Ein stilles Fantasy-Spiel, das Braukunst mit Geschick und Geduld verbindet: Alchemist: The Potion Monger will kein Actionhit sein – sondern eine ruhige Reise durch Mörser, Magie und mechanische Schwächen. Wer in Spielwelten gerne tüftelt statt triumphiert, wird hier sein Glück finden.
Mit Alchemist: The Potion Monger bringt Art Games Studio S.A. ein Indie-Spiel auf die Nintendo Switch, das uns in die Rolle eines aufstrebenden Alchemisten versetzt. Das Spiel kombiniert Elemente aus Simulation, Rollenspiel und Abenteuer in einer Welt voller anthropomorpher Tiere. Doch wie schlägt sich der Titel auf Nintendos Hybridkonsole?
Inhaltsverzeichnis
Einstieg ins Alchemistenleben
Wir beginnen unsere Reise als Lehrling der alchemistischen Künste in einer Welt, die von vermenschlichten Tieren bevölkert ist. Zu Beginn steht ein bescheidener Alchemieladen zur Verfügung, der mit Leben gefüllt werden will. Die ersten Aufgaben bestehen darin, Zutaten zu sammeln, Rezepte zu entdecken und Tränke herzustellen, um die Bedürfnisse der Dorfbewohner zu erfüllen.
Die Einführung ins Spiel erfolgt durch eine einfache, aber effektive Anleitung, die uns mit den grundlegenden Mechaniken vertraut macht. Die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Tierarten mit individuellen Stärken und Schwächen zu wählen, verleiht dem Spiel eine zusätzliche Tiefe und fördert die Identifikation mit unserem Charakter.
Die Kunst des Tränkebrauens
Ein zentrales Element des Spiels ist das Minispiel während des Brauprozesses. Nachdem die richtigen Zutaten gesammelt und verarbeitet wurden, startet ein interaktives Minispiel, bei dem Symbole gezeichnet oder bestimmte Tastenfolgen eingegeben werden müssen. Die Qualität des Tranks hängt direkt von der Präzision und dem Timing in diesem Minispiel ab. Ein erfolgreicher Abschluss führt zu hochwertigen Tränken, die nicht nur effektiver sind, sondern auch einen höheren Verkaufswert erzielen. Dieses System fügt dem Spiel eine zusätzliche strategische Ebene hinzu und belohnt uns, wenn wir uns intensiv mit den Mechaniken auseinandersetzen.
Darüber hinaus ermöglicht das Spiel die Automatisierung des Brauprozesses durch das Speichern von Rezepten auf speziellen Schriftrollen. Sobald ein Rezept erfolgreich erstellt wurde, kann es gespeichert und später mit einem einzigen Knopfdruck reproduziert werden, sofern die benötigten Zutaten vorhanden sind. Diese Funktion erleichtert die Massenproduktion von Tränken und ist besonders nützlich, wenn bestimmte Tränke regelmäßig benötigt werden.
Insgesamt bietet das Tränkebrauen in Alchemist: The Potion Monger eine tiefgründige und interaktive Spielerfahrung, die sowohl strategisches Denken als auch Geschicklichkeit erfordert. Es ist durchaus fordernd und stellt auch geübte Spielende vor einige Herausforderungen.

Interaktion mit der Spielwelt
In Alchemist: The Potion Monger bietet die Spielwelt eine Vielzahl an Erkundungsmöglichkeiten, die jedoch in ihrer Umsetzung sowohl Stärken als auch Schwächen aufweisen.
Erkundung und Weltgestaltung
Die Spielwelt ist in mehrere Zonen unterteilt, darunter die unmittelbare Umgebung des eigenen Hauses, Strände, Hügel, die eisigen Höhen der Winterlandschaften und die düsteren Sümpfe. Jede dieser Regionen beherbergt spezifische Zutaten und Gegner, wie beispielsweise grüne Schleime oder rotäugige Feinde, die es zu bekämpfen gilt. Die Einführung von Schnellreisepunkten erleichtert die Navigation zwischen den weitläufigen Gebieten erheblich.
Trotz der Vielfalt an Landschaften wirkt die Welt teilweise leblos. Viele Areale sind weitläufig, aber spärlich mit interaktiven Elementen gefüllt, was das Erkunden manchmal monoton erscheinen lässt. Zudem sind die Interaktionen mit NPCs oft oberflächlich, und die Quests ähneln sich in ihrer Struktur, was auf Dauer die Motivation mindern kann.
Quests und NPC-Interaktionen
Das Spiel bietet eine Vielzahl von Quests, die von unterschiedlichen Charakteren vergeben werden. Diese reichen von einfachen Aufgaben wie dem Sammeln bestimmter Zutaten bis hin zu komplexeren Missionen, die spezielle Tränke erfordern. Einige Quests sind humorvoll gestaltet, wie das Schwebenlassen von Kühen oder das Wiederbeleben von Ziegenhexen, was dem Spiel eine gewisse Leichtigkeit verleiht.
Allerdings fehlt es den Quests oft an Tiefe und Variation. Die meisten Aufgaben folgen einem ähnlichen Muster, was langfristig zu einem Gefühl der Wiederholung führen kann. Zudem sind die Dialoge mit NPCs meist kurz und bieten wenig Hintergrundinformationen oder Charakterentwicklung, was die Immersion beeinträchtigen kann.
Insgesamt bietet Alchemist: The Potion Monger eine umfangreiche Welt mit zahlreichen Erkundungs- und Interaktionsmöglichkeiten. Während die Vielfalt an Regionen und Quests zunächst beeindruckt, könnten eine tiefere Ausarbeitung der Spielwelt und abwechslungsreichere Missionen das Spielerlebnis nachhaltig verbessern.

