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Unermüdlich schmieden die Werkstätten des Dunklen Mechanicums ihre finsteren Maschinen. Ihre Zahl ist mittlerweile so stark gewachsen, dass Games Workshop diese nun auf das Schlachtfeld loslässt. Doch wie sind die neuen Modelle für Legions Imperialis gestaltet, und welche Auswirkungen haben sie auf das Spielgeschehen?

In unserem letzten Artikel stellten wir die Armeebox und das Regelbuch zu den Mechanicum-Truppen vor. An unserer Einschätzung hat sich grundsätzlich nichts geändert. Allerdings hat Games Workshop inzwischen die Miniaturen der verschiedenen Stalker-Konstrukte veröffentlicht. Leider ist über den Hintergrund dieser Maschinen nach wie vor nur wenig bekannt. Es ist lediglich überliefert, dass sie halbautonom kämpfen können und in bestimmten Situationen sogar selbstständig denken und Entscheidungen treffen – ein Sakrileg für den Adeptus Mechanicus.

In diesem Artikel richten wir daher unseren Fokus vor allem auf die neuen Miniaturen und schauen uns etwas genauer die verschiedenen Einheiten an.

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Der wahnsinnige Funke des dunklen Mechanicums – Die neuen Figuren

Wir behandeln in diesem Artikel drei Boxen, die Thanatar Siege-Automata Cohort, die Serperos ‚Overlord‘ Heavy Stalkers und die Stalker Constructs. Allgemein lässt sich feststellen, dass in jeder Box jeder Gussrahmen zweimal enthalten ist. Dadurch können bei den Figuren des Dunklen Mechanicums alle Waffenoptionen gebaut werden.

Beginnen wir mit der Thanatar Siege-Automata Cohort-Box. Mit dieser Box lassen sich vier Kampfmaschinen mit einer Sollex Heavy-Las als Hauptwaffe und vier weitere mit einem Plasma Mortar bauen. Der Zusammenbau unterscheidet sich nicht von der bereits bekannten Kampfgruppen-Box. Es ist jedoch erfreulich, dass diesmal mehrere Posen möglich sind, was den Modellen mehr Dynamik verleiht.

Kommen wir nun zu den spannenderen, neuen Figuren des Dunklen Mechanicums. Die Stalker Constructs-Box enthält insgesamt zwölf Modelle: ein Harpax „Swarmer“ Scout Host, jeweils zwei Scintillax „Cyclops“ Noospheric Stalker Networks, Tenebrax „Archer“ Battle Stalker Cohorts und Errax „Butcher“ Assault Stalker Cohorts. Die Harpax-Modelle sind schnell aus dem Gussrahmen gelöst und auf die Bases geklebt.

Die Stalker-Konstrukte machen besonders viel Spaß beim Zusammenbau. Keine Figur gleicht der anderen, da sich die Beine individuell anordnen lassen. Dadurch wirken die Modelle lebendig und vermitteln den Eindruck ständiger Bewegung. Besonders auffällig ist die ungewöhnliche Optik der Stalker-Konstrukte: Jedes Modell besitzt fünf Beine – ein Merkmal, das in der bekannten Tierwelt nicht zu finden ist. Vielleicht spiegelt gerade diese Abnormität den Wahnsinn des Dunklen Mechanicums wider.

Bei den Errax-Stalkern ist jedoch Vorsicht geboten. Die zahlreichen Tentakel dieser Modelle sind anfällig und können sich leicht verbiegen. Hier ist beim Zusammenbau besondere Sorgfalt gefragt.

Die dritte und letzte Box enthält vier Seperos Heavy Stalkers, die auf den ersten Blick durch ihre Größe ins Auge fallen: Sie sind deutlich größer als die kleineren Stalker-Konstrukte.

Interessanterweise verfügen sie sogar über ein zusätzliches Bein. Während bereits bei den Errax-Stalkern Achtsamkeit geboten ist, um Bauteile nicht zu beschädigen, ist bei den Seperos-Miniaturen noch größere Vorsicht erforderlich. Besonders problematisch sind die filigranen Mundwerkzeuge. Beim Zusammenbau fiel auf, dass das Bauteil mit der Nummer „6“ immer wieder abbricht – ein ärgerliches Manko.

