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Orkische Abrissbanden mit riesigen Hämmern und hochexplosiven Raketen stehen auf der einen Seite. Hobbitartige Rattlinge der imperialen Armee haben sich mit ihren Scharfschützengewehren auf der anderen Seite eingegraben. Die neue Box Kill Team: Brutal und Listig bietet einen besonderen Showdown, den wir uns mit großem Vergnügen angesehen haben.

Die Modelle der neuen Kill Team-Box sind in der Tat zum Verlieben. Die zwei völlig neuen Kill Teams und eine Geländeerweiterung, mit der sich die Kill Zone: Volkus zu einer wahren Festung ausbauen lässt, kann einen schon in Versuchung führen. Für das kompetitive Spiel sei allerdings vorgewarnt. Ähnlich wie bei Kill Team: Salvation reichen die enthaltenen Modelle nicht für die Zusammenstellung von kompetitiven Teams aus. Nichtsdestotrotz verspricht das neue Set eine Menge Spielfreude.

Triggerwarnungen

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Die Kanonä gehöat mir – Die Hintergrundgeschichte von Kill Team: Brutal und Listig

Das Massif Ballistus ist über Planetensysteme hinweg bekannt. Die gigantische Kanone auf dem Planeten Volkus vermag ganze Flotten aus der Ferne in Staub und Asche zu verwandeln. Ein wichtiger Grund, wieso in Kill Team: Makropolsturm die T‘au einen Angriff auf den Planeten starteten.

Dem Mekboss Nugzott ist ein solches Wunderwerk ebenfalls ins Auge gefallen. Da ein Großteil der imperialen Verteidigungskräfte mit der Abwehr von T’au-Angriffen beschäftigt ist, jagt er also seine Abrissbanden auf die Planetenoberfläche, um das beeindruckende Geschütz in seine Gewalt zu bringen.

In Kill Team: Brutal und Listig treffen zwei sehr gegensätzliche Teams aufeinander.
In Kill Team: Brutal und Listig treffen zwei sehr gegensätzliche Teams aufeinander.

Mit ihren Mutationen sind die „Abhumanen“ nicht unbedingt die beliebtesten imperialen Truppen. Doch sie haben ihren Nutzen. Und sei es, den Feind erst einmal lange genug aufzuhalten. Deshalb sendet das Oberkommando eine Truppe an kleinwüchsigen Rattlingen aus, um den Vormarsch der Orks zu verlangsamen oder vielleicht gar zu stoppen – ein Aufeinandertreffen von Truppen, die unterschiedlicher nicht sein können.

Die Abhumanen – Rattlinge und Ogryns der imperialen Armee

Belächelt, verachtet, gefürchtet – die sogenannten Abhumanen haben es nicht leicht in den Reihen der imperialen Armee. Die Mutationen, welche bei den Rattlingen für die geringe, bei Ogryns für eine besonders massige Körperform sorgen, sind vom Führungsstab geduldet. Trotzdem wird ihnen andauernd und deutlich gezeigt, was man von Abschaum wie ihnen hält. Doch haben sie besondere Fähigkeiten, die für das Imperium wertvoll sind. Die Rattlinge beweisen sich immer wieder als begnadete Scharfschützen, die einem Ork auf 1,5 Kilometer Entfernung das Auge ausschießen. In Nahkampfsituationen stehen den Rattlingen oft massige, widerstandsfähige Ogryns zur Seite. Deren wuchtige Pranken können es problemlos mit einem ausgewachsenen Orkboss aufnehmen.

Eine explosive Mischung – die Abrissbanden der Orks

Die Zusammenstellung der Abrissbanden hat eine gewisse (Ork-)Logik. Will man eine Bresche schlagen, nehme man die Boyz mit den größten Waffen und dicksten Prügeln und stecke sie in ein gemeinsames Team. So kommt es, dass sich die vor Sprengstoff und Raketen strotzenden Panzaknacka und die mit gigantischen Hiebwaffen ausgestatteten Schrottkloppa plötzlich in einer Einheit wiederfinden. Trotz einiger interner Spannungen suchen das Vernichtungspotenzial und die Zerstörungsfreude dieser Teams ihresgleichen. Manch imperiale Führungskraft wird noch recht sorgenvoll auf die Spur der Verwüstung schauen, welche diese Gruppen hinterlassen können.

