Die Thousand Sons, einst eine erleuchtete Legion, sind nun gezeichnet. Ihr Primarch Magnus der Rote strebte nach Wissen und stürzte seine Söhne in Verdammnis. Jetzt sind sie staubgefüllte Hüllen, getrieben von mächtiger Psikraft und dem Willen ihres gefallenen Primarchen. Wer kann sich dem Inferno ihrer Hexerei und den Reihen der Rubric Marines entgegenstellen?
Sie fliehen vor den Schrecken, die ich bringe; sie fürchten die Mutation ihres Fleisches. Sehen sie die Schönheit in meinem Chaos? Nein, denn Tzeentch hat ihr allsehendes Auge nicht geöffnet.
Mordant Hex, Meisterhexer der Sechsfach Verfluchten
In Warpfeuer gehüllt und von grenzenloser Warpenergie erfüllt, sind die Thousand Sons die bevorzugten sterblichen Diener des Chaosgottes Tzeentch. Was von den Seelen dieser Chaos Space Marines übrig ist, wird vom Verlangen verzehrt, das Imperium brennen zu sehen.
Mit dem neuen Codex, einer neuen Armeebox und einer neuen Einheit betreten die Thousand Sons Chaos Space Marines die Schlachtfelder der 10. Edition von Warhammer 40.000. Nach den bisherigen Regeln aus dem Index zu Beginn der 10. Edition haben die Thousand Sons jetzt einen vollständigen Codex bekommen. Zusätzlich haben Tzeentch’s Favoriten auch eine neue, beeindruckende Einheit bekommen, die für eine Überraschung in der Community gesorgt hat. Aber die Pläne Tzeentch waren schon immer unvorhersehbar.
Dieser Artikel enthält Inhalte mit Bezug zu Okkultismus, Fanatismus, Entmenschlichung und Krieg.
Warpfeuer und Asche– Der Hintergrund

Die Thousand Sons waren eine der ursprünglichen 20 Legionen des Imperators, bekannt für ihre mächtigen Psioniker. Ihr Primarch, Magnus der Rote, strebte nach Wissen und nutzte verbotene Warp-Mächte. Trotz der Warnungen des Imperators vor den Gefahren des Chaos ignorierte Magnus ihn. Während der Horus-Häresie wurden die Thousand Sons fälschlicherweise für Verräter gehalten und ihre Heimatwelt Prospero von den Space Wolves zerstört. Magnus und seine Söhne flohen ins Auge des Schreckens und verbündeten sich mit dem Chaosgott Tzeentch. Ein fehlgeschlagenes Ritual des ersten Scriptors der Legion Ahriman verwandelte die meisten Legionäre in Rüstungen voller Staub, während nur die mächtigsten Psioniker ihren Verstand behielten. Seitdem dienen sie Tzeentch, suchen nach arkanem Wissen und planen ihre Vergeltung am Imperium und speziell den Space Wolves.
Mit der Öffnung des großen Risses brach auch eine neue Ära für die Thousand Sons an. Magnus betrat wieder die Bühne der Galaxie und vereinte die zersplitterten Kabalen wieder zu einer Streitmacht. Unter seiner Führung sind die Thousand Sons wieder eine nicht zu unterschätzende Macht. Allerdings haben Magnus und sein Patron Tzeentch viel komplexere Pläne, als die anderen Chaos Space Marines Streitmächte.

Im Codex wird der Hintergrund der Thousand Sons auf zwei Dutzend Seiten beschrieben. Damit kann der Codex keine vollständige Zusammenfassung des Hintergrunds, sondern nur einen kompakten Überblick für die Thousand Sons und Dämonen Tzeentch’s bieten. Für tiefere Kenntnisse des Hintergrundes sind die Bücher zur Horus Heresy, die Ahriman-Romane von John French und das Fandom-Wiki für 40.000 die bessere Quelle.
