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Starport ist ein Ort voller Möglichkeiten, Kreativität und Magie. Das Spiel richtet sich an die jüngsten Rollenspieler*innen im Alter von 5 bis 12 Jahren. Es ist voller Fantasie und regt das Erwerben kommunikativer Kompetenzen an, sowie kreative und friedliche Problem- und Konfliktlösung.

Starport bietet eine kindgerechte Welt für erste Erfahrungen mit Tischrollenspielen für Kinder ab dem Vorschulalter. Das Spielleiten übernimmt meist ein*e Erwachsene*r oder älteres Kind, vorzugsweise mit etwas Erfahrung. Die Kinder schlüpfen in selbst erdachte Rollen und erleben fantastische und spannende Abenteuer. Dieses Spiel ist gewaltfrei und setzt seinen Schwerpunkt auf kreative und friedliche Problemlösungen und vermittelt ebenfalls spielerisch kommunikative Kompetenzen.

Keine üblichen Trigger vorhanden

Die Spielwelt

In Starport kann alles passieren. In dieser offenen Welt können Einhörner neben Robotern existieren und es können Besucher aus anderen Welten kommen. Magie ist real und an jeder Ecke wartet ein aufregendes Abenteuer. Die Welt ist bunt und kinderfreundlich gestaltet. Daher wird auf Gewalt verzichtet. Es sollen Kreativität und Teamarbeit gefördert werden und es kann Problemlösungskompetenz entwickelt werden. Dazu fördert es kritisches Denken, Lesen, Schreiben, Mathematik, mündliche Kommunikation und Selbstbewusstsein.

Der Ort Starport selbst ist ein fantastischer Ort, in dem Charaktere aus allen Lebensbereichen und Zeiten zusammenkommen, alles ist möglich. Das Buch enthält eine Karte von Starport mit einigen wichtigen Orten. Man wird aber auch dazu angeregt, eigene Orte hinzuzufügen. Mittig liegt das Gemeindezentrum als Regierungssitz, wobei dieser eigentlich obsolet ist. Regiert wird die Welt von Königin Sternenklar.

Bardos Ausrüstungsladen.
Bardos Ausrüstungsladen.

Es gibt noch den Ausrüstungsladen, der Gegenstände verkauft und kauft, den Kinderclub, der etwa einer Bibliothek nahekommt und das Spieleparadies. In diesem können Rätsel gelöst werden und die Charaktere können so ein paar Münzen verdienen. Bei allen Ortsbeschreibungen sind auch Vorschläge für NSCs und mögliche Begegnungen angegeben. Jeder größere Ort braucht auch eine Poststelle, die hier Nachrichtenzentrale genannt wird. Des Weiteren gibt es ein Tierheim, wo man sich mit Tiergefährten anfreunden kann und den Hafen der Sterne, von dem aus man Reisen in den verschiedensten Vehikeln antreten kann. Tränke erhält man im Labor und die große Wohnsiedlung nennt sich Sternheim.

In der näheren Umgebung befinden sich ein Sumpf, ein Gebirge, einen Wald und ein Fluss. Auch dort können allerlei Abenteuer stattfinden. Gerade dort leben auch einige interessante und vor allem kindgerecht gestaltete Figuren. Die Kreaturen sind allesamt bebildert, werden kurz beschrieben, ein Schwierigkeitsgrad ist angegeben (dazu weiter unten mehr zu), die erforderlichen Erfolge zum Besiegen, ihre Fähigkeiten und etwaige Besonderheiten. Es gibt in und um Starport etwa Schleimfresser, Netzroboter, Bäuerchen und Schatzfresser (die kinderfreundliche Variante zu einem Mimic aus der D&D-Spielwelt).

In dem Buch sind auch drei spielfertige Abenteuer enthalten, um den Kindern die Regeln und die Welt näher zu bringen. Die Abenteuer sind auf eine Spieldauer von etwa 20 bis 30 Minuten angesetzt und können ohne viel Vorbereitung sofort gespielt werden.

Die Regeln

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Die Regeln sind sehr übersichtlich, für jüngere Kinder jedoch vollkommen ausreichend. Der Fokus liegt eindeutig auf Rollenspiel, aber gerade jüngere Spielende werfen auch gerne den Würfel. Dies wird bei den Aktionswürfen (in anderen Spielen auch Probe genannt) fällig. Die Aktionswürfe sind einer Eigenschaft zugeordnet und werden gegen eine von der Spielleitung genannte Schwierigkeit mit einem W20 gewürfelt. Die Schwierigkeitsgrade liegen zwischen 5 (leicht) und 25 (fast unmöglich). Das Würfelergebnis muss gleich oder höher als der Schwierigkeitsgrad sein. Ist der Wurf knapp darunter, kann man Marker der dazugehörigen Eigenschaft ausgeben, um einen Punkt zu dem Würfelwurf hinzu zu addieren. Hat man in einer Eigenschaft keine Marker mehr, kann man in dieser keine Aktionswürfe mehr ausführen. Man hat die Möglichkeit, seine Marker im laufenden Spiel mit einem Kraftpunkt wieder aufzufüllen.

