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Die Marvel-Comics sind voll skurriler Gestalten, die es aber dennoch ins MCU schaffen. Nachdem sie über die Comicblase hinaus bekannt werden, können wir uns über neue Comics freuen: Moon Knight ist erneut von den Toten zurückgekehrt, Venom hat sich mit einem neuen Wirt verbunden und die TVA rekrutiert neue Agent*innen.

Marvel setzt viel daran, dass ihre Comics auch stets für Neueinsteiger*innen interessant bleiben. Daher muss man nicht jahrelang die Geschichten von Moon Knight, Venom oder der TVA studieren, um einsteigen zu können. Jed MacKay ist schon länger für die Moon Knight-Comics In dieser Zeit hat er mit Hunter’s Moon eine zweite Faust Konshus eingeführt, den originalen Moon Knight getötet und die Reihe ohne die Titelfigur fortgeführt. Nun ist es soweit, dass der bekannte Held zurückkehrt und die Mitternachtsmission übernimmt. Doch mächtige Feind*innen haben es auf ihn und seine Freund*innen abgesehen, so dass sie in den Untergrund verschwinden müssen. Auch bei Venom gibt es eine neue Reihe mit demselben Autor der letzten Serie. Hier hat sich der Venom-Symbiont nach dem Venom War von Dylan Brock getrennt und einen neuen Wirt gefunden. Der erste Comic macht ein großes Geheimnis daraus, wer die eigentliche Protagonist*in ist, den oder die wir nur im Kostüm sehen. Der neue TVA-Comic handelt von Spider-Gwen, die als Teil einer neuen Agent*innen-Truppe eine Gefahr aufspüren muss. Dabei trifft sie neben anderen Figuren des Multiversums auf einige Figuren der Loki-Serie.

Triggerwarnungen

Gewalt

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Moon Knight – Die Faust des Konshu #1 – Aus der Finsternis

Wertung 4Marc Spector kommt in sein Revier zurück und entdeckt, dass es durch eine magische Droge namens Glitter geflutet wird. Schnell wird ein Gangboss namens Archilles Fairchild zum Hauptverdächtigen. Mit seinen Verbündeten Tigra, Hunter’s Moon, 8-Ball und den Vampiren Soldier und Reese stellt er sich dem Drogenkartell entgegen. Doch der Feind hat mehr Ahnung von mystischen Kräften, als es zunächst den Anschein hat, und zwingt die Truppe in den Untergrund. Einige alte Feind*innen werden reaktiviert. Als dann auch noch die Polizei unter die Kontrolle gebracht wird, wird Moon Knight in ein alles entscheidendes Duell gedrängt.

Der Comic fackelt nicht lange herum. Es gibt viele Kämpfe und Wendungen. Durch die vielen Figuren und Lücken in der Handlung, fällt es nicht unbedingt leicht, der Handlung zu folgen. Auch Moon Knights unterschiedliche Persönlichkeiten kommen zum Vorschein. Trotzdem gibt sich der Autor alle Mühe, ein Element nach dem nächsten einzuführen, damit man den Comic auch als allerersten Moon Knight-Comic lesen könnte. Dass dies nicht immer gelingt, liegt vor allem an den vielen Sprüngen in der Handlung. Es wäre besser gewesen, sowohl die Anzahl der Protagonist*innen als auch der Antagonist*innen zu reduzieren.

Der Schatten, der die Nacht durchflattert

Wie bei vielen Moon Knight-Comics sticht auch dieser hier optisch aus dem Einheitsbrei heraus. Trotz der erkennbaren Zeichnerwechsel bleibt der düstere Stil unverkennbar. Auch, dass Moon Knight durch geschickte Effekte auf den Umrissen heller als reines Weiß wirkt, trägt viel zur visuellen Präsentation bei. Dazu sticht in den von Devmalya Pramanik gezeichneten Kapiteln die geschickte Parallelmontage und das Paneldesign hervor, wodurch die Erzählung besonders spannend wirkt.

