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Mit ihrem ersten Auftritt haben die Emperor’s Children die Bühne eindrucksvoll betreten – doch können sie dieses hohe Niveau halten? Oder werden ausgerechnet die letzten Einheiten samt ihrer berühmten Charaktere zur Schwachstelle? Wir haben die neuen Modelle aufgebaut und ihre Regeln auf Herz und Nieren geprüft.

Der Lord des Überschwangs ist bereits aus der Armeebox bekannt und immer noch schön anzuschauen.

Nach der Veröffentlichung der Emperor’s Children und ihrer Armeebox Champions des Slaanesh war die Freude bei vielen groß. Nun betritt Fulgrim das Schlachtfeld, gefolgt von den besten Schwertkämpfern seiner Legion. Die erlesenen Klingen, angeführt von Lucius dem Ewigen, stürzen sich in das dichteste Getümmel, um dort Chaos und Zerstörung zu entfesseln. Musikalisch wird das Spektakel vom Fürsten der Kakophonie untermalt.

Auf den Fürsten des Überschwangs gehen wir in diesem Artikel regeltechnisch nicht ein, da er bereits im letzten Beitrag vorgestellt wurde. Stattdessen werfen wir einen kurzen Blick auf die Gussrahmen und den Zusammenbau, bevor wir uns eingehender mit den Regeln befassen.

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Perfektionisten geeint im Kampf – Der Zusammenbau

Wie zuvor sind die meisten Rüstungen nach dem Schema aus dem letzten Malartikel bemalt. Jeder einzelne Gussrahmen überzeugt mit einem hohen Detailgrad, und Gussgrate sind selten. Falls sie doch vorkommen, lassen sie sich mit einem Bastelmesser schnell und einfach entfernen.

Der Zusammenbau verläuft weitgehend problemlos. Jeder Schritt in der Bauanleitung ist gut illustriert und daher leicht umzusetzen. Bei den Erlesenen Klingen sind insgesamt sechs verschiedene dynamische Posen möglich. Wer also einen Trupp in maximaler Größe aufstellen möchte, muss keine Doppelungen befürchten. Alle Figuren wirken in ihren Haltungen äußerst dynamisch – sie scheinen gerade ihre Waffen abzufeuern, auszuholen oder sich kampfbereit auf den Feind zu stürzen. Überall sind kleine Symbole von Slaanesh zu finden und Lucius hat wenige Sekunden vorher einen Primaris Marine der Iron Hands bezwungen, was an die Geschehnisse von mehr als zehntausend Jahren anknüpft.

Wo Licht ist, gibt es auch ein paar kleinere Schatten. Vorsicht ist beim Entfernen der filigranen Schläuche der Erlesenen Klingen aus dem Gussrahmen geboten. Sie sind empfindlich und können leicht brechen. Modelltechnisch ist es zudem etwas schade, dass der Fürst des Überschwangs weiterhin nur eine begrenzte Auswahl an Kopfoptionen und lediglich eine Option für das Rückenmodul bietet. Wer hier mehr Individualität möchte, kann jedoch überlegen, die übrig gebliebenen Bits der Infractoren oder Tormentoren zur Modifikation zu nutzen.

