Das ewige Eis schläft nicht! Nach dem Ende des ersten Teils steuert die Kampagne in Wintermond auf das Finale zu. Eine neue, noch größere Gefahr bedroht Winholt und den ganzen Kontinent! Um diese Finsternis abzuwehren, müssen die Splitterträger ihr Schicksal erforschen und die Mondmacht kontrollieren.

Was einst mit einer überarbeiteten Neuauflage des allerersten Splittermond-Abenteuers im Vorgängerband Ein Hauch von Sommer begann, findet im vorliegenden Buch sein episches Finale. Aus diesen Anfängen ist eine zweibändige Kampagne erwachsen, die zwei der bedeutendsten Kernmotive der Spielwelt miteinander verwebt. Zum einen das dunkle Erbe der Dracurier, jener untergegangenen Hochkultur humanoider Drachlinge, und zum anderen das Mysterium der Splitterträger selbst. Während die dracurischen Hintergründe beide Bände wie ein roter Faden durchziehen, erweist sich das Schicksal der Splitterträger im zweiten Teil als absolut entscheidend für die Lösung des finalen Konfliktes.
Ausgelegt ist dieses Finale für erfahrene Charaktere des Heldengrads 3. Diese müssen sich hauptsächlich auf kämpferische, körperliche und mystische Herausforderungen einstellen, aber auch Geschick bei sozialen Interaktionen und komplexen Nachforschungen beweisen. Um die tiefen Verstrickungen dieser Kampagne in ihrer Gesamtheit zu durchdringen, ist zudem ein gewisses Verständnis des Splittermond-Hintergrunds für die Spielrunde von großem Nutzen.
Horror, Tod
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Der zweite Teil der Kampagne Ende des Sommers ist in zwei Akten mit je drei Kapiteln unterteilt, knüpft nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängerbandes an und beginnt mit einer kurzen, stimmigen Überleitung.
Im ersten Akt, Wissen ist Nacht, bekommen die Charaktere die direkten Konsequenzen aus dem Finale des ersten Teils zu spüren, woraus sich neue Pläne entwickeln. Hinweise auf den finalen Kontrahenten der Kampagne führen die Gruppe in einen klassische Dungeon.
Der erste Akt deckt dabei sowohl die logistische Vorbereitung als auch die eigentliche Reise durch diesen Ort ab. Der Dungeon selbst setzt auf einen spannenden Aufbau. Er ist gespickt mit Gefahren, Hindernissen, Zwischengegner*innen und wichtigen Erkenntnissen, die dann in eine Auseinandersetzung mit einem Endgegner*innen münden. Trotz dieses traditionellen Aufbaus bleibt die spielerische Freiheit hoch, denn dieser Antagonist lässt sich mit ganz unterschiedlichen Mitteln angehen.

Selbst eine diplomatische Lösung ist explizit vorgesehen. Für die Spielleitung ist dieser Abschnitt besonders komfortabel aufbereitet. Alle Räume und Hindernisse sind so detailliert beschrieben, dass keinerlei zusätzliche Vorbereitungszeit anfällt. Zudem liefert jeder Dungeon-Abschnitt einige Alternativen, wie die Charaktere vorgehen könnten. Abgerundet wird das Ganze durch detaillierte Ausarbeitungen der Schlüssel-NSC, während weniger relevante, aber potenziell hilfreiche Figuren elegant skizziert werden.
Der finale Akt, Deus ex Luna, rückt ein absolutes Kernthema des Systems in den Mittelpunkt und führt es konsequent weiter: das Mysterium und die Macht der Splitterträger. Um ein äußerst wichtiges Ritual im Finale der Kampagne durchzuführen, müssen die Charaktere andere Splitterträger um sich scharen, deren magische Macht von entscheidender Bedeutung ist. Dieser Abschnitt bietet den Charakteren die Chance, Erkenntnis über das eigene Mondzeichen zu gewinnen und im besten Fall ihre magische (Mond-)Macht auszubauen.
Spielcharaktere in Splittermond sind sogenannte Splitterträger, die die freigesetzte Kraft des geborstenen Mondes in sich tragen. Mehr Informationen findet man im Buch Splittermond: Die Regeln ab S. 80.
Die Jagd nach diesen Verbündeten im ersten Kapitel stellt eine interessante Abwechslung in der Kampagne dar. Die Suche gestaltet sich abwechslungsreich und stellenweise leichtherzig, womit diese einen Kontrast zum düsteren Dungeon des ersten Aktes bildet. Falls die Spielleitung keine eigenen Figuren entwerfen möchte, schlägt das Buch diverse NSC vor, die von hilfsbereiten Held*innen bis hin zu verschlagenen Schurk*innen reichen. Eine Zugabe für Splittermond-Fans ist dabei, dass einige dieser Figuren bekannte Gesichter aus älteren Splittermond-Abenteuern sind und somit eine Reminiszenz an die lange Reihe von Kaufabenteuern darstellen.

