Seit 2006 begeistert Rune Factory Fans weltweit, indem es klassische Farming-Sim-Elemente mit Action- und Rollenspielaspekten verbindet. Das neueste Spin-off Guardians of Azuma erschien am 05.06.2025 und führt Spieler*innen ins einst idyllische Azuma. Mit Schwert und Hacke bewaffnet gilt es, das Land und seine Bewohner*innen zu retten.
Mit Guardians of Azuma erscheint nach Frontier und Tides of Destiny das dritte Spin-off der Rune Factory-Reihe. Darüber hinaus umfasst sie fünf reguläre Teile sowie zwei Neuauflagen (von Teil 3 und 4). Damit ist die ursprünglich als Ableger von Story of Seasons entstandene Reihe alles andere als unbekannt auf dem Markt. Die Mischung aus landwirtschaftlicher Arbeit, Kampf und sozialen Aspekten begeistert Fans weltweit. Kann der neueste Titel der Reihe an frühere Erfolge anknüpfen?

Für diesen Spieltest wurden circa die ersten 10 Stunden der Nintendo Switch-Version ausprobiert. Hierfür wurden der mittlere Schwierigkeitsgrad sowie die englische Sprach- und Textausgabe gewählt. Vorkenntnisse aus früheren Teilen der Reihe waren nicht vorhanden.
Leichte Fantasy-Gewalt
Inhaltsverzeichnis
Willkommen in Azuma
Im neuesten Teil von Rune Factory finden sich Spieler*innen im östlichen Azuma wieder. Das vom historischen Japan inspirierte Land wurde in früheren Ablegern der Reihe nicht besucht und stellt damit auch für alteingesessene Fans ein spannendes Setting dar. Doch die idyllische Szenerie täuscht: Seit dem sogenannten „himmlischen Verfall“ fließen die von Runen erschaffenen magischen Kräfte nicht mehr, was ein Verdorren der Felder und ein Verzweifeln der Menschen mit sich bringt. Hinzu kommt, dass die Gottheiten der Jahreszeiten wie vom Erdboden verschluckt sind, sodass sie in dieser Notlage keinen Beistand leisten können.

Als Erdtänzer*in müssen Spieler*innen nunmehr Azuma und all jene, die hier zuhause sind, retten. Dieser Prozess gestaltet sich abwechslungsreich, denn es gilt, Felder zu bewirtschaften, Freundschaften zu pflegen und gegen grausige Monster in den Kampf zu ziehen. Trotz der düsteren Ausgangssituation erzeugt das Spiel durch bunte Landschaften und freundliche, oft auch humorvolle Dialoge eine positive Atmosphäre.
Nachdem Spieler*innen sich aus zwei zur Verfügung stehenden spielbaren Charakteren einen ausgesucht haben, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Um Azuma wiederherstellen zu können, müssen vier Dörfer, die im Zeichen der Jahreszeiten stehen, auf- und ausgebaut werden. Hierfür werden Einwohner*innen, Materialien, Geld, sowie helfende Hände gebraucht.
Dorfbau und Landwirtschaft
Das Spiel beginnt im Frühlingsdorf. Spieler*innen erwecken die schlafende Göttin der ersten aller Jahreszeiten und verhelfen dem Dorf zu neuem Glanz. Hierfür werden Felder umgegraben, Samen eingepflanzt und die Ernte eingefahren. Erhaltene Feldfrüchte können verkauft, als Zutaten zum Kochen oder aber als Geschenke für rekrutierte Charaktere genutzt werden. Nach den ersten Tagen, in denen Spielende selbst Hand anlegen müssen, können Dorfbewohner*innen zur Feldarbeit verpflichtet werden.
Neben den landwirtschaftlichen Aspekten nimmt die Stadt- oder eher Dorfplanung eine wichtige Rolle in Guardians of Azuma ein. Häuser für zuziehende oder gerettete Dörfler*innen müssen ebenso gebaut werden wie zum Beispiel eine Schmiede, die zum Verbessern von Waffen und Rüstungen benötigt wird. Zusammen mit dem Wegenetz, das innerhalb der vorgegebenen Bauflächen frei verlegt werden kann, sowie freischaltbaren Dekorationen tragen die Gebäude zur Ästhetikbewertung des jeweiligen Dorfes bei. Eine gute Bewertung ist deshalb nützlich, weil sie die erhaltenen Erfahrungspunkte für das Aufleveln des Dorfes verstärkt. Dieses wiederum lockt weitere Dorfbewohner*innen an.
Erkundung und Kampf
In den Arealen jenseits der Dörfer gilt es, fiese Kreaturen zu erschlagen, Dorfbewohner*innen zu retten und Materialien zu sammeln. Mit Schwert, Bogen und Reisbällchen bewaffnet kann die farbenfrohe Spielwelt erkundet werden. Das dynamische Kampfsystem, das unter anderem eine Ausweichmechanik sowie die Option, feindliche Kreaturen zu lähmen, beinhaltet, sorgt für abwechslungsreiche Unterhaltung und Spielspaß. Mit munteren Kommentaren stürzt sich die Gruppe ins Kampfgeschehen, das einen angenehmen Herausforderungsgrad mit sich bringt.

