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Das Conquest of Mythodea gilt als das größte Live-Rollenspiel der Welt und konnte auch dieses Jahr wieder tausende Spieler*innen anziehen. Doch hat sich die Reise gelohnt? Wir waren für euch da und schildern unsere Eindrücke aus Mythodea und jenseits davon.

20 Jahre Conquest of Mythodea sind eine wahnsinnig lange Zeit. So schon zieht die größte Fantasy-Abenteuer-Con der Welt unzählige Spieler*innen von allen Orten des Globus in seinen Bann. Doch nach all der Zeit geht es nun darum, Mythodea zu verlassen. Ein neuer Kontinent lockt jenseits des Horizontes und die Siedler*innen und weitere Reisende machten sich auf den beschwerlichen Weg, dorthin zu gelangen. Doch ist der neue Ort den Aufwand wert? Wir haben uns für euch das diesjährige Conquest angeschaut und möchten euch unsere Eindrücke schildern. Vorneweg muss jedoch gesagt werden, dass aufgrund der schieren Größe der Veranstaltung ein Blick auf das große Ganze allein recht schwierig ist. Wir haben für euch im Vorposten gelagert und dort viel mitbekommen. Andere Spielerlebnisse sind aber dann natürlich mit großer Sicherheit an uns vorbeigegangen.

Triggerwarnungen

Fantasy-Gewalt

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Es war einmal Mythodea – Der Plot dieses Jahr

Wie schon eben ausgeführt, führte der Weg die Spielenden dieses Jahr jenseits von Mythodea. In einer Art Korridor innerhalb der großen Gletscher, die Mythodea umgeben, machten sich die Reisenden auf, ein neues Reich zu entdecken. Sarkan, ein uralter Kontinent, lag jenseits eines Portals, an dem beim sogenannten Tribunal, einer titanischen Steinkonstruktion, zwölf unterschiedlichste Aufgaben zu lösen waren. Der Clou daran: Alle Aufgaben mussten innerhalb eines Zeitfensters eines halben Tages, jeweils von 10 bis 10, gelöst werden, ansonsten setzten sich alle Aufgaben wieder zurück. Zwar war es möglich, mit speziell geschmiedeten Kettengliedern ein Zurücksetzen der unterschiedlichen Aufgaben zu verhindern, jedoch mussten die Spieler*innen sich bis zum letzten Moment um die Lösungen bemühen. Erst am Samstag, kurz vor 22:00, verkündete das Tribunal den erfolgreichen Abschluss aller Aufgaben. Der Weg nach Sarkan war frei und die ersten zwölf Siedler*innen wurden als Botschafter*innen schon am Samstagabend dorthin gesandt. Doch auf der anderen Seite droht jetzt schon Unheil. Garvan, König des Untoten Fleisches, hatte eine Lücke im Schutz Sarkans gefunden und war durch sie dorthin gereist. Man kann also auch im neuen Land mit alten Feinden rechnen.

Nötig war auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Fraktionen bei der Verteidigung der sogenannten Forage, Versorgungspunkte, an denen Vorräte für die entsprechenden Gebiete gelagert wurden und darüber hinaus ein magischer aufgeladener Stein die Reisenden schützte und Zauberwirkenden neue Kraft gab. Wenig überraschend waren diese Punkte regelmäßig Ziel von unterschiedlichsten Aktionen der Verfemten und mussten dementsprechend geschützt werden.

Neben dieser großen Geschichte gab es noch unzählige andere Dinge zu erleben und zu suchen. Dies variierte von weltumspannenden Problemen mit einem Portal Terras bis zu kleineren persönlichen Dramen, wie beispielsweise ein von den Skargen entführter Erbe eines Reiches, die als Motivations-Aufhänger der entsprechenden Spieler-Fraktion dienten.

Insgesamt gab es an unterschiedlichsten Orten ununterbrochen etwas zu tun und zu erleben. Positiv hervorzuheben ist der gute Informationsfluss an unterschiedlichsten Stellen. Auch wenn man als einzelner Spielender zu Besprechungen kam, wurden Informationen bereitwillig geteilt. Von den fantastischen NSCs sowieso. Und damit kommen wir auch zu den wahren Stars der Veranstaltung.

