Jede Woche neue Modelle, Farben und Fluff – der Traum aller Hobbyist*innen geht in eine weitere Runde. Mit dem Warhammer 40k Combat Patrol-Magazin bring Hachette die inzwischen dritte Sammelreihe in die Regale und Briefkästen angehender und bestehender Warhammer 40k-Fans. Wir haben uns mit der Ausgabe 1 einen ersten Eindruck verschafft.
Basteln, Malen, Lesen, Sammeln und Spielen – Das Warhammer 40k Combat Patrol-Magazin liefert nach bewährtem Prinzip wieder alle Bereiche eines der schönsten Hobbys der Welt, Woche für Woche in einem kleinschrittigen und liebevollen Format. Anders als bisher konzentriert sich die Neuauflage jedoch nicht auf zwei große Fraktionen der Warhammer40k-Welt, sondern enthält ganze neun Fraktionen. Diese werden in einem Format geliefert, mit dem man tatsächlich auch im örtlichen Hobbyladen spielen kann, ohne Miniaturen zu ergänzen oder Armeelisten schreiben zu müssen. Auch sonst scheinen Hachette und Games Workshop an einigen Stellschrauben gedreht zu haben.
Keine bekannten Trigger.
Das Spielprinzip der Combat Patrol
Die epischen Schlachten im Spielsystem Warhammer 40k sind vor allem für komplexe Regeln und langandauernde Spiele bekannt. Sich drei bis vier Stunden am Spieltisch aufzuhalten ist ebenso Gewohnheit wie wildes Blättern in Regeln, Codizes und Kampagnenbänden.
Das Format Combat Patrol oder Kampfpatrouille möchte hier Abhilfe schaffen. Festgelegte, kleine Armeezusammenstellungen, abgespeckte Regeln und vereinfachte Spielwerte machen nicht nur Spiele in unter zwei Stunden möglich, sondern erleichtern vor allem auch Einsteiger*innen den Start in die Welt von Warhammer 40k immens. Zudem hat das System den Vorteil, dass man mit nur einer gekauften Box tatsächlich eine fertige Armee in den Händen hält, ohne noch groß planen oder zukaufen zu müssen. Zusammenbauen, Farbe auftragen und das Spielen bis hin zur Teilnahme an auf das System ausgerichtete Turnieren ist möglich. Auch wenn es besser und schlechter ausgewogene Armeen gibt, ist das System insgesamt eine sehr positive Entwicklung. Das Prinzip auf eine Sammelreihe zu übertragen, ist daher ebenso naheliegend, wie genial.
Geschichten, Modelle, Farben und Regeln – Der Aufbau der Sammelreihe
In über neunzig wöchentlichen Ausgaben erscheinen neun dieser Kampfpatrouillen inklusive Farben und Regeln im Warhammer 40k Combat Patrol-Magazin. Zusätzlich dazu sind pro Fraktion noch ein weiteres Modell oder eine ganze Einheit enthalten, welche über die eigentliche Kampfpatrouille hinausgehen. So erhält man beispielsweise einen motorisierten Chaplain für die Space Marines oder fünf Wraithguard-Modelle für die wachsende Aeldari-Armee. Menschen, die bereits seit einer Weile im Hobby sind, werden wahrscheinlich auf Doppelungen feststellen. Besitzer*innen der Leviathan Starter Box sind beispielsweise bereits im Besitz der Space Marine- und der Tyranidenkampfpatrouille, die ausgerechnet den Anfang der Serie macht.
Der Aufbau der Reihe unterscheidet sich generell nicht von vorherigen Serien wie dem Conquest- oder dem Imperium-Magazin. Mit jeder Ausgabe erhält man neue Farben und Modelle, beziehungsweise Teile von größeren Bausätzen. Die erste Ausgabe enthält je ein Modell für die Fraktion Space Marines und Tyraniden, Würfel, eine Spielunterlage und ein Poster, welches einen Überblick über die Reihe und den Aufbau gibt.
