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Die Hitze von Aqshy lodert über den Schlachtfeldern von Glutwacht, während Kriegerscharen um Ruhm und die Kontrolle über den magischen Glimmstein kämpfen. Mit der neuesten Edition von Warhammer Underworlds beweist Games Workshop, dass taktischer Tiefgang und ein schneller Einstieg kein Widerspruch sein müssen.

Drei Runden, vier Aktivierungen, fünf Aktionsmöglichkeiten – das Spielsystem von Warhammer Underworlds ist noch schlanker und übersichtlicher geworden. Anfänger*innen und Fans von einfachen Spielweisen haben in kurzer Zeit eine spielfertige Truppe mit dazugehörigen Karten zur Hand. Alte Hasen können sich mit der Zusammenstellung eigener Decks und der optimalen Kombination von Kriegerscharen und Spielkarten in den Untiefen des taktischen Meta-Spiels verlieren.

Triggerwarnungen

Krieg, Gewalt, Tod

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Der Inhalt der Box

Aufmachen und losspielen? Mit der Warhammer Underworlds: Glutwacht-Box ist das tatsächlich möglich, da das Set alles enthält, was man zum Spielen braucht. Im Zentrum stehen zwei brandneue Kriegerscharen mit detaillierten, ohne Kleber zusammensteckbaren Miniaturen. Diese Fraktionen bringen jeweils eigene Fähigkeiten und Taktiken mit, die auf den beiliegenden Kämpferkarten und Schriftrollen festgehalten sind.

  • Die Glutwächter – eine kleine, aber schlagkräftige Truppe von drei Sturmgeschmiedeten Ewigen
  • Zikkits Tunnelgräber – eine fünfköpfige Bande gerissener Skaven mit fiesen Tricks

Zusätzlich enthält die Box vier universelle Rivals-Kartendecks, die eine Vielzahl von Spielstilen ermöglichen und mit jeder Kriegerschar kombinierbar sind. Das Spielfeld besteht aus einem beidseitig bedruckten Spielbrett, das verschiedene Umgebungen darstellt und für taktische Vielfalt sorgt.

Das beiliegende Regelbuch führt umfassend in die Spielmechaniken ein und eine Schnellstartanleitung ermöglicht es neuen Spieler*innen, sich schnell zurechtzufinden. Was besonders auffällt, ist, dass das Regelbuch schrittweise und sehr verständlich in die Regeln einführt. Auch werden die enthaltenen Kartensets und Kriegerscharen vorgestellt und deren Spielstile, Stärken und Schwächen erläutert. Die lebhaften Hintergrundgeschichten zum Spiel und zu den beiden Kriegerscharen runden das Regelbuch schließlich ab.

Neben den Karten und Miniaturen enthält das Set eine große Auswahl an Spielmarkern zur Verwaltung von Aktionen, Effekten und Siegpunkten sowie ein Set spezieller Würfel für Angriffe und Verteidigungen. Also Klingen geschärft, Bolzen geladen und hinab in die Untiefen von Glutwacht.

In den Untiefen von Glutwacht – Die Hintergrundgeschichte

Glutwacht ist eine in Trümmern liegende Stadt in Aqshy, dem Reich des Feuers. Ursprünglich gegründet als Teil des Zweischweifigen Kreuzzugs, sollte die Siedlung ein Bollwerk der Ordnung in einer wilden und feindseligen Umgebung sein. Die Stadt wurde auf den Überresten einer älteren, vergessenen Ansiedlung errichtet, doch ihre Gründer ahnten nicht, dass sie auf einem kostbaren und zugleich gefährlichen Schatz saßen: Glimmstein. Dieses seltene und magisch aufgeladene Material verstärkt Aggressionen und brennt mit unglaublicher Intensität, was es sowohl zu einer wertvollen Ressource als auch zu einem Fluch für diejenigen machte, die es zu beherrschen versuchten.

Mit dem Auftauchen der Skaven in Aqshy wurde ein großer Teil von Glutwacht in Schutt und Asche gelegt.

Durch das Auftauchen der rattenartigen Skaven wurden Teile der Stadt in einen Warpstrudel gerissen und ins Verderben gestürzt. Doch dadurch wurden die Schätze von Glutwacht für alle sichtbar. Boshafte Augen schauten auf die sonst stolze Stadt und streckten begierig ihre Finger und Klauen nach den Schätzen aus, die in der Erde geschlummert hatten. Dadurch ist Glutwacht heute ein Ort des Schreckens, an dem Überreste der einstigen Bewohner und neue, skrupellose Eindringlinge um die Vorherrschaft kämpfen.

In den Tiefen der Ruinen treffen unterschiedlichste Fraktionen aufeinander: Die Glutwächter, eine Elite-Kriegerschar der Sturmgeschmiedeten Ewigen, versuchen, Ordnung und Gerechtigkeit in das Chaos zu bringen. Ihnen gegenüber stehen Zikkits Tunnelgräber, eine listige Bande von Skaven, die den Glimmstein für ihre eigenen dunklen Zwecke nutzen wollen. Doch sie sind nicht die Einzigen, die sich an den Überresten der gefallenen Stadt bereichern wollen – dunkle Mächte lauern in den Schatten. Jeder, der den Mut (oder die Dummheit) besitzt, Glutwacht zu betreten, muss sich auf einen gnadenlosen Kampf ums Überleben gefasst machen.

