In HeXXen 1733 spielt Alchemie eine wichtige Rolle, denn sie ist wirksamer und hilfreicher Begleiter vieler Jagdgruppen, in Form von Tränken, Elixieren und Wurfgeschossen. In diesem Mini-PDF, ein nützlicher Begleiter für all jene, die eine*n Alchemist*in verkörpern, findet man neben der Geschichte der Alchemie auch Informationen zur Herstellung dieser Substanzen.
Jens Marx beschreibt in diesem Werk die Geschichte der Alchemie, die verschiedensten Ausprägungen, Ansichten und Philosophien. Er geht auf die Bedeutung der Alchemie für die Heilkunst ein, beschreibt das Aussehen eines alchemistischen Labors und die Methoden der Herstellung. Eine neue Profession für Jäger*innen wird vorgestellt und man erhält Einblicke in das Alltagsleben eine*r Alchemist*in sowie Ziele, Ausrüstung und Vorgehensweisen.
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Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Das Mini-PDF beginnt zuerst einmal mit der Geschichte der Alchemie. Vornehmlich beziehen sich diese Informationen auf den Hintergrund des Spiels HeXXen 1733, doch immer wieder findet man Informationen, in Dunkelrot gehalten, wie es sich in der Realität entwickelt hat. Regelmäßig wird der Text auch von Infokästchen mit dem Schlagwort „Historia“ unterbrochen, welche Hintergrundwissen zu tatsächlich stattgefundenen Ereignissen vermitteln.
Die Alchemie war eine der ersten Wissenschaften, die sich von der reinen Theorie abwandte und das Experiment als praktische Methode zur Erkenntnisgewinnung einführte. Die Alchemie vereinte Elemente der Philosophie, Metallurgie, Medizin, Astrologie, Mystik und des Spiritualismus, um den Aufbau und die Gesetze des Kosmos, besser bekannt als Naturgesetze, zu verstehen. Die Wurzeln hierzu reichen zurück bis in die Antike.

In der Frühen Neuzeit werden die Begriffe Chemie (oder auch Chymie) und Alchemie synonym verwendet und konnten sowohl neben Alchemie und Chemie auch Metallurgie und sogar Brau- und Kochkunst bedeuten. Ein zentrales Thema war es, unedle Metalle in edle zu transformieren.
Alchemie in der Welt von HeXXen 1733
In der Welt von HeXXen 1733 bildet die Alchemie die Grundlage der Sorbonnik, bei welcher es sich um eine Art barocke Technologie handelt, die auf der Verwendung von sogenanntem Seelenlicht basiert. Bei den Seelenlichtern handelt es sich um eine Kraftquelle, die eine zentrale Rolle bei der Herstellung bestimmter Waffen, Apparaturen, Fahrzeugen und anderer wundersamer Dinge spielt. Wichtige Entwicklungen von der Antike bis zur Frühen Neuzeit werden kurz erläutert, bis zu dem Punkt im Jahre 1640, an dem der „Schwarze Sturm“ begann. Bei dem „Schwarzen Sturm“ handelt es sich um das erste Auftreten sogenannter Sturmgeister, aus denen das Seelenlicht gewonnen wird, mit welchem diese und andere finstere Kreaturen in Schach gehalten werden können.
Es folgt ein weiterer Abschnitt über diverse Strömungen in der Alchemie. Im Jahre 1733 ist die abendländische Alchemie in vier Disziplinen aufgeteilt. Jede hat ihre eigenen Motivationen und Ziele. Es gibt die Praktiker*innen, welche mit den handwerklichen Aspekten in ihren Laboratorien bestens vertraut sind. Sie brauen Elixiere, legieren Metalle und hoffen, irgendwann einmal den Stein der Weisen zu produzieren. Einen weiteren Zweig stellen die Mystiker*innen dar, welche eher die Theoretiker*innen sind. Sie erstreben eine „Transmutation der Seele“.

