Meistens geht eine Pen-and-Paper-Spielrunde über mehrere Stunden und meistens bekommen die Spielenden das ein oder andere Hüngerchen. Da Chips und Schokolade keine gehaltvolle, vor allem auch sattmachende Option sind, muss etwas Ordentliches her. Da bietet es sich an, passend zum Spielthema, ein köstliches Mahl aufzutischen.
Wahrscheinlich kennt es jede*r Rollenspielende. Man sitzt zusammen, die Karte des Lieferdienstes geht um, es wird das Standardgericht bestellt, nach dreißig bis sechzig Minuten geliefert und dann schnell gegessen. Doch wäre es nicht viel schöner, Dinge zu essen, die passend zum gerade gespielten Genre sind? Die vor allem auch gut vorbereitet werden können und entweder nur noch aufgewärmt werden brauchen oder direkt kalt gegessen werden? Vorteile dabei sind auch, dass es kostengünstiger ist, auf einzelne Ernährungsweisen eingegangen werden kann (gerade bei Allergiker*innen wichtig) und die Zubereitung auch einfach ist und Spaß macht. Für viele Spielwelten gibt es bereits schon Kochbücher, wie zum Beispiel Dungeons & Dragons, World of Warcraft, Avatar oder das Necronomnomnom für Cthulhu.
keine bekannten Trigger
Das geht immer
Viele Gerichte passen zu mehreren Genres, ganz oben mit dabei ist die klassische Brotzeit oder auch kalte Platte. Im Idealfall richtet man diese auf passendem Geschirr an, wie einem großen Holzbrett. Dazu kann man zum Beispiel Baguette, Käsewürfel, Minisalami, Karotten, Gurke, Cracker, Paprika und vieles mehr schneiden und anrichten, dazu verschiedene Dips. Weiter unten folgen zwei Rezepte für schnelle, einfache Tunken.
Für etwas Warmes lassen sich Suppen und Eintöpfe gut vorbereiten und aufwärmen, genauso wie Aufläufe. Diese kann man nebenher auf dem Herd erwärmen oder im Ofen überbacken.

Auch kleine Snacks bieten sich an, wie Käsespieße. Dazu einfach ein Stückchen Obst wie Mandarine oder Weintraube auf einen Zahnstocher pieken und einen Käsewürfel darunter. Ebenso eignen sich Waffelpommes als süße Variante oder aber auch mit einem Gemüseteig. Dazu lässt man den Zucker aus einem herkömmlichen Teig weg und fügt fein püriertes Gemüse hinzu.
Man sollte nicht vergessen, dass das Auge immer mitisst, daher macht es viel aus, wie die Speisen serviert werden. Holzbrettchen verleihen dem Essen etwas rustikales, ebenso wie Trinkpokale oder einfache Holzbecher. Die folgenden Gerichte können als Inspiration für die nächste Spielsitzung dienen und lassen sich gut vorbereiten.
Aus Kaiser Retos Speisekammer
In Aventurien gibt es, je nach Region, eine abwechslungsreiche, vielfältige Küche. Diese lässt sich auch auf andere Spiele aus dem phantastischen Genre, wie Dungeons & Dragons, anwenden.
Schwarzpelzbrot mit Dips
Aventurische Orks werden auch als Schwarzpelze bezeichnet. Daher bietet es sich an, wenn man diese in der aktuellen Runde bekämpft, doch einfach mal ein passendes Brot aufzutischen. Man benötigt:
1 Prise Zucker
800 ml lauwarme Kuh- oder Hafermilch
1 kg Mehl
150 g Röstzwiebeln
150 g Schinkenwürfel oder vegane Schinkenwürfel
Schwarze Lebensmittelfarbe (optional)
Zuerst bröselt man den Hefewürfel in ein Glas oder eine Tasse, gibt eine Prise Zucker darüber, damit die Hefe genug Nahrung hat, und fügt einen Schluck Milch dazu. Dann rührt man das Ganze, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Die übrige Milch färbt man schwarz ein und stellt sie erst einmal beiseite. In eine große Schüssel gibt man nun alle trockenen Zutaten und vermischt sie gut, entweder per Hand oder mit einem Handrührgerät (Knethaken) auf langsamster Stufe.
Dann fügt man die angerührte Hefe hinzu sowie die Hälfte der Milch und verrührt alles langsam. Die restliche Milch gibt man nach und nach hinzu, bis ein feuchter Teig entsteht. Eventuell braucht man etwas mehr oder weniger Milch. Den Teig lässt man nun mit einem Handtuch abgedeckt eine halbe Stunde an einem ruhigen, warmen Ort gehen.