Präzise Schüsse und große Explosionen – taktische Einschätzung der Kill Teams

Das Rattling-Kill-Team

Die Rattlinge sind als Scharfschützen berühmt berüchtigt.
Die Rattlinge sind als Scharfschützen berühmt berüchtigt.

Wie eingangs erwähnt enthält die Box leider nicht die ganze Bandbreite an Modellen, die für ein Rattling-Kill-Team möglich wären. Neben den (wirklich gut gelungenen) Rattling-Modellen könnten (und sollten) noch einige Ogryns ins Feld geführt werden, welche die Box enttäuschenderweise vermissen lässt. Ergänzt man diese, erhält man ein Kill Team, welches ein hohes Maß an Tödlichkeit besitzt und Potenzial hat, auf Turnieren ganz vorne mitzuspielen. Als Archetypen führen die Rattling-Kill-Teams Sicherheit und Infiltration ins Feld.

Das Rattling-Kill-Team auf einen Blick

Rattlinge sind fast alle mit Scharfschützengewehren ausgestattet (4 Attacken mit Schaden 3/4), welche durch Synergien stark werden können.

Ein Kill Team enthält einen Rattling-Macher und zehn Rattling-Kämpfer, wobei diese aus bis zu drei Bullgryns und/oder Ogryns und bis zu zehn Scharfschützen bestehen dürfen.

Rattling-Macher Anführer, gegen ein gewähltes Ziel haben alle Tödlich 5+.

Kampfköter Bei nahenden Gegnern können sich befreundete Truppen in der Nähe zurückziehen.

Großmaul Stärkeres Scharfschützengewehr mit Verheerend 4, wenn stationär.

Bomber Macht Minen stark, Sprengangriff, Stolperdraht kann Gegnern AP abziehen.

Hartzahn Einzig ernstzunehmender Rattling-Nahkämpfer, Angriff trotz Defensivbefehl.

Kraxler Kann gut klettern und sich über Gebäude schwingen, Gewehr mit Schalldämpfer (defensiv schießen).

Leisetreter Ignoriert für 1 AP verdeckt, Gewehr mit Schalldämpfer.

Scharfschütze Scharfschützengewehr hat Verheerend 3.

Beobachter Verleiht Fernkampf in der Nähe Zielsucher leicht (leichte Deckung verdeckt keine Sichtlinie).

Chefhorter Zusätzlicher Munitionsvorrat, Marker platzieren und aufheben kostet 1 AP weniger.

Voxdieb Rattling in der Nähe bekommt +1 APG.

Bullgryn Stark und widerstandsfähig, Schild kann Rettungswurf 3+ geben oder zweifach Angriff blocken.

Ogryn Stark und widerstandsfähig, Angriffsbewegung fügt 1W3+1 Schaden zu.

Das Rattling-Kill-Team wartet mit einer ganzen Reihe Tricks und hinterhältigen Kniffen auf. Die Fraktionsfähigkeit Verduften, mit der sie nach einer gegnerischen Aktion kostenfrei sprinten können, macht das Positionsspiel unberechenbar. Die Listen tragen bei den Rattlingen ihren Namen zu Recht. Mit Scharfschützenstellung dürfen sie trotz Defensivbefehl schießen, mit Schießen und Verstecken nach Schießen ihren Status in Defensiv ändern, mit Durchtrieben sind sie auch von einem Aussichtspunkt nicht als Ziel anwählbar und mit Langfinger können Missionsziele aufgehoben werden, obwohl sie gar nicht im Besitz sind. Mit anderen Listen und ihrer Ausrüstung lassen sich ihre Waffen weiter verbessern. Würde sich Kill Team nur auf den Beschuss aus der Ferne beschränken, wären die Rattlingen mit den Synergien und Listen ganz vorne dabei.

Geraten sie allerdings unter Beschuss oder vielleicht sogar in den Nahkampf, sind sie mit ihrem geringen Rüstungswurf und den mageren Lebenspunkten schnell Geschichte. Insbesondere in den engen Gängen der Killzone: Galgenschwärze sind sie chancenlos. Es ist fast unumgänglich, sich auch einige der widerstandsfähigen Bullgryns oder Ogryns ins Team zu holen. Diese sind allerdings so kraftvoll und stabil, dass sich eine äußerst gefährliche Mischung ergibt. Mit dem richtigen Stellungsspiel schlucken die Ogryns einen guten Teil des Schadens, während die Rattlingen aus der Deckung heraus den Gegnern Stück für Stück den Gar ausmachen.