Das beiliegende Magazin ist in fünf Bereiche aufgeteilt, die alles enthalten, was man zum Bauen und Spielen der Modelle wissen muss. Es fällt allerding auf, dass keine umfassende Einleitung in das Hobby enthalten ist, welche für Einsteiger*innen wahrscheinlich sinnvoll gewesen wäre.
Detaillierte Anleitungen im ersten Abschnitt „Bauen“ unterstützen beim Bau der Miniaturen. Der Bereich „Bemalen“, der nicht in der ersten Ausgabe enthalten ist, da noch keine Farben beiliegen, liefert schrittweise Malinstruktionen, deren Ergebnisse sich am Ende, so der Erfahrungswert bisheriger Serien, tatsächlich auch sehen lassen können. Zudem führt der Abschnitt „Lesen“ mit Geschichten und Hintergrundinformationen Stück für Stück in die Welt von Warhammer 40k ein. Im Magazinbereich „Sammeln“ erhält man Anregungen, die einzelnen Einheiten zu personalisieren und ihnen durch Namen, eine Hintergrundgeschichte oder Charaktereigenschaften mehr Charakter zu verleihen.
Im Abschnitt „Spielen“ finden sich schließlich die Spielregeln und kleine Missionen, die auf die bisher gesammelten Figuren abgestimmt sind. In diesen werden die erlernten Regeln schrittweise angewandt und verfestigt. Es fällt auf, dass hier das Lerntempo etwas angezogen wurde. Vorherige Reihen fielen dadurch auf, dass die Regeln extrem kleinschrittig eingeführt wurden. Der Dreischritt einer Attacke, Treffen-Verwunden-Schutzwurf, der vorher über mehrere Ausgaben gestreckt wurde, befindet sich in der aktuellen Serie bereits vollständig in der ersten Ausgabe.
Anders als in bisherigen Reihen liefert das Magazin auch von der ersten Ausgabe an die vollständigen Spielprofile, statt bisheriger abgespeckter Varianten, was für alte Hasen den Einsatz eines Modells auch in komplexeren Spielen ermöglicht. Diese Entwicklung mag dem geschuldet sein, dass es eine größere Anzahl von spielbaren Fraktionen gibt, die schnell mit dem vollen Regelsatz einsatzfähig sein sollen. Dies ist jedoch als sehr positiv zu werten, wenn sie sich über die nächsten Ausgaben fortsetzt. Auch insgesamt macht der Aufbau des Magazins wieder viel Freude beim Kennenlernen und Erforschen der dunklen Welt des 41. Jahrtausends.

Kosten, Bezugsmöglichkeiten und Ersparnisse
Hat man sich für das Sammeln der Serie entschieden, bestehen zwei Bezugsmöglichkeiten. Zum einen ist das Magazin in gut sortierten Zeitschriftenläden erhältlich. Beliebte Ausgaben können schnell vergriffen sein, sodass sich eine Absprache mit Händler*innen des Vertrauens mit Sicherheit lohnen können.
Wer es bequem und einfach haben möchte, kann jedoch auch direkt über die Website von Hachette ein Abonnement abschließen und bekommt damit nicht nur die Magazine versandkostenfrei nach Hause geliefert, sondern auch die dritte Ausgabe kostenfrei und noch einige Gimmicks, wie ein Werkzeug-Set, Pinsel oder ein zusätzliches Modell geschenkt.
Neben der regulären Ausgabe für 10,99 EUR lässt sich für zusätzliche 2 EUR so auch die Premiumausgabe beziehen. Diese liefert neben den regulären Magazinen über die Zeit vier Premium Sets, die größere eindrucksvolle Modelle, wie einen enthält.
Wie bei den vorherigen Reihen bietet auch Warhammer 40k Combat Patrol einige Ersparnisse gegenüber dem Einzelkauf. Vergleicht man den Inhalt der Ausgaben mit den Preisen des Onlinehandels, der selbst schon einen Nachlass bis zu zwanzig Prozent auf die Modelle von Games Workshop gibt, bleiben weiterhin satte Rabatte. Für die Farben und Modelle der regulären Ausgaben bezahlt man ganze 32 Prozent weniger, gegenüber einem Einzelkauf. Selbst wenn man die Farben außen vorlässt, verbleibt ein Rabatt von 25,5 Prozent. Die Premiumausgabe liefert sogar einen Nachlass von 31,5 beziehungsweise 36 Prozent. Selbst für Menschen, die schon eine gute Sammlung haben, ist das ein durchaus gewichtiges Argument, sich näher mit einem Abonnement auseinanderzusetzen.