Wäre es nicht zwischendurch schwierig der Handlung zu folgen, wäre der Band eine uneingeschränkte Empfehlung. Die Mitternachtsmission hat inzwischen eine Teamgröße erreicht, die mehr als nur eine kurze Erwähnung benötigt, um alle Figuren einzuführen. Wer bereits die anderen Moon Knight-Comics von Jed MacKay gelesen hat, sollte sich aber auch hier wieder wohlfühlen. Allerdings fehlt noch die psychologische Perspektive. Zwar kommen Marcs Psychologin Dr. Sterman und ein Zwiegespräch zwischen den Persönlichkeiten vor, aber diese Szenen fügen nichts zur Handlung hinzu, so dass dies hier auch ein beliebiger Comic eines anderen Nachtschwärmers sein könnte. Unterm Strich ist dies ein guter Start für Moon Knight-Fans, aber kein Comic, der uneingeschränkt jedem empfohlen werden kann.

Die harten FaktenMoonKnightTitel

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*in: Jed MacKay
  • Zeichner*innen: Devmalya Pramanik, Alessandro Cappuccio
  • Seitenanzahl: 136
  • Preis: 18 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini

 

Venom #1 – Wer ist Venom?

Wertung 4Madame Masque war in der aktuellen Spider-Man-Serie in den Gang War verwickelt. Als sie nun deshalb vor Gericht steht, erscheinen plötzlich Kämpfer*innen von A.I.M. und zerlegen den Gerichtssaal. Luke Cage, der aktuelle Bürgermeister von New York, Robbie Robertson, der Chefredakteur vom Daily Bugle und der ewige Sidekick Rick Jones versuchen zu intervenieren und verschwinden alle in dem Augenblick als der ganz neue Venom auftaucht und den Tag rettet. Der letzte Wirt Dylan Brock wohnt inzwischen bei Mary Jane Watson, die seit kurzem als Superheldin Jackpot auf Streife geht und ihrem Freund Paul Rabin, der aus einem anderen Universum stammt. Dylan möchte unbedingt herausfinden, wer nun seinen Anzug trägt, während Venom versucht, die Machenschaften von A.I.M. zu stoppen.

Nach und nach werden die einzelnen Verdächtigen ausgeschlossen und ganz am Ende erfährt man, wer nun wirklich im Kostüm steckt. Dieses Rätselraten macht den Comic interessant. Mit der Zeit erweitert sich das Feld der Kandidat*innen auch noch um weitere Figuren aus dem Umfeld von Spider-Man und Venom. Auch andere Symbionten werden interessant in die Handlung eingewoben. Leider passiert abseits davon nicht viel berichtenswertes. A.I.M. bleibt als schurkisches Unternehmen weiterhin flach und Venom verhält sich teilweise ein wenig alberner als in vorherigen Inkarnationen.

Keine Spoiler in dieser Rezension

Obwohl die Handlung relativ einfach gestrickt ist, erschwert die Vielzahl an Figuren Neueinsteiger*innen sich zurecht zu finden. Es bleibt auch nicht viel Zeit die einzelnen Charaktere sinnvoll auszubauen. Hier sollte man zumindest eine Grundahnung haben, wer die potenziellen Protagonist*innen der Handlung sind. Die Idee einen Comic herauszubringen, bei dem den Lesenden die Geheimidentität des Helden auch zunächst fremd ist, ist unterhaltsam. Es bleibt die Frage, ob sich auch andere mit einer Figur identifizieren können, über die man zunächst nicht viel weiß. Warum der neue Venom goldene Elemente in seinem Outfit hat, wird auch nur im Vorwort von Panini erklärt. Der Comic hätte sich mehr Mühe machen können, Neulesende abzuholen.

