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Zum ersten Mal wird ein Comic mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet: DIE FRAU ALS MENSCH: Am Anfang der Geschichte von Ulli Lust wirft in detailreichen Bildern und präzisen Texten festgefahrene Ansichten über Frauenrollen um und öffnet das Genre Sachbuch virtuos für neue Erzählformen.

Die Berliner Comickünstlerin Ulli Lust wurde mit ihrem im Verlag Reprodukt erschienenen Sachcomic DIE FRAU ALS MENSCH: Am Anfang der Geschichte mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2025 ausgezeichnet. Bereits die Nominierung ihres Werks stellte eine Premiere dar: Nie zuvor war ein Comic für diesen renommierten Literaturpreis nominiert. Lust erhält neben der Ehrung ein Preisgeld von 25.000 Euro.

In DIE FRAU ALS MENSCH: Am Anfang der Geschichte widmet sich Ulli Lust der Rolle der Frau in der frühmenschlichen Entwicklung und verbindet dabei auf fundierte Weise Forschungsergebnisse aus Archäologie, Anthropologie und Kunstgeschichte mit imaginativen erzählerischen Elementen. Lust verfolgt dabei einen feministischen Ansatz und fordert kritisch etablierte Vorstellungen heraus, die historisch die Dominanz männlicher Perspektiven betonten.

Die Jury hebt besonders hervor, dass Lust Wissenschaft und Alltagserfahrungen kunstvoll ineinandergreifen lässt und so traditionelle Vorstellungen über Frauen in der Menschheitsgeschichte effektiv hinterfragt. Die originelle Verknüpfung von wissenschaftlicher Recherche mit visueller Erzählkunst erweitert nach Ansicht der Jury das Sachbuchgenre nachhaltig und bereichernd.

Ulli Lust, die seit über 20 Jahren in Berlin lebt, zählt bereits seit ihrem international erfolgreichen autobiografischen Comic HEUTE IST DER LETZTE TAG VOM REST DEINES LEBENS zu den prägendsten Comickünstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit lehrt sie an der Kunsthochschule Hannover und gilt als Vorreiterin des Comicjournalismus und des dokumentarischen Comics.

Im Frühjahr 2026 erscheint mit DIE FRAU ALS MENSCH: SCHAMANNINEN der zweite Band ihres ambitionierten Sachcomicprojektes. Darin führt Lust ihren kritischen und zugleich kreativen Blick auf historische Frauenbilder fort und erweitert so erneut die Perspektiven auf die kulturelle Sichtbarkeit von Frauen in der Menschheitsgeschichte.

Artikelbilder: © Reprodukt
Layout und Satz: Roger Lewin

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