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In Monster Hunter World – Wild Spire Waste durchstreifen gigantische Kreaturen das Land, denen Jäger*innen mit großem Mut begegnen. Dazu wird ihre Ausrüstung optimiert, und im Kampf müssen Angriffe präzise koordiniert werden. Mit Kampfgeist werden gemeinsam viele epische Herausforderungen gemeistert, um die Trophäenjagd zu einem triumphalen Abenteuer zu machen!

Monster Hunter ist eines der bekanntesten digitalen Spiele-Franchises, das erfolgreich auf diversen Plattformen erschienen ist. Zuletzt wurde im Februar dieses Jahres Monster Hunter Wild veröffentlicht.

Zum Serienteil Monster Hunter World ist bei Steamforged Games ein kooperatives Brettspiel erschienen. Wie auch bei der digitalen Vorlage ist es die Aufgabe der Spielenden, Monster zu erlegen und so ihre Fähigkeiten und Ausrüstungen zu verbessern.

Das Spiel bietet nicht nur eine beeindruckende visuelle Gestaltung und hochwertige Komponenten, sondern auch ein durchdachtes Regelwerk, das sowohl Einsteiger*innen als auch erfahrenen Personen gerecht wird. Die spannende Jagd nach Monstern wird durch ein dynamisches Kampfsystem ergänzt, das den Nervenkitzel und die Intensität der Videospielvorlage einfängt. In dieser Rezension werden wir die verschiedenen Aspekte des Spiels näher beleuchten.

Triggerwarnungen

keine besonderen Trigger

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Spielablauf

Zu Beginn der Jagd stehen den Spielenden mehrere Jäger*innen zur Wahl. Diese spielen sich, aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausrüstungen, sehr verschieden. Der Charakter besteht aus mehreren Kartendecks und einer dazugehörigen Miniatur. Das Ausrüstungsdeck besteht zu Beginn aus der Grundausstattung, mit der ins Spiel gestartet wird. Die Waffe legt wiederum die Zusammensetzung des Schadensdecks fest, mit dem im Kampf ermittelt wird, wieviel Schaden bei einer gelungenen Attacke zugefügt wird. Das Angriffsdeck beinhaltet die Attacken, die im Kampf zur Verfügung stehen.

Solo oder im Spiel zu zweit wählt man sich nun noch einen Begleiter, einen Palico, aus. Diese niedlichen Kätzchen dienen den Jäger*innen als zusätzliche Unterstützung und Ausgleich für die fehlenden Mitspielenden.

Beispiele für die verschiedenen Palicos
Beispiele für die verschiedenen Palicos

Besonders bemerkenswert ist, dass jede Jäger*innen-Klasse über eine Spezialfähigkeit verfügt, die den Charakter noch weiter verfeinert. Der Axtschwinger kann beispielsweise die Waffen im Kampf wechseln und besitzt daher ein zweigeteiltes Angriffsdeck, eines pro Waffe. Das verleiht den Charakteren zusätzliche Tiefe. Außerdem erhält man einen Charakterbogen, um den Kampagnenfortschritt festzuhalten.

Ein fertig zusammengestellter Charakter
Ein fertig zusammengestellter Charakter

Nun ist es an der Zeit, eine Quest auszuwählen, um die Jagd zu starten. Für jedes Monster gibt es unterschiedliche Herausforderungen, die nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt sind. Die sogenannten Assigned Quests sind die einfachsten. Diese müssen mindestens einmal erfolgreich abgeschlossen werden, damit man mit den Investigation Quests fortfahren kann.

Nun begeben sich die Jäger*innen auf die Suche nach dem Monster. Hierbei schlägt das Herz alteingesessener Rollenspielfans höher, denn in Manier der guten alten Abenteuerbücher von Ian Livingstone und Steve Jackson leitet uns das Questbuch Absatz für Absatz durch eine kleine Vorgeschichte. Durch eigene Entscheidungen wird der Verlauf der Jagd beeinflusst. Mal findet man Spuren auf der Suche nach dem Monster, mal erhält man zusätzliche Heiltränke und vieles mehr. Das ist großartig umgesetzt und hat uns begeistert. Die Geschichte nimmt auch direkten Einfluss auf den Kampf, denn die auf dem Weg gesammelten Spurenmarker bestimmen, welche spezielle Attacke das Monster für den Kampf erhält.

