Bereits mehrere der Fraktionen für Infinity von Corvus Belli haben eines der neuen Farbsets erhalten. Somit erfolgt stetig der Wechsel auf den neuen Partner The Army Painter. Nun haben auch die O-12 ein solches Paket erhalten. Spieler*innen der Ordnungshüter in der menschlichen Sphäre dürfen sich also freuen.
Im Moment geht es Schlag auf Schlag, sodass wohl bald alle erhältlichen Fraktionen ihr eigenes Farbset mit passender, exklusiver Miniatur bekommen haben werden. Nach PanOceania, JSA, Yu Jing und Nomads sind nun die O-12 an der Reihe. Wer sich bei Infinity auskennt, erwartet hier viel Blau und die passenden Farben, um Non-Metallic-Gold zu malen. Wir haben das Farbset also mit großer Spannung erwartet. Welche Farben werden enthalten sein? Gibt es Doppelungen mit den anderen Sets? Wird die exklusive Miniatur überzeugen? Und wie gut fällt die Bemalanleitung aus? All das verraten wir euch im Folgenden.
Inhaltsverzeichnis
Das ist drin
Das Infinity O-12 Paint Set wird wie schon die Vorgänger-Sets in einem farbig bedruckten Karton aus dünner Pappe geliefert. Auf der Vorderseite ist eine Illustration von O-12-Einheiten abgebildet, ergänzt durch ein Foto der bemalten Miniatur aus dem Set und einem Foto der enthaltenen Farben. Die Rückseite ist mit einem kurzen Text auf Englisch gestaltet, der eine kurze Einführung in die Fraktion liefert. Daneben sind auf Farbkacheln in Hexagon-Form die enthaltenen Farben dargestellt. Außerdem findet sich ein Foto der bemalten Miniatur in Originalgröße und ein Foto der Bemalanleitung.
Im Karton befindet sich ein Einschub aus durchsichtigem Kunststoff, in dem sich die Farben lose befinden. Auf Einsortierfächer wird weiterhin verzichtet. Die Miniatur ist in einem durchsichtigen Kunststoffbeutel beigelegt. Unter dem Einschub befindet sich das Faltblatt mit der Bemalanleitung, für die erneut das Minotauro Studio verantwortlich ist.
Die Miniatur
Die im Infinity O-12 Paint Set enthaltene exklusive Miniatur ist eine Kappa mit Missile Launcher und lässt sich somit für die Hauptfraktion und die Starmada nutzen. Das Modell ist aus Metall und besteht aus drei Teilen. Ihr liegt eine 25-mm-Base aus schwarzem Kunststoff mit Feuerwinkelmarkierungen bei. Der Guss ist, wie bei Corvus Belli üblich, von hoher Qualität und Detailreich. Es müssen vor dem Zusammenbau einige Angüsse entfernt werden, dies gelingt aber ohne Probleme und mit leichtem Feilen lassen sich alle Reste entfernen. Die beiden Arme müssen in entsprechend geformte Sockel geklebt werden und die Passgenauigkeit ist perfekt. Das Modell scheint in einer lockeren Bewegung zu sein, wobei der Missile Launcher auf der rechten Schulter ruht. Wie effektiv sich das in der linken Hand geführte Kampfmesser so einsetzen lässt, ist sicherlich fraglich. Aber die Pose ist durchaus ansprechend.
Die Farben
Im Set sind zehn Acryl-Farben aus der Warpaints-Fanatic-Reihe enthalten, von denen eine exklusiv in diesem Set erhältlich ist. Auf Fanatic–Effect-Farben und Speedpaint 2.0 wird dieses Mal verzichtet. Erfreulicherweise gibt es bei den Farben keine Doppelungen mit den bisher erschienenen Sets, wenn man mal von Schwarz und Weiß absieht. Denn es wird weiterhin ein Set mit allen benötigten Farben angeboten, sodass sich bei uns inzwischen Schwarz und Weiß stapeln. Es bleibt ein zweischneidiges Schwert.