Plastikberge und graue Armeen – mögliche Herausforderungen der Reihe
So viel neues Spielzeug und das zu einem so günstigen Preis? Bevor die Jäger*innen und Sammler*innen in uns die Kreditkarte zücken, gilt es einige andere Aspekte zu berücksichtigen, welche die Freude auf Dauer etwas dämpfen könnten.
Wie viel ist zu viel? Der ewige Figurenstrom
Neun Kampfpatrouillen in neunzig Wochen, also zweieinhalb Monate für eine kleine Box an Figuren hört sich zunächst machbar an. Langfristig können die drei bis fünf Figuren wöchentlich allerdings eine Herausforderung werden, beachtet man, dass das Abonnement sich über fast zwei Jahre hinzieht. Es gibt sicherlich Menschen, die den zeitlichen Aufwand bewältigen können. Bei den meisten wird sich jedoch eher früher als später das aufbauen, was man liebevoll als „Pile of Potential“ (oder etwas negativer konnotiert „Pile of Shame“) bezeichnet. Das Phänomen ist nicht nur wegen Sammelzeitschriften wie dieser bekannt. Oft erliegt man dem Hype, den Werbung und der Sog eines „einmaligen Angebots“ erzeugen und man kauft schnell Figuren, die bei nüchterner Betrachtung weder für die Sammlung sinnvoll noch tatsächlich so einmalig sind, wie angepriesen. Druck und Hobby sind durchaus Gegensätze und dies soll keine Aufforderung sein, ja alle Modelle abzuarbeiten. Des Umstandes, dass sich nicht zusammengebaute Pakete ansammeln werden, sollte man sich vorher bewusst sein.
Gerade diese Zeitschriftenserie bietet den perfekten Ausweg. Durch die abgeschlossenen Fraktionen, die teils auch parallel in der Reihe erscheinen, eignet sich die Serie sehr gut, diese gemeinsam mit Freund*innen oder dem heimischen Spielclub zu genießen. Außerdem können natürlich auch einzelne Teile der Reihe im Zeitschriftenhandel erworben werden. Gerade die guten Angebote sollte man allerdings tunlichst vorbestellen.
Lieferzeiten und Bündelung
Lässt man sich die Zeitschrift bequem nach Hause liefern, ist es bei Hachette üblich, die Ausgaben in Bündeln à vier oder sechs Magazinen zu verschicken. Der Rhythmus der Lieferung wich bisher vom wöchentlichen Erscheinen in den Zeitschriftenläden ab und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies so bleibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Ausgaben unbedingt vor dem Erscheinen in den Zeitschriftenläden erhält, sondern die erste Ausgabe des Paketes bereits seit ein bis zwei Wochen in den Zeitschriftenläden zum Verkauf stehen werden. Ein Kompromiss, der die Freude nicht signifikant trübt und einen Ausgleich schafft, da man die letzten Ausgaben des Pakets bereits ein bis zwei Wochen vor Erscheinen in den Zeitschriftenläden in den Händen hält. Ein Umstand, dessen man sich vorher ebenfalls bewusst sein sollte.
Die halb bemalten Modelle der ersten Ausgaben
Durch das wöchentliche Erscheinen und die schrittweise Auslieferung nicht nur der Modelle, sondern auch der dazugehörigen Farben entwickelt sich zu Beginn eine faszinierende Sammlung nur Teils bemalter Figuren. Erscheint dann ein neuer Schwung an Farbtöpfen, kann man schnell dadurch ins Schwitzen kommen, den einen fehlenden Farbton auf alle bisher erschienenen Modelle aufzutragen. Durch ein zusätzlich gekauftes Farbset kann man hier besser Schritt halten, hat in diesem Falle jedoch noch keine Malanleitung, der man folgen kann.