Zwist in den eigenen Reihen – Die neuen Einheiten

Der Primarch gibt sich nicht mit seinem Gefolge ab

Der erste Blick muss natürlich auf den Dämonenprimarchen fallen. Fulgrim ist ein wahres Biest und besitzt ein Profil, das sich mit dem vieler anderer Primarchen messen kann. Allerdings hebt er sich mit einer beeindruckenden Bewegung von 16 Zoll deutlich ab. Auch seine Waffenprofile sind äußerst vielseitig und in nahezu jeder Situation tödlich. Das Modell verfügt über zwei Sonderregeln. Die erste, Dämonische Gifte, tritt in Kraft, sobald Fulgrim eine seiner Attacken im Nah- oder Fernkampf abgehandelt und mindestens einen Treffer erzielt hat. Aufgrund der guten ballistischen Fähigkeiten und der Expertise im Nahkampf ein Kinderspiel also. Zu Beginn jeder feindlichen Befehlsphase muss für jede vergiftete Einheit ein Würfel geworfen werden. Bei einem Ergebnis von 4 oder höher erleidet die Einheit tödliche Verwundungen in Höhe eines W3-Wurfs. Die zweite Sonderregel bezieht sich auf Fulgrims Rolle als Primarch seiner Legion. Zu Beginn jeder feindlichen Befehlsphase dürfen Spielende eine von drei besonderen Fähigkeiten wählen. Betörende Gestalt sorgt dafür, dass Gegner Fulgrim schlechter treffen, indem deren Trefferwürfe um 1 verschlechtert werden. Dämonische Schnelligkeit verleiht ihm die Sonderregel Erstschlag. Hypnotische Aura betrifft alle feindlichen Einheiten im Umkreis von 6 Zoll, die sich aus dem Nahkampf zurückziehen wollen. Diese müssen einen Moralwerttest ablegen und bei einem Fehlschlag bleiben sie stationär. Die Regeln sind keineswegs schwach – doch echte Synergien mit verbündeten Einheiten sucht man vergeblich. Das passt zwar thematisch zur egoistischen Natur der Emperor’s Children, doch von einem Primarchen könnte man mehr erwarten. Fulgrim fühlt sich nicht wie eine Einheit an, die zwingend in jede Armee integriert werden muss.

Irgendwann wird er der allerbeste (Schwertkämpfer) sein?

Lucius der Ewige ist der zweite und letzte epische Held der Armee und steht seinem Primarchen in nichts nach. Im Vergleich zum Index hat er zwar seine Peitsche in eine reine Nahkampfwaffe umgewandelt und seine Schussoptionen aufgegeben, doch dadurch konzentriert er sich umso mehr auf den Nahkampf. Schon für sich genommen ist Lucius eine ernstzunehmende Bedrohung und kann mühelos ganze Reihen gewöhnlicher Infanterie vernichten. Gleichzeitig verfügt er über ein schnelles und widerstandsfähiges Profil, das durch die Sonderregeln Einsamer Wolf und Verletzungen ignorieren 5+ zusätzlich verstärkt wird. Mit der Regel Endlich eine Herausforderung kann Lucius alle seine Treffer- und Verwundungswürfe wiederholen, wenn er gegen ein Charaktermodell, ein Monster oder einen Läufer kämpft. Doch Lucius wäre nicht der Egomane, der er ist, wenn nicht auch seine letzte Sonderregel, Duellantenstolz, eine Rolle spielen würde. Diese sorgt dafür, dass er die Sonderregel Erstschlag erhält, allerdings nur, solange er keiner Einheit angehört. Das stellt Spielende vor ein Dilemma, denn Lucius ist einerseits ein Einzelgänger, andererseits wäre er eine unglaubliche Bereicherung für die Erlesenen Klingen.

Meister der Schwertkunst

Damit kommen wir zu eben dieser Einheit. Die Erlesenen Klingen verfügen über eine Bewegung von 8 Zoll und einen Widerstand von 5, genau wie Lucius. Allerdings besitzen sie lediglich einen normalen Rüstungswurf von 3+. Zwar sind sie mit Boltpistolen ausgerüstet, doch diese spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die wahre Stärke der Einheit liegt in ihren Traumklingen – tödlichen Nahkampfwaffen, mit denen jedes Modell drei Attacken ausführt, die auf 2+ treffen. Dank einer Stärke von 6, einem Durchschlag von -3 und einem Schaden von 2 haben die meisten Gegner wenig entgegenzusetzen, es sei denn, sie verfügen über einen guten Rettungswurf. Da es den Emperor’s Children an vielen Anti-Fahrzeug-Einheiten im Nahkampf mangelt, kommt diese Einheit als eine wertvolle Möglichkeit gerade recht. Die Sonderregel Dämonische Gönner sorgt dafür, dass jeder Trefferwurf von 3+ automatisch eine kritische Verwundung verursacht. Bleibt eine Einheit jedoch in einer Phase ohne Opfer, wird stattdessen eines ihrer eigenen Modelle in den Warp gezogen und vernichtet. Die Erlesenen Klingen sind zweifellos eine starke und gefährliche Einheit für den Gegner, doch ihre vergleichsweise geringe Anzahl an Attacken kann sich als Schwäche erweisen. Genau aus diesem Grund wäre es naheliegend, Lucius dieser Einheit anzuschließen, auch wenn dies seinem Duellantenstolz widerspricht. Zusammen können diese beiden Einheiten schnell größtmöglichen Schaden verursachen.

