In ReSetna wagen wir uns in eine postapokalyptische Roboterwelt. Nach dem Untergang der Menschheit regieren Maschinen die Erde, werden aber von einem mysteriösen Signal gehackt. Als Spezial-Roboter Setna machen wir uns auf in ein Metroidvania-Action-Adventure, um das Signal zu stoppen.
Kampf, Gewalt und Tod von Robotern
Inhaltsverzeichnis
Genaueres Setting/Geschichte
ReSetna beginnt in einer nicht näher erklärten Zukunft. Nach einer Katastrophe oder einem Krieg scheint die Menschheit ausgestorben, und die Erde wird nur noch von Robotern und KIs bevölkert, die in den Ruinen der Menschheit leben. Ein mysteriöses Signal aus unbekannter Quelle hat allerdings einige Roboter gehackt. Sie werden bösartig und greifen die nicht-infizierten Roboter an. Das Signal breitet sich währenddessen immer weiter aus. Um die Bedrohung aufzuhalten, stellt F.R.E.D., der Anführer der Roboter, einen neuen Roboter her, speziell dafür designt, um das Signal zu stoppen: Setna. Als Setna reisen wir durch die unterschiedlichen Regionen, stoppen die Verbreitung des Signals und decken die Wahrheit hinter der Geschichte auf.
Die Zukunft: mysteriös, geheimnisvoll, metallisch
Das Setting und die Geschichte sind nicht übermäßig innovativ, aber erfüllen ihren Zweck. Vor allem zu Anfang bleibt die Welt, in die man ohne Vorwarnung geworfen wird, noch sehr mysteriös. Es scheint verschiedene Klassen von Robotern zu geben, von denen manche nur Maschinen zu sein schein, andere aber intelligent wie Menschen wirken und Namen tragen wie F.R.E.D., Elmer8 oder Vegar25. Außerdem erfährt man, dass die Menschen vor ihrem Untergang versuchten, sich auf Chips zu übertragen, um als Roboter zu überleben. Im Laufe des Spiels werden jedoch so manche Geheimnisse aufgeklärt, vor allem, wenn man die optionalen Sidequests abschließt, mit allen Figuren redet, und die verschiedenen Sammelgegenstände findet.

Inspiration und Innovation
Eine gewisse Ähnlichkeit zu dem japanischen Nier: Automata drängt sich unwillkürlich auf. Auch dort geht es um einen Maschinenkrieg, lange nachdem die Menschheit von der Erde verschwand. Auch das überarbeitete Design von Setna im neusten Patch erinnert daran. Nun ist Setna eine humanoide Roboterin mit Haaren und einem menschlichen Gesicht, ähnlich den YorHa-Androiden aus Nier. Davor war Setna eine kantig-industrielle Roboter-Maschine. ReSetna hat allerdings ein auf den ersten Blick deutlich düstereres Setting: Statt Niers blühender Welt, die von der Natur zurückerobert wurde, ist ReSetna ein industrielles Katastrophengebiet. Die Startregion Polis13 ist eine zur Asphaltruine zerfallene Stadt. Außerdem gibt es eine von Säure überschwemmte Industrieregion, eine, die aussieht wie das innere eines gigantischen Computers mit riesigen Chips, eine Tron-artige High-Tech-Region und mehr. ReSetna hat zwar auch gewisse Ansätze in der düsteren Atmosphäre, so philosophisch wie Nier wird es allerdings nicht.