Augenweide um Augenweide – NSC-Fraktionen

Seit jeher lebt das Conquest of Mythodea vor allem von der riesigen Anzahl an NSCs, die die Spielwelt Mythodeas mit viel Liebe zum Detail mit Leben füllen. Seien es die Massen von Kampf-NSCs auf den großen Schlachtfeldern, die unterschiedlichen Tribes oder die freundlich gestimmten Institutionen auf Spieler*innenseite – Oft gab es dieses Jahr wieder viel zu Bestaunen und Beobachten: Im Vorposten lagerte mit Atteron eine der NSC-Fraktionen, die direkt, und das soll hier vollumfänglich als Lob verstanden werden, einem opulenten Fantasyfilm entstiegen sein könnte. Fantastisches Spiel und Spielangebote mischten sich hier mit großartigen Gewandungen und Geschichten zum Miterleben, für die man nicht 10 Jahre Mythodea Geschichte studiert haben musste. Ein großartiges Spielangebot, vor allem auch für eher mundaner ausgerichtete Charaktere. Doch auch an unzähligen anderen Stellen sieht man, wie viel Liebe in die unterschiedlichsten Konzepte geflossen ist. Wenn man Heerscharen von Untoten oder Skargen über die Wiesen marschieren sieht und zwischen ihnen die verdrehten Anhänger der Pestilenz hin- und herziehen, weiß man gar nicht erst, wo man zuerst hinschauen soll. Die Bilder vom Conquest of Mythodea lohnen sich daher nicht zuletzt auch schon allein, um fantastische Ideen für neue Gewandungen zu finden, sind doch vor allem die Untoten unzählige Male abgelichtet worden. Einzig, zumindest optisch, bleibt die schwarze Dynastie, zuvor schwarzes Eis, etwas hinter den anderen Fraktionen zurück. Das minderte aber natürlich nicht das gute Spiel, das den Teilnehmenden auch dort geboten wurde. Natürlich gab es auch ohne jede Frage Zusammentreffen, aus denen beide Seiten nicht vollends zufrieden mit der entsprechenden Szene hervorgingen. Im deutlichen Maße überwiegt aber der vollends positive Eindruck, dass das Conquest of Mythodea nicht im Ansatz die gleiche Veranstaltung wäre, wenn nicht so viele Leute dieses mit ihrer kreativen Energie und ihrem fantastischen Einfallsreichtum füllen würden.

Ein Herz für die Versorgung – Logistik und das Drumherum

Das gemeinsame Spielerlebnis auf einer Veranstaltung dieser Größe ist zwingend von einer funktionierenden Logistik abhängig. Noch am Sonntag, vor dem eigentlichen Spielbeginn, musste sich das Conquest of Mythodea mit ernsten Niederschlägen auseinandersetzen. So war eine ganze Zeit am Sonntag keine Anreise möglich und einige Händler*innen vor Ort mussten sich leider mit absackenden Wiesen und stehendem Wasser auf dem doch sehr moorigen Gelände auseinandersetzen. Die dementsprechenden Problematiken konnten jedoch am Sonntag selbst noch durch Abpumpen des Wassers größtenteils gelöst werden, sodass ab Sonntagabend die Frühanreise dann ohne weitere größere Probleme verlief.

Dieser positive Trend zog sich zumindest in dem von uns einsehbaren Zeitraum durch die gesamte Veranstaltung. Im Bereich der Wasserstelle waren schwere Platten auf den Boden gelegt worden, um, unabhängig von der Witterung, ein sicheres Vorankommen möglich zu machen. Der Bereich um die Wassertoiletten und Duschen war immer gut begehbar, die Duschen selbst immer vernünftig beleuchtet, mit trockenen Ablageflächen und selbst in Stoßzeiten nach der Endschlacht mit genug Wasserdruck und ordentlichen Temperaturen gesegnet. So macht der Gang zum sauberer werden auf Con Freude. Wer sich gegen das eigene Kochen entschied, konnte sich auch in diesem Jahr gut über den Tross versorgen. Unterschiedlichste Essensstände boten dort zu moderaten Preisen verschiedenste Gerichte an. Eine besondere Erwähnung verdient noch ein Essensangebot gegenüber des Supermarktes auf dem Gelände, an dem frische und täglich wechselnde, senegalesische Küche serviert wurde. Der gerade genannte Supermarkt konnte einen zwar mit den nötigsten Dingen versorgen, der Preisaufschlag gegenüber einem Einkauf außerhalb des Geländes kam uns jedoch doch sehr hoch vor. Wenn Preise für Süßigkeiten oder Backwaren weit jenseits jedes Tankstellenpreises liegen, überlegt man sich den Einkauf doch lieber zweimal.