Als Dirigent möchte er die Kakophonie so laut ertönen lassen, wie nur möglich.

Den musikalischen Abschluss bildet der Fürst der Kakophonie. Sein Profil ähnelt dem der Sonanzmarines und bietet zwei mögliche Ausrüstungsoptionen. Er kann entweder zwei Schrillpistolen führen, die – abgesehen von der geringeren Reichweite – einem schweren Bolter ähneln, oder eine Schrillpistole mit einem Energieschwert kombinieren. Beide Optionen sind solide und hängen letztlich vom bevorzugten Spielstil ab. Der Fürst der Kakophonie kann entweder eine Einheit Terminatoren oder Sonanzmarines anführen. Falls er eine Einheit anführt, tritt seine Sonderregel Fanfaren des Grauens in Kraft, wodurch die gesamte Einheit die Fähigkeit Trefferhagel 1 erhält. Sein massives Rückenmodul trägt er nicht ohne Grund – es ist ein Schockverstärker, der feindliche Einheiten mit zusätzlichen Schallwellen attackiert. Nachdem seine Einheit geschossen hat, kann eine der getroffenen gegnerischen Infanterieeinheiten ausgewählt werden. Anschließend werden drei Würfel geworfen, und für jedes Ergebnis von 4 oder höher erleidet die feindliche Einheit eine tödliche Verwundung, mit einem Maximum von drei Verwundungen. Falls auch nur eine dieser tödlichen Verwundungen zugeteilt wird, muss die betroffene Einheit zusätzlich einen Erschütterungstest ablegen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Sprache: Deutsch
  • Preise:
    • Fulgrim, Primarch der Emperors Children 135,00 EUR
    • Lucius 35 EUR
    • Fürst des Überschwangs 34 EUR
    • Fürst der Kakofonie 32,50 EUR
    • Erlesene Klingen 47,50 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Fazit

Die neuen Einheiten der Emperor’s Children überzeugen durch ein hohes Maß an Detailtreue, passgenaue Gussrahmen und größtenteils unkomplizierten Zusammenbau. Einzelne empfindliche Bauteile erfordern etwas Vorsicht, beeinträchtigen das Bauerlebnis insgesamt aber kaum. Hinzu kommt, dass die Gestaltung dem ikonischen Erscheinungsbild der Legion treu bleibt und den ästhetischen Anspruch der Zielgruppe trifft. Auch die teilweise modulare Bauweise eröffnet Potenzial für individuelle Anpassungen, wenn auch in begrenztem Rahmen.

Auf spielmechanischer Ebene zeigen die neuen Modelle klare Stärken, insbesondere im Nahkampf. Viele der Charaktermodelle wie Fulgrim oder Lucius agieren jedoch stark auf sich gestellt, was zwar zur Hintergrundgeschichte der Fraktion passt, in der Armeezusammenstellung aber mitgedacht werden will. Unterstützende Synergien innerhalb der Armee sind begrenzt vorhanden. Wer plant, mit dieser Veröffentlichung seine Armee zu erweitern und Fähigkeitslücken zu schließen, erhält starke Einzelmodelle, die gezielt eingesetzt werden sollten. Insgesamt stellt die Erweiterung eine sinnvolle Ergänzung für bestehende Emperor’s Children-Armeen dar – sowohl optisch als auch regeltechnisch.

  • Hochdetaillierte Modelle mit starker thematischer Gestaltung
  • Großteils starke Regeln
 

  • Manche Teile sind sehr filigran und können brechen
  • Fulgrim fühlt sich nicht ganz in die Armee integriert an
  • Einige Charaktere bieten keine guten Synergien

 

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Robert Wolfes

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