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Rebecca Thorne veröffentlicht mit Can’t Spell Treason without Tea den ersten Teil einer Reihe aus dem Subgenre Cozy Fantasy. Sie erzählt die Geschichte der Leibwächterin Reyna und Magierin Kianthe, die gemeinsam ihren eingeengten Leben entfliehen. In einer Kleinstadt eröffnen sie ein Büchercafé, doch die Probleme lassen nicht auf sich warten.

Der erste der vier Bände umfassenden Cozy-Fantasy-Reihe von Rebecca Thorne, Can‘t spell Treason without Tea, hat es nun auf den deutschen Buchmarkt geschafft. Mit Reyna, die der Leibgarde einer herrischen Königin angehört, begleiten die Lesenden eine starke und scharfsinnige Frau. An ihrer Seite steht Kianthe, eine mächtige Magierin, die ihre Freiheit über alles liebt und mit ihrer offenen und recht spontanen Art schon so manche Magier*innen vor den Kopf gestoßen hat. Gemeinsam entfliehen sie ihren Leben voller Verpflichtungen und Regeln und bauen sich ein neues in der entlegenen Kleinstadt Tawney auf.

Triggerwarnungen

  • Gewalt
  • Schwerwiegende Verletzungen
  • Nah-Tod-Erfahrungen

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Story

Can’t Spell Treason without Tea erzählt die Geschichte zweier Frauen, die sich gemeinsam ein neues Leben abseits ihrer Verpflichtungen aufbauen wollen. Reyna dient als Leibwache der Königin Tilaine im Königinnenreich. Lange kam sie ihren Aufgaben geflissentlich und engagiert nach, doch als Tilaine gegenüber einem Attentäter äußerte, am Leben ihrer Gardistin Reyna liege ihr nichts, kommen Reyna Zweifel. Sie erkennt, dass sie tagtäglich ihr Leben riskiert, im Gegenzug jedoch von der rachsüchtigen Herrscherin nicht einmal Nachsicht erwarten kann, wenn sie ob schwerwiegender Verletzungen medizinisch versorgt werden müsste. Plötzlich erscheint ihr das Angebot ihrer heimlichen Geliebten Kianthe, gemeinsam weg zu gehen, nicht mehr so abwegig. Kianthe stammt aus der Magitheka. Als Berufene des Steins des Sehens gilt sie als mächtigste Magierin der Welt und war als solche bei Hofe zu Besuch, als ihr Blick auf Reyna fiel und sie sich Hals über Kopf verliebte. Gemeinsam verbrachten sie die ein oder andere Nacht, doch Reynas Entscheidung, tatsächlich mit Kianthe zu fliehen, verwandelte die Liebschaft in eine ernsthafte Beziehung.

Der Ort ihrer Zuflucht, die ehemalige Unterkunft von Gesetzeslosen, hatte schon vor längerer Zeit Reynas Aufmerksamkeit erregt. Als bloße abstrakte Idee hatte Reyna eine Flucht weitergesponnen und war so, als aus der Idee plötzlich Wirklichkeit wurde, vorbereitet. Denn das Verlassen des Königinnenhofes bedeutete für sie den sicheren Tod, da die Königin ihr Verhalten als Verrat deuten würde. Mit Tawney schlägt sie eine Kleinstadt am Rande des Königinnenlandes vor, die ebenso durch das Nachbarland Shepara beansprucht wird. Südlich der Drachenlande ist sie zusätzlich regelmäßigen Angriffen der Drachen ausgesetzt, weshalb sich nur wenige Menschen dorthin verirren. Reyna glaubt sie dort für eine lange Zeit in Sicherheit.

Nach und nach bauen sich die beiden Frauen ihren gemeinsamen Traum auf: ein Büchercafé. Zwischen gemütlichen Sitzmöglichkeiten servieren sie mitunter exotische Teesorten. Gleichzeitig können die Besuchenden in Büchern vor Ort schmökern oder diese erstehen und mit nach Hause nehmen. Das Geschäft läuft langsam an, als die ersten Probleme wortwörtlich vor der Tür stehen. Gesetzeslose, die die ehemalige Scheune, in die das Büchercafé gezogen ist, bislang als Treffpunkt nutzten, sorgen für Beschäftigung. Ebenso bereiten die Drachenangriffe gerade Kianthe, die sich dem Wohl aller verpflichtet fühlt, Kopfzerbrechen. Und als wäre das nicht genug, sind auch die Spione der Königin nicht weit und spüren Reyna schneller auf, als es ihnen allen lieb gewesen wäre. Gemeinsam als Pärchen aber auch mit ihren neu gewonnen Freundschaften innerhalb der Kleinstadt begegnen Reyna und Kianthe den Widrigkeiten.