Ansonsten ist dies hier ein solider Superhelden-Comic mit einer actionreichen Geschichte. Die Szenen sind dynamisch und visuell ansprechend gestaltet, ohne wirklich aus der Masse herauszustechen. Humor ist vorhanden, auch in albernen Elementen wie seltsamen Verformungen des Venom-Körpers, hält sich aber in Grenzen. Man darf gespannt sein, inwieweit sich der neue Venom von den Vorgängern unterscheidet und ob zusätzlicher Reiz durch den neuen Wirt und dessen Verbindungen zu anderen Superhelden entsteht. Venom-Fans können hier gerne zugreifen. Viele Lesende wird dieser Band aber nicht zu neuen Venom-Fans aufbauen.

Die harten FaktenVenomTitel

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*in: Al Ewing
  • Zeichner*in: Carlos Gomez
  • Seitenanzahl: 120
  • Preis: 16 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini

 

TVA – Time Variance Authority – Zeit für neue Agenten

Eigentlich soll die TVA die Zeitlinie vor Zeitreisenden, Paradoxa und anderen Gefahren schützen. Nach den Ereignissen der Loki-Serie haben sich die Verhältnisse in der TVA drastisch geändert. Miss Minutes versucht neue Rekrut*innen zu Werbevideos zu bewegen, während Mobius seinem Freund Loki hinterher trauert, dem inzwischen auch schon Statuen geweiht sind. B-15 will den Laden zusammenhalten, als in diversen Zeitlinien plötzlich Personen mit ihren ureigensten Ängsten konfrontiert werden. Das Einsatzteam um Ghost Spider, Captain Peggy Carter, einem traurigen Gambit, Wolverines Sohn Jimmy und Ingrid, einer Person, über die niemand etwas weiß, muss sich aufmachen, den Urheber dieser Alpträume zu finden.

Hier sehen wir nicht die alte TVA, die aus den Comics bekannt ist, sondern Figuren die direkt aus der Loki-Serie stammen. Ohne Kenntnis der Serie wird es schwer zu verstehen, von was die Charaktere hier eigentlich reden. Das Grund-Credo des Comics, die Film-Figuren aus dem MCU mit Comic-Figuren aus dem Multiversum zu kombinieren, hätte einige interessante Begegnungen hervorbringen können. Gerade aber die Figuren aus der Loki-Serie wirken hier aber besonders steif und uninteressant.

Überraschungsarm

Besonders bei der Mimik merkt man, dass zu viel Wert daraufgelegt wurde, die Schauspieler*innen der Serie passend darzustellen: Hier fehlt es an Dynamik. Dass es auch anders geht, sieht man daran, dass der Zeichner Pere Pérez keine Probleme hat, beispielsweise Jimmy Hudson zu zeichnen. Die Figur sprudelt nur so heraus. Viel Tiefe bekommt hier aber kein Charakter ab. Die Serienfiguren werden als bekannt hingenommen, was besonders bei der später ebenfalls auftauchenden Sylvie unpassend wirkt und direkt als vertrauenswürdiger Teil der Gruppe akzeptiert wird. Gwen als Hauptprotagonistin sorgt für viel Humor, dies kann die Handlung aber auch nicht retten.

Fast nichts in dieser Erzählung entwickelt sich logisch aus der Handlung heraus. Die Figuren werden wie auf Eisenbahnschienen von einer Situation in die nächste gebracht und treffen auf weitere skurrile Figuren. Ein paar dieser Konstellationen machen sogar Spaß, das Gesamtkonstrukt fühlt sich trotzdem sehr flach und belanglos an. Der mysteriöse Schurke ist schon früh erwartbar, wenn man sich etwas in der Marvel-Welt auskennt. Wer einen humorvollen Comic mit Spider-Gwen genießen will, kann hier seinen Spaß haben. Aber nur wenn man sämtliche Lücken in der Erzählung ignorieren kann.

Die harten FaktenTVATitel

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*innen: Ryan North, Katharyn Blair
  • Zeichner*in: Pere Pérez
  • Seitenanzahl: 120
  • Preis: 16 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini

 

Artikelbilder: © Panini Comics, Marvel
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Sabrina Plote
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