Der Blutsturm ist der vierte und finale Teil der Reihe Minen der Macht aus der Feder fünf bekannter deutscher Fantasyautor*innen. Grubenstedt steht vor einem Angriff des Blutsturms, während Hauptmann Gunter und seine Gefährt*innen mit persönlichen Herausforderungen kämpfen und über einen lange vergessenen Feind stolpern.
Bernhard Hennen, Mira Valentin, Sam Feuerbach, Greg Walters und Torsten Weitze schlossen sich zu den Fünf Federn zusammen und veröffentlichten mit diesem Roman das Ende einer insgesamt vier Teile umfassenden phantastischen Krimi-Reihe. Mit ihren Geschichten aus der Minenstadt Grubenstedt präsentieren sie Lesenden eine Mischung aus Phantastik und Krimi, die es problemlos mit der verzwickten Geschichte Die verlorene Zukunft von Pepperharrow von Natasha Pulley aufnehmen kann. Der Blutsturm führt die Geschichte von fünf sehr verschiedenen Protagonist*innen fort, die ihre ganz eigenen individuellen Probleme mitbringen. Gemeinsam müssen die fünf Hauptpersonen in diesem letzten Teil der Reihe versuchen, die Gefahren, in der ihre Heimatstadt schwebt, rechtzeitig zu beseitigen und gleichzeitig das Rätsel lösen, das sich hinter der wohl größten Bedrohung verbirgt, der sich die Stadt jemals stellen musste. Denn die tausende Kämpfende umfassende Horde des Blutsturms ist nicht die einzige Gefahr, die die Stadt bedroht.
– Psychische Krankheit (suizidales Verhalten, Persönlichkeitsstörung)
– Krankheiten mit Verlust von Körperteilen
– Diskriminierung (Rassismus)
– Gewalt und Tod im Zuge von Kämpfen
Inhaltsverzeichnis
Story
Erneut heißt es für die Gefährt*innen rund um Hauptmann Gunter einen Mord aufzuklären. Den vorangegangenen Romanen folgend beginnt die Geschichte auch dieses Romans mit einer Leiche. Diesmal stoßen Gunter und seine Wachen auf die Leiche eines Anhängers des Blutsturms, einer Horde scheinbar wilder Menschen, die überall, wo sie auftauchen, Leid und Tod verbreiten. Doch wie kommt die Leiche eines Blutstürmlers in die Tiefen der Minen unter Grubenstedt, gilt die Stadt mit ihrer Kuppel doch als uneinnehmbar. Haben die Horden etwa Zugänge außerhalb der Stadt durch die Minen in deren Innerstes gefunden? Gunter stößt mit seinen Vermutungen innerhalb der Stadtwache auf taube Ohren, sodass er auch mit diesem Problem an seine Gefährt*innen herantritt.
Der Gastwirt Woulf hat jedoch ganz andere Dinge im Kopf als das Aufklären eines Mordes. Erstmals widmet er sich nicht nur einzig seiner Schankstube und dem berühmten Bierbraten, sondern der Liebe zu einer Frau und den damit einhergehenden Schwierigkeiten. Da kommen ihm seine Gefährt*innen, als er just ohne Hose in der Schankstube steht, sehr ungelegen. Rami unterdessen lebt den Traum eines Aschlings. Als Novize der Magierin Nasiima lernt er den Umgang mit Facette-Magie. Doch auch sein Leben läuft nicht nach Plan, beherbergt er doch heimlich eine gesuchte Widerständlerin in seinen eigenen vier Wänden. Als es in seiner Wohnung zu einer Explosion kommt, verliert Rami nicht nur eine Freundin, sondern auch ein Stückchen seiner selbst. In entscheidenden Momenten driftet er dem Wunsch entgegen, seiner Freundin im Jenseits wieder zu begegnen, statt im Diesseits zu kämpfen. Auch Nasiima bestreitet innere Kämpfe, denn nachdem sie das dritte Symbol in ihr Facette geritzt hat, wird der Ruf des vierten Symbols in ihr stetig lauter. In den ungelegensten Momenten scheint sie die Kontrolle zu verlieren, sodass sie kaum noch weiß, wie lange sie dem anstehenden Wahnsinn widerstehen kann. Die junge Diebin Kröte hat sich dahingegen gut im Griff. Seit drei Monden schon konnte sie ihrer Sucht nach dem Harz der geheimnisvollen Pflanze entgehen und trägt die Frucht seitdem unbenutzt mit sich herum. Als sie schließlich einem Exemplar der Pflanze in den Stollen begegnet und sie vernichtet, scheint der Bann, der auf ihr gelegen hat, gebrochen zu sein.