Die Eigenschaften in diesem Spiel sind Freundschaft, mit der man andere Spieler*innen unterstützen kann, sowie Intelligenz, die eingesetzt wird, wenn man etwas mit Hilfe des Verstandes lösen möchte. Mit Geschicklichkeit kann man Aktionen durchführen, die Gewandtheit und Koordination erfordern und mit Zähigkeit kann etwas versucht werden, das körperliche Stärke und Ausdauer erfordert.

Durch das Spiel leitet in der Regel ein*e Erwachsene*r, diese Rolle kann aber auch von einem älteren Kind mit Rollenspielerfahrung übernommen werden. Das Spiel mit der dazugehörigen Welt ist so konzipiert, dass es für die Charaktere friedliche Begegnungen gibt und Hindernisse mit einer Vielzahl an Fähigkeiten zu überwinden sind. Natürlich sollte man als Spielleitung die Abenteuer an die spielenden Kinder anpassen und die Aufgaben altersentsprechend gestalten.

Der Wald am Rande von Starport, einer der Abenteuerschauplätze im Buch.
Der Wald am Rande von Starport, einer der Abenteuerschauplätze im Buch.

Charaktererschaffung

Die Charaktererschaffung bei Starport funktioniert schnell und einfach. Es ist von Vorteil, wenn die Spielenden schon lesen können, aber kein Muss. Zuallererst können sich die Kinder ein Charakterbild auswählen. Diese gibt es als passenden Marker, den man aus dem Regelbuch herauskopieren kann oder aber man malt sich ein eigenes Bild. Dazu überlegt man sich einen Charakternamen.

In dem Spiel gibt es die vier Eigenschaften Freundschaft, Intelligenz, Geschicklichkeit und Zähigkeit. Auf diese Werte kann man insgesamt zehn Punkte verteilen. Auch hier gibt es passende Marker, die man sich direkt zu den Werten legen kann. Besonders für kleinere Kinder ist dies eine große Hilfe. Diese Marker verbrauchen sich im Spiel, können aber mit einem Kraftpunkt wieder aufgefüllt werden. Einen solchen bekommt man ebenfalls zur Charaktererschaffung.

Anschließend erhalten alle Spielenden eine gleiche Anzahl von Münzen. Sollte man dieses Spiel längerfristig spielen, beginnt man mit fünf Münzen, bei One-Shots kann man bis zu zwanzig Münzen erhalten. Von diesen Münzen können sich die Spielenden einen Tiergefährten kaufen, der ihnen einen Bonus gibt. Ebenso können sie Ausrüstung erwerben. Danach kann man sich noch eine Fähigkeit aus einer Liste auswählen. Später kann man noch weitere dazu lernen. Die Fähigkeiten können einen Bonus auf einen Eigenschaftswert geben oder aber man kann einen Röntgenblick nutzen, sich teleportieren oder ähnliches. Dann ist der Charakter schon spielbereit und es kann losgehen nach Starport.

Der Hafen der Sterne.
Der Hafen der Sterne.

Spielbarkeit aus Spielleitungssicht

Das erste Abenteuer und der Charakterbau waren selbst mit einem jüngeren Kind gut möglich, auch wenn man etwas Hilfestellung geben sollte, gerade wenn das Kind noch keine Tischrollenspiele gespielt hat. Spielt man mit Jüngeren, wäre es hilfreich, jemanden mit Spielerfahrung mit am Tisch sitzen zu haben, dabei ist es gleich, ob dies nun ein*e Erwachsene*r ist oder ein älteres Kind.

Das Abenteuer war geradlinig und einfach gehalten und man benötigte kaum Vorbereitungszeit. Praktischerweise gibt es vorgefertigte Vorlesekästchen, die kindgerecht geschrieben sind. Vor allem mit jüngeren Kindern ist es eine Herausforderung, diese dazu zu bringen, ihren Fokus auf dem Spiel zu halten. Daher sind die kurz gehaltenen Abenteuer im Buch vollkommen ausreichend. Gerade mit Vorschulkindern ist es für Spielleitende eine große Hilfe, wenn ein*e (erwachsene*r) Spieler*in mit am Tisch sitzt.

Spielbarkeit aus Spieler*innensicht

Für diese Rezension wurde das Spiel mit Vorschulkindern und einem Erwachsenen gespielt. Die Kinder ließen sich schnell von der Welt begeistern und fanden das Spiel aufregend und spannend. Ab und an wollten sie weit von der Geschichte abschweifen, doch sie konnten stets wieder in die Welt eintauchen. Am Ende des Abenteuers wurde der Wunsch geäußert, das Spiel unbedingt noch einmal mit einem neuen Abenteuer zu spielen.

Spielbericht

Das erste Abenteuer in dem Buch trägt den Namen „Verschwundene Gefährten“. Nachdem die Spielenden zuerst ein wenig Starport erkundeten, wurden sie von der Gnomin Avi angesprochen. Diese leitete das Tierheim und drei ihrer Tiergefährten waren verschwunden. Diese galt es nun wiederzufinden. Es war bekannt, dass sie gerne an einem verlassenen Haus am Rande von Starport spielten und genau dorthin machte sich die Gruppe auf den Weg.