Das Abrissbande-Kill-Team

Die Abrissbanden besitzen ein hohes Maß an Zerstörungswut.
Die Abrissbanden besitzen ein hohes Maß an Zerstörungswut.

Explosive Squigs, Presslufthammerimplantate und Miniatombomben – die Orks der Abrissbande werden ihrem Ruf vollauf gerecht. Mit einer Mischung aus starken Nahkämpfern und wenig trefffreudigen, aber dafür durchschlagenden Fernkämpfern bilden sie ein ausgewogenes Team, das mit dem enthaltenen Orkfaktor auch dann ein Grinsen ins Gesicht zaubert, wenn der Bummsquig versehentlich in den eigenen Reihen losgeht.

Das Abrissbande-Kill-Team auf einen Blick

Angeführt von einem Abrissbande-Boss und begleitet von zwei Bummsquigs darf das Abrissbande-Kill-Team fünf weitere Kämpfer enthalten. Dabei dürfen die Spezialisten abseits von Schrottkloppa-Streitern und Panzaknacka-Schützen jedoch nur einmal geführt werden. Als Archetypen führen sie Sicherheit und passenderweise Suchen und Zerstören.

Boss Wahlweise zwei Raketenpistolen oder eine Raketenpistole und einen Klopphammer, bekommt für jedes Schießen und Kämpfen einen Abrisspunkt.

Bummsquig Jagt sich und andere in unmittelbarer Nähe in die Luft.

Schrittkloppa-Verwüsta Reiner Nahkämpfer, eine Sprengattacke, mit der er Kämpfern um sich herum massiven Schaden zufügen kann.

Schrottkloppa-Streiter Reiner starker Nahkämpfer, kann Breschen in Wände schlagen.

Schrottkloppa-Drescha Gut gepanzerter, starker Nahkämpfer, kann Gegner wegschubsen.

Panzaknacka-Schütze Mit explosiver Bazzukka oder schwerer Bazzukka ausgerüstet. Schwere Bazzukka trifft besser, aber ist Schwer (nur Sprinten).

Panzaknacka-Racketenspezi Kann neben seiner Bazzukka eine Pulsa-Rakete abfeuern, die Gebiet verstrahlt oder eine Raket’nschleuda mit höherem Schadenspotenzial.

Mit 12 Lebenspunkten und einem Rüstungswurf von 4+ können die Orks der Abrissbande einiges ab. Die Listen und Fähigkeiten spiegeln ihre Vernichtungsfreude und den Kampfrausch gut wider. Als Fraktionsfähigkeit sammeln sie mit Kompletter Abriss Abrisspunkte für jede gewürfelte 6 (und durch andere Fähigkeiten). Mithilfe derer können sie bei nachfolgenden Würfelwürfen Misserfolge in Erfolge umwandeln. Zudem sorgt eine Angriffs- oder Schießen-Aktion dafür, dass sich ihre APG vorübergehend um eins erhöht. Ihre Listen verbessern Waffen und Verteidigungsfähigkeit. So können beispielsweise mit Beinhart die Verteidigungswürfel bei Modellen mit Offensivbefehl wiederholt werden. Durch Keilerei dürfen sie sogar erneut angreifen. Mit Listen wie Verwüstung erhöhten die Waffen Sonderfähigkeiten, wie Hagel.

In die gleiche Kerbe schlägt auch die Fraktionsausrüstung und bietet unterschiedliche Verbesserungen für Schutz und Waffen.

Die widerstandsfähigen Orks mit ihren durchschlagenden Waffen stellen zu Recht eine ernsthafte Bedrohung dar. Allerdings ist ihre APG von 2 ebenso eine Einschränkung, wie ihre miserable Fernkampffähigkeit von 5+. Mit dem rechten Maß an taktischer Überlegung oder orkischem Wahnsinn lässt sich jedoch ein Feuerwerk entzünden, das wunderschöne Löcher in Wänden und Gegnern hinterlässt. Gerade die Schrottkloppa sind sehr unangenehm, wenn sie erst einmal in Nahkampfreichweite gelangt sind.