- Matt White (Fanatic Matt White)
- Matt Black (Fanatic Matt Black)
- Synth Leaser (Fanatic Agate Skin)
- Starmada Navy (Fanatic Triumphant Navy)
- Aegis Blue (exklusiv in diesem Set)
- Starboard Blue (Fanatic Bright Saphire)
- Aquamarine Seas (Fanatic Turquoise Siren)
- Afterburner Brown (Fanatic Tree Ancient)
- Hyperdrive Fluid (Fanatic Fiendish Yellow)
- Goldspark (Fanatic Space Dust)
Sie werden in den üblichen Tropfflaschen mit 18 ml Inhalt geliefert. Wie immer sind auch Agitatorkugeln bereits hinzugefügt, was ein Durchmischen der Farben erleichtert.
Die Bemalanleitung

Die Malanleitung wird in Form eines in Vollfarbe bedruckten Faltblatts geliefert und umfasst mit Einband sechs Seiten. Die insgesamt neun Malschritte sind auf die inneren vier Seiten verteilt. So wird Schritt für Schritt die Bemalung der enthaltenen Miniatur erläutert. In jedem Malschritt werden die einzelnen Bereiche der Miniatur in einem eigenen Absatz erklärt und die verwendeten Farben sind fett gedruckt. Der achte Malschritt, der sich mit der Bemalung des Gesichts befasst, wird außerdem in vier Arbeitsschritte unterteilt. Mischverhältnisse von Farben sind in Prozent angegeben, was die Arbeit erleichtert. Nicht eingegangen wird auf das Verdünnen der Farben oder wie bestimmte Maltechniken angewandt werden. Anfänger*innen sind hier also auf separate Quellen angewiesen. Begleitet wird die Beschreibung jeweils durch ein Foto des abgeschlossenen Mal- oder Unterschritts. Die Miniatur wird allerdings ausschließlich von Vorn gezeigt. Die Rückseite müssen Malende also selbst interpretieren. Auch wenn die Kappa als Beispielmodell dient, lässt sich die Anleitung auch auf andere Miniaturen der Fraktion übertragen.
Der Test

Um das Infinity O-12 Paint Set zu testen, haben wir ausschließlich die im Set vorhandenen Farben verwendet. Auch wenn die Anleitung nicht auf Hilfsmittel und Werkzeuge eingeht, listen wir die von uns verwendeten hier einmal auf.
Alle Farben haben wir vor der Verwendung mit einen Vortex-Mixer gut durchmischt. Einfaches Schütteln tut es aber natürlich auch. Für das Mischen und Verdünnen der Farben wurde eine Nasspalette verwendet. Zwei Teile Acrylfarben haben wir, sofern nicht anders angegeben, mit einem Teil destilliertem Wasser verdünnt.
Vor dem Zusammenbau wurde das Modell mit milder Seifenlauge von Trennmittelresten der Form befreit und anschließend mit klarem Wasser abgespült.

In der Anleitung wird eine schwarze Grundierung verwendet. Wir haben uns für den Matt Black Primer aus der Warpaints-Air-Reihe von The Army Painter entschieden und diesen mit der Airbrush aufgetragen.
Im ersten Arbeitsschritt sollen große Teile des Anzugs mit Starmada Navy bemalt werden. Selbst in verdünntem Zustand deckte diese Farbe bereits mit einer Schicht und wir haben nur leichte Ausbesserungen in einer zweiten Schicht aufgetragen. Die goldenen Teile der Rüstung erhielten mit einem Mix aus Matt Black und Afterburner Brown eine erste Schicht Farbe. Hier waren die entsprechenden Bereiche aufgrund der Dunkelheit schwer auf dem Beispielbild auszumachen, sodass wir uns an späteren Malschritten orientiert haben. Da einige der zu bemalenden Linien sehr fein sind, ist hier ein spitzer Pinsel von hoher Qualität sehr ratsam.

Als nächstes erhielten die blau leuchtenden Teile des Anzugs mit Matt White eine Grundschicht. Um ein sauber deckendes Ergebnis zu erzielen, ohne dabei Details zu verdecken, haben wir dies in drei dünnen Schichten getan und waren mit dem Ergebnis zufrieden. Besonders die Armbeuge des rechten Armes war allerdings etwas schwer zu erreichen.
Der Blaue Anzug erhielt ein erstes Highlight mit Aegis Blue, wobei auch die Außenlinien der Teile nachgezogen wurden. Die goldenen Teile wurden mit einem Mix aus Afterburner Brown und Hyperdrive Fluid aufgehellt.
In den folgenden Malschritten wurden Anzug und Rüstung weiter mit heller werdenden Schichten bemalt. Besonders das Non-Metallic-Gold war hier eine etwas größere Herausforderung. Die leuchtenden Teile wurden nun mit Aquamarine Seas bemalt. Um die Schichten hier möglichst dünn zu halten, haben wir es 1:1 mit destilliertem Wasser verdünnt. In einem weiteren Arbeitsschritt sollten diese Flächen nun mit Aegis Blue gewasht werden, ohne dass diese Technik weiter erläutert wurde. Für uns kein Problem. Für nicht so Kundige aber vielleicht schon.