Trotz dieser kleinen Einschränkung hinterließ die Logistik insgesamt aber einen guten Eindruck. Und damit kommen wir zu den Kämpfen.

Helm auf bei der Berufswahl – Die Kämpfe

Die Kämpfe waren auch dieses Jahr wieder ein zentrales Element des Conquest of Mythodea. Mindestens zweimal am Tag kam es auf der Großwiese zu ausufernden Gefechten zwischen Reisenden, Siedler*innen und diversen Fraktionen der Verfemten. Noch darüber hinaus setzten sich die Auseinandersetzungen auch an anderen Orten auf dem Spielgelände fort. Den Spielenden boten sich dabei sehr unterschiedliche kämpferische Spielangebote, die ein Einstellen auf diese schwierig machten. So war ein Teil der Kämpfe von einer schon fast lähmenden Passivität geprägt, bei der sich Schlachtreihen nahezu teilnahmslos gegenüberstanden und nur Schützen einige Pfeile austauschten. Immer wieder konnte jedoch auch beobachtet werden, wie vor allem schwer bewaffnete NSCs in die Spielerreihen einbrachen, scheinbar jegliche Treffer aus allen Richtungen ignorierten, um dann irgendwann das Kämpfen einzustellen, wenn scheinbar innerlich genug Treffer heruntergezählt waren. Dieses Wellenbrecherverhalten verfolgte natürlich ein recht deutliches Ziel, sorgte bei den gegnerischen Spieler*innen aber meist für wenig schöne Kampfsituationen. Gleichzeitig produzierten solche Arten von Angriffen, von oben nach unten senkrecht geführte Schläge von einzelnen Haupt-NSCs plus ins engste Getümmel geschossene Pfeile von beiden Seiten oft das Gefühl, dass man ohne Helm das Feld besser nicht betreten sollte. Ähnliches Verhalten konnte, wenig überraschend, auch auf SC-Seite zum Teil beobachtet werden, was zumindest uns mehr als einmal davon abhielt überhaupt in ein Gefecht hineinzugehen, hatten wir doch das Gefühl nur der x-te Spielende zu sein, der auch noch auf eine merkliche Unterzahl von NSCs einwirken würde und so nichts Sinnvolles mehr beitragen würde. Diese Art von Kämpfen nahmen gefühlt exponentiell mit der Anzahl der Kämpfenden zu. In kleineren Scharmützel-Situationen zeigten sich diese Problematiken nahezu gar nicht, im letzten Gefecht konnte man sie in einer gewissen Regelmäßigkeit erleben. Zumindest der Problematik der Bögen will sich Burgschneider selbst annehmen.

Relativ wenig Einsätze der Johanniter zeugten zum Glück von einem weitgehend sicheren Kampfverhalten aller Beteiligten. Für die Zukunft wäre potenziell trotzdem überlegenswert, ob das Conquest of Mythodea eine grundsätzliche Vorstellung benötigt, welche Art von Kampfverhalten denn gewünscht ist, um wenigstens die Ambivalenz, auf die man sich schwer einstellen konnte, zu reduzieren.

Und nun auf nach Sarkan? – Ein Fazit

Das Conquest of Mythodea hat dieses Jahr bei uns einen wirklich guten Eindruck hinterlassen. Tolle NSCs, eine zugängliche Geschichte, fantastische Spielmomente und durch die Bank funktionierende Logistik machen Lust aufs nächste Jahr und die Ereignisse, die uns dann erwarten können. Zumindest Teile der Problematiken beim Kampfverhalten hat die Veranstaltungsleitung selbst schon im Blick, sodass man auch hier auf weitere Verbesserungen hoffen kann. Mit dem Umstieg auf einen neuen Kontinent bleiben potenziell viele alte Geschichten zurück. Für Neueinsteiger*innen und solche, die nicht viel über den Hintergrund wussten, mag es aber genau jetzt der richtige Moment sein, um einen Fuß in die Welt von Mythodea zu setzen und eure Abenteuer zu erleben. Aus unseren Erfahrungen dieses Jahr können wir daher einen Besuch des Conquest of Mythodea 2025 vollumfänglich empfehlen.

 

Artikelbilder: © Burgschneider GmbH
Layout und Satz: Andreas Hübner
Lektorat: Lidia Strauch

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