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In der Infinity Fraktion Yu Jing bildet der Imperial Service eine Spezialeinheit, die dem Kaiser direkt unterstellt ist. Diese, auch als Klaue des Drachen bezeichnete Sektion hat die Aufgabe, gegen Feinde im Innern wie von außen vorzugehen. Das Imperial Service Action Pack liefert neue passende Miniaturen. Wir haben sie ausgepackt.

Das Imperial Service Action Pack ist ein neues Modell-Set für Yu Jing, eine große Wirtschaftsmacht im Infinity-Universum. Gewachsen aus China und weiteren umliegenden asiatischen Staaten ist Yu Jing bekannt für High-Tech-Produkte, Militärtechnologie und Schwerindustrie. Regiert von einer einzelnen Partei scheint es ein totalitäres System zu sein. Tatsächlich bieten zwei unterschiedliche Gruppen innerhalb der Partei aber eine Form von Demokratie. Darüber hinaus gibt es einen Kaiser, der abwechselnd von zwei Dynastien gestellt wird. Dieser hat zum einen symbolischen und traditionellen Charakter. Aber ihm unterstehen auch die Judikative und damit der Imperial Service. Dieser bildet eine der spielbaren Unterfraktionen von Yu Jing.

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Das ist drin

Das Imperial Service Action Pack wird in einer in Vollfarbe Hochglanz bedruckter Schachtel geliefert. Auf der Vorderseite ist ein Artwork von Einheiten der Fraktion abgebildet und sorgt für die passende Stimmung. Auf der Rückseite befindet sich ein Foto der in Szene gesetzten, im Set enthaltenen Miniaturen im bemalten Zustand. Eine genaue Auflistung der Einheiten und deren Ausrüstung findet sich nicht. Es ist aber ein QR-Code abgedruckt, welcher zu Bildern der bemalten Miniaturen mit genauer Bezeichnung führt.

Die Schachtel enthält einen stabilen Karton mit einer durchsichtigen Kunststoffeinlage. In dieser befinden sich die Einzelteile der Metallminiaturen und die zugehörigen Bases aus Kunststoff. Modelle aus Thermoplast, welches inzwischen von Corvus Belli häufig für größere Modelle verwendet wird, sind nicht enthalten. Eine Anleitung für den Zusammenbau der Miniaturen gibt es nicht. Für erfahrene Bastler*innen ist dies kein großes Problem. Anfänger*innen könnten hier aber möglicherweise Schwierigkeiten haben. Der Inhalt des Sets liefert Modelle für etwa 200 Punkte.

Die Modelle

Die Gussqualität ist bei allen Modellen auf den ersten Blick gewohnt gut. Wie bei hoch detaillierten Metall-Modellen zu erwarten, gibt es aber einige Angussäste, die vor dem Zusammenbau entfernt werden müssen. Gussnähte sind höchstens andeutungsweise vorhanden und sie lassen sich mit einer Feile problemlos entfernen. Vor dem Zusammenbau habe ich alle Modelle in milder Seifenlauge gewaschen, um Reste von Trennmitteln zu entfernen und die Haftung der Grundierung zu unterstützen. Geklebt habe ich sie mit Sekundenkleber.

Bei der Bewertung der Einsatzmöglichkeiten nehme ich primär Bezug auf die dargestellte Ausrüstung. Bei Infinity ist aber bekanntermaßen das Proxen, also das Nutzen anderer Profile, die nicht am Modell ersichtlich sind, üblich.

Celestial Guards

Die Celestial Guards sind die Line Infantry (LI) des Imperial Service und liefern damit einen punktegünstigen Grundstock. Im Imperial Service Action Pack sind drei Celestial Guards in unterschiedlichen Designs enthalten. Alle sind mit einem Combi Rifle ausgerüstet, wodurch sie als die meisten Profilvarianten gespielt werden können. Nicht allerdings als Hacker, welcher eigentlich das beliebteste Profil der Celestial Guards ist. Ob gleich drei Modelle mit Combi Rifle nötig sind, ist eher fraglich.

Die Modelle bestehen aus jeweils vier Teilen. Dies sind jeweils Oberkörper mit Kopf und einem Bein, ein separates Bein, der rechte Arm mit der Waffe und der linke Arm. Covus Belli haben sich hier ein gutes Teilekonzept erdacht. Auf der körpernahen Seite des Waffenarmes befindet sich ein viereckiger Pin, der exakt in eine Vertiefung im Oberkörper passt. So müssen beim fertigen Modell nicht die Klebestellen an den Schultern die ganze Last tragen und es entsteht eine deutlich stabilere Verbindung. Die Posen der Celestial Guards strahlen keine unmittelbare Aktion aus, ohne dabei statisch zu wirken.

