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Mit dem Warhammer 40k Combat Patrol Magazin verspricht der Verlag Hachette wieder eine Fülle an Games Workshop-Modellen zu einem unschlagbaren Preis. Doch sie stellt auch vor Herausforderungen. Wir haben uns angeschaut, wie ihr das Bemalen beschleunigt, das Erlernen der Regeln verbessert und mehr aus den Einzelszenarien macht.

Auch nach weiteren Ausgaben der Reihe bleibt unser Ersteindruck bestehen: Das Warhammer 40k: Combat Patrol-Magazin hat sowohl Neueinsteiger*innen als auch alten Hasen einiges zu bieten. Doch es bringt auch einige Stolpersteine mit sich.

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Die Magazinreihe und ihre Herausforderungen

Besonders die Masse an Inhalten, die über fast zwei Jahre hinweg auf einen einprasselt, verlangt Durchhaltevermögen und Struktur. Woche für Woche neue Modelle, Farben und Regeln – was im ersten Moment nach einem wöchentlichen Fest klingt, kann zur Belastung werden. Nicht jede*r schafft es, mit dem steten Strom an Miniaturen Schritt zu halten, geschweige denn sie alle zeitnah zu bemalen oder gar einzusetzen.

Zudem ist der spielerische Einstieg nicht so elegant, wie man es sich wünschen würde: Zwar liefert die Reihe vollständige Datenblätter, die Heranführung an die Spielmechanik erfolgt jedoch teils sehr langsam. Bis man die vollständigen Regeln erlernt, vergeht trotz angezogenen Tempos, einiges an Zeit. Auch das Ablaufdatum der Regeln könnte problematisch werden: Mit einer neuen Edition von Warhammer 40k im Jahr 2026 könnten große Teile der Werte und Regeln bereits während der Laufzeit veraltet sein.

In über neunzig Ausgaben sammeln sich eine große Menge an Figuren.

Auch die Missionen, die mit dem Magazin geliefert werden, sind nicht frei von Kritik: Viele der Szenarien bieten nur wenig Wiederspielwert und wirken etwas dröge.

Und schließlich bleibt die logistische Herausforderung: Farben, Modelle und Hefte erscheinen nicht immer im optimalen Rhythmus. Gerade in den ersten Ausgaben entsteht dadurch ein Flickenteppich halb bemalter Miniaturen, und teils gibt es Wochen, in denen knapp dreißig Modelle mit neuerworbenen Farben auf einmal versehen werden sollen.

Mit der richtigen Technik der Figurenflut Herr werden

Wer Woche für Woche neue Miniaturen aus dem Combat Patrol-Magazin erhält, merkt schnell: Ohne effiziente Malstrategien kommt man nicht mehr hinterher. Das beginnt bereits bei der Grundierung.

Die offiziellen Anleitungen empfehlen das Grundieren mit dem Pinsel. Das ist nicht nur zeitraubend, sondern auch anstrengend und führt selten zu gleichmäßigen Ergebnissen. Wesentlich effizienter sind Grundiersprays: Diese gibt es nicht nur in Schwarz, Weiß oder Grau, sondern auch in Farben, die direkt zur Armee passen – etwa ein tiefes Blau für Ultramarines oder das in den Anleitungen empfohlene Wraithbone für Tyraniden. So spart man Zeit, Nerven und einige Schichten an Farbe.

Ein weiteres Problem: Der beigelegte Starterpinsel ist schon nach wenigen Wochen ausgefranst und nicht für jeden Einsatz zu empfehlen. Besser fährt man mit einer Auswahl an Pinseln: Ein feiner Pinsel für Details, ein mittlerer für Schichten, ein breiterer für größere Flächen – schließlich schneidet man auch keine Hecken mit der Nagelschere (oder umgekehrt).

Auch beim Farbschema lohnt sich Eigeninitiative. Statt sich sklavisch an die Magazinvorlagen zu halten, kann man eigene Farben und Schemata wählen – ganz nach Geschmack. Inspirationen gibt es zuhauf online, und wer im Citadel-Farbsystem bleiben möchte, findet in der Citadel App praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen für verschiedenste Farbkombinationen. Mit einem fertigen Farbset lassen sich die Figuren auch wesentlich schneller komplett anmalen, anstatt auf die drei- bis vierwöchentliche Farblieferung zu warten und dann sehr viel in weniger Zeit nachzumalen.