Die heilenden Alchemist*innen wiederum unterteilen sich noch einmal in sogenannte „Spagyriker“ (griechisch spao: trennen, ageiro: vereinigen), die einen spirituellen Ansatz der Heilung verfolgen und für die die Alchemie eine heilige Kunst ist. Sparygische Verfahren basieren auf Trennung und Wiedervereinigung von Pflanzen und Mineralien, um deren Essenz und Heilkräfte zu potenzieren. Ihre größte Hoffnung ist es, irgendwann einmal die „Panazee des Lebens“ (das Unsterblichkeitselixier) herzustellen und ebenso an der Erschaffung neuen Lebens in Form eines Homunkulus mitzuwirken. Auf der anderen Seite gibt es die „Iatrochemiker“ (griechisch iatros: Arzt), die sich des reinen Pragmatismus bedienen. Ihr Hauptziel ist die Heilung von Krankheiten durch alchemistische Mittel. Diese Art der Alchemie wird am häufigsten von den Universitäten gelehrt, besonders jene mit einer medizinischen Fakultät.
Zu guter Letzt gibt es noch die Orioniker, benannt nach dem mythischen Jäger Orion. Sie haben sich der Jagd auf die Kreaturen der Nacht verschrieben und stellen allerlei Substanzen her, um diesen zu schaden und sie zu vernichten, wie unter anderem Wurfgeschosse, Gifte und Fallen. Motiviert werden sie von der Suche nach der ultimativen Waffe namens „Alkahest“, dem sagenumwobenen und alles vernichtenden Universallösungsmittel, mit dem sie auch hoffen, Asmodäus zu vernichten.
Der nächste Abschnitt beschäftigt sich mit diversen Theorien der Anwendung der Alchemie. Es wird kurz die Signaturenlehre beschrieben, also wie sich verschiedene Stoffe in Bezug auf das Firmament miteinander verhalten. Eine Grundannahme ist, dass Veränderungen am Himmel irdisches Leben beeinflusst. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit den Prinzipen der Alchemie und um was es sich bei der Quintessenz handelt: Dies ist jene Substanz oder Existenz, von der alle anderen Seinsformen abstammen. Die Quintessenz differenziert sich wiederum in vier Elemente. Dazu gibt es noch einige Informationen über die Entwicklung des Seelenlichts.
Der letzte Punkt dieses Abschnitts befasst sich mit der Geisterlehre. Hier vermuten die Alchemietheoretiker*innen, dass es noch ein fünftes Element, Äther, gibt. Ein kosmischer Geist vermittelt zwischen dem Weltkörper und der Weltseele. Dinge, aus denen der Weltkörper besteht, sind wiederum von eigenen Geistern bewohnt. Sturmgeister wiederum stören diese Geflecht.

Es folgt nun eine Erklärung, wie ein alchemistisches Labor aufgebaut ist und welche Gerätschaften es enthalten kann, wie zum Beispiel eine Destillierblase, ein Sandbad oder einen sorbonnischen Homogenisator. Dazu gibt es auch Erklärungen über wichtige Grundstoffe und Verfahren, Substanzen miteinander zu vermengen, sowie eine Liste viel genutzter Mineralien. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die Gebote der Sicherheit. Schließlich werden noch einige Verfahren in einer Liste kurz erklärt.
Paracelsus sagte einst: „Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs zu dem, dazu es gut ist.“ In der heilenden Alchemie bedeutet dies, dass Gott einst die Erde für den Menschen geschaffen hat und dort auch heilende Stoffe für die Menschheit platziert hat. Eine Walnuss soll zum Beispiel gegen Kopfschmerzen helfen, da sie optisch einem Gehirn nicht unähnlich ist. Ebenso wird auf die Qualitäten der Stoffe eingegangen.
Auch findet man in dem PDF einige Hochburgen der Alchemie, speziell die in Deutschland, wie etwa Heidelberg. Ebenso werden einige Koryphäen aus deutschen Landen genannt.
Der letzte größere Abschnitt befasst sich mit den Rosenkreuzern, einer Bewegung, die im frühen 17. Jahrhundert entstand. Es tauchten Schriften auf, die erfundene Geschichten Christian Rosencreutz‘ erzählten, eines Alchemisten aus deutschen Landen, der eine geheime Bruderschaft gründete. Die Aufgabe der fiktiven Geheimgesellschaft sei es, esoterisches Wissen zu bewahren und eine bessere Welt zu erschaffen.
Am Ende wird einmal die neue Profession „Rosenkreuzer“ samt Fähigkeiten und Regeln vorgestellt.
Die Rosenkreuzer