Ein interessantes Detail: In den letzten beiden Boxen liegen jeweils Datenkarten mit Punktkosten bei, die es ermöglichen, die Figuren auch in Adeptus Titanicus einzusetzen.

Kämpfen diese Maschinen ohne Logik? – Die Armeen des Maschinengottes

Beginnen wir mit den Werten der Thanatar Siege-Automata Cohort, einer der beeindruckendsten Einheiten des Mechanicums. Es handelt sich hierbei um die einzige Bastionseinheit des Mechanicums mit einem Rüstungswurf von 4+ – derselbe Wert gilt auch für den Nahkampf. Darüber hinaus verfügt jedes Modell über 2 Wunden und einen Schutzwurf von 6+. Diese exzellenten Verteidigungswerte haben allerdings auch einen Nachteil: eine geringe Bewegungsreichweite von lediglich 4 Zoll. Die anfänglich hohen Punktkosten relativieren sich, wenn mehrere dieser Kampfmaschinen ins Feld geführt werden, da diese dann günstiger werden.

Aber die Stärken dieser ungewöhnlichen Kriegsmaschine enden hier nicht. Die Standardbewaffnung der Thanatar ist der Plasma Mortar – eine Waffe mit bemerkenswerter Präzision, einem Panzerungsdurchschlag von 3 und der Fähigkeit, Deckung komplett zu ignorieren. Selbst Gebäude stellen kein Hindernis dar, auch wenn die geringe Mobilität bedeutet, dass die Einheit zunächst in Reichweite kommen muss.

Für fünf zusätzliche Punkte pro Modell kann die Reichweite des Plasma Mortars von 18 auf 22 Zoll erhöht werden. Allerdings bringt diese Modifikation Vor- und Nachteile mit sich: Während die zusätzliche Reichweite einen früheren Erstschlag ermöglicht, verliert die Waffe etwas an Genauigkeit und Durchschlagskraft. Im Gegenzug erhält sie die Sonderregel Armourbane, die besonders gegen stark gepanzerte Ziele effektiv ist. Diese Entscheidung ist letztlich Geschmackssache: Bevorzugt man einen früheren Schuss oder den härteren Schlag?

Jeder Kampfautomat der Thanatar Siege-Automata Cohort ist zusätzlich mit einer Mauler Bolt Cannon ausgestattet. Diese Waffe liefert drei weitere Schüsse, was auf den ersten Blick nützlich erscheint. Allerdings treffen diese Schüsse nur bei einem Wurf von 5+ und haben mit einer Reichweite von nur 8 Zoll begrenzte Einsatzmöglichkeiten. Dennoch sollte man die zusätzlichen Schüsse nicht unterschätzen, insbesondere bei größeren Einheiten.

Wenden wir uns nun den Scintillax Cyclops Noospheric Stalkern zu. Diese Einheit hebt sich durch den Noosphere Controller hervor, der die Anima-Fähigkeit verteilt und somit taktische Vorteile bietet. Mit einer Bewegung von 7 Zoll sind sie zudem recht flink und verfügen über solide Verteidigungswerte: zwei Wunden und ein Schutzschild. Zusätzlich haben sie eine Auswahl an Nah- und Fernkampfwaffen, die je nach Armeekonstellation angepasst werden können.

Der Errax Butcher Assault Stalker macht seinem Namen alle Ehre. Diese Einheit ist darauf ausgelegt, schnell in den Nahkampf zu gelangen und dort verheerenden Schaden anzurichten, abhängig von der gewählten Bewaffnung. Verteidigungstechnisch bietet sie einen soliden Rüstungswert von 4+, zwei Wunden und ein Schutzschild.

Die Tenebrax Battle Archers sind mit einer Shieldbane-Waffe ausgestattet, die mit drei Schüssen besonders gegen stark geschützte Ziele gefährlich ist. Zusätzlich können sie mit einer Auswahl an Sekundärwaffen konfiguriert werden, wodurch sie flexibel in verschiedenen Rollen eingesetzt werden können.

