Epic Warpath von Mantic Entertainment verspricht große Schlachten in einer dunklen Zukunft im kleinen Maßstab. Dank der Miniaturen im 10-mm-Maßstab können ganze Horden von Infanterie und jede Menge Fahrzeuge aufgestellt werden. Doch will diese Menge an Miniaturen auch bemalt werden. Eignen sie sich für ein Speedpaint-Projekt? Wir haben es ausprobiert.
Vor nicht allzu langer Zeit haben wir euch die Zwei-Spieler*innen-Starter-Box Battle for Phrovox für Epic Warpath vorgestellt und das System und seine Miniaturen haben uns überzeugt. Um möglichst schnell eine voll bemalte Armee aufstellen zu können, hatten wir die Idee, daraus ein Speedpaint-Projekt zu machen. Wie schon bei unserem Speedpaint der Untoten-Armee für SAGA – Ära der Magie haben wir eine Woche für die Bemalung angesetzt, in der an jedem Abend gemalt werden sollte. In dieser Zeit sollte die gesamte Plague-Armee aus der Box fertiggestellt werden. Da es sich dabei um 228 Infanterie-Modelle, 18 Fahrzeuge und 6 Läufer handelt, ein durchaus ehrgeiziges Projekt. Ob wir es geschafft haben oder nach kurzer Zeit den Pinsel haben fallen lassen, könnt ihr im Folgenden erfahren.
Body Horror
Inhaltsverzeichnis
Der Plan
Beim Epic Warpath werden Armeen in mehreren Kompanien aufgestellt. Battle for Phrovox beinhaltet genug Modelle der Plague, um vier Kompanien mit insgesamt über 2.000 Punkten aufzustellen. Genug also, um ein Standardspiel zu spielen. Zwar würden hier zwei Bases Stage 3A Command überbleiben, wir wollten sie aber dennoch bemalen.

Geplant war, alle Modelle zunächst mit der Airbrush schwarz zu grundieren und ihnen dann ein zenitales Highlight mit weißer Ink zu setzen. Bemalt werden sollten die Modelle dann mit Speedpaints 2.0 von The Army Painter. Um die Bases möglichst schnell und dennoch ansehnlich zu gestalten, wollten wir das Basetopping Red Planet von Base X einsetzen. Da es sehr feinkörnig ist, eignet es sich auch für kleine Maßstäbe sehr gut.
Um die kleinen Infanterie-Modelle schneller bemalen zu können und dabei auch alle Seiten gut erreichen zu können, haben wir die Modelle vorerst nicht auf die Bases geklebt, sondern mit doppelseitigem Klebeband auf Eisstielen befestigt. Da die Läufer alleine auf ihrer Base stehen, konnten diese bereits angeklebt werden. Die Fahrzeuge kommen ohne Base aus und sollen einzeln bemalt werden.
Tag 1: Bursters, Leapers und HMG
Um locker in das Projekt einzusteigen, haben wir uns für den ersten Tag für die größeren Infanterie-Modelle entschieden. Hier wollten wir vor allem den richtigen Hautton finden und dazu die großen Hautflächen dieser Einheiten nutzen.
In der Studio-Bemalung von Mantic haben die Plague blassrosa Haut. Wir haben als Basis Warrior Skin verwendet und für die Rosa-Färbung Familiar Pink zugefügt. Um den Mix blasser werden zu lassen, haben wir ihn mit Blinding Light aufgehellt. Für das für uns optimale Rezept haben wir jeweils zwei Teile dieser Farben mit drei Teilen Speedpaint 2.0 Medium gemischt.
Die blau verhornten Wucherungen haben wir mit Tidal Wave gestaltet, bei welchem wir ebenfalls für zwei Teile Farbe einen Teil Medium hinzugefügt haben. Die roten Augen wurden vorsichtig mit Slaughter Red gemalt. Bei den Bursters haben wir den Pusteln mit Nuclear Sunrise einen giftig orangenen Farbton verliehen. Die heraushängenden Zungen haben eine dünne Schicht verdünntes Familiar Pink erhalten.