All die kleinen und größeren Probleme der Gefährt*innen rücken jedoch in den Hintergrund als tatsächlich die viele Tausende Menschen starke Horde des Blutsturms vor den Toren Grubenstedts auftaucht. Der Kampf darum, Zugänge in den Stollen zu verschließen und gleichzeitig die Verteidigung der Stadt ob ihrer fehlenden Stadtmauern zu organisieren, nimmt die Held*innen vollkommen ein. Da bleibt kaum Zeit, Geheimnissen nachzugehen, deren Puzzleteile ihnen nach und nach zufallen. Denn ausgerechnet jetzt regt sich das geheime Etwas hinter der grauen Tür, die Woulf schon so lange in seinem Gasthaus Die Knospe hütet. Auch Ramis plötzliche Visionen einer vergangenen Zivilisation mit zornigen göttlichen Wesen lässt Informationen zutage treten, von denen die Protagonist*innen zehren. Diese Entitäten scheinen noch blutrünstiger zu sein als es die Gött*innen Middangards in Carina Schnells Roman A Whisper of Wings sind. Doch über allem liegt ein leichter Nebel des Vergessens. Gerade in wichtigen Momenten fällt es den Gefährt*innen schwer, sich genau zu erinnern oder zu konzentrieren. Etwas oder jemand arbeitet gegen sie. Und es ist fraglich, ob sie es mit dieser allgegenwärtigen Bedrohung schaffen, gleichzeitig gegen diese und die Gefahr des Blutsturms anzukommen und sich als auch die Stadt zu retten.
Auch in diesem letzten Band der Reihe nutzen die Autor*innen wieder fünf verschiedene Erzählstränge ihrer fünf Protagonist*innen, die abwechselnd und doch ineinander greifend die Geschichte des Buches erzählen. Während dieses Werk sich zu Beginn sehr auf die einzelnen Hauptpersonen und deren kleinere Alltagsprobleme fokussiert, schreitet die gemeinsame Handlung zunächst nur langsam voran. Als diese schließlich in Fahrt kommt, ist es Lesenden kaum noch möglich, das Buch zur Seite zu legen. Mit hoher Spannung wird schließlich die Handlung voran getrieben. Die Bedrohungen greifen ineinander und jagen die Held*innen von A nach B. Gleichzeitig fallen immer mehr Puzzleteile an ihren Platz und offenbaren den Gefährt*innen wie auch Lesenden Hintergründe über die Welt, die auch die aktuelle Bedrohung erklären. Während der erste Roman der Reihe Der Unheiler etwas an Tiefe missen ließ, kommt diese hier nun nicht zu kurz. Das Ende dieses abschließenden Werkes kann nur gelobt werden. Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite, das Ende ist herausragend erarbeitet, greift die Erzählstränge gekonnt auf und schließt mit einem wundervollen Gesamtergebnis, das die Gefährt*innen gemeinsam herbeigeführt haben.
Schreibstil
Die Sorge, ein Buch mit fünf verschiedenen Autor*innen würde auch fünf vollkommen verschiedene Schreibstile beinhalten, hat sich in den ersten drei Bänden nicht bestätigt und tut es auch in diesem nicht. Die einzelnen Abschnitte des Werkes teilen sich zwar auf die fünf Protagonist*innen auf, die jeweils durch eine andere Autorenperson gesteuert werden, weisen nebst den beschrieben Personen jedoch keinerlei auffällige Unterschiede auf. Schreib- und Erzählstile wurden derart angepasst, dass nur geneigte Fans der jeweiligen Autor*innen erahnen könnten, wer welchen Textabschnitt geschrieben hat. Was aus wessen Feder stammt, bleibt letztlich jedoch ein Geheimnis.