Die Harpax Swarmer Scout Hosts, die kleinsten Stalker-Einheiten, werden leicht übersehen. Dabei handelt es sich um schnelle Einheiten, die zwischen einer Panzerabwehrwaffe oder einer Anti-Infanterie-Waffe wählen können. Dadurch sind sie hervorragend geeignet, um gegnerische Linien zu stören und gezielte Angriffe durchzuführen.

Die Serperos Overlord Heavy Stalkers stellen die schwerste Stalker-Einheit dar und beeindrucken mit herausragenden Verteidigungswerten: zwei Wunden, zwei Schutzschilde und einem Rüstungswert von 2+. Diese Einheit bietet zudem eine Auswahl aus vier verschiedenen Fernkampfwaffen, die vielseitige Einsatzmöglichkeiten erlauben – von der Bekämpfung großer Infanteriemassen bis hin zur Panzerabwehr und Bunkervernichtung.

Die Kombination der verschiedenen Stalker-Einheiten innerhalb einer Armee ermöglicht eine ausgewogene Truppenaufstellung, die sich an verschiedene taktische Herausforderungen anpassen lässt. Jede Einheit erfüllt eine spezifische Rolle, von schneller Aufklärung und gezielten Störmanövern bis hin zu massiver Feuerkraft und Nahkampfstärke.

Ein interessanter Aspekt bei den Adeptus Titanicus-Karten ist, dass einige Werte, wie die Bewegungsreichweite, minimal von den Standardwerten abweichen. Dies könnte Spielern zusätzliche strategische Optionen eröffnen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch
  • Preis:
    • Legio Imperialis – Stalker Constructs 41,00 EUR (UVP)
    • Legio Imperialis – Serperos „Overlord“ Heavy Stalkers 41,00 EUR (UVP)
    • Legio Imperialis – Thanatar Siege-Automata Cohort 41,00 EUR (UVP)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Endlich wurden die veröffentlichten Regeln mit passenden Figuren zum Leben erweckt. Games Workshop hat hier nicht nur beeindruckende Modelle geschaffen, sondern auch eine gelungene Symbiose zwischen dem wahnsinnigen Wesen des Mechanicums und den korrumpierenden Einflüssen der Götter umgesetzt. Die drei neuen Boxen Thanatar Siege-Automata Cohort, Serperos ‚Overlord‘ Heavy Stalkers und die Stalker Constructs bieten eine gute Erweiterung zum Grundspiel Legions Imperialis.

Der Zusammenbau der Modelle gestaltet sich größtenteils schnell und unkompliziert. Einziges Manko: Einige Bauteile sind recht filigran und können leicht brechen, was die Freude am Bau etwas trüben kann. Dennoch dürfte der Spielspaß nicht lange auf sich warten lassen, da die Einheiten auf dem Schlachtfeld sowohl flexibel als auch mobil sind.

Da die Dark Mechanicum Modelle für Adeptus Titanicus verwendet werden können, sind diesehier im Größenvergleich zu einen Warhound Titan dargestellt.
Da die Dark Mechanicum Modelle für Adeptus Titanicus verwendet werden können, sind diesehier im Größenvergleich zu einen Warhound Titan dargestellt.

Ein weiterer Vorteil ist die kostengünstige Möglichkeit, eine spielbereite Armee aufzubauen. Im Vergleich zu anderen Systemen des Warhammer-Universums kann hier schnell eine kleine, kampffähige Streitmacht zusammengestellt werden.

Zusätzlich bietet Games Workshop einen besonderen Bonus: Datenkarten für Adeptus Titanicus. Diese ermöglichen den Einsatz der Modelle in einem zweiten Spielsystem. Es bleibt zu hoffen, dass künftig weitere Mechanicum-Einheiten in anderen Systemen integriert werden. Allerdings könnte der Größenvergleich zu einem Warhound-Titan diese Möglichkeit etwas einschränken.

  • Schöne, neue Modelle
  • Datenkarten für zweites Spielsystem

 

  • Bauteile können schnell brechen

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Laura Pascharat
Fotografien: Robert Wolfes
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