Am verlassenen Haus wurden die Charaktere Zeugen, wie ein Netz-Roboter (ein großer Roboter mit vier Armen, der Netze wirft) ein Tier verfolgte, einfing und in das Haus brachte. Nun musste das erste Hindernis überwunden werden: ein Abgrund, über den eine Brücke aus schwebenden, wackligen Steinen führte. Zum Glück hatte ein Charakter ein Seil mit Kletterhaken dabei, sodass der Abgrund mit einem geringen Schwierigkeitsgrad überquert werden konnte.

Das verlassene Haus.
Das verlassene Haus.

Im Haus erwartete die Charaktere ein Netz-Roboter, der „mehr Tiere“ verlangte und nun versuchte, die Charaktere zu fangen. Mit einer List konnte der Roboter in eine Falle gelockt werden und war somit unschädlich. Nun wurde das Haus weiter durchsucht und es wurden neben allerlei Kleinkram, Münzen und Büchern einige goldene Buchstaben gefunden (E, F, F, O und N). Die große Schatzkiste im ersten Raum war in Wirklichkeit ein Schatzfresser, der verscheucht werden sollte. Ein Brunnen half dabei, die Marker im Tausch gegen eine Münze wieder aufzufüllen.

Schließlich konnten die Tiere in Käfigen gefunden werden. Um sie zu befreien, mussten die goldenen Buchstaben in der richtigen Reihenfolge in passende Slots auf einen Tisch gelegt werden. (Hier mussten die Tiergefährten und der Erwachsene etwas helfen, da die Spielenden noch nicht lesen konnten.) Die Tiere wurden befreit und zur Gnomin Avi zurückgebracht. Als Belohnung gab es fünf Münzen für jeden Charakter.

Erscheinungsbild

Das Hardcover im A4-Format ist nicht allzu dick, vollfarbig illustriert und in großer, gut lesbarer Schrift gehalten. Die Sprache ist einfach gehalten. Es gibt liebevolle Illustrationen von den Tiergefährten, Bilder der Schauplätze, der NSCs und Gegner und auch der einzelnen Ausrüstungsteile. Am Ende des Buches befinden sich Seiten zum Kopieren, auf denen Spielmaterial wie Handouts oder Marker abgebildet sind und natürlich auch der einseitige Charakterbogen.

Im Buch gibt es hervorgehobene Kästchen, die Vorlesetexte enthalten und die drei enthaltenen Abenteuer lassen sich fast ohne Vorbereitungszeit für die Meisterperson spielen.

Downloadcontent

Auf der Seite des Uhrwerk Verlags kann man den Charakterbogen kostenfrei herunterladen, sowie PDFs mit den Markern und einigen Handouts für die im Buch enthaltenen Abenteuer.

Starport – Ein Rollenspiel für Kinder. © Uhrwerk Verlag
Starport – Ein Rollenspiel für Kinder. © Uhrwerk Verlag

Die harten Fakten:

  • Verlag: Uhrwerk Verlag
  • Autor: Kevin Ferrone
  • Illustrator*innen: NextMars, Lady-Luck
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Hardcover, PDF
  • Seitenanzahl: 96
  • Preis: 29,95 EUR (Hardcover), 17,99 EUR (PDF)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Uhrwerk Verlag, Amazon, Sphärenmeister

 

Fazit

Das Spiel ist kindgerecht und bunt. Die offene Welt fördert Kreativität und gewaltfreie Problemlösung. Die vielen Illustrationen sind liebevoll und niedlich gestaltet und auch die Namen der Kreaturen treffen den kindlichen Humor. Schön ist auch, dass es zu den Orten und NSCs Bilder gibt, die man den Kindern während des Spiels zeigen kann.

Die Marker helfen dabei, über die verbliebenen Punkte die Übersicht zu behalten. Es ist von Vorteil, wenn die Kinder schon lesen können, jedoch kein Muss. Für die Fähigkeiten wurden kurzerhand selber Marker gemalt und auch die Bilder für die Ausrüstung kann man aus dem Buch kopieren.

Man sollte allerdings einen Blick auf die kognitive Entwicklung der Kinder haben, sofern sie jünger sind, sonst kann es gerne mal passieren, dass sie vom Spiel abschweifen. Die Rätsel sollte man ebenfalls dem Kindesalter anpassen.

Das Spiel hat den Jüngsten auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und der Einstieg in die fabelhafte Welt des Tischrollenspiels ist mit Starport ausgezeichnet gelungen. Wenn die Kinder fragen. „Wann spielen wir weiter?“ weiß man, dass die nächste Generation von Tischrollenspieler*innen bereit ist.

  • Sehr einfaches Regelsystem
  • Leichte, kindgerechte Sprache
  • Viele liebevolle Illustrationen
 

  • Einstiegsalter von der individuellen kognitiven Entwicklung abhängig

 

Artikelbilder: © Uhrwerk Verlag
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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