Mit dem nun ausgearbeiteten Hautfarben-Rezept haben wir uns an etwas kleinere Modelle gewagt und uns als nächstes die Stage 3A HMG vorgenommen. Da diese auch Kleidung tragen, wurde hier ein weiterer Mix notwendig. Mit zwei Teilen Orc Skin, einem Teil Gunner Camo, einem Teil Ancient Honey und zwei Teilen Medium haben wir einen militärisch anmutenden Grünton gemischt und Kleidung und Helme damit bemalt. Nach dem Trocknen erschien uns der Farbton aber zu grell. Darum haben wir eine zusätzliche Schicht mit verdünntem Desolate Brown aufgetragen. Mit diesem Filter entsprach das Ergebnis mehr unseren Vorstellungen. Die HMG haben wir mit Grim Black geschwärzt und Teilen der Munitionsgurte mit der Speedpaint Metallic 2.0 Horde Bronze einen metallischen Glanz verpasst.
Zum Abschluss haben wir die Modelle auf die schwarz grundierten Bases geklebt, diese mit Leim bestrichen und das Basetopping aufgebracht. Der Base-Rand wurde schwarz nachgezogen.
Tag 2: Stage 3Z Zombies
Weiter ging es mit den Stage 3Z Zombies. Sie sind unbewaffnet und darum muss bei ihnen eigentlich nur die Haut und die Kleidung bemalt werden. Wir haben auf die bewährten Farbrezepte von Tag 1 zurückgegriffen und die Haut der 72 Modelle entsprechend bemalt. Auch bei der Kleidung haben wir zunächst den Grünmix als erste Schicht verwendet und dann Desolate Brown für mehr Tiefe als Filter genutzt. Bei der Modell-Variante, die sich gerade an Eingeweiden labt, haben wir diese mit Familiar Pink bemalt.

Tag 3: Stage 3A Ghouls
Die Stage 3A Ghouls bieten auch keine größeren Überraschungen. Sie bieten nur etwas mehr nackte Haut als die Zombies, tragen Waffen und weisen die blauen Verhornungen auf. Mit 96 Modellen sind sie der größte Posten in diesem Projekt und somit kommt uns die inzwischen erworbene Routine sehr zugute. Bei den Studio-Bemalungen wurden Kleidungsstücke in unterschiedlichen Farben verwendet. Wir sind aber beim militärischen Grün geblieben.
Tag 4: Stage 3A Command und Strider
Am vierten Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen. Die Stage 3A Command bestehen aus nur zwölf Modellen, die auf sechs Bases gestellt werden. Beim eigentlichen Commander kamen wieder die schon bekannten Mixe und Farben zum Einsatz. Weste und Stiefeln haben wir mit Occultist Cloak einen dunklen Grauton verpasst. Den Overall seines Begleiters haben wir mit Bright Red bemalt. Für weitere Details wurden mit Occultist Cloak und Tidal Wave verwendet.
Den sechs Stridern haben wir mit Desolate Brown einen militärischen Look verpasst. Die mit dem Pinsel aufgetragene Speedpaint ist auf den glatten Flächen etwas fleckig geworden. Dies ist bei dem abgenutzten Gerät aber nicht unbedingt ein Manko. Einige Details haben wir außerdem mit Grim Black hervorgehoben. Bei der Nahkampfvariante wurden einige Metallteile am Flammenwerfer und an der Nahkampfwaffe mit Broadsword Silver bemalt. Die Energiezellen der Polaris Cannon der Tank Buster Striders haben wir mit Warpaints Fanatic Matt White akzentuiert und anschließend mit einer Schicht Plasmatic Bolt zum Leuchten gebracht. Beim Flammenwerfer haben wir einen entsprechenden Effekt mit Nuclear Sunrise erzeugt.
Das eingeschlagene Glas der Kanzel wurde mit verdünntem Caribbean Ocean in einem hellen Blauton gestaltet. Der Pilot hat wieder den schon bekannten Hautfarben-Mix erhalten und der Hintergrund wurde mit Grim Black schattiert.
