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Auch 2025 war die SAGA-Weltmeisterschaft wieder ein ultimatives Schlachtfeld der Taktiker*innen und dieses Jahr war es besonders spannend! Neben der europäischen Community traten auch Spieler aus den USA an, was die Erwartungen auf ein atemberaubendes Turnier steigen ließ. Wer hat sich als wahre*r Meister*in der Schlacht herausgestellt?

Die vergangene SAGA-Weltmeisterschaft fand in Deutschland statt, wo die deutsche Mannschaft den Titel erringen konnte. Dieser Erfolg markierte den Höhepunkt einer intensiven Vorbereitung. Mit dem Sieg erhielten die Deutschen die Möglichkeit, das Turnier erneut auszurichten. Die Organisatoren entschieden jedoch, das Event in diesem Jahr in ein anderes Land zu vergeben, um den internationalen Austausch des Spiels zu fördern. Daher fiel die Wahl auf Schweden. Mit Engagement und dem Ziel, eine erfolgreiche Veranstaltung zu organisieren, übernahmen die Schweden die Verantwortung für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2025 und begannen mit der Planung, um ein herausragendes Turnier zu gestalten.

Triggerwarnungen

Krieg, Tod

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Was ist eigentlich SAGA?

SAGA ist ein Tabletopsystem, das für seine einfachen Regeln, strategische Tiefe und spannende, schnelle Spielweise bekannt ist. Es wurde von Gripping Beast entwickelt und von Studio Tomahawk herausgebracht. SAGA zeichnet sich durch seinen historischen Hintergrund und die Vielzahl an Kulturen und Epochen aus, die die Spieler*innen auf dem Schlachtfeld erleben können.

SAGA ist ein Skirmisher, bei dem zwei Spielende gegeneinander antreten und eine Kriegsbande (auch „Warband“ genannt) kontrollieren. Jede Kriegsbande besteht aus einer ausgewählten Gruppe von Miniaturen, die eine historische Armee repräsentieren, zum Beispiel Wikinger, Römer, Angelsachsen oder Mongolen. Das Spiel ist in der Regel auf kleine Gefechte ausgerichtet, wobei jede Armee etwa 30 bis 40 Miniaturen umfasst, abhängig von den gewählten Regeln und Szenarien.

Jede historische Armee verfügt über einen eigenen Schlachtplan in dem verschiedene Fähigkeiten oder Aktivierungen zu finden sind. Diese Pläne können mit so genannten SAGA-Würfeln genutzt werden. Je nachdem, welche Symbole die Spielenden würfeln, können diese auf dem Schlachtplan platziert werden. Über diesen Fähigkeiten steht auch der Zeitpunkt, zu dem sie eingesetzt werden dürfen. Der Schlachtplan samt SAGA-Würfeln bildet damit das Herzstück des Spiels. Ihr Einsatz und das Haushalten damit, machen fast das gesamte Spiel aus. Denn nur mit diesen Würfeln, kann eine Kriegsbande aktiviert werden.

Eine Partie SAGA spielen:

  • Lege dir das Regelwerk, Ära-Buch (z. B. Ära der Wikinger) und das Buch der Schlachten für die Szenarien zurecht.
  • Wähle eine Ära für das Spiel aus.
  • Wähle eine Armee, die typisch für diese Ära ist.
  • Stelle dir eine 6-Punkte-Armee zusammen.
  • Suche dir ein spannendes Szenario zum Spielen aus.

Um eine Partie SAGA zu spielen ist gar nicht so viel nötig, wichtig ist, dass sich die Spielenden einig sind über die Ära und das Szenario. Denn es gibt verschiedene Ären, aber nicht alle sind miteinander kombinierbar. Um ein ausbalanciertes Spiel zu spielen, empfiehlt es, sich, in einer Ära zu bleiben. Zwar gibt es einige Bücher, die laut Herausgeber miteinander kombinierbar sein sollen, doch in der Praxis hat es sich gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Auch optisch ist ein Verweilen in der jeweiligen Ära schöner anzusehen. Denn wie Wikinger, aus der Ära der Wikinger gegen Inder aus der Ära des Alexander kämpfen, sieht optisch nicht wirklich stimmig aus.

Weltmeisterschaft in Schweden

Das Wappen der Saga WM 2025.