Wu Ming

Der Wu Ming ist eine Einheit aus der Kategorie Heavy Infantry (HI). Mit VITA 2, ARM 4 und Immunity (Shock) ist er recht stabil und da er ab 19 Punkten zu haben ist, eigentlich eine Pflichtauswahl. Die enthaltene Variante mit AP Sub Machine Gun bringt zusätzlich wahlweise die E/M-Waffen E/Marat oder E/Mitter mit. Besonders Ersterer ist als Schablonenwaffe sehr nützlich gegen HI, TAGs, Remotes (REM) und Vehicles (VH).

Das Modell setzt sich aus Körper (mit Kopf und Beinen) sowie beiden Armen zusammen – der rechte trägt die Waffe. Wie bei den Celestial Guards ist auch hier der Pin am Waffenarm vorhanden, der für eine stabilere Verklebung sorgt. Die Rüstung weist viele Details auf und lässt den Wu Ming wirklich wie eine schwere Infanterie wirken. Passen dazu ist auch die Haltung, die feuerbereit, aber nicht hektisch wirkt.

Bayara Palace Guard

Die Bayara Palace Guard ist wirklich ein beeindruckendes Modell. Oder viel mehr zwei Modelle auf einer Base. Und da ist auch schon ein kleiner Haken. Obwohl es als LI zählt, haben die Modelle eine Silhouette von 4 und stehen damit auf einer 55 mm-Base. Damit sind sie verhältnismäßig schwer zu verstecken und zu bewegen. Für 18 oder 19 Punkte bekommt man hier aber eine Menge Ausrüstung und Fertigkeiten, die sich vor allem auf den Kampf auf kurze Reichweite beziehen. Mit 360° Visor, Biometric Visor, Multispecral Visor L1 und einem Wiederholungswurf für Discover bringt die Bayara Palace Guard einiges mit, um getarnte Modelle aufzudecken und auf sie zu reagieren. Mit Guard kann sie außerdem Nahkämpfe ohne Basekontakt durchführen, was der CC von 22 unterstützt. Leider fehlen weitere Sonderfähigkeiten wie Martial Arts oder Berserker, dies wäre für die veranschlagten Punkte aber auch deutlich zu viel. Das Modell aus dem Set ist sichtbar mit einem Heavy Flamethrower ausgerüstet, was die beiden Profile mit der Light Shotgun als zweiter Hauptwaffe ermöglicht. Diese unterschieden sich sonst nur durch wahlweise dem Disco Baller oder Minelayer mit Shock Mines. In der Szene wird das Profil zwar eher kritisch gesehen, aber zum Abdecken von Flanken ist es durchaus geeignet.

Die Modelle sind aber ohne Frage sehr gut gelungen und machen etwas her. Besonders der Drache ist sehr schön gestaltet und allein dafür möchte man die Bayara Palace Guard eigentlich in die Liste nehmen. Der Zusammenbau verlief weitestgehend problemlos. Das Infanterie-Modell besteht nur aus drei Teilen und die Passgenauigkeit ist sehr gut. Der Drache hat einen großen schweren Körper, an den Kopf, Beine und Arme angeklebt werden müssen. Aber auch dies stellte mich vor keine größeren Schwierigkeiten.

Imperial Agent, Crane Rank

Hierbei handelt es sich um ein sehr vollgestopftes Profil. Mit dem X-Visor, BS 13 und dem AP Heavy Machinegun ist er im Fernkampf von 0 bis 48 Zoll effektiv. Mit CC 24, Martial Arts L3 und DA CC Weapon ist er auch im Nahkampf eine Bank. VITA 2 und ARM 4 und Immunity (Shock) erhöhen die Überlebenswahrscheinlichkeit. Mit 49 Punkten ist er aber auch sehr teuer und letztlich gibt es andere Auswahlen des Imperial Service, die besser geeignet sind.

Das Modell selbst ist aber umwerfend. Wehender Stoff, nach Vorn gestrecktes Schwert und an der Schulter gestütztes HMG, liefern eine sehr heroische Pose und natürlich darf auch eine tactical box nicht fehlen. Die Passgenauigkeit der fünf Teile war sehr gut, nur beim Schwertarm hatte ich kein Glück. Angussäste und ein kleiner Gussfehler am Ansatz mussten mit viel Feilen korrigiert werden und trotzdem konnte ich eine kleine Spaltbildung nicht vermeiden.

Koga Ninja

Mit dem Koga Ninja haben wir wieder ein sehr nützliches Profil. Die Variante mit Tactical Bow kann wahlweise mit Camouflage und Forward Deployment oder als Parachutist gespielt werden. Beide können also außerhalb der eigenen Aufstellungszone platziert werden und mit Specialist Operative Missionsziele erfüllen. Bangbomb (+4), Dodge (+1) Mimetism (-3) und Stealth machen ihn zu einer schwer zu treffenden Einheit und mit dem Tactical Bow kann er auf kurze Reichweite aus dem Hinterhalt zuschlagen. Mit Martial Arts L3 und CC 23 ist er auch im Basekontakt unangenehm. 27 beziehungsweise 28 Punkte sind hier gut angelegt.