Heiße Schlachten und tückische List – Der Spielablauf

In Warhammer Underworlds übernehmen jeweils zwei Spieler*innen die Führung über eine Kriegerschar aus drei bis neun Miniaturen, die möglichst viel Ruhm erlangen wollen. Jede Kriegerschar hat neben den mit Spielwerten versehenen Kämpferkarten eine zugeordnete Schriftrolle, auf der ihre Sonderfertigkeiten festgehalten sind. Zusätzlich erhalten die Spieler*innen ein frei wählbares Rivals-Deck, das aus Missionskarten zur Erlangung von Ruhmespunkten und Kraftkarten für zusätzliche Fähigkeiten, Vorteile und Gegenstände besteht.

Das Hauptziel des Spiels ist es, über drei Runden hinweg die meisten Ruhmespunkte zu sammeln. Diese Punkte werden durch das Erreichen von Missionszielen und das Besiegen von gegnerischen Modellen erzielt. Die Kämpferkarten liefern detaillierte Informationen über die Eigenschaften und Fähigkeiten jedes einzelnen Kämpfers. Dazu gehören Bewegung, Gesundheit, Angriff und Verteidigung. Die Waffen der Kämpfer sind entweder Nahkampfwaffen oder Fernkampfwaffen mit unterschiedlichen Reichweiten und Schadenswerten.

Jede Runde ist in zwei Hauptphasen unterteilt: die Kampfphase und die Endphase. Zu Beginn jeder Runde starten die Spieler*innen mit fünf Kraftkarten, die Gegenstände und spezielle Handlungen enthalten, sowie drei Missionskarten, die während der Runde erfüllt werden müssen. In der Kampfphase haben die Spieler*innen abwechselnd vier Züge, in denen die Kämpfer Aktionen ausführen können:

  • Bewegen
  • Attackieren
  • Angreifen (Kombination aus Bewegung und Attacke)
  • Verteidigungsstellung (Abwehr verbessern)
  • Konzentrieren (Handkarten tauschen)

Attackiert werden können gegnerische Figuren, die in Reichweite der Waffe einer Spielfigur sind. Das System unterscheidet hierbei nicht zwischen Fern- und Nahkampf. Auch Angriffsbewegungen sind mit Fernkampfwaffen möglich und selbst in direktem Feindkontakt können diese abgefeuert werden. Attacken werden durch konkurrierendes Würfeln von Attacken- und Schutzwürfeln entschieden. Die Anzahl der geworfenen Würfel und welche Symbole zum Erfolg führen, hängen von den Eigenschaften des Kämpfers und der gewählten Waffe ab. Werden alle erfolgreichen Attacken abgewehrt, ist die Attacke erfolglos. Andernfalls verursacht der Angreifer einmalig den bei der entsprechenden Waffe vermerkten Schaden. Im Anschluss an einen erfolgreichen Angriff oder ein Patt kann das gegnerische Modell zudem ein Feld weit geschoben werden, was eine witzige Komponente des Kampfes ist, da so auch Gegner von Missionszielen geschoben werden können.

Etwas Komplexität erhalten Attacke und Verteidigung durch unterschiedliche Symbole auf den Würfeln. Durch angrenzende, befreundete Modelle können Flankieren und Umzingeln eines Gegners wirksam werden, wodurch mehr Symbole auf den Attacke- und Schutzwürfeln als Erfolge verbucht werden können. Kritische Treffer können zudem kleine Sondereffekte, wie zusätzlichen Schaden, auslösen.

An jede Aktion schließt sich ein Kraftschritt an, während dem Gegenstände, List-Karten und andere Handkarten abwechselnd von beiden Spieler*innen eingesetzt werden können.

Den Ruhmespunkten kommt eine doppelte Bedeutung zu: Zum einen entscheiden sie über Sieg oder Niederlage im Spielverlauf. Gleichzeitig zählen sie auch als Währung. Diese werden nicht ausgegeben, aber es können Gegenstände in einem Wert ausgelegt werden, die der Anzahl der Ruhmespunkte entspricht.

Neben dem einfach gehaltenen Aktionssystem bringen die Sonderfertigkeiten der unterschiedlichen Kriegsbanden und ein Mechanismus namens Anspornen noch etwas Würze ins Spiel. Jede Kriegerschar verfügt über einzigartige Fähigkeiten, die einmalig, jede Runde oder sogar in jedem Aktionsschritt eingesetzt werden können. Diese reichen von kleinen Mobilitätstricks über Waffenboni bis hin zu verrückten Selbstmordattacken, bei denen man das süße kleine Rattenmaskottchen in der Nähe von Feinden in die Luft sprengt. Das Anspornen führt dazu, dass sich die einzelnen Modelle auf unterschiedliche Weise verbessern. Die Bedingungen fürs Anspornen sind von Kriegerschar zu Kriegerschar unterschiedlich. Zikkits Tunnelgräber werden durch die Verletzung oder den Tod befreundeter Modelle angespornt, während die Glutwächter diesen Zustand erreichen, indem sie Aktionen in feindlichen Gebieten ausführen. Ist ein Modell angespornt, dreht man die entsprechende Kämpferkarte auf die Rückseite, die dann beispielsweise verbesserte Werte der Bewegungsreichweite, des Schadens oder der Lebenspunkte enthält.