Nachdem Kleidung und Rüstung soweit abgeschlossen waren, behandelten weitere zwei Arbeitsschritte die Waffen, Ausrüstung und Lederteile. Erwartungsgemäß diente für das Leder Afterburner Brown als Basis, welches mit Hyperdrive Fluid und Matt Black gemischt wurde. Die Farbmischung gestalteten sich nun etwas anspruchsvoller, da sie sich nicht einfach durch bloßes Zählen der Tropfen herstellen lassen, sofern man nicht eine wirklich große Menge des Mixes erstellen möchte. Etwas Augenmaß ist also nötig. Die Waffen wurden mit heller werdenden Mischungen aus Matt Black und Matt White schichtweise akzentuiert.

In den letzten beiden Schritten ging es wie schon in den Vorgänger-Sets an die Details im Gesicht, Haare und den letzten Schliff. Der Kopf wird hier wieder in mehreren Unterschritten behandelt. Die feinen Details erfordern trotzdem ein gutes Auge, einen spitzen Pinsel und eine ruhige Hand. Für die Haut wurde zunächst eine Grundschicht Afterburner Brown aufgetragen, welches dann weiter mit Synth Leather aufgehellt wurde. Schließlich erfolgten letzte Highlights mit reinem Synth Leather und einem mit Goldspark aufgehelltem Mix. Bei den Haaren diente Starmada Navy als Basis, welches ebenfalls Schrittweise aufgehellt wurde.
Im letzten Schritt kamen finale Highlights auf das Modell. Auf das Malen der Augen haben wir verzichtet, da wir befürchteten das bisher erzielte Ergebnis damit zu ruinieren.
Mit dem finalen Ergebnis sind wir durchaus zufrieden. Die Malanleitung hat uns erneut gut geführt, auch wenn wir einiges an Grundwissen mitbringen mussten.
Die harten Fakten:
- Hersteller: Corvus Belli, The Army Painter
- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Englisch
- Alter: 14+
- Preis: 45 EUR (UVP)
- Bezugsquelle: Fachhandel, idealo
Fazit
Mit dem Infinity O-12 Paint Set bieten Corvus Belli in Kooperation mit The Army Painter ein weiteres fraktionsspezifisches Malset, das kaum Wünsche offen lässt. Die exklusive Miniatur aus Metall ist von gewohnt hoher Qualität und lässt sich problemlos Zusammenbauen. Das Set liefert alle zehn benötigten Farben, von denen eine exklusiv in diesem Set erhältlich ist. Die übrigen neun sind umgelabelte Warpaints Fanatic aus dem normalen Sortiment, wobei die ursprünglichen Farbnamen auf den Flaschen vermerkt sind.
Die Bemalanleitung wurde erneut vom Minotauro Studio verfasst und führt Schritt für Schritt durch die Bemalung. Farbmischverhältnisse sind genau angegeben und Bilder der abgeschlossenen Schritte helfen bei der Orientierung. Allerdings wird einiges an Grundwissen vorausgesetzt, sodass wir das Set nur eingeschränkt für Anfänger*innen empfehlen können. Fortgeschrittene und Menschen, die sich auf anderem Wege zusätzliche Informationen einholen, können aber bedenkenlos zugreifen.

- Alle benötigten Farben sind enthalten
- Angabe genauer Mischverhältnisse
- Exklusive Miniaturen
- Anleitung setzt Malerfahrung voraus – nicht anfänger*innenfreundlich
- Manche Bilder sind nicht optimal vom Blickwinkel
- Exklusive Farben sind bislang nicht einzeln nachkaufbar
Artikelbilder: © Corvus Belli
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Fotografien: Dennis Rexin
Diese Produkte wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.
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