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Mit dem neuen Starterset will Games Workshop den Einstieg in Warhammer 40k Zwei Kampfpatrouillen, Gelände, Spielpläne und ein Begleitheft führen vom ersten Gussrahmen bis zur Trainingsmission. Doch der Schritt in den eigentlichen Spielmodus Kampfpatrouille gelingt weniger reibungslos, als es die Box zunächst verspricht.

Mit der neuen Edition von Warhammer 40k wurde das nächste Kapitel des 41. Jahrtausends aufgeschlagen. Den Anfang machte Armageddon, eine Box mit 61 Miniaturen und allem, was man zum Spielen der neuen Edition benötigt. Verwunderlich war, dass ein Spielmodus, der sich eigentlich hervorragend für den Einstieg anbietet, darin kaum eine Rolle spielte: Kampfpatrouille, im englischen Original Combat Patrol.

Mit dem neuen Warhammer 40k: Starterset bekommt genau diese kurzweilige Variante des an sich komplexen Systems nun ihren Platz im Rampenlicht. Zwei vollständige Kampfpatrouillen, Spielplatten, Regeln und jede Menge Gelände sollen den Einstieg ins Tabletop-Hobby erleichtern und neue Spieler*innen möglichst direkt vom Basteltisch auf das Schlachtfeld führen.

Keine Trigger, abseits bekannter Tabletop/Wargaming-Merkmale

Spieltisch in a Box – der Inhalt des Sets

Öffnet man das neue Starterset, liegen zunächst die Gussrahmen der Modelle obenauf. Darunter wirkt der Inhalt ein wenig wie Weihnachten im Grimdark-Gewand: Mehrere Pakete sind in der Box übereinandergeschichtet. Eine große Pappbox enthält das Gelände, zwei kleinere Boxen enthalten die beiden Spielpläne sowie das Regelmaterial mit Grundregelbuch, Einführungsheft und den Patrouillenbögen.

Vom Umfang her steht das neue Starterset der Armageddon-Box kaum nach. Enthalten ist ein komplettes Spielpaket mit zwei Kampfpatrouillen, zwei faltbaren Karton-Spielfeldern, Gelände, Würfeln, Entfernungsmesser, einem Grundregelbuch, einem eigenen Handbuch für das Starterset und Referenzbögen für beide enthaltenen Kampfpatrouillen.

Das neue Gelände, erstmalig in dieser Box erhältlich, fällt dabei üppig aus. Enthalten sind vier große und vier kleine Ruinen, dazu Barrikaden, abgerissene Kabelleitungen und weiteres sichtbegrenzendes Gelände.

Das Starterset bringt nahezu ebenso viele Modelle auf den Tisch wie die Launchbox. Auf Seiten der Space Marines enthält die Box einen Captain, einen Scriptor, fünf Intercessoren, fünf Expugnatorengardisten mit Sprungmodulen und einen Land Speeder. Die Orks ziehen mit einem Waaaghboss, einem Wirrkopp, 20 Boyz, zehn Grots und einem Kettenfahrzeug ins Gefecht.

Das handliche Grundregelbuch ist bereits aus dem Grundset bekannt. Ergänzend dazu führt das Handbuch des Startersets schrittweise durch den Inhalt der Box und die ersten Spielschritte. Es enthält Hintergrundinformationen, Bauanleitungen und die ersten Schritte für den Einstieg ins Spiel. Die beiden gefalteten Übersichtsbögen im Format DIN A3 enthalten die Spielwerte und Eigenschaften der beiden Kampfpatrouillen und dienen als Referenz am Spieltisch.

Insgesamt bringt das Starterset also eine solide Anzahl an Plastikmodellen ins Feld, mit einer theoretischen Ersparnis von über 50 Prozent gegenüber dem Einzelkauf. Was gegenüber der Armageddon-Box fehlt, ist neben einigen Modellen vor allem das Hintergrundbuch zu den einzelnen Fraktionen und die beiden Kartensets für das narrative und kompetitive Spiel. Dafür punktet es mit einem Spielfeld und Gelände und liefert damit auf den ersten Blick alles, was für einen Start ins Spiel benötigt wird.

Die Geburt neuer Hobbyist*innen – erste Schritte ins Hobby

Das neue Starterset will nicht nur alles liefern, was Einsteiger*innen für das Spielen benötigen, sondern auch bei den ersten Schritten unterstützen und begleiten. Kern der Box ist daher vor allem das beiliegende Begleitheft.

Step by Step – der Inhalt des Begleitheftes

Das Begleitheft umfasst 89 Seiten und gliedert sich grob in drei Bereiche: Basteln, Spielen und Nächste Schritte.