Insgesamt sind Welt und Geschichte des ungefähr siebenstündigen Spiels unterhaltsam und spannend. Wer schon immer sehen wollte, was wäre, nachdem die Maschinen in Terminator oder Matrix gewännen, findet hier eine interessante Maschinenwelt, die ihre eigenen Probleme hat und nicht nur mit perfekter Computerpräzision funktioniert.
Features
Vom Gameplay her ist ReSetna ein klassisches Metroidvania, eine besondere Unterart der Action-Adventure, die in den letzten zehn Jahren extrem erfolgreich wurden. Die Grafik ist zwar dreidimensional, Setna wird jedoch durch eine zweidimensionale Welt bewegt. Wie üblich für das Genre kann diese Welt relativ frei bereist werden. Zu Anfang bekommt man die offene Aufgabe, vier Sender zu deaktivieren. Diese sind über die Karte verteilt und können in beliebiger Reihenfolge angegangen werden. Danach erhält man Schlüssel und Fähigkeiten, die Zugriff auf neue Gegenden ermöglichen. Mit dem Schlüssel können Türen zu neuen Gebieten geöffnet werden, mit Fähigkeiten, wie etwa dem Doppelsprung oder einem Schutzschild vor Säure, können neue Räume und Orte gefunden werden, in denen oft Schätze oder Sammelgegenstände versteckt sind. Wie in Prince of Persia: The Lost Crown können auch in ReSetna in-game-Screenshots gemacht werden, die direkt auf der Karte gespeichert werden. Äußerst praktisch, um sich zu merken, zu welchen Stellen man zurückkehren sollten, sobald die passende Fähigkeit gefunden wurde.

Die Waffen eines Roboters
Diese klassische Gameplay-Struktur des Metroidvanias erfüllt ReSetna gut. Neue Gegenden werden durch Missionen und Bosse eröffnet, neue Fähigkeiten regen zum Backtracking an und dazu bekannte Gebiete noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Gekoppelt wird das mit einem flotten Hack&Slash-Kampfsystem. Zu Beginn ist Setna mit zwei Äxten bewaffnet, mit denen sie mit schnellen Kombos Gegner in Stücke hackt. Im Lauf des Spiels kann sie einen großen, starken, aber langsameren Säbel freischalten sowie ein Naginata, einen Speer mit langer Klinge und hoher Reichweite. Dazu kann sie Angriffe blocken, kontern und Ausweich-Schritte machen. Mit freischaltbaren Spezialfähigkeiten können Gegner außerdem etwa kurz eingefroren werden oder explodieren. Dadurch ergibt sich ein schnelles, spaßiges Kampfsystem. Die Gegnervielfalt ist zufriedenstellend. Die üblichen Mischungen aus Nahkampf, Fernkampf, und so fort sind alle vorhanden. Dazu gibt es einige ausgefallene übergroße Gegner und Bosse. Bei diesen muss auf den Angriffsrhytmus geachtet werden, um in den richtigen Momenten anzugreifen und auszuweichen. Das sind alles typische Elemente, die gut eingebaut wurden.

Als ungewöhnlicheres Alleinstellungsmerkmal dient in ReSetna das Chip-System. Es gibt Chips mit verschiedensten Effekten, etwa mehr Schaden für eine Waffe, mehr Lebensenergie für Setna, oder ganz neue Fähigkeiten wie ein Fernkampfangriff für die Äxte. Der Clou daran ist, dass jeder Chip eine eigene Form hat, ähnlich wie Tetris-Blöcke und auf einem quadratischen Feld platziert werden müssen. Das kann zum Umdenken und zu neuen Builds anregen. Man möchte mehr Schaden machen, muss dafür aber die Lebensverbesserung aufgeben? Vielleicht passt dafür dann der Chip, der die Aufladegeschwindigkeit des Schildes erhöht! Das Chip-System ist eine nette Idee, die ReSetna einen eigenen Touch gibt.