Im Anschluss an die Kampfphase werden in der Endphase die Missionskarten ausgewertet und Ruhmespunkte für erfüllte Ziele vergeben. Die Missionen unterscheiden sich je nach eingesetztem Rivals-Deck. Sie können darin bestehen, möglichst viele Gegner zu töten, unterschiedliche Missionsziele zu besetzen oder eine vorgeschriebene Positionierung der eigenen Modelle zu erreichen. Schließlich füllen die Spieler*innen ihre Handkarten wieder auf und bereiten sich auf die nächste Runde vor. Nach drei Runden gewinnt die Seite mit den meisten Ruhmespunkten.

Bau‘s dir doch selbst – Das Nemesis-Format

Während das Spiel grundsätzlich durch seine Einfachheit besticht, bietet das Nemesis-Format noch etwas mehr Raum für Anpassung. Im Regelfall nutzen die Spieler*innen vorgefertigte Rivals-Decks mit festgelegten Kraft- und Missionskarten. Im Nemesis-Format bietet sich jedoch die Möglichkeit, aus zwei unterschiedlichen Decks ein individuelles neues zu schaffen. Einige Vorgaben, wie die Vermeidung von Doppelungen und bestimmte Mindest- und Maximalzahlen bei Kartenarten, müssen berücksichtigt werden, aber Taktik-Fans bekommen weiterhin eine Möglichkeit, das Feintuning auf die Spitze zu treiben.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop Ltd.
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: ca. 30 Minuten
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: ab 12
  • Preis: 85 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Auf der Warhammer Community-Website finden sich die Spielregeln und Werte bisheriger Kriegerscharen kostenfrei zum Download. Die Regeln neuerer Kriegerscharen müssen bis dato leider käuflich erworben werden (beziehungsweise liegen sie den entsprechenden Figurensets bei). Und wer noch etwas tiefer in die Hintergrundgeschichte eintauchen möchte, findet auf der Warhammer Community-Seite einen spannenden Hintergrundartikel (englischsprachig) mit mehr Details.

Fazit

Mit Warhammer Underworlds: Glutwacht bringt Games Workshop eine gelungene Neuauflage seines beliebten Duellspiels auf den Tisch. Die Kombination aus strategischer Tiefe, flüssigem Spiel und hochwertigen Modellen macht das Spiel sowohl für Neueinsteiger*innen als auch für erfahrene Spieler*innen attraktiv. Durch die klar strukturierten Regeln und die (fast) spielfertigen Kriegerscharen ist ein unkomplizierter Einstieg möglich, während erfahrene Spieler*innen mit Deckbau und taktischen Manövern das volle Potenzial ausschöpfen können.

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der zusätzlich erhältlichen Kriegerscharen und die Möglichkeit, mit den Rivals-Decks verschiedene Spielstile auszuprobieren. Dass hiervon gleich vier im Grundset enthalten sind, ist großartig, da man sich von Beginn an ausprobieren kann. Die Hintergrundgeschichte von Glutwacht sorgt zudem für eine stimmige Atmosphäre und bietet einen gelungenen Rahmen für die actiongeladenen Gefechte. Die Mechaniken des Spiels sind gut durchdacht und Sonderfähigkeiten wie auch die unterschiedlichen Rivals-Decks bringen eine zusätzliche taktische Komponente ins Spiel.

Natürlich kann das Spiel bei intensiver Wiederholung auf Dauer etwas repetitiv wirken, insbesondere wenn man nur mit den vorgefertigten Decks spielt. Die große Anzahl an unterschiedlichen Kriegerscharen und immer neu erscheinenden Rivals-Decks sorgen hier jedoch für Abwechslung.

Für Fans von Warhammer Underworlds und taktischen Miniaturenspielen ist Glutwacht eine klare Empfehlung. Wer strategische Duellspiele mit moderater Komplexität und schnellem Spielfluss schätzt, wird hier viel Freude haben. Warhammer Underworlds: Glutwacht ist ein rundum gelungenes Paket, das sich sowohl für Gelegenheitsspieler*innen als auch für ambitionierte Turnierspieler*innen lohnt.

  • Übersichtliche Regeln ermöglichen schnellen Einstieg
  • Trotz einfachem Grundsystem taktische Tiefe möglich
  • Kurzweilige und schnelle Spiele mit hohem Spaßfaktor
 

  • Ohne Deckbau könnte das Spiel auf Dauer etwas eintönig werden


Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.

Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Gloria Puscher
Fotografien: Geoffrey Förste

Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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