Zeit spielt bei der Jagd ebenfalls eine Rolle. Mittels des Zeitkartendecks, einer durch die Quest festgelegten Anzahl an Karten, wird gemessen, wie viel Zeit bleibt, um die Bestien aufzuspüren und zu besiegen. Während der Sammelphase und im Kampf werden diese Karten abgeworfen. Sollte das Deck aufgebraucht sein, bevor das Ungetüm besiegt werden konnte, ist die Jagd gescheitert. Im Kampf lösen die Zeitkarten außerdem Events aus, die Vor- und Nachteile für die Jagenden mit sich bringen.

Nachdem man den Spuren gefolgt ist und alle Hinweise ausfindig machen konnte, kommt es zum Kern des Spiels, dem epischen Kampf mit der Bestie.

Beispiel für einen Storyabschnitt
Beispiel für einen Storyabschnitt

Das Spielfeld ist in einzelne Knotenpunkte eingeteilt, auf denen sich sowohl das Monster als auch die Charaktere bewegen. In der Questbeschreibung ist außerdem festgehalten, wie sich die Ausgangssituation des Kampfes darstellt, wo das Monster platziert wird und wo die Jäger*innen den Kampfplatz betreten. Zusätzlich finden sich auf den Kampfplätzen Besonderheiten wie zum Beispiel Büsche und Teiche, die Einfluss auf das Kampfgeschehen nehmen.

Das aufgebaute Spielbrett
Das aufgebaute Spielbrett

Den Kampf eröffnet stets das Monster. Dazu wird von seinem Verhaltensdeck eine Karte aufgedeckt. Sie zeigt beispielsweise an, wer angegriffen wird, wie weit sich das Monster bei der Attacke bewegt oder welche Schadensart es verursacht. Zu guter Letzt legt diese Karte auch fest, wie viele Aktionen den Jagenden als Reaktion auf den Angriff zur Verfügung stehen.

Die Miniaturen der Monster, wenn man angesichts ihrer Größe noch von solchen sprechen kann, sind in vier Körperabschnitte eingeteilt. Dies dient im Kampf unter anderem dazu, festzuhalten, wo es getroffen wurde. Abhängig davon, ob einer der Körperteile des Monsters gebrochen wurde, gibt es am Ende des Kampfes Bonusmaterialien.

Die Einteilung in Körperregionen ist zudem sinnvoll, da es tatsächlich eine Rolle spielt, wie die Kämpfenden zueinander positioniert sind. So macht es einen Unterschied, ob man sich vor oder hinter dem Biest befindet, wenn es zubeißt. Dadurch gestalten sich die Kämpfe äußerst dynamisch und spannend, denn jede unerwartete Bewegung der Bestie kann dazu führen, dass man sich an der falschen Stelle befindet. Man bekommt jedoch einen ungefähren Hinweis darauf, welcher Angriff als nächstes folgen wird.

Barroth, eines der ersten Monster, das besiegt werden muss.
Barroth, eines der ersten Monster, das besiegt werden muss.

Während des gesamten Kampfes ist es für die Spielenden wichtig, darauf zu achten, dass sie die richtigen Attacken zum passenden Zeitpunkt ausspielen. Jede ausgespielte Angriffskarte wird auf das Ausdauertableau abgelegt. Ist dieses voll belegt, können keine weiteren Angriffe ausgeführt werden, bis Karten abgelegt werden. Außerdem beenden besonders starke Attacken den Zug des*der Jagenden sofort. So eine Pause kann dazu führen, dass man die letzten Lebenspunkte verliert und ohnmächtig wird. Sollte es dem Monster gelingen, die Jagenden insgesamt dreimal niederzustrecken, haben diese die Jagd nicht erfolgreich abschließen können. Sollte jedoch das Monster im Staub liegen, haben die Spielenden gesiegt.