Die einzige neue Einheit im Codex sind die Sekhetar-Roboter, die gleichzeitig im Hintergrund von Warhammer 40.000 ein neues Kapitel aufschlagen. Sie sind unheimliche Konstrukte, die ausschließlich von den Thousand Sons in größerer Zahl eingesetzt werden. Diese Kriegsmaschinen sind mehr als bloße Automaten; sie sind mit esoterischen Siegeln und mächtiger Warpmagie durchzogen, um ihre Anwesenheit zu verschleiern und verheerende arkane Angriffe zu entfesseln. Für die Thousand Sons sind sie eine hochgeschätzte Waffe, da sie im Gegensatz zu Dämonenmaschinen nicht von Warp-Entitäten besessen werden können, was sie als Kampfinstrumente recht verlässig macht.
Pläne in Plänen – Taktische Einschätzung
Der neue Codex Thousand Sons für die 10. Edition von Warhammer 40.000 baut auf den Regeln des Index: Thousand Sons auf der Warhammer Community Seite auf. Es gibt aber einige entscheidende Neuerungen und Verfeinerungen.
Die Kernmechanik der Thousand Sons, die Hexerkabale (Cabale of Sorcerers), wurde überarbeitet. Während im Index Kabalpunkte gesammelt wurden, um Rituale zu wirken, können nun in der Schussphase eines von fünf Ritualen ausgewählt werden. Es wird ein Psitest abgelegt (2W6, oder 3W6 bei Verwendung von „Warp Kanalisieren“) und eine feindliche oder befreundete Einheit als Ziel ausgewählt. Bei einem Doppel/Dreierwurf erleidet der Zaubernde W3 tödliche Wunden. Pro Zug kann nur ein Ritual gewirkt werden. Ein Beispiel ist der Doombolt, der einer Einheit 3 tödliche Wunden zufügt, und bei einem Psitest von 11+ zusätzlich W3+3. Alle Thousand Sons Charaktermodelle, Rubric-Einheiten und Tzaangor-Schamanen können Rituale wirken. Für Combat-Patrol-Spiele sind die Rituale auf zwei beschränkt.
Die Armeeregel des Kults der Magie, die Geeinte Hexerei (Kindred Sorcery), bleibt weitgehend erhalten. In der Kommandophase wird eine Fähigkeit für alle Thousand Sons-Modelle gewählt, ähnlich wie im Index.

Neu sind die Kontingente, die thematisch passende Einheiten zusammenfassen. Dazu gehören das Grand Coven (Magnus mit Rubrica Marines), die Warpforged Cabal (Thousand Sons Fahrzeuge), der Changehost of Deceit (Thousand Sons und Dämonen) und der Warpmeld Pact (Thousand Sons und Tzaangors).
Kommen wir zu den Modellen; den Sekhetar-Robotern. Zwei Modelle kosten 145 Punkte, vier kosten 290 Punkte. Mit einer Bewegung von 8 sind sie sehr mobil und mit Widerstand 6 recht zäh. Sie sind mit schweren Warpflammenwerfern, Raketenwerfern und Meltern oder Energiekrallen schwer bewaffnet. Ihre Fähigkeiten umfassen Stealth und Infiltrators, was sie zu vielseitigen Bedrohungen macht.
Kultisten sind im neuen Codex nicht mehr enthalten. Stattdessen können nun Tzaangors als „Kanonenfutter“ eingesetzt werden. Eine denkbare Taktik ist der Einsatz von Tzaangors und Dämonen für Sturmangriffe, während die Rubric Marines kritische Missionsziele sichern.
Tzeentch-Dämonen, einschließlich des namenhaften großen Dämons Kairos Fateweaver, sind im Codex enthalten. Einige Profile wurden aktualisiert; so hat Ahriman auf einem Flugdämon im Codex nun einen Moralwert von 2 anstatt 1, und die Option, ihn zu Fuß einzusetzen, ist im Codex entfallen – er ist nur noch auf seinem Flugdämon verfügbar.
Ausstattung: Was ist drin?
