Was wäre, wenn Würfel nicht nur ein zufälliges Ergebnis ermitteln, sondern auch auf die Intuition der Spielenden reagieren könnte? Der Reverse Dice verspricht genau das: Ein Würfelsystem, das nicht nur Zahlen wirft, sondern auf die Haltung und Energie des*der Spielenden reagiert. Doch kann dieser revolutionäre Ansatz das Rollenspiel wirklich verändern?
Im Pen-and-Paper-Rollenspiel ist der Würfel das meist unverzichtbare Werkzeug, das über Erfolg oder Misserfolg eines Abenteuers entscheidet. Vom klassischen W6 und W20 bis hin zu exotischen W30-Varianten – der Würfel gibt den Rhythmus vor, der die Geschichte lenkt. Doch nun könnte sich das Würfeln grundlegend verändern: Die Einführung des Reverse Dice verspricht, das bisherige Konzept des Würfelns völlig neu zu definieren.
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Die Idee hinter dem Reverse Dice
Der Reverse Dice ist ein ganz neues Konzept. Statt einfach eine Zahl zu würfeln, die den Ausgang eines Ereignisses bestimmt, beeinflusst der Reverse Dice den Wurf direkt durch die Intention der Spieler*innen. Laut den Entwicklern von DiceCraft soll dieser Würfel nicht nur passiv sein, sondern sich aktiv an den Spielprozess anpassen. Jeder Wurf kann durch die Körperhaltung, die Intensität des Wurfs und sogar die persönliche Einstellung des Spielers verändert werden.
Das Prinzip dahinter klingt ebenso faszinierend wie futuristisch: Der Reverse Dice enthält einen „intelligenten Magnetkern“, der je nach Handhabung der Spieler*innen ein anderes Ergebnis des Wurfs zulässt. Der Würfel reagiert auf die Energie des Spielers – ein lockerer Wurf könnte zu einem gescheiterten Zauber führen, ein fester, konzentrierter Wurf würde hingegen für einen Triumph sorgen.
Der Wurf: Mehr als nur Zufall
Im traditionellen Rollenspiel bestimmt der Würfelwurf das Schicksal. Der Reverse Dice jedoch verspricht eine aktive Steuerung des Schicksals. Der Spieler hat nun die Kontrolle – oder zumindest behauptet das DiceCraft. Der Würfelerfolg hängt nicht mehr nur von der geworfenen Zahl ab, sondern von der Körper- und Handhaltung, mit der der Würfel in die Luft katapultiert wird. Ganz neu ist das nicht, denn bereits im Brettspiel Dungeon Fighter (deutsche Übersetzung: Heidelbär Games) muss man mit dem Würfel eine Zielscheibe treffen und hat, je nach getroffenem Sektor, Erfolg oder Misserfolg. Hier versprechen die Magnetkerne eine eindeutige Optimierung.
Eine schwierige Situation im Spiel: Ein Krieger muss mit einem Angriffswurf gegen einen Drachen bestehen. Normalerweise bedeutet dies zum Beispiel, einen W20 zu werfen und zu hoffen, dass das Ergebnis hoch genug ausfällt. Doch der Reverse Dice ermöglicht es, das Ergebnis aktiv zu steuern. Mit einer speziellen Handhaltung und gezieltem Wurf soll der Ausgang direkt beeinflusst werden. Kein Bangen mehr auf eine „Natural Twenty“ – nur die persönliche Energie zählt.
Der Haken an der Sache
Das Konzept hat eine durchaus charmante Idee: den Zufall über die eigene Intuition und Energie zu steuern. Doch die praktische Anwendung könnte sich als Herausforderung erweisen. Der Reverse Dice benötigt eine präzise Handhabung. Wenn die Haltung nicht stimmt, könnte das Ergebnis völlig entgegengesetzt ausfallen. Wäre der Wurf beim ersten Mal noch erfolgreich gewesen, könnte er bei einem zweiten Versuch durch falsche Technik in einem Fehlschlag enden.
Nicht jede*r Spieler*in dürfte Freude daran haben, den eigenen Wurf-Stil stets kontrollieren zu müssen. Wer einfach nur einen schnellen Wurf tätigen möchte, um das Spiel voranzutreiben, wird möglicherweise von der neuen Technik überfordert sein. Hier könnte der Reverse Dice eher zu einem ungewollten Hindernis als zu einer Bereicherung werden.
Eine Revolution im Würfeln?
Ab dem 1. April 2025 werden die ersten Reverse Dice erhältlich sein. Sie sollen als exklusives Set angeboten werden, das für eine Vielzahl von Rollenspielszenarien angepasst werden kann. Wer sich darauf einlässt, könnte eine völlig neue Dimension des Würfelns erleben – doch ob dieser Würfelmechanismus in der breiten Rollenspiel-Community tatsächlich ankommt oder ob er nur eine kuriose Randerscheinung sein wird, bleibt abzuwarten.
Ob der Reverse Dice tatsächlich die Art und Weise verändert, wie Würfel im Rollenspiel verwendet werden, oder ob er in der Praxis eher für Frustration sorgt, wird sich zeigen. Klar ist jedoch, dass die Idee, den Würfelerfolg über persönliche Intuition und Kontrolle zu steuern, eine interessante und unkonventionelle Wendung in das etablierte System bringt.
Artikelbilder: depositphotos © BRIA
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Gloria Puscher



















sehr geil
ich bestelle mir gleich einen Satz für meine Online Runde die mit VTT spielt.