Das Design des Modells ist sehr gut gelungen. Lässig stützt er ein Bein auf eine große Kiste. Der große Hut, das Schwert und der Bogen sorgen für eine stimmige Miniatur. Die fünf Teile ließen sich problemlos zusammenkleben. Am Bogen musste beim Entfernen der Angussäste aber etwas aufgepasst werden, um nicht versehentlich ein Detail mit abzutrennen, und durch die dünnen Teile verbiegt sich hier auch schnell etwas.

Imperial Agent, Pheasant Rank

Der Imperial Agent, Pheasant Rank mit Red Fury macht auf den ersten Blick nicht besonders viel her. Zwar hat er eine gute Waffe, doch mit BS 12 trifft er nicht sonderlich gut. Das große Plus liefert er erst im Fireteam. Gleich in drei Fireteams ist er verlinkbar und mit Strategic Deployment verleiht er seinem Fireteam Forward Deployment (+4). Außerdem bekommt er mit Tactical Awerness einen zusätzlichen Befehl, welchen er auch für sein Fireteam nutzen kann. Zu guter Letzt ist er die einzige Auswahlmöglichkeit beim Imperial Service mit Chain of Command, was ebenfalls ein Kriterium sein kann.

Was braucht ein Agent? Einen Mantel! Diesen bringt das Modell mit und er weht luftig um die Beine. Die Miniatur besteht nur aus dem Oberkörper mit Kopf und Beinen, dem Waffenarm und dem linken Arm. Alle Teile passen gut ineinander, und Pins und Vertiefungen sorgen für solide Klebestellen.

Jinyao Drop Unit

Hier haben wir eine nette kleine Luftlandedrohne. Mit Combat Jump oder Parachutist landet die Jinyao Drop Unit hinter den Linien und stiftet dort mit ihrer Boarding Shotgun Unruhe. Durch das Legen von PARA Mines machen sie der Gegenseite zusätzlich das Leben schwer. Albedo (-3) behindert den Beschuss durch Einheiten mit Multispectral Visor oder Marksmanship. Außerdem ist die Jinyao Drop Unit mit MOV 6-2 schnell unterwegs, selbst wenn sie noch schießt. Mit Super-Jump (Jet Propulsion) kann sie um die Ecke springen und wird noch mobiler. Gut investierte 17 Punkte. Die Variante mit Deployabel Repeater ist sogar noch nützlicher, muss wegen der anderen Bewaffnung aber geproxt werden.

Das Modell mutet etwas wie ein Roboter-Huhn mit leichtem Dracheneinschlag an. Obwohl es nicht sonderlich groß ist, hat es mit sieben Teilen einen recht großen Umfang. An den Körper werden Arme, Beine und die Flügel angeklebt. Hierbei war das Verkleben der Arme etwas fummelig, aber gelang letztlich doch.

Die harten Fakten:

  • Hersteller: Corvus Belli
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Alter: 14+ Jahre
  • Preis: 110 EUR (UVP)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Das Imperial Service Action Pack liefert einen guten Grundstock oder auch eine gute Erweiterung für den Imperial Service Sektor von Yu Jing. Die Modelle sehen atemberaubend aus und die Gussqualität ist hervorragend. Durch die sehr gute Passgenauigkeit der Teile kommt es kaum zu Spaltbildungen, und intelligente Verbindungen sorgen für stabile Klebestellen. Da es sich um Metallmodelle handelt, müssen einige Angussäste entfernt und Überstände gefeilt werden. Dafür sind Gussnähte kaum vorhanden. Nur bei einem Modell ist mir an einer Verbindungsstelle ein Gussfehler aufgefallen, der entfernt werden musste. Erfahrene Bastler*innen werden hier nicht auf größere Probleme stoßen. Anfänger*innen könnten aber kleinere Schwierigkeiten haben, zumal keine Bauanleitungen vorhanden sind. Da die Zahl der Teile aber überschaubar ist und alle Teile angepasste Klebestellen haben, ist auch dies zu bewältigen.

Die Zusammenstellung der Profile ist grundsätzlich gelungen. Ein paar werden aber wohl eher selten zum Einsatz kommen oder die enthaltenen Modelle müssen als Platzhalter für andere Ausrüstungsvarianten herhalten. Für einen fairen Preis erhält man jedoch eine hochwertige Box, die sowohl Maler*innen als auch Spielende anspricht.

 

  • Hochwertige, optisch ansprechende Miniaturen
  • Sehr hohe Passgenauigkeit der Teile
  • Guter Preis-Leistungs-Faktor

 

  • Nur bedingt für Anfänger*innen geeignet
  • Nicht alle enthaltenen Modelle sind spieltechnisch optimal

 

Artikelbilder: © Corvus Belli
Layout und Satz: Konstantin Paessler
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Dennis Rexin
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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