Danach füllt man ihn in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform und gönnt ihm noch einmal dreißig Minuten Ruhe, bevor er dann für eine Stunde bei 200 °C gebacken wird. Je nach Ofentyp sollte man eine Garprobe machen. Dazu sticht man mit einem sauberen, trockenen Messer mittig in das Brot. Wenn kein feuchter Teig daran klebt, ist das Brot fertig und kann zum Auskühlen auf ein Rost gelegt werden. Bevor es angeschnitten wird, sollte es komplett ausgekühlt sein. Das Brot kann man gut ein bis zwei Tage vorher backen.
Dazu passt Sichelwachter Zwiebel-Schmand-Tunke. Dazu gibt man 600 g Schmand in eine ausreichend große Schüssel und rührt eine Tüte Zwiebelsuppe unter. Die Mischung sollte mindestens 15 Minuten ziehen, bis zum Servieren kühl gelagert und kurz vorher noch einmal durchgerührt werden.
Als zweiten Dip kann man eine thorwalsche Tunke reichen. Dazu werden 300 g Frischkäse mit einer Dose abgetropftem Thunfisch vermischt und mit Salz und Pfeffer gewürzt.
Cordovans Pfannkuchenturm
Als warmes Gericht eignet sich Magister Cordovans Pfannkuchenturm.
300 g Mehl
4 Eier (für die vegane Variante vier Esslöffel Leinsamen im Mixer zerkleinern, mit zwölf Esslöffeln warmen Wasser vermischen und fünf Minuten ziehen lassen)
1 Prise Salz
500 ml Kuh- oder Hafermilch
Für die Füllungen:
500 g Hackfleisch (gemischt oder die vegane Variante aus Erbsen- oder Weizenprotein)
300 g Tomaten in Stückchen
1 Zwiebel
Gewürze
Bechamel-Soße aus der Packung (gibt es auch vegan)
Geriebenen Käse oder die vegane Variante zum Überbacken
Auch bei diesem Gericht kann alles vorbereitet und kurz vorher im Backofen erwärmt werden. Dazu bereitet man erst etwa fünf bis sechs Pfannkuchen zu. Hierfür verrührt man alle oben genannten Zutaten zu einem Teig und backt ihn aus. Für dieses Rezept eignen sich Pfannkuchen mit einem Durchmesser von 20 cm. Für die Füllung brät man das Hack mit der fein gewürfelten Zwiebel an und würzt es nach eigenem Geschmack.
Dann fügt man die Tomaten hinzu und lässt das ganze einkochen, bis eine sämige Masse entsteht. Kurz vor Spielbeginn schichtet man in einer hohen Springform mit 20 cm Durchmesser die Pfannkuchen abwechselnd mit der Füllung, beginnend mit einem Pfannkuchen. Die letzte Schicht besteht aus der Béchamelsauce und dem Käse. Das Ganze wird dann bei 200 °C für etwa 15 Minuten überbacken, bis der Käse goldgelb geschmolzen ist. Nach etwa zehn Minuten Ruhezeit kann man den Ring der Form vorsichtig entfernen und servieren.
Als Getränke kann man neben Wasser auch Säfte, Tee oder (alkoholfreies) Bier servieren. Oder wie wäre es mit einem lieblichen Tharf? Dazu wird ein Liter Traubensaft zusammen mit einer Stange Zimt und 12 Blüten einer Duftrose erwärmt (nicht kochen!). Man sollte sich allerdings vorher bei einem*r Florist*in erkundigen, ob die Blüten zum Verzehr geeignet sind. Dies lässt man zwei Stunden ziehen und seiht es ab. Vor dem Servieren leicht kühlen.
Alle Rezepte sind keine offiziellen Rezepte aus der Welt des Schwarzen Auges, sondern dienen lediglich als Inspiration.
Aus einer weit, weit entfernten Galaxis
Für das Science-Fiction-Genre kann man auch auf einfache Rezepte zurückgreifen. Beliebt sind sogenannte Rationen, wie man sie aus Star Wars oder Warhammer 40.000 kennt.
1 Tüte Trockenhefe
250 ml warmes Wasser
250 g Mehl
50 g Körner (zum Beispiel Sesam, Sonnenblumenkerne, Leinsamen)
1 EL Essig
1 TL Salz
Der eher breiigen Masse gönnt man eine Viertelstunde Ruhe und gart sie dann bei sechshundert Watt für acht Minuten in der Mikrowelle in einem geeigneten Gefäß und lässt sie danach für fünf Minuten ruhen. Dazu passen Dips oder Gemüsesticks.