Die Problematik erübrigt sich im Laufe der Reihe und ist für erfahrene Hobbyist*innen mit einer bestehenden Farbsammlung kaum von Bedeutung. Für Einsteiger*innen spielt diese jedoch gerade zu Beginn eine Rolle, da die Figuren eine ganze Weile „unfertig“ erscheinen
Der ewige Wandel – die neue Edition am Horizont
Einzig stetig bleibt der Wandel. Das gilt insbesondere für die Spiele der Firma Games Workshop, deren Hauptsysteme alle drei bis vier Jahre eine neue Edition bekommen. Für Warhammer 40k zeichnet sich diese für den Juni 2026 ab, ein Zeitpunkt, zu dem das Warhammer 40k Combat Patrol-Magazin noch immer nicht abgeschlossen sein wird. Schon jetzt sind einige der enthaltenen Kampfpatrouillen nicht mehr aktuell, wie beispielsweise die der Orks. Mit neuen Codizes werden oft auch die Kampfpatrouillen überarbeitet. Aktuell bleiben die alten Patrouillen zwar weiterhin spielbar. Inwiefern dies für eine neue Edition gilt, bleibt jedoch zumindest abzuwarten. Zudem kann die neue Edition auch neue Grundregeln bedeuten, sodass das Magazin möglicherweise ab Juni 2026 auch nicht mehr mit den aktuellen Regeln arbeitet. Natürlich ist dies Zukunftsmusik und spekulativ. Die bisherigen Erfahrungen sprechen jedoch stark dafür, dass zumindest Teile der Magazinreihe im nächsten Jahr ihre Gültigkeit verlieren.
Die harten Fakten:
- Verlag: Hachette Collections SNC
- Erscheinungsjahr: 2025/2026
- Sprache: Deutsch
- Spieler*innen-Anzahl: 2
- Alter: ab 12
- Preis: regulär 10,99 EUR, Premium 12,99 EUR pro Ausgabe
- Bezugsquelle: Fachhandel, Hachette
Fazit
Die neue Warhammer 40k Combat Patrol-Magazinreihe bringt das bewährte Konzept von Hachette zurück und erweitert es mit spannenden Anpassungen. Der Fokus auf das kompakte Spielsystem der Combat Patrol und die Bandbreite an Modellen ist sowohl für Neulinge als auch für Veteran*innen interessant. Gleichzeitig gibt es einige Herausforderungen, wie beispielsweise durch mögliche Regeländerungen. Ob man tatsächlich alle enthaltenen Fraktionen im Abo sammeln will oder am Ende nicht doch durch den Kauf von ein bis zwei separaten Kampfpatrouillen besser fährt, sollte man ebenfalls vorher mit einem kühlen Kopf jenseits von Sparfreude und Kaufrausch überlegen.
Insgesamt bietet die Warhammer 40k Combat Patrol-Magazinreihe ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für erfahrene Hobbyist*innen ist der Mehrwert durch eventuell vorhandene Figuren und einer bestehenden Farbsammlung eingeschränkter, die sich jedoch durch gemeinsames Sammeln und den Verkauf überschüssiger Elemente auf dem Gebrauchtmarkt beheben lassen. Auf den ersten Blick kann ich also eine klare Empfehlung für Einsteiger*innen und mit kleinen Abstrichen auch für bestehende Hobbyist*innen aussprechen.

- Günstiger Einstieg ins Hobby
- Gute Bandbreite an Modellen
- Ermöglicht kleinschrittigen Einstieg ins Hobby
- Gesamtabonnement kann überfordern
- Mögliches Ablaufdatum der Regeln und Armeen mit Erscheinen der neuen Edition
- Es kommt nur langsam Farbe ins Spiel
Artikelbilder: © Hachette Collections SNC, © Games Workshop
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Nina Horbelt
Fotografien: Geoffrey Förste
Dieses Produkt wurde privat finanziert.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.


