Die Schattenseiten eines Indie-Spiels
Das alles ist durchaus solide eingebaut und umgesetzt. Zwei Kritikpunkte gibt es leider jedoch. Zum ersten fühlt sich noch nicht alles ganz rund an. Es gab während des Spielens keine technischen Probleme, aber manchmal waren Dinge wie Sprunggenauigkeit, Treffererkennung oder Ausweichtiming etwas ungenau. ReSetna ist nun mal kein AAA-Spiel mit Millionenbudget wie God of War: Ragnarok, sondern ein Indie-Spiel. Wirkliche Probleme gab es keinesfalls, allerdings muss man sich darauf einstellen, dass ReSetna eben nicht bis ins letzte Byte perfekt glattgebügelt ist, sondern manchmal noch Eigenheiten hat.
Der zweite Punkt ist, dass das Spiel auf eine solide Art Inspirationen vereint. Postapokalyptisches Maschinensetting, klassisch-modernes Metroidvania-Gameplay und schnelle 2D-Hack&Slash-Kämpfe werden hier auf fähige Art kombiniert. Mit ReSetna macht man sicherlich nichts falsch und wird für sieben bis acht Stunden, eine typische Spiellänge im Metroidvania-Genre, gut unterhalten. Ein wenig fehlt aber das gewisse Etwas, das es aus der Masse heraushebt. Für Fans des Genres ist ReSetna das Durchspielen wert. Neulinge sind hier auch nicht falsch, allerdings haben sie gamingtechnisch nicht viel Grund, ReSetna anderen Genrevertretern wie Prince of Persia: The Lost Crown, Metroid: Dread, Bloodstained: Ritual of the Night oder Hollow Knight/Silksong vorzuziehen. Für ein erstes Spiel eines neuen Teams ist ReSetna aber ein guter Versuch geworden.

Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: Today’s Games
- Publisher: Module 16
- Plattform: PC (Playstation, X-Box und Switch angekündigt)
- Sprache: Deutsch, Spanisch, Brasilianisches Portugiesisch, Japanisch, Russisch, Chinesisch (vereinfacht), Koreanisch, Französisch, Englisch
- Mindestanforderungen:
Betriebssystem: Windows 10- Prozessor: Intel Core i5-6400 oder AMD FX 8320
- Arbeitsspeicher: 8 GB RAM
- Grafik: NVIDIA GTX 960 oder AMD Radeon R9 280
- Speicherplatz: 25 GB
- Genre: Action-Adventure, Metroidvania
- Releasedatum: 31. Jan. 2025
- Spielstunden: 7-8
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: ab 12
- Preis: 14,50 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel
Fazit
ReSetna ist das erste Spiel des Indie-Entwicklers Today’s Games. In dem postapokalyptischen Metroidvania wird die Erde von Robotern bewohnt, die von einem mysteriösen Signal gehackt werden. Als Roboter Setna macht man sich auf den Weg, das Signal zu stoppen und die Geheimnisse der Vergangenheit aufzudecken. Das Gameplay setzt das genre-typische Erkunden und Sammeln solide um, und der schnelle Hack&Slash-Kampf ist unterhaltsam. Ein wenig merkt man dem Spiel an, dass es das erste Projekt eines neu gegründeten Indie-Teams war, denn im Allgemeinen fehlt es manchmal am letzten Feinschliff.
Der Spielspaß wird dadurch aber nicht getrübt. Insgesamt ist ReSetna ein solides Metroidvania, das am oberen Ende des guten Genre-Durchschnitts liegt. Typische Gameplay-Elemente werden hier auf solide Art kombiniert. Das gewisse Etwas fehlt allerdings noch. Für den günstigen Preis von 14,50 Euro bietet es sich trotzdem an: Für Genre-Fans, die nach dem nächsten Fix suchen, oder für Neulinge, denen der Look oder das Setting zusagt. Auf jeden Fall sollte Today’s Games im Auge behalten werden. Wenn sie in ihrem nächsten Spiel das solide Level halten und dazu noch ihren eigenen Touch einbringen, könnte das ein echter Hit werden.

- Solides Metroidvania
- Schnelles Kampfsystem
- Interessantes Setting
- Gut kombiniert, wenig Innovation
- Etwas Feinschliff fehlt
Artikelbilder: © Today’s Games
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Paul Menkel
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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