Das schwedische Team hatte die Ehre, die Weltmeisterschaft 2025 auszurichten und hat dazu aufgerufen zahlreich teilzunehmen. Gespielt wurde in Lund in Südschweden, welches recht gut mit dem Auto oder mit dem Zug zu erreichen ist. Lund ist eine Stadt mit zirka 87.000 Einwohner*innen und verfügt über eine schöne historische Altstadt mit einem großen romanischen Dom. Ausgerichtet wurde das Turnier im Akademiska Föreningens hus, was so viel wie Haus der Akademischen Vereinigung bedeutet und das Hauptgebäude der Akademischen Vereinigung in Lund ist. Und dass es äußerlich nach einer Burg aussieht, lässt es noch imposanter wirken. Da die Stadt und der Austragungsort nur so vor historischem Flair strotzen, ist es die perfekte Kulisse für eine Weltmeisterschaft für historisches Tabletop.

In ehrenvoller Tradition war die Weltmeisterschaft ein Team-Event. Jedes Land musste ein Team aus vier Spielenden bilden und aus diesem Team einen Kapitän auswählen. Der Kapitän des Teams trug die Verantwortung für die gesamte Organisation und Registrierung vor Ort.

Er sorgte nicht nur dafür, dass das Team korrekt angemeldet wurde, sondern entschied auch über die Zuteilung der Szenarien. Zudem stellte der Kapitän sicher, dass alle Ergebnismeldungen nach den Kämpfen fristgerecht abgegeben wurden. Dies bedeutete eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen den Spielenden und der Turnierleitung. Der Kapitän stellte sicher, dass das Team korrekt eingetragen und organisiert war, damit der Wettbewerb reibungslos ablaufen konnte.

Ein Team, das sich gut organisierte, hatte also nicht nur im Spiel, sondern auch bei der administrativen Seite der Weltmeisterschaft Vorteile. Der Kapitän musste über gutes Management und Organisationstalent verfügen, um sicherzustellen, dass das Team erfolgreich war, nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch abseits davon.

Wer war alles dabei:

  • England (ENG)
  • Poland Red (POL)
  • Piast Cocks – Poland (POL)
  • Team Sweden Yggdrasil (SWE)
  • Portugal (PRT)
  • Team Germany Red (GER)
  • Team Ruhrgebiet (GER)
  • Betreutes Würfeln (GER)
  • Team Austria (AUT)
  • Guilloteam – France (FRA)
  • Team USA – Balding Eagles (USA)
  • Team Hungary (HUN)

Um eine möglichst große Teilnahme zu sichern, wurde den Ländern ermöglicht, mehrere Teams zu der Weltmeisterschaft zu schicken. Nichts trübt ein großes Turnier mehr, als wenn es an Spieler*innen fehlt.

Die Regeln des Turniers

Jedes Mitglied des Teams wird eine der vertretenen Epochen spielen.

Die vier ausgewählten Epochen sind

  • Zeitalter der Wikinger
  • Zeitalter der Kreuzfahrer
  • Zeitalter Alexanders
  • Zeitalter Hannibals

Für die Verwaltung muss jedes Team zwei Arten von Armee-Listen vor dem ersten Spiel einreichen. Eine Liste für alle vier Teamspieler*innen und eine separate Liste für jede einzelne Person, die der Gegenseite gezeigt wird. Verwenden Sie das bereitgestellte Template am Ende dieses Spieler-Pakets (füllen Sie es zweimal pro Team aus und schneiden Sie je eine Kopie für alle Spielenden ab).

Die Armee-Liste

  • Fraktion
  • Name der Person
  • Punkte (z. B. 3 Punkte Herzbogenschützen, 3 Punkte Krieger)
  • Ausrüstung: Wird während der Aufstellung entschieden (zu Fuß / reitend und Ausrüstung). Kriegsstandarten können variieren.
  • Einheit-Upgrades: Berserker, Hunde oder der Curaidh (eine irische Sondereinheit) müssen vermerkt werden und sind für das gesamte Turnier gültig, müssen jedoch nicht in der 6-Punkte-Armee enthalten sein.

Regeln für die Modelle

  • Vollständig bemalte Modelle sind obligatorisch. Modelle müssen eindeutig an ihrer Ausrüstung erkennbar sein. Fantasie-Modelle, wie Chaos-Barbaren als Wikinger, sind nicht zulässig. Unbemalte, teilweise bemalte oder unangemessene Modelle können abgelehnt werden.
  • Dies bedeutet nicht, dass Modelle historisch perfekt authentisch sein müssen, aber sie sollten thematisch passend sein.