Der Bastelteil ist dabei eine Mischung aus Hintergrundinformationen und Bauanleitungen. Nach einer kurzen Einführung zu Werkzeugen und Bautechnik wird jede Fraktion auf einer eigenen Seite vorgestellt. Im Anschluss folgt jeweils der Aufbau der zugehörigen Modelle. Dabei werden auf einer Seite zuerst die Rolle und der Hintergrund eines Modells erklärt, bevor der Zusammenbau Schritt für Schritt dargestellt wird. Bei größeren Einheiten erstreckt sich der Bau auch über mehrere Seiten. Der Aufbau des Geländes findet sich zwar auch auf der Verpackung, wird im Begleitheft aber noch einmal aufgegriffen.

Das Starterheft verbindet Hintergrund mit Bauanleitung
Das Starterheft verbindet Hintergrund mit Bauanleitung

Danach führt das Heft in vier Trainingsszenarien in das eigentliche Spielen ein. Dabei werden Grundmechanismen und Spielablauf schrittweise erklärt und dargestellt. Mit vielen Illustrationen und kleinschrittigen Erklärungen können einzelne Spielzüge nachvollzogen werden. Auf den letzten Seiten gibt das Heft einen kurzen Ausblick auf weitere Aspekte des Hobbys: Bemalen, das Sammeln weiterer Modelle und Fraktionen sowie das Spielen komplexerer Partien.

Ohne Clipper, ohne Kleber – der Bau der Modelle

Die Zugänglichkeit der Modelle für Einsteigende soll vor allem durch ihre Push-to-Fit-Eigenschaft gestützt werden. Nach dem vorsichtigen Heraustrennen mit einem nicht beiliegenden Clipper lassen sich die Einzelteile ganz ohne Kleber ineinanderschieben.

Die kleinschrittigen Anleitungen helfen dabei, dass alles an Ort und Stelle kommt. Allerdings existieren ein paar Fallstricke, die in der Anleitung nicht weiter thematisiert werden. Zum einen bleiben auch bei den qualitativ sehr hochwertigen Güssen von Games Workshop weiterhin Gussgrate zurück – ein Umstand, der sich bisher nicht vermeiden lässt und der auch im Starterset bei einigen Modellen vorhanden ist. Diese Spuren sollten unbedingt vor dem Bemalen entfernt werden, da sie sonst unangenehm ins Auge fallen. Ein Hinweis an Neueinsteiger*innen wäre an dieser Stelle angebracht.

Zum anderen ist das „to Fit“ leider an manchen Stellen etwas irreführend. Nicht alle Teile gleiten nahtlos ineinander und es bleiben an einigen Stellen Lücken zwischen den Einzelteilen, die ebenfalls bei späterer Bemalung ins Auge fallen wird.

Abgesehen davon lässt sich das Starterset jedoch gut aufbauen und die Kombination aus Hintergrund und Anleitung sorgt dafür, dass man sofort eine Vorstellung von dem Modell hat, welches man gerade zusammensetzt. Die Beschreibungen gehen nicht umfassend in die Tiefe, geben aber doch eine Idee, was das Modell am Ende auf dem Schlachtfeld darstellt.

Das Gelände besteht aus festerem Plastik mit stärkeren Verbindungen zum Gussrahmen. Hier muss mehr Kraft für das Heraustrennen aufgebracht werden. Zudem sind es auch die Geländeteile, bei denen etwas mehr Reinigungsarbeit in Sachen Gussgrate zu leisten ist.

Auf in die Schlacht – erste Schritte am Spieltisch

Nach dem fertigen Aufbau folgt der Einsatz. Der Teil „Spielen“ verzichtet auf jeden Bezug zum Regelheft und erfordert neben Messband, Modellen und Würfeln lediglich die Übersicht über die Spielwerte der beiden Kampfpatrouillen.

In vier Szenarien werden die neuen Spieler*innen praktisch an die Regeln herangeführt. Regeln werden detailliert erklärt und veranschaulicht. In den Trainingsszenarien wird die Umsetzung dann schrittweise beschrieben und beispielhaft dargestellt. Geht es im ersten Szenario nur um die vierschrittige Attackenabfolge aus Treffen, Verwunden, Schutzwürfen und Schaden, werden diese Grundlagen in den nächsten Szenarien schrittweise erweitert. Szenario Zwei führt in Bewegungs-, Angriffs- und Nahkampfphase ein. Im dritten Szenario wird der Fernkampf ergänzt. Das vierte Szenario liefert schließlich das Einnehmen von Missionszielen und das Sammeln von Punkten.

Schritt für Schritt wird in die Regeln eingeführt.
Schritt für Schritt wird in die Regeln eingeführt.

Nachdem final Bezug auf Gelände, Gefechtsoptionen und Sonderfähigkeiten von Einheiten und Waffen genommen wird, liefert das Kapitel eine abschließende Mission, in der alle Regeln in einer Schlacht angewendet werden.

Alte Hasen mögen bei der Kleinschrittigkeit etwas unterfordert sein, sind aber auch nicht die Zielgruppe der Box. Neueinsteigende bekommen eine gelungene Einführung in die Grundprinzipien des Spielsystems, ohne direkt überfordert zu werden. Nach dem Absolvieren dieser „Ausbildung“ fühlt man sich jedenfalls auch als Neuling bereit für weitere Schlachten und Kampfgetümmel.