Tag 5: Mules
Die Mules sind vierrädrige Pick-ups mit einem MG auf dem Dach. Da sie noch größere Flächen als die Strider aufweisen, haben wir uns hier etwas Neues überlegt. Nach dem zenitalen Highlight haben wir leicht verdünntes Desolate Brown mit der Airbrush aufgetragen und wie einen Filter verwendet. Dadurch werden vorher stärker aufgehellte Bereiche betont und die tieferen Stellen bleiben dunkel und schattiert. Mit dem so erzielten Effekt sind wir sehr zufrieden. Als nächstes haben wir das MG, die Reifen, einige Panzerplatten und Metallklingen mit Grim Black bemalt. Die Löcher und Risse in der Karosserie wurden mit verdünntem Matt White aufgehellt und anschließend mit Nuclear Sunrise hervorgehoben. Mit Broadsword Silver haben wir dann die Metallteile bemalt und ein paar Akzente auf dem Modell gesetzt. Zu guter Letzt haben wir mit Old Rust und Orange Rust von Secret Weapon Rosteffekte auf den Metallteilen erzeugt.
Durch den Einsatz der Airbrush haben wir hier einiges an Zeit eingespart. Doch auch mit dem Pinsel sollte die Bemalung problemlos funktionieren, wenn auch nicht ganz so sauber.
Tag 6: Artillery
Die Artillerie der Plague besteht aus einem großen Geschützrohr auf einer Selbstfahrlafette mit Gleisketten. Für die Bemalung haben wir wie schon bei den Mules Desolate Brown über einem zenitalen Highlight als Filter mit der Airbrush aufgetragen. Danach haben wir die Gleisketten, Teile des Geschützrohres, Metalldornen und hydraulische Teile mit Grim Black bemalt. Alles, was metallisch sein sollte, hat dann eine Schicht Broadsword Silver erhalten und auch Rosteffekte haben wir hinzugefügt. Auf den Hydraulikteilen haben wir über der Metallfarbe eine Schicht Old Oil von Secret Weapon aufgetragen. Teile der Gleisketten haben wir ebenfalls mit Broadsword Silver akzentuiert.
Hinter dem Geschützrohr befindliche Kabel und Leitungen haben wir zunächst mit Matt White hervorgehoben und dann mit Dusk Red und Tyrian Navy bemalt. Da in der Grundbox nur sechs Modelle der Artillery enthalten sind, ging die Bemalung schnell vonstatten und die Armee war nach nur sechs Tagen im Prinzip abgeschlossen.
Tag 7: Feinschliff
Am siebten Tage sollst du ruhen. Eigentlich hätten wir auf einen weiteren Tag verzichten können. Da wir ihn aber mit eingeplant hatten, haben wir ihn genutzt, um uns alle Modelle noch einmal anzusehen, kleinere Fehler zu korrigieren und weitere Details zu bemalen. So haben wir die Zähne der Leapers und Bursters mit etwas Matt White zusätzlich betont. Bei Zombies und Ghouls haben wir die Gürtelschnallen mit Broadsword Silver betont.
Fertig!

In nur sieben Tagen haben wir eine über 2.000-Punkte-Armee der Plague für Epic Warpath bemalt. Speedpaints 2.0 von The Army Painter erzielen über einem zenitalen Highlight selbst bei der Infanterie im 10-mm-Maßstab einen tollen Schattierungseffekt und auf Armlänge betrachtet ein gutes Ergebnis. Auch die größeren Strider konnten wir zügig bemalen, auch wenn bei der Pinselbemalung Flecken sichtbar sind. Bei den Plague passt das aber eigentlich ganz gut ins Bild. Durch mit grellen Farben erzeugte Leuchteffekte wirken sie noch lebendiger.
Bei den Fahrzeugen haben wir durch das Auftragen von Speedpaint 2.0 mit der Airbrush über einem zenitalen Highlight eine sauberere Bemalung erreicht. Auch hier setzen Leuchteffekte schöne Akzente und Effektfarben stellen Rost und Öl dar.
Durch den Einsatz von Basetoppings von Base X haben wir weitere Zeit eingespart und dennoch ein sehr ansehnliches Ergebnis erzielt. Bleibt uns nur noch übrig, auch die Enforcer aus Battle for Phrovox zu bemalen oder die Plague-Armee durch weitere Modelle zu ergänzen.
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Gloria Puscher
Fotografien: Dennis Rexin


