Effiziente Maltechniken für Tyraniden und Space Marines

Mit der richtigen Technik lassen sich die beiden zu Beginn der Reihe thematisierten Armeen – Tyraniden und Space Marines – nicht nur schnell, sondern auch schön bemalen. Tyraniden besitzen eine stark strukturierte Oberfläche – perfekt geeignet für die Bemalung mit Speedpaints und effektvolle Maltechniken wie die Slapchop-Methode. Die Farben fließen in die Vertiefungen, betonen Details und erzeugen ganz ohne aufwendige Highlights einen natürlichen Schattenverlauf. Ideal für große Schwärme.

Auf glatten Flächen wirken Speedpaints manchmal etwas fleckig. Daher profitieren Space Marines von klaren, sauberen Farbschichten. Eine Grundfarbe mit anschließendem zenitalen Highlighting – entweder aufgesprüht oder per Trockenbürsten beziehungsweise aufgetupft von oben – verleiht ihnen Plastizität und Tiefe. Danach lassen sich mit feinem Pinsel Details wie Waffengehäuse, Symbole oder Linsen sauber herausarbeiten.

Kurzerklärung: Slapchop, zenitale Highlights und Co


Speedpaints
sind spezielle Farben, die Grundfarbe, Schattierung und ein erstes Highlight in einem Schritt auftragen. Man trägt sie auf eine hell grundierte Miniatur auf – und spart sich mehrere Arbeitsschritte.

Slapchop bezeichnet die Methode, bei der man eine Figur zuerst dunkel grundiert, dann hell trockenbürstet und anschließend mit transparenten Farben (zum Beispiel Speedpaints) koloriert.

Zenitales Highlighting simuliert das Licht, welches von oben – also aus zenitaler Richtung – auf die Miniatur fällt. Das sorgt für mehr Tiefe und Plastizität. Zwei einfache Methoden stehen zur Wahl:

  • Per Spraydose oder Airbrush: Nach der dunklen Grundierung wird ein hellerer Ton von oben in einem Winkel von ca. 45° aufgesprüht. Das ergibt sanfte Übergänge und wirkt besonders realistisch.

  • Per Trockenbürsten oder Auftupfen: Wer keine Sprays nutzen möchte, kann mit einem fast trockenen Pinsel hellere Farbe vorsichtig von oben auftragen. Alternativ lassen sich helle Akzente auch mit einem Schwämmchen auftupfen. Der Effekt ist gröber, aber ebenfalls wirkungsvoll – und gut kontrollierbar.

Auch für das Basing gibt es einfache und gutaussehende Möglichkeiten. Neben der Vielzahl an Strukturpasten, welche sich auch in der Magazinreihe befinden, bieten Hersteller wie Krautcover fertige Basingstreus, die simpel und einfach auf etwas Leim gestreut werden und eine stimmungsvolle Optik bieten.

Von Regelsnacks zur „Hauptmahlzeit“

Ein häufiger Frustpunkt beim Einstieg: Die Regeln werden oft nur häppchenweise erklärt, über viele Wochen hinweg verteilt. Für absolute Neulinge kann dieser sanfte Einstieg hilfreich sein, doch wer schneller durchstarten oder das volle Spielgefühl erleben will, wird so eher ausgebremst.

Immerhin: Die Datenblätter der Einheiten liefert das Magazin in vollständiger Form mit. Wer jedoch tiefer einsteigen oder das Gesamtbild im Blick behalten will, sollte unbedingt einen Blick auf die offiziellen, kostenlosen Regeln auf der Warhammer Community Website werfen, wo nicht nur das komplette Regelwerk, sondern auch die Spielwerte aller anderen Kampfpatrouillen zu finden sind.

Alternativ gibt es auch Regelwerke, die sich ganz bewusst von der Komplexität des Warhammer-Regelcorpus abgrenzen. Die Systeme Grimdark Future, beziehungsweise Grimdark Future: Firefight bieten beispielsweise schlanke Alternativen für große und kleinere Schlachten. Beide Systeme bieten ihre vollständigen Regeln und Armeelisten kostenlos online an – ideal für alle, die direkt loslegen wollen, ohne seitenweise Sonderregeln zu studieren.

Vom kleinen Gefecht zur großen Geschichte – so wird aus Einzelszenarien eine Kampagne

Kleine abgehackte Minispiele zum Einüben von Regeln hören sich ebenso dröge an, wie sie sich spielen. Nutzt man die enthaltenen Szenarien nur dafür, verpasst man einen der großartigsten Aspekte des Tabletop-Hobbys – das erzählerische Spiel. Viele der Missionen im Magazin sind bereits mit kleinen Geschichten eingeführt. In den Ausgaben 3, 7 und 11 werden kleine Erzählungen zu einem Tyranidenangriff auf die Agrarwelt Loom VI geschildert. Was allerdings fehlt, ist ein durchgehender erzählerischer Rahmen, der alle Szenarien zu einer Kampagne verbindet.