Von Büchern und Apps – das System Kampfpatrouille

Nach der Einführung geht es für die Spielenden selbstgesteuert in den Modus Kampfpatrouille. Dabei handelt es sich um eine eigene Spielvariante mit fester Armeezusammenstellung. Jede Kampfpatrouille besteht aus einer vorgegebenen Armee, einer Kontingentsregel, drei vorausgewählten Gefechtsoptionen und der Wahl zwischen einer von zwei Verbesserungen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Gerade zu Beginn muss man sich nur wenige Gedanken über Armeezusammenstellung, Punktwerte oder Listenbau machen. Die passenden Modelle sind meist in einer einzigen Box zusammengestellt und können direkt für diesen Spielmodus genutzt werden.

Der Übergang von der Einführungsbox zur Kampfpatrouille gestaltet sich allerdings etwas holprig. Das beiliegende Grundregelbuch liefert nur die allgemeinen Regeln. Am Ende des Starterheftes wird unter „Nächste Schritte“ auf die kostenfreien Regeln in der App verwiesen. Tatsächlich findet sich dort auch ein entsprechender Menüpunkt, der Schritt für Schritt durch die Vorbereitung und den Aufbau von Kampfpatrouille-Schlachten führt.

Zur Wahl stehen drei Layouts und die bereits im Starterheft beschriebenen Auswahlmöglichkeiten. Allerdings bleibt bei diesem schrittweise vorgegebenen Ablauf noch einiges im Unklaren. Immer wieder tauchen Regelbegriffe auf, etwa die strategische Reserve, die nicht Teil der Einführung waren und sich nur nach Blättern und Suchen in den Grundregeln finden lassen. Diese verweisen an einigen Stellen ihrerseits wieder auf Punkte in der App, wo Regeln weiter ausgeführt oder gar erst erklärt werden sollen, sich aber nicht ohne Weiteres finden lassen.

Den unterschiedlichen Kampfpatrouillen ist es zudem laut Starterheft zu eigen, dass sie individuelle Missionsziele besitzen, um Spiele für sich zu entscheiden. Hier geben weder Starterheft noch App oder Grundregeln Hilfestellung, wie diese Missionen zu bestimmen sind.

So wunderbar kleinschrittig und niedrigschwellig die Einführung in die Regeln durch das Starterset gemacht wird, der nächste Schritt erfordert entweder viel Geduld und Recherchearbeit oder die Unterstützung erfahrenerer Menschen, die hier zur Seite stehen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop Ltd.
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Deutsch/Englisch
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: ab 12
  • Preis: 200 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Kern weiterer Spiele ist die Warhammer 40k App für iOS und Android, welche die ausführlicheren Grundregeln, den Ablauf für das Kampfpatrouillenspiel wie auch Spielwerte und Sonderregeln aller Kampfpatrouillen enthält.

Fazit

Das Warhammer 40k Starterset hat zwei Gesichter. Beim Einstieg ins Hobby macht die Box vieles richtig. Bau, Hintergrund und erste Schritte ins Spiel werden niedrigschwellig erklärt und durch das Starterheft gut begleitet. Kleine Schwächen sind vorhanden: Ein Hinweis auf Gussgrate wäre für Neueinsteiger*innen hilfreich gewesen, und auch ein Clipper hätte der Box gut zu Gesicht gestanden.

Der Inhalt selbst fällt jedoch großzügig aus. Die enthaltenen Modelle und Geländestücke sind umfangreich bemessen, dazu kommen Spielpläne, Grundregelbuch, Begleitheft und Referenzbögen. Für das Geld bekommt man eine gute Anzahl an Einheiten und ein fertig ausgestattetes Schlachtfeld.

Der Sprung auf die nächste Ebene ist dagegen überraschend rau. Sobald es von den Trainingsszenarien in den eigentlichen Modus Kampfpatrouille geht, wird der Einstieg deutlich unübersichtlicher. Begriffsdurcheinander, Querverweise zwischen Grundregeln und App sowie nicht auffindbare individuelle Missionsziele sind für ein Einsteigerprodukt keine kleine Hürde. Gerade nach der angenehm kleinschrittigen Einführung wäre es hilfreich gewesen, alle benötigten Regeln an einem Ort zu finden.

Einige dieser Punkte lassen sich zumindest digital noch nachbessern. Bis dahin bleibt ein gemischter Eindruck: Das Starterset ist als Hobbyeinstieg stark, verliert aber beim Übergang ins eigentliche Spiel an Klarheit.

  • Großzügiger Umfang an Modellen und Gelände
  • Niedrigschwelliges Begleitheft
  • Szenarien erklären Regeln nachvollziehbar
 

  • Einige Hinweise wie zu Gussgraten fehlen
  • Wichtige Regelbegriffe und Missionsziele schwer auffindbar
  • Übergang in den Modus Kampfpatrouille unnötig unübersichtlich

 

 

Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Geoffrey Förste
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