Die Welt, in der Can’t Spell Treason without Tea spielt, entspricht gängigen Tropes der High Fantasy. Zwar finden sich nur Menschen in den beschriebenen Landen, dafür jedoch typische phantastische Wesen wie Drachen. Anders als Pascal Wokans Klangmagie findet sich hier alltägliche Magie in Form von Elementar- als auch alchemistischer Magie. Die Geschichte, abwechselnd erzählt aus Sicht der beiden Protagonistinnen, läuft in einem angenehm langsamen Tempo ab. Nichtsdestotrotz ist das Buch durchaus spannend und weist die eine oder andere Kampfszene auf. Gerade gegen Ende ist die Spannungskurve deutlich zu bemerken und Lesende legen das Buch nur noch ungern aus der Hand. Dem Label Cozy Fantasy wird das Buch insbesondere deswegen gerecht, weil die beschriebenen Hauptcharaktere angenehm zu lesen und zu folgen sind und Konflikte schnell und auf eine erfreulich friedliche Art gelöst werden. Mit seiner Spannung und seinem Wohlfühlfaktor kann das Buch somit ebenso mit Hannah Nicole Maehrers Assistant to the Villain mithalten.

Schreibstil

Der Schreibstil Rebecca Thornes wird dem Anspruch, der sich durch das Label der Cozy Fantasy ergibt, gerecht. Ihre Ausdrucksweise ist ansprechend, sodass ihren Beschreibungen folgend schnell Charaktere als auch Umfeld zum Leben erweckt werden. Besonders die Beschreibung und das Handeln ihrer Charaktere kann als eine große Stärke ihres Schreibstils festgestellt werden. Alle Charaktere wirken ausnahmslos lebensecht, ihr Handeln und ihre Emotionen nachvollziehbar.

Die Übersetzung aus der Feder Bettina Ains wirkt stimmig und verleiht insbesondere den Wortwitzen Kianthes das passende Flair.

Die Autorin

Rebecca Thorne ist eine erfolgreiche Bestsellerautorin aus den USA, die sich auf Fantasy und Science-Fiction mit romantischen Elementen spezialisiert hat. Sie ist Mitglied der LGBTQIA+-Community und lebt in Arizona. Mit ihrer ADHS als Antrieb schreibt sie mehrere Bücher pro Jahr. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Flugbegleiterin. Auf ihrer Homepage finden sich Inhaltswarnungen zu ihren Büchern sowie passende Illustrationen.

Erscheinungsbild

Das Cover der amerikanischen Ausgabe wurde gestaltet von Irene Huang, einer Illustratorin aus Hamburg. Dieses wurde auch für die deutsche Veröffentlichung übernommen. Die vordere Innenklappe ziert eine Karte, die die Autorin selbst zeichnete. In der rückwärtigen Klappe findet sich eine Illustration der beiden Protagonistinnen von Anna Muir. Das Erscheinungsbild wirkt insgesamt ansprechend und deutet bereits auf den ersten Blick an, dass es sich um Cozy Fantasy handelt.

© Piper Verlag

Die harten Fakten:

  • Verlag: Piper Verlag
  • Autorin: Rebecca Thorne
  • Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2024
  • Sprache: Deutsch (Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Bettina Ain)
  • Format: Paperback
  • Seitenanzahl: 464
  • ISBN: 978-3-492-70689-6
  • Preis: 18 EUR (Print) + 14,99 EUR (E-Book)
  • Bezugsquelle Fachhandel, Amazon, idealo

 

Fazit

Rebecca Thornes Can’t Spell Treason without Tea ist der erste Teil einer Cozy Fantasy-Reihe, die die Geschichte von Reyna, einer Leibwächterin, und Kianthe, einer mächtigen Magierin, erzählt. Auf der Suche nach Freiheit und einem neuen Leben fliehen die beiden Frauen aus ihren eingeengten Rollen und eröffnen in der abgelegenen Kleinstadt Tawney ein Büchercafé. Doch ihre erhoffte Ruhe wird durch Drachenangriffe, das Auftauchen königlicher Kundschafter*innen und Gesetzesloser auf die Probe gestellt.

Die Erzählung bietet eine gelungene Mischung aus Abenteuer und emotionalen Momenten, während Reyna und Kianthe sich nicht nur mit äußeren Bedrohungen auseinandersetzen, sondern auch ihre Beziehung vertiefen. Thornes Schreibstil ist angenehm und lebendig; sie schafft es, die Charaktere und ihre Emotionen nachvollziehbar zu gestalten. Die Übersetzung von Bettina Ain trägt zur Stimmigkeit des Textes bei und bringt den Humor der Figuren gut zur Geltung.

Das ansprechende Cover von Irene Huang sowie die liebevollen Illustrationen im Buch unterstreichen das gemütliche Flair der Geschichte. Insgesamt gelingt es Thorne, die Leser*innen in eine charmante Fantasiewelt zu entführen, in der Konflikte auf friedliche Weise gelöst werden und ein positives Ende für alle Charaktere in Aussicht steht. Can’t Spell Treason without Tea ist somit nicht nur ein unterhaltsames Lesevergnügen, sondern auch ein vielversprechender Auftakt für eine Reihe voller Magie, Freundschaft und Abenteuer. Ein echter Wohlfühlroman.

  • Gemütliche Atmosphäre
  • Spannende Handlung
  • Lebensechte Charaktere

 

  • Gemächliches Erzähltempo

 

Artikelbilder: © Piper Verlag
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Katrin Holst
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