Danach ziehen die Held*innen ins Hauptquartier zurück, um Belohnungen zu erhalten. Die beliebten Monsterteile, mit denen besonders starke Ausrüstung hergestellt werden kann, bekommt man jedoch nur, wenn man siegreich war. Nun können neue Waffen und Rüstungen geschmiedet werden, um so den Charakter aufzuwerten.

Die Kampagne ist dann gewonnen, wenn es gelingt, ein besonders episches Monsterexemplar zu erlegen. Doch bis dahin müssen viele Gegner besiegt werden, um an den gestellten Aufgaben zu wachsen.

Neben der Kampagne gibt es zusätzlich einen Arenamodus. Bei diesem wird nur ein einzelnes Monster bekämpft. Wir würden die Kampagne jedoch jederzeit vorziehen, da Monster Hunter World hier seine Stärken am besten ausspielt.

Die große Stärke von Monster Hunter World ist die Nähe zur digitalen Vorlage. Die atmosphärische Umsetzung des Spiels ist allein durch die großartigen Miniaturen vollends gelungen, die Immersion ist nahezu perfekt. Durch den Charakterbogen bekommt das Spiel zudem Rollenspielcharakter, was zur Spieltiefe beiträgt.

Viele kleine Details finden sich hier wieder und sind hervorragend in das Gesamtkonzept eingebunden. Für Monster Hunter-Fans ist dieses Spiel ein Muss.

Auch der kooperative Teil des Spiels ist hervorragend gelungen, erfordert es doch viel Kommunikation am Spieltisch, wenn man erfolgreich sein will. Da die Charaktere unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen, ist schon die Kombination von entscheidender Bedeutung für den Erfolg. Dadurch gibt es die Möglichkeit, das Spiel in unterschiedlichsten Charakter-Kombinationen neu zu spielen. Hier sehen wir eine der größten Stärken, den Wiederspielwert. Das ist sehr gut, denn wie beim digitalen Vorgänger muss man unter Umständen verschiedene Monster mehrfach besiegen, um an die begehrten Monstermaterialien zu gelangen. Da dies eines der Kernelemente der Spielereihe ist, gehört es schlicht und ergreifend dazu und sorgt für Motivation.

Das Schmiedetableau eines Charakters
Das Schmiedetableau eines Charakters

Selbstverständlich spielt auch Glück eine Rolle im Spielverlauf, aber das passt hervorragend zum Spielprinzip. Die Bestien sind nun mal unberechenbar, und es ist nicht absehbar, mit welcher Beute man am Ende des Tages ins Hauptquartier zurückkehrt. Das motiviert dazu, in den nächsten Kampf zu ziehen, immer in der Hoffnung, das passende Material zu erlangen, um bessere Gegenstände herzustellen.

Bezüglich des Schwierigkeitsgrades bewegt sich das Spiel im Kenner*innen-Bereich, denn obwohl es komplex ist, ist es zu keinem Zeitpunkt kompliziert. Alles, was geschieht, ist nachvollziehbar und nach einer gewissen Zeit intuitiv umsetzbar.

Aufgrund des spannenden Spielablaufs und der motivierenden Kampagne können wir sagen, dass Monster Hunter World uns monströsen Spaß bereitet!

Ausstattung

Was als Erstes hervorsticht, sind die detaillierten Modelle der Monster. Diese großen Figuren hinterlassen bereits einen bleibenden Eindruck und verfügen über einen hohen Wiedererkennungswert.

Unangenehm aufgefallen sind die Kartenrückseiten, die leider das Sortieren erschweren. Die Karten sind zwar durchnummeriert, doch die Angaben sind so klein aufgedruckt, dass man nahezu eine Lupe benötigt. Bei mehr als 650 Karten ist das schon eine Herausforderung. Der Sortiereinsatz hingegen ist absolut zweckmäßig.