Wenn ein Kampf einmal nicht gut ausgeht, zeigt sich Guardians of Azuma nachsichtig: Spieler*innen finden sich auf ihrem Schlafplatz wieder und bisher erreichter Fortschritt bleibt bestehen. Allgemein ist es zu empfehlen, rechtzeitig abends wieder zuhause zu sein, denn ansonsten droht zu später Stunde ein anhaltender Lebenspunkteverlust, der zum schnellen Aufsuchen des Betts motiviert.
Freundschaft und Liebe
Im Verlauf der Handlung wird eine große Auswahl von Charakteren rekrutiert, mit denen der gespielte Charakter Freundschaften und manchmal sogar Romanzen aufbauen kann. Hierfür sind regelmäßige Dialoge und Geschenke – vor allem zu Geburtstagen – ein Muss. Ist das erste Freundschaftslevel erreicht, können die jeweiligen Personen sogar mit auf Reisen genommen werden und sind somit eine große Hilfe in kämpferischen Auseinandersetzungen aller Art. Bis zu drei Begleiter*innen können zur gleichen Zeit in die Gruppe aufgenommen werden. Das Charakterdesign in Guardians of Azuma ist mehr als gelungen; sowohl die Kleidungsstile als auch die Frisuren und Gesichter glänzen durch interessante Stile und Abwechslung.
Technische Details
Guardians of Azuma ist ein zugänglicher Titel, der mit einem umfangreichen Tutorial dafür sorgt, dass allen Spielenden der Einstieg gelingt. Leider sind die Erklärungen teils unnötig langatmig, und das Aneinanderreihen von kurzen Übungseinheiten und Textblöcken kann frustrieren. Nach einer knappen Stunde jedoch geht es eigenständig durch die Spielwelt, welche Switch 2-Spieler*innen in einer höheren Auflösung und mit besserer Framerate als auf der Vorgängerkonsole genießen können. Leider sind einige Texte, wie die Dorfboni-Übersicht im Dorfbaumodus, auf dem kleinen Switch-Bildschirm nicht gut zu erkennen. Wird die Konsole an den Fernseher – und somit an einen größeren Bildschirm – angeschlossen, entfällt dieses Problem.
Die musikalische Untermalung des Spiels erfüllt ihren atmosphärischen Zweck, sticht aber nicht besonders hervor. Anders sieht dies für die Synchronisation aus: Sie glänzt sowohl im japanischen Original als auch in der englischen Übersetzung. Die Stimmen passen zu den jeweiligen Charakteren und spiegeln deren Persönlichkeit wider. Auch sind emotionale oder humorvolle Dialoge überzeugend gestaltet.

Zur Veröffentlichung des Spiels erscheinen mehrere DLCs: Das Seasons of Love Bundle schaltet für zwei weitere Charaktere die Möglichkeit einer Romanze frei und beinhaltet darüber hinaus Badegarderobe für alle Heiratskandidat*innen. Das Festive Attire & Dark Woolby Bundle enthält festliche Kleidungssets für die beiden spielbaren Hauptcharaktere und für den Begleiter Wollbi. Darüber hinaus werden das Rune Factory 4 Hero Outfit Bundle und das Rune Factory 4 Bachelorette Outfit Bundle angeboten. Zu guter Letzt können sich alle Spieler*innen über den kostenlosen Sakuna DLC freuen. Hierbei handelt es sich um einen Gastauftritt der Protagonistin Sakuna aus Sakuna: Of Rice and Ruin.
Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: Marvelous Inc.
- Publisher: XSEED Games, Marvelous USA, Inc. und Marvelous Europe
- Plattform: Nintendo Switch, Nintendo Switch 2, PC (Steam)
- Sprache:
- Audio: Englisch, Japanisch
- Text: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Japanisch, Chinesisch
- Mindestanforderungen:
- Betriebssystem: Windows 10 und 11
- Prozessor: Intel Core i5-10400
- Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
- Grafik: NVIDIA GeForce GTX 1650 SUPER
- Speicherplatz: 20 GB
- Genre: Rollenspiel, Abenteuer, Romantik
- Releasedatum: 05.06.2025
- Spielstunden: 10 Stunden im Rahmen des Spieltests, für die komplette Handlung werden etwa 40 Stunden erwartet
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: USK 12
- Preis: ab 59,99 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon (Nintendo Switch Nintendo Switch 2)
Fazit
Rune Factory: Guardians of Azuma vermengt die Mechaniken typischer Farming Sims mit denen von Rollen- und Actionspielen. Dabei büßt der Titel seinen Anspruch auf ein Cozy Game nicht ein, sondern überzeugt durch Abwechslung und eine positive Atmosphäre. Umgeben von detailreich gestalteten Charakteren machen sich Spieler*innen daran, insgesamt vier Dörfer wiederaufzubauen, um Azuma wiederherstellen zu können. Dafür müssen sie Landwirtschaft betreiben, Monster besiegen und Freundschaften schließen. Sogar das Finden der großen Liebe kann Teil dieser Reise sein, die durch ein unterhaltsames Gameplay und eine hervorragende Synchronisation beeindruckt.

Ohne Schwächen kommt der Titel jedoch nicht aus: Vor allem das langatmige Tutorial hat im Spieltest einen negativen Eindruck hinterlassen. Allerdings tut dies dem generellen Spielspaß, den das neue Rune Factory-Spin-off mit sich bringt, keinen Abbruch. Die Entscheidung, Guardians of Azuma sowohl auf der Switch, der Switch 2 und auf Steam zu veröffentlichen, macht das Spiel für ein großes Publikum zugänglich und interessant. Die vielen Optionen, die Dörfer zu gestalten, Kämpfe zu führen und soziale Beziehungen aufzubauen, statten den Titel außerdem mit einem erhöhten Wiederspielwert aus. Für Farming- und Action-Freund*innen lohnt sich der Aufbruch nach Azuma!

- Abwechslungsreiches Gameplay
- Liebevolles Charakterdesign
- Großartige Synchronisation
- Langatmiges Tutorial
- Texte auf Switch-Bildschirm zu klein
Artikelbilder: © Marvelous Inc./XSEED Games, Marvelous USA, Inc. und Marvelous Europe
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen
Screenshots: Yola Tödt
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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