Historisch werden jene anonymen Schriften der Rosenkreuzer-Bewegung dem Umfeld von Johann Valentin Andreae (1586–1654) zugeschrieben, einem Magister der Philosophie. Er war als Autor für satirische und allegorische Werke bekannt und eng mit dem humanistischen Kreis der Tübinger Stiftskirche verbunden. Zunächst erfolgte die Verbreitung der Schriften in handschriftlicher Form, später durch den Buchdruck, was die Reichweite enorm erhöhte. In ganz Europa fanden die Ideen der Rosenkreuzer-Legende Anhänger und führten in der realen Welt zur Gründung von zahlreichen Gruppierungen, die sich mythischen-reformatorischen Idealen verschrieben.
In der Welt von HeXXen 1733 sind diese Gruppierungen, auch Logen genannt, locker bis freundschaftlich verbunden. Ihr politisches Engagement ist mal mehr, mal weniger. Um die Welt gerechter zu machen, streben sie nach einer tiefgreifenden Reform der Gesellschaft, die auf Vernunft, Bildung, Brüderlichkeit und Weisheit basiert. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Logen manchmal von der Obrigkeit verfolgt werden, üben sie doch harsche Kritik am absoluten Herrschaftssystem. Dies bedeutet, dass sie oftmals im Verborgenen agieren und auf ihre Netzwerke vertrauen, um in die Politik einzugreifen.
Doch nicht immer führte die verborgene Diplomatie der Rosenkreuzer zum Erfolg: Michael Maier soll im Auftrag der Rosenkreuzer und um den Protestantismus in Deutschland zu stärken, im Jahre 1612 die Vermählung von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz mit der englischen Königstochter Elisabeth Stuart arrangiert haben. Als Friedrich später zum böhmischen Winterkönig gekrönt wurde, trug dies dazu bei, den Großen Krieg (in der realen Welt der Dreißigjährige Krieg) auszulösen. Dieser Makel klebt an den Rosenkreuzern und viele würden alles tun, um die Folgen des Großen Krieges ungeschehen zu machen.

Im stillen Kämmerlein beschäftigen sich viele Rosenkreuzer mit okkulten Theorien der Magie, Astrologie, Alchemie, Kabbala und Theosophie. Vieles davon erwies sich in den letzten neunzig Jahren als nützlich im Kampf gegen die Kreaturen der Nacht, allen voran magische Symbole, die Waffensegen, Ikone und Elixiere verstärken können.
Dies zeigt sich in den Regeln für die Profession des Rosenkreuzers. Obwohl die ganze Zeit stets von Bruderschaft die Rede ist, gilt es nicht als Voraussetzung, ein männlicher Charakter zu sein, um einen Rosenkreuzer zu spielen. Die Profession des Rosenkreuzers gibt dem Charakter die Möglichkeit, unauffällig und dennoch effektiv zu agieren und die Kraft von Elixieren zu verstärken.
Erscheinungsbild
Das PDF ist optisch ganz im Zeichen der HeXXen 1733-Regelbücher und -Zusatzbände gehalten. Immer wieder findet man Infokästchen mit dem Zusatz „Historia“, die auf tatsächlich stattgefundene, historische Ereignisse hinweisen, wie die Entdeckung der Oxidation oder die Rosenkreuzer.
Immer wieder wird der Text durch Bilder aufgelockert, seien es Bilder diverser Persönlichkeiten oder aber Skizzen alchemistischer Apparaturen. Am Ende des PDFs ist auch eine Liste der Symbole der Alchemie enthalten.

Die harten Fakten:
- Verlag: Ulisses Spiele
- Autor: Jens Marx
- Illustrator*innen: Carlos Diaz, Sergej Ermolaev
- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Deutsch
- Format: PDF
- Seitenanzahl: 19
- Preis: PDF: 4,99 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, DriveThruRPG
Fazit
Das Mini-PDF bietet viel Hintergrundwissen für Spieler*innen, die einen alchemistischen Charakter darstellen. Es ist interessant geschrieben und immer wieder mit historischen Fakten belegt.
Es gibt Listen, die viele Gerätschaften benennen und einige Stoffe, die verarbeitet werden können, und bietet einen schnellen Einblick in die Alchemie. Auch für Meisterpersonen durchaus lesenswert, da sie so Labore stimmig beschreiben können und den Spielenden atmosphärische Bilder in den Kopf projizieren können.
Der letzte Teil über die Rosenkreuzer enthält die wichtigsten Eckdaten dieser Geheimgesellschaft, ohne zu langweilen, und bietet viel Freiraum, um einen Charakter einer dieser Logen zu spielen. Auch wird ein Rosenkreuzer als neue Profession eingeführt.
Alchemie – Geheimnisse des Kosmos unterstützt also Alchemist*innen in ihrer Darstellung und zeigt ihnen viele Wege auf, die gegangen werden können, und ist somit absolut lesenswert, sowohl für Spieler*innen als auch Spielleiter*innen.

- Informationsreich für Alchemist*innen
- Gute recherchierte historische Fakten
- Stimmige Aufmachung passend zu anderen HeXXen 1733-Bänden
Artikelbilder: © Ulisses Spiele
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Gloria Puscher
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