Dies ist jedoch leicht umzusetzen: Als Ausgangspunkt bietet sich die Geschichte aus Ausgabe 3 –Ins Herz des Schwarms (Lesen D – Erzählung 01) perfekt an. Von hier aus lässt sich zu jedem Szenario eine kurze Einleitung schreiben. Mit Fragen wie: „Was steht auf dem Spiel? Welcher Ort wird angegriffen? Welche Truppen sind bereits gefallen?“ lässt sich einem Gefecht schnell ein kurzer Hintergrund geben. Nach dem Spiel wir notiert, was passiert ist – und wie sich das auf die laufende Geschichte auswirken könnte.

Eine einfache Kampagnenkarte von Loom VI mit markierten Schlachtfeldern – so wird aus einem Spiel eine epische Geschichte.

Für alle, die nicht gern selbst schreiben: Auch ein paar Notizen lassen sich mit Hilfe einer KI in einen zusammenhängenden Erzähltext verwandeln. So wird jede Mission zum Kapitel in einem epischen Kriegsroman.

Wer es lieber visuell mag, kann auch eine einfache Karte von Loom VI erstellen – zum Beispiel mit Hexfeldern – und je nach Missionsausgang Gebiete gewinnen oder verlieren lassen. Das sorgt nicht nur für einen zusätzlichen Spannungsbogen, sondern gibt dem Spiel auch eine strategische Metaebene.

Möglicher Kampagnenplot zu Szenario 1–9: Der Fall von Loom VI


1 – Flammen der Reinheit
: Erste Gegenwehr – Ein Infernus-Sergeant verbrennt Tyranidenbrutstätten, während die Bevölkerung evakuiert wird.

2 – Operation Nadelöhr: Die Evakuierung soll durch strategische Positionierung gesichert werden – erste Hinweise auf eine koordinierte Schwarmintelligenz.

3 – Der Schwarm erwacht: Aufklärungseinheit entdeckt tieferliegende Brutnester – das wahre Ausmaß der Bedrohung wird klar.

4 – Jägerhinterhalt: Tyraniden haben gelernt – sie nutzen Deckungen, stellen Fallen. Die Marines geraten in Bedrängnis.

5 – Konfrontation: Offene Schlacht: Die Tyraniden testen ihre Kampfstärke – eine Schlüsselstellung steht auf dem Spiel.

6 – Geist über Materie: Ein Librarian begibt sich auf einen gefährlichen Einsatz, um psionische Schwächen der Schwarmflotte zu erkennen.

7 – Missionsziel gesichert: Erste wissenschaftliche Gegenmaßnahmen: Genproben sichern, bevor der Feind sie vernichtet.

8 – Durchhalten oder sterben: Die Lage spitzt sich zu: Moral bröckelt, Ressourcen schwinden – wer zerbricht zuerst?

9 – Die Last des Anführers: Es tobt ein Rückzugsgefecht. Nur die Elite bleibt zurück, um die Evakuierung zu decken – oder mit der Welt unterzugehen.

© Hachette Collections SNC

Die harten Fakten:

  • Verlag: Hachette Collections SNC
  • Erscheinungsjahr: 2025/2026
  • Sprache: Deutsch
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: ab 12
  • Preis: regulär 10,99 EUR, Premium 12,99 EUR pro Ausgabe
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Hachette

 

Fazit: Ein lohnender Einstieg mit Raum für Kreativität

Das Warhammer 40k: Combat Patrol-Magazin von Hachette ist weit mehr als nur eine Miniaturen-Sammlung – es ist eine Einladung, ins Hobby einzutauchen. Mit hochwertigen Modellen, soliden Anleitungen und einem klaren Lernpfad bietet die Reihe einen attraktiven Einstieg für Neulinge und eine lohnende Ergänzung für Veteran*innen. Natürlich verlangt der Umfang der Reihe ein gewisses Maß an Organisation. Doch wer bereit ist, etwas Zeit und Kreativität zu investieren, wird mit einer stetig wachsenden Sammlung, fundierten Regelkenntnissen und zahlreichen epischen Erzählungen belohnt. Gerade der Ausbau der einzelnen Missionen zu einer fortlaufenden Kampagne zeigt, wie viel Potenzial im Magazin steckt. Mit ein paar Handgriffen wird aus einzelnen Gefechten eine spannende Geschichte, die das Hobby lebendig macht.

Und das Beste: Auch wer nicht von Anfang an dabei war, kann noch einsteigen. Hachette bietet weiterhin laufende Abos an – auch ab späteren Ausgaben.

Artikelbilder: © Hachette Collections SNC
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Sabrina Plote
Fotografien: Geoffrey Förste

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