Bemängeln könnte man den Gesamtpreis. Wildspire Waste ist mit circa 120 Euro nicht gerade günstig, bietet aber auch einiges. Trotz des hohen Preises müssen wir sagen, dass sich die Investition lohnt. Man hat in jedem Fall hier für den Einstieg alles, was man benötigt. Einziger Kritikpunkt zum Material sind die Ausdauertableaus, die sehr dünn geraten sind.

Außerdem sollte man über gute Englischkenntnisse verfügen, um die Geschichten rund um die Jagd genießen zu können und die Anweisungen auf den Spielkarten besser zu verstehen.

Das Regelwerk ist sehr übersichtlich gestaltet und lässt keine Wünsche offen, sodass der Einstieg ins Spiel leichtfällt. Was hier jedoch fehlt, sind Kurzübersichten für die Spielenden.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Steamforged Games
  • Autor*in(nen): Mat Hart, Sherwin Matthews, Jamie Perkins
  • Illustrator*in(nen): Russ Charles, Thomas Lishman, Doug Telford, Holly Woolford
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • Sprache: Englisch
  • Spieldauer: 60 – 90 Minuten
  • Spieler*innen-Anzahl: 1 bis 4 Personen, am besten allein oder zu zweit
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Preis: circa 120 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon

 

Bonus / Download-Content

Auf Boardgamegeek finden sich gute deutschsprachige Anleitungen.

Fazit

Monster Hunter World ist ein hervorragendes Spiel. In jedem Spielmoment spürt man, wie dicht das Spiel am digitalen Original ist. Und das tut dem Spiel merklich gut. So finden sich beispielsweise die niedlichen Palicos wieder. Die unterschiedlichen Monster, ja sogar ihre Eigenheiten, wurden übernommen. Sobald man die Spieleschachtel öffnet, findet man sofort Anknüpfungspunkte und kennt sich bereits etwas aus, wenn einem die Spielereihe nicht fremd ist. Und selbst wenn man keine Vorkenntnisse besitzt, bietet das Spiel so einiges. Denn vor allem das dynamische Kampfsystem, eine der größten Stärken der Monster Hunter-Reihe, kann überzeugen. Die Kämpfe sind zu jedem Zeitpunkt spannungsgeladen.

Da es sich um ein kooperatives Spiel handelt, ist hier Zusammenarbeit alles. Das sorgt für viel Interaktion unter den Spielenden, und es ist immer ein Highlight, wenn koordinierte Absprachen zum Erfolg führen.

Der Kampagnenmodus ist außerdem sehr gut gelungen. Dass man nach der Schlacht seinen Charakter mit den erbeuteten Materialien aufwerten kann, ist so gut von der digitalen Vorlage übernommen worden, dass es immer wieder dazu einlädt, eine neue Quest zu starten, um das nächste Ungetüm zu erlegen.

Allgemein ist die Ausstattung des Spiels hervorragend; man bekommt einiges für sein Geld. Die Miniaturen sind qualitativ gut, und die Illustrationen sind sehr gelungen. Obwohl das Spiel komplex ist, ist es nicht kompliziert, und das gut geschriebene Regelwerk erleichtert den Einstieg.

Fans der Monster Hunter-Reihe können wir das Spiel uneingeschränkt, trotz des hohen Preises, empfehlen. Alle anderen sollten zumindest einen Blick riskieren. Es lohnt sich in jedem Fall. Uns hat Monster Hunter World monströsen Spaß bereitet!

Wir vergeben fünf von fünf Monstertrophäen!

  • Hervorragende Ausstattung
  • Dynamische Kämpfe
  • Spannender Kampagnenmodus

 

  • Material etwas unübersichtlich
  • Nur auf Englisch verfügbar

Artikelbilder: © Steamforged Games
Layout und Satz: Mika Eisenstern

Lektorat: Rick Davids
Fotografien: Andreas Memmert
Das Spiel wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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