Helden

  • Alle Helden müssen für den Gegner eindeutig erkennbar sein. Unterschiedliche Basengrößen sind die einfachste Möglichkeit, dies zu erreichen.

Die Armeen müssen sorgfältig vorbereitet werden, um sicherzustellen, dass sie den Regeln entsprechen und den Wettbewerbsstandard erfüllen.

Zuweisungen und Punktesystem

Das erste Spiel wird zufällig ausgelost, sodass keine Teams aus dem gleichen Land gegeneinander spielen. Danach wird das Turnier nach einem Schweizer System fortgesetzt, bei dem Teams mit gleichen Punkten gegeneinander antreten. Der Kapitän des schlechter platzierten Teams wählt die Szenarien, danach wechseln sich die Teams ab.

Nach jedem Spiel notieren die Spielenden ihre Siegpunkte zur späteren Referenz und geben an, ob das Spiel mit einem Sieg, Unentschieden oder Niederlage endete. Außerdem muss vermerkt werden, ob es den Spielenden gelungen ist, den gegnerischen Warlord zu töten, da dies ein sekundäres Ziel für alle Spiele darstellt.

Punktesystem:

  • Wer gewinnt, erhält 5 Turnierpunkte.
  • Wer verliert, erhält 1 Turnierpunkt.
  • Bei einem Unentschieden erhält jeder Person 2 Turnierpunkte.
  • Wer es schafft, den gegnerischen Oberbefehlshaber zu töten, erhält 1 zusätzlichen Turnierpunkt.

Dieses Punktesystem sorgt für Spannung und ermöglicht es den Teams, sich während des Turniers zu messen und zu sehen, wie sie sich im Vergleich zu anderen Teams schlagen. Es fördert zudem den Wettkampf und gibt den Spielenden zusätzliche Anreize, ihre besten Leistungen zu zeigen, besonders wenn es darum geht, den gegnerischen Warlord zu besiegen.

Verlauf des Turniers

Insgesamt wurden fünf Spiele gespielt. Drei am ersten Turniertag und am nächsten Tag zwei weitere.

Damit geht der erste Platz nach England und damit auch die Ehre, die kommende Weltmeisterschaft auszurichten. England hat in der Vergangenheit bereits eine Weltmeisterschaft ausgerichtet und ist in der SAGA-Welt eine bekannte Größe.

Die Trophäen der WM.

Fazit

Die Weltmeisterschaft in Schweden war ein voller Erfolg, sowohl in organisatorischer als auch in spielerischer Hinsicht. Das Turnier wurde professionell durchgeführt, und die Teams lieferten sich spannende und faire Kämpfe, bei denen die taktischen Fähigkeiten der Spieler*innen auf die Probe gestellt wurden. Durch das Schweizer System wurde ein ausgeglichener Verlauf gewährleistet, sodass alle Teilnehmer*innen stets interessante und herausfordernde Partien spielen konnten. Der Fokus lag klar auf dem Wettkampf, und jede einzelne Person konnte ihr Können unter Beweis stellen.

Abseits des Spielfelds zeigte sich, dass die Atmosphäre während des gesamten Turniers angenehm und entspannt war. Die Organisatoren sorgten dafür, dass sich alle Teilnehmenden wohlfühlten, sowohl in der Turnierumgebung als auch in der Freizeit. In den Pausen und nach den Spielen nutzten viele Teams die Gelegenheit, die Altstadt von Lund zu erkunden und sich in den Pubs zu treffen, um den Tag ausklingen zu lassen. Diese gemeinsamen Erlebnisse förderten den Austausch zwischen den Spieler*innen und stärkten den Zusammenhalt innerhalb der Community.

Besonders hervorzuheben ist die gelungene Verbindung zwischen dem historischen Flair der Stadt und dem modernen, kompetitiven Charakter des Turniers. Die schöne Altstadt und das beeindruckende Akademische Gebäude boten eine stimmungsvolle Kulisse, die dem Event eine besondere Atmosphäre verlieh. Schweden zeigte sich nicht nur als reizvolles Reiseziel für Tabletop-Fans, sondern auch als idealer Austragungsort für ein Turnier dieser Größenordnung. Die SAGA-Weltmeisterschaft 2025 wird sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben und hat die Leidenschaft für das Spiel bei vielen Teilnehmer*innen neu entfacht.

Artikelbilder: Christian Kallweit
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Christian Kallweit

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