Das anschließende zweite Kapitel beinhaltet die Vorbereitung auf die finale Auseinandersetzung. Die Rekonstruktion des komplexen Rituals verlangt der Gruppe einiges an Recherche und magischen Ermittlungen ab. Gleichzeitig ist viel soziales Fingerspitzengefühl gefragt, um das Bündnis der verschiedenen Splitterträger zusammenzuhalten. Da diese Vorbereitungen viel Zeit in Anspruch nehmen, vergehen in der Spielwelt durchaus einige Monate, was den Charakteren auch Zeit für eine persönliche Weiterentwicklung gibt.
Das Kampagnenfinale im dritten Kapitel gipfelt schließlich im großen Ritual und einer epischen Schlacht gegen den Endgegner. Während das Ritual an sich regeltechnisch detailliert untermauert ist, tobt die eigentliche Massenschlacht eher im Hintergrund, da alle Splitterträger und ihre individuellen Mondzeichen vollends in das magische Wirken eingebunden sind. Dennoch bleibt in der finalen Konfrontation mehr als genug Raum für held*innenhafte Aktionen der Charaktere, bevor ein kurzer Epilog die weitreichenden Konsequenzen des Triumphs beleuchtet.
Zusammengefasst liefert dieser Band ein großes und angemessen Finale, das den Charakteren erfreulich viel Handlungsspielraum lässt. Zwar kommen durch die vielen Kämpfe vor allem kampforientierte Klassen auf ihre Kosten, doch auch soziale Konflikte fordern die Gruppe heraus. Wie es sich für ein echtes Splittermond-Abenteuer gehört, ist die Magie allgegenwärtig.

Erscheinungsbild
Auch beim zweiten Teil der Kampagne bleibt sich das System treu, denn der Aufbau und das Layout schließen an den Vorgängerband an. Das 128 Seiten starke, stabile Hardcover kommt in der gewohnt hochwertigen Qualität daher und ist dank des Lesebändchens für den schnellen Zugriff am Spieltisch geeignet. Durch die konsequente Strukturierung ist das Buch sehr übersichtlich.
Jedes Kapitel wird mit einem kompakten Infokasten eingeleitet, der die wichtigsten Inhalte und harten Fakten des Abschnitts sofort auf den Punkt bringt. Da in vielen Kapiteln Herausforderungen rund um Kampf und Erkundung im Mittelpunkt stehen, hilft dieser strukturierte Überblick der SL enorm bei der Vorbereitung. Als direkte Spielhilfe sind atmosphärische Vorlesetexte farbig unterlegt und heben sich dadurch deutlich ab. Auch im Fließtext setzt sich die bekannte Typografie fort. Wichtige Details und NSC sind fett gedruckt, während Regelbegriffe kursiv hervorgehoben werden.

Visuell sind farbige Illustrationen von Nichtspieler*innencharakteren, Artefakten und markanten Orten an den passenden Textstellen eingefügt. Im Anhang sind alle spielrelevanten Werte der NSC und Gegner*innen übersichtlich aufgelistet. Zudem findet sich dort noch einmal sämtliches Kartenmaterial, das so platziert ist, dass es sich als Handouts für die Spieler*innen herauskopieren lässt.
Die harten Fakten:
- Verlag: Uhrwerk Verlag
- Autor*in(nen): Tilman Hakenberg, Matthias Klahn, Uli Lindner und Stefan Unteregger
- Illustrator*in(nen): Florian Stitz und weitere
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: deutsch
- Format: Hardcover, PDF
- Seitenanzahl: 128
- ISBN: 978-3-95867-340-3
- Preis: Hardcover 29,95 EUR, PDF 17,99 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Sphärenmeister, Uhrwerk Verlag
Fazit – ein angemessenes, episches Finale
Der zweite Band führt die begonnene Held*innenreise zu einem angemessenen Finale weiter. Die Stärken des ersten Teils werden konsequent weitergeführt, was die gesamte Kampagne als in sich geschlossenes Gesamtwerk wirken lässt. Der klare Aufbau und das Layout bleiben auf hohem Niveau, was dem Band ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verschafft.
Die passend integrierten Regelmechaniken sind bisweilen recht kleinteilig, was für einige Runden eine willkommene Unterstützung bietet, andere jedoch ausbremsen könnte.
Dank der detaillierten Struktur, die fast alle Eventualitäten abdeckt und alternative Lösungen vorschlägt, sowie viel Bild- und Kartenmaterials ist das Abenteuer recht einsteiger*innenfreundlich.
Besonders ist hervorzuheben, wie tief die Kampagne im Hintergrund verwurzelt ist. Die zentralen Kernthemen von Splittermond, das Erbe der Drachlinge und die Rolle der Splitterträger, spielen eine tragende Rolle. Ein gewisses Vorwissen über die reichhaltige Spielwelt wäre daher von Vorteil, um die vielen Bezüge und Querverweise vollends wertschätzen zu können. Allerdings werden alle Verweise auch immer im Text aufgeführt, so dass die Spielleitung jederzeit Bescheid weiß. So ist die Kampagne sowohl für Splittermond-Neulinge als auch langjährige Fans geeignet.
Auch wenn bei Monstern naturgemäß oft das Schwert zum Einsatz kommt, sorgt die Handlung dafür, dass alle Charaktere in der Kampagne entsprechende Szenen für individuelle Held*innentaten haben können. Zusammenfassend stellt die Dramatik der gesamten Kampagne und der finalen Konfrontation so manchen Hollywood-Blockbuster in den Schatten. Wer epische Fantasy mag, findet hier das Passende.

- Einsteiger*innenfreundlich
- Gut strukturiert
- Starkes epische Finale
- Regelmechaniken teilweise kleinteilig
Artikelbilder: © Uhrwerk Verlag
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Sabrina Plote
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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