Technische Umsetzung
Performance und Grafik
In unserem Test kam es zu langen Ladezeiten, Rucklern und einer unscharfen Grafik im TV-Modus. Die Animationen wirkten steif, und die Welt wies subtile Probleme auf, von der Bewegung der Charaktere bis zum Gesamtdesign der Umgebungen.
Ein spezifisches Problem betrifft die „Potion of Light“, die in dunklen Bereichen wie Minen kaum Licht spendet, was die Erkundung erschwert. Dieses Problem wurde auf dem PC bereits behoben, ein entsprechender Patch für die Switch-Version war zum Testzeitpunkt jedoch noch ausstehend.
Benutzeroberfläche und Steuerung
Die Benutzeroberfläche ist nicht optimal an die Switch angepasst, was die Navigation erschwert. Auch im Test kam es zu Verzögerungen bei der Cursorbewegung und Schwierigkeiten bei der Auswahl von Optionen.
Die Steuerung, insbesondere bei der Verwendung von Touchscreen-Funktionen, ist nicht immer zuverlässig. Dies kann zu Frustration führen, insbesondere bei präzisen Aufgaben wie dem Brauen von Tränken.
Sprachauswahl und Lokalisierung
Positiv hervorzuheben ist, dass das Spiel mehrere Sprachen unterstützt, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch und vereinfachtes Chinesisch.
Die Lokalisierung ist insgesamt gelungen, wobei kleinere Übersetzungsfehler auftreten können. Diese beeinträchtigen jedoch nicht maßgeblich das Verständnis oder den Spielfluss.
Insgesamt zeigt Alchemist: The Potion Monger auf der Nintendo Switch Potenzial, wird jedoch durch technische Mängel und eine suboptimale Benutzeroberfläche in seiner Wirkung geschmälert. Ein zukünftiger Patch könnte diese Probleme beheben und das Spielerlebnis verbessern.
Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: Art Games Studio
- Publisher: Art Games Studio
- Plattform: PC
- Sprache: Englisch, Deutsch, Spanisch
- Mindestanforderungen: Windows 7, Quad Core Processor, 8 GB Ram, GTX 760
- Genre: Simulation
- Releasedatum: 25.09.2024
- Spielstunden: 20+
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: 6
- Preis: 13,79
- Bezugsquelle: Fachhandel, MMOGA

Fazit
Alchemist: The Potion Monger bietet eine charmante Idee und eine entspannte Spielerfahrung für Fans von Alchemie und Crafting-Spielen. Allerdings wird das Spielerlebnis durch technische Mängel und eine teilweise leblos wirkende Spielwelt getrübt. Wer darüber hinwegsehen kann, wird dennoch für einige Stunden Unterhaltung finden.
In unserem Test punktete das Spiel besonders durch die detaillierte Darstellung des Tränkebrauvorgangs, die Möglichkeit zur Automatisierung von Rezepten sowie durch die thematisch passende, wenn auch technisch limitierte Spielwelt. Das ausgeklügelte Minispiel beim Brauen bietet eine spielmechanisch interessante Abwechslung, die jedoch durch monotone Quests und überschaubare NPC-Interaktionen nicht komplett getragen wird.
Auf der technischen Seite offenbarten sich zahlreiche Schwächen: lange Ladezeiten, träge Steuerung und grafische Einbußen beeinträchtigen den Spielfluss. Auch wenn der Mehrwert durch die Mehrsprachigkeit und die grundlegend solide Lokalisierung hervorzuheben ist, bleibt am Ende der Eindruck eines Spiels mit viel Potenzial, das jedoch noch nicht ganz ausgeschöpft wurde. Gerade für genreaffine Spielende könnte sich ein Blick lohnen – vorausgesetzt, man bringt die nötige Geduld mit.

- Detailreiches Tränkebrauen mit interaktivem Minispiel
- Automatisierung von Rezepten erleichtert Routineaufgaben
- Humorvolle Quests und charmante Präsentation
- Lange Ladezeiten und Performanceprobleme
- Unpräzise Steuerung, insbesondere im Handheld-Modus
- Monotone NPC-Interaktionen und wenig Questvielfalt
Artikelbilder: © Nintendo, © Art Games Studio
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Hendrik Pfeifer
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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