500 g Hackfleisch (gemischt oder die vegane Variante aus Erbsen- oder Weizenprotein)
Je 1 kleine Dose Mais und Kidneybohnen
1 Tütchen Burritogewürz
100 g Tomatenmark
Zuerst wird das Hackfleisch angebraten. Danach fügt man die Gewürzmischung hinzu sowie das Gemüse. Nun gibt man das Tomatenmark hinzu und vermengt alles. Vor dem Servieren werden die Pitabrote, die Füllung reicht für etwa fünf bis sechs Stück, zur Hälfte aufgeschnitten und getoastet. Wenn man mag, kann man sie von innen mit Guacamole oder Zwiebel-Schmand-Dip bestreichen und mit etwas grünem Salat auslegen, bevor man sie füllt.
Falls es zu scharf ist, mildert geriebener Käse die Schärfe etwas. Die Pitabrote kann man entweder fertig servieren oder man stellt alles auf den Tisch und die Spielenden befüllen ihre Brote selbst. Alternativ kann man die Pitabrote auch durch Wraps ersetzen.
Gerade bei Star Wars ist blaue Milch sehr bekannt. Diese kann man als Getränk dazu reichen. Dazu vermischt man einen Liter Kuh- oder Hafermilch mit blauer Lebensmittelfarbe und dem Mark einer Vanilleschote.
Für finstere Abende
Bei düsteren Settings wie bei The Witcher, Cthulhu oder Der Dunkle Kreuzzug (Warhammer 40.000) eignen sich Speisen, die außergewöhnlich aussehen. Sie dürfen etwas schlammig, morbide oder einfach gesagt eklig ausschauen.
Wie oft wünscht man sich, dass Hirn vom Himmel fällt? Da dies wohl nicht vorkommen wird, kann man das ganz einfach selber kochen. Dazu benötigt man folgendes:
1 Zwiebel
500 ml passierte Tomaten
200 ml Sahne oder eine vegane Alternative
Gewürze nach Geschmack
Die Tortellini werden gekocht, bis sie etwas überkocht, also sehr weich sind. Sie werden dann in ein rundes Sieb abgeschüttet und dürfen abkühlen. Auf keinen Fall abschrecken, sie sollen zusammenkleben. In der Zeit wird die Zwiebel in einem großen Topf mit etwas Öl angeschwitzt. Optional kann man auch etwas Knoblauch dazugeben. Sind die Zwiebeln glasig, gibt man die passierten Tomaten und die Sahne dazu, kocht alles einmal auf und würzt dann nach Geschmack.
Nun stürzt man zügig die zusammengeklebten Tortellini auf einen großen Teller oder eine Servierplatte. Sie sollten nun aussehen wie ein Gehirn. Für den blutigen Touch serviert man die Soße dazu. Ein Klecks Soße über dem Hirn sorgt noch einmal für ein gewisses optisches Highlight.
Man kann auch den Ausdruck „Fingerfood“ wörtlich nehmen. Dazu nimmt man kleine Würstchen, Babykarotten (vorher weichkochen) oder Tofustreifen und umwickelt diese mit fertigem Blätterteig, der vorher in schmale Streifen geschnitten wurde. Backt man die Kreation nach Anleitung der Teigpackung, hat man kleine, mumifizierte Häppchen.
Für den süßen Zahn
Ein gutes Essen wird gerne mit einem süßen Dessert abgerundet. Diese Süßspeisen lassen sich für jede Spielrunde herrichten.
1 Packung Instant-Wackelpudding mit Waldmeistergeschmack
500 ml Dessertsauce Vanillegeschmack
Kakaopulver nach Bedarf
Schokostreusel Vollmilch

Der Wackelpudding wird nach Anleitung in einer großen Schüssel zubereitet. Wenn er ausgehärtet ist, wird er in kleine Stücke zerteilt. In einer anderen wird die Dessertsauce mit dem Kakaopulver vermischt, bis alles eine schlammige Farbe bekommen hat. Nun gießt man die Sauce über den Wackelpudding, garniert es noch mit etwas Kakaopulver und lässt dieses etwa fünf Minuten sumpfen, das heißt, es wird einfach stehen gelassen, so dass sich das Kakaopulver mit der Flüssigkeit der Sauce vollsaugen kann. Zu guter Letzt garniert man alles mit einigen Schokostreuseln. Fertig ist der Sumpf in der Schüssel.
Guten Appetit!
Artikelbilder: © depositphotos.com
Layout und Satz: Andreas Hübner
Lektorat: Katrin Holst
Fotografien: Sabrina Höhne


















