verlangen. Wer sich auf dieses Bastelprojekt einlässt, erhält am Ende jedoch ein erstaunlich flexibles Modell und einen Blickfang, der unabhängig von seiner Ausrüstung auf dem Spielfeld Eindruck hinterlässt.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop Ltd
- Erscheinungsjahr: 2026
- Alter: ab 12
- Preis [UVP]:
- Jorvan Kreel 37,00 EUR
- Mallus-Schmiedepriester 32,50 EUR
- Freigildenjunker 47,50 EUR
- Torgarganten 84,00 EUR
- Freigilden-Grenadiere 45,00 EUR
- Triumph des Boten 51,50 EUR
- Erasmus Zonn 55,00 EUR
- Aqshianischer Pyromant 32,50 EUR
- Amethystmagier 32,50 EUR
- Zahnradkastell 160,00 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Bonus/Downloadcontent
Auf der Warhammer-Community-Seite finden sich ergänzend die aktuellen Punktekosten, Grundregeln sowie zusätzliche Profile zum Download. Darunter befinden sich auch Regeln für Zahnradkastelle als eigenes berühmtes Regiment, wodurch die gewaltigen Festungen nicht nur den Cities of Sigmar vorbehalten bleiben, sondern grundsätzlich auch als bestimmte Outlaw-Varianten in anderen Armeen eingesetzt werden können.
Fazit
Die neuen Veröffentlichungen der Cities of Sigmar wirken vor allem erstaunlich geschlossen. Statt lose ergänzter Einzelmodelle entsteht der Eindruck einer Reihe, die die Spielidee der Fraktion konsequent weiterdenkt. Kastelitenformationen erhalten zusätzliche Werkzeuge, die Magier*innen der Reiche gewinnen mehr Profil und auch die neuen Held*innen fügen sich sinnvoll in bestehende Armeekonzepte ein. Besonders erfreulich bleibt dabei, wie eng Hintergrund und Spielmechaniken miteinander verzahnt wurden. Viele Regeln greifen unmittelbar die militärische Organisation, den Glauben oder die Magie der Städte Sigmars auf und verleihen der Fraktion dadurch eine klare Identität.
Nicht jede Veröffentlichung überzeugt dabei gleichermaßen auf taktischer Ebene. Manche Ergänzungen wirken situativer oder erfüllen eher spezialisierte Rollen. Beispielsweise der Aqshianische Pyromant bleibt trotz thematisch passender Regeln eher ein Werkzeug für sehr bestimmte Armeekonzepte als ein offensichtlicher Pflichtkauf.
Das eigentliche Highlight der Reihe bleiben jedoch ohne Zweifel die Zahnradkastelle. Sie verbinden spektakuläre Modelle mit ungewöhnlichen Regeln und bringen eine Präsenz auf den Spieltisch. Gleichzeitig verlangen ihre hohen Punkte- und Anschaffungskosten eine bewusste Entscheidung beim Armeebau und dürften nicht jede Liste automatisch bereichern. Gerade diese Abwägung macht sie jedoch interessant.
Auch auf Hobbyseite überzeugen die Veröffentlichungen. Einige Bausätze verlangen zwar Geduld und saubere Planung, insbesondere bei Magnetisierung und Umbauten der Zahnradkastelle, belohnen diese Mühe jedoch mit hoher Flexibilität und eindrucksvollen Blickfängen.
Insgesamt liefern die Cities of Sigmar damit keine reine Leistungsschau neuer Regeln, sondern eine stimmige Erweiterung des Konzeptes. Nicht jedes Profil wird die Spieltische im Sturm erobern, als Gesamtveröffentlichung überzeugt die Reihe jedoch durch Charakter, Atmosphäre und eine gelungene Verbindung von Hintergrund und Spielmechanik.

- Regeln greifen Hintergrund und Spielstil gelungen auf
- Starke Erweiterung der Kastelitenformation
- Zahnradkastelle sind ein echter Hingucker
- Nicht jede Einheit überzeugt taktisch gleichermaßen
- Zahnradkastelle teuer in Punkten und Anschaffung
Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Fotografien: Geoffrey Förste
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.


