Von Festungen und Breschen – neue Regeln und Missionen

Passend zu den beiden enthaltenen Banden lässt sich mithilfe des beigefügten Geländes aus der Killzone: Volkus eine ausgewachsene Festung erstellen, in der sich die Missionen von Kill Team: Brutal und Listig abspielen. Diese bringt einige Besonderheiten mit sich.

Die Wände der mitgelieferten Palisaden haben vorgefertigte Durchbrüche, die sich mit Mauerteilen schließen lassen. Mit ausreichend Feuerkraft oder einem entsprechend starken Nahkampfangriff lassen sich diese im Laufe des Spieles einreißen. Die so entstandenen Breschen können ungehindert durchquert werden. Das ist auch sinnvoll, da die Wände der Palisaden aufgrund ihrer Beschaffenheit sonst immer 4 Zoll Bewegung bei ihrer Überwindung einfordern.

Aus der Festung heraus lässt sich die Aktion Wachsamkeit einsetzen. Mit dieser kann man während der Aktivierung eines gegnerischen Modells das Feuer eröffnen, sobald dieses in den Sichtbereich eintritt.

Generell erschweren Wände und Bunker der Festung die Sicht. Nur wer mindestens 2 Zoll über dem Boden steht, kann überhaupt über die Mauern hinwegsehen. Doch es gibt Fensterschlitze, durch die, ist man nah genug dran, gefeuert werden kann. Da diese für die Rattlinge etwas zu hoch liegen, werden die guten alten imperialen Kisten als offizielles Geländestück namens Schießpodest eingeführt und können den kleinen Scharfschützen so zu mehr Sichtweite verhelfen.

Die Missionen, welche für die Festung entworfen wurden, sind einfach gehalten. Zwei Missionslayouts stehen zur Auswahl und dazu ein Missionsziel – am Ende von vier Wendepunkten den Missionszielmarker im Zentrum der Festung eingenommen zu haben. Für den Fall, dass dies nicht eintritt, beschert die Missionsbeschreibung die Alternativen, alle Gegner auszulöschen oder zumindest mehr Punkte für kampfunfähige Feinde zu sammeln als das Gegenüber. Auch ist der PVE-Modus erneut abgedruckt, falls man die Missionen allein oder gemeinsam gegen „Nichtspielerkämpfer“ (NKS) bestreiten möchte. Zudem schlägt der Band vor, neugeschaffene Kriegsfinten im Spiel zu nutzen, durch die beispielsweise Angreifer*innen mittels Nachtangriff die Sichtweite signifikant herunterschrauben können oder die defensiven Spieler*innen die Durchbrüche mit Fallen versehen können.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch/Englisch
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: ab 12
  • Preis: 110 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Die Grundregeln, Spielwerte und Missionspack werden von Games Workshop weiterhin ganz offiziell auf ihrer Website veröffentlicht und stehen dort kostenfrei zum Download bereit.

Fazit

Die Erweiterung Kill Team: Brutal und Listig bringt spannende Inhalte für Kill Team-Fans auf das Schlachtfeld. Die Gegensätzlichkeit der beiden neuen Kill Teams bietet taktische Vielfalt und bringt frischen Wind ins Spiel. Insbesondere die originellen Modelle und die spielerischen Möglichkeiten durch Synergien und Fraktionsfähigkeiten machen viel Freude. Die Geländeerweiterung, die das Spielfeld in eine modulare Festung verwandelt, ist gerade für Freund*innen des erzählerischen Spiels großartig, bereichert das Spiel aber auch generell.

Allerdings weist die Erweiterung auch Schwächen auf. Die Box enthält nicht genug Modelle, um ein vollständiges, kompetitives Rattling-Kill-Team zusammenzustellen, was insbesondere für Turnierspieler*innen ein Wermutstropfen ist. Zudem bieten die Festungslayouts wesentlich mehr Potenzial, als von dem enthaltenen Missionsziel („nimm die Festung ein“) genutzt wird. Kreative Köpfe finden auf der anderen Seite eine wunderbare Leinwand, um sich auszutoben. Mir haben die ersten Testspiele auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

  • Zwei neue Kill Teams mit schönen Modellen
  • Werte und Regeln der Kill Teams sehr passend
  • Unterhaltsamer Gelände-Modus

 

  • Rattling-Kill-Team benötigt Zukäufe
  • Missionen wirken etwas flach

 

Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Lidia Strauch
Fotografien: Geoffrey Förste
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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