Die Warpflame Thrallband ist die neue Armeebox für die Thousand Sons und bietet eine beeindruckende Sammlung von 22 Miniaturen. Sie enthält kein neues Charaktermodell, sondern einen Exalted Sorcerer als Anführer und zwei Hexer (effektiv die Modelle aus der Exalted Sorcerer Box). Der weitere Inhalt besteht aus fünf Scarab Occult Terminators, zehn Rubric Marines und vier Sekhetar-Roboter. Die Qualität der Miniaturen ist wie gewohnt hoch, und alle Waffenoptionen sind enthalten. Besonders die Sorcerer bietet viel Umbaupotenzial. Die Box bietet eine Preisersparnis von 30 bis 60 Euro, je nach Shop, im Vergleich zum Einzelkauf. Es gibt keine separaten Regeln für die Warband innerhalb der Box.
Der neue Codex folgt dem Stil der 10. Edition und enthält 25 Seiten Hintergrund, darunter die bereits bekannten Einheiten und zwei Seiten, die den Sekhetar-Roboter gewidmet sind. Leider fehlt die interessante Zeitleiste mit Hintergrundschnipseln aus den Codizes vorheriger Editionen. Diese sind jetzt in kleinen Seitenkästen im Codex verteilt. Ansonsten beinhaltet der Codex 10 Farbseiten für die Miniaturen und die Regeln für die Combat Patrol. Die Combat Patrol besteht aus einem Dämonenprinzen, zehn Rubric Marines, einem Tzaangor Schamanen und drei erleuchteten Tzaangors auf Flugdämonen. Die Box dazu ist seit dem 31.05. im Handel erhältlich.
Arkanes Eisen – Die Sekhetar-Roboter
Die Sekhetar-Roboter sind eine fazinierende Neuerung für die Thousand Sons. Ihr Design entstammt den legendären Men of Iron, aber die Modelle sind mit den charakteristischen Symbolen der Thousand Sons verziert. Diese humanoiden Maschinen sind deutlich größer als Chaos Marines und Terminatoren. Der Bausatz enthält vier Modelle, wobei man effektiv nur zwei verschiedene Posen und Designs gestalten kann. Das führt zu einer etwas statischen Ästhetik, die jedoch gut zu ihrem seelenlosen, mörderischen Wesen passt.
Die Passgenauigkeit ist gut, aber die vielen filigranen Teilen könnten eine Herausforderung darstellen.
Standardmäßig sind die Sekhetar-Roboter mit schweren Flammenwerfern und Meltern ausgestattet. Jeder Melter lässt sich gegen eine Energiefaust mit integriertem Flammenwerfer austauschen – alle Waffenoptionen sind praktischerweise im Gussrahmen enthalten, sodass man vier Energiefäuste und vier Melter zur Verfügung hat.
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Preis: Codex 47,50 EUR, Armeebox 170 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, KuTaMi
Fazit
Die Veröffentlichung des neuen Codex und der Warpflame Thrallband Armeebox bietet einen soliden, wenn auch nicht revolutionären, Einstieg in die Thousand Sons. Die einzige neue Einheit sind die Sekhetar-Roboter, die einen frischen Aspekt der Thousand Sons beleuchten und neue taktische Option eröffnen. Wie sich die Thousand Sons in der Turnierszene behaupten können, werden die nächsten Monate zeigen.
Die Veröffentlichung richtet sich vor allem an Fans der Thousand Sons oder Komplettisten – wer Innovation oder tiefere erzählerische Weiterentwicklung erwartet, wird enttäuscht. Insgesamt ein solider, aber nicht außergewöhnlicher Release.
Die Regeln wurden gegenüber dem Index zum Start der 10. Edition nur geringfügig angepasst, was den Eindruck eines eher evolutionären als revolutionären Schrittes hinterlässt. Dennoch bleibt die Qualität der Miniaturen gewohnt hoch, und die Armeebox ist aufgrund ihres Umfangs und der Preisersparnis ein hervorragender Einstieg für jeden, der die Pfade des Wandels beschreiten möchte.

- Gute Qualität der Miniaturen
- Armeebox gut für den Einstieg
- Nur eine neue Einheit
- Wenig Innovation
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Giovanna Pirillo
Fotografien: Konstatin Paessler
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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