Die Welt, in der sich Grubenstedt befindet, ist durchdacht und lässt allerlei Möglichkeiten offen für weitere Geschichten. So befindet sich die Minenstadt in einem durch verschiedenste Fraktionen bedrohten Landstrich. Die Stadt selbst, aufgeteilt in immer tiefer gelegene Ringe, vom Palastring ganz oben bis zum Schlammring zuunterst, trägt sich durch eine starke Stadtwache, Ränkespiele der Adligen und Magie. Insbesondere eine riesige magische Kuppel um die Stadt herum sichert ihren Schutz. Die Versorgung der Bevölkerung erfolgt durch umliegende Gehöfte und Handelswaren. Entsorgung des Minenschutts durch das händische Tragen die Bresche hinauf sichert sowohl Arbeit für einfache Hilfskräfte als auch den Fortschritt der Mine im Innersten der Stadt, in der nach magischen Artefakten und Facettes gegraben wird. Mechanische Elemente finden sich nur in Form riesiger Bohrer, die von Menschen in großen Laufrädern betrieben werden. Modernere Elemente, die auf Prinzipien von Druckluft, Dampf oder mittels Schwarzpulver realisiert werden könnten, gibt es bislang nicht.
Die Autor*innen
Hinter dem Namen Fünf Federn stecken die fünf deutschen Autor*innen Bernhard Hennen, Sam Feuerbach, Mira Valentin, Greg Walters und Torsten Weitze. Als Die Weltenbauer3 veröffentlichten Sam Feuerbach, Mira Valentin und Greg Walters bereits mit Erfolg die Schattenstaub-Saga, die es auf Platz 1 der Amazon– und Audible-Charts schaffte. Für Die Minen der Macht stießen die beiden Autoren Bernhard Hennen und Torsten Weitze hinzu.
Bernhard Hennen veröffentlicht bereits seit 1996 und machte sich insbesondere im Fantasygenre und als Autor für Das Schwarze Auge deutschlandweit einen Namen.
Sam Feuerbach ist seit 2017 hauptberuflich als Autor im Bereich Fantasy und Science-Fiction tätig. Als bekannte Werke zählen die Krosann-Saga sowie die Reihe Der Totengräbersohn. Sam Feuerbach veröffentlicht selbst sowie als Teil des Autor*innen-Trios Die Weltenbauer3 im Eigenverlag bene Bücher.
Mira Valentin machte zuletzt mit ihrem im Tor Verlag erschienen Roman Druidendämmerung auf sich aufmerksam. Die Autorin verbuchte bereits diverse Preise für sich, darunter der Seraph 2020 in der Kategorie Bester Independent Titel mit Windherz. Die meisten ihrer Werke wurden im Selfpublishing veröffentlicht.
Greg Walters ist das Pseudonym des Fantasy- und Jugendbuchautoren Gregor Timme. Dieser veröffentlicht seit 2015 im Selfpublishing und seit 2018 im bene Bücher Verlag. Seine bekanntesten Werke sind die Farbseher-Saga rund um die Âlaburg und die Feldscher-Chroniken.
Torsten Weitze veröffentlicht seit Jahren sehr erfolgreich im Selfpublishing. Seine Reihe Der 13. Paladin wurde derart oft als E-Book verkauft, dass sie das Label Bild Bestseller tragen darf.
Erscheinungsbild
Die Buchreihe um die Minen der Macht wartet mit einem von vorne bis hinten durchdachten graphischen Konzept auf. Das Cover aus der Hand von Shen Fei zeigt eine Darstellung der Minenstadt, in der die gesamte Handlung spielt. Selbst einzelne Ebenen und bedeutende Gebäude sind erkennbar. Leuchtende Effekte wie auch der Farbton des Covers passen perfekt zur Geschichte.
Die dargestellte Stadt findet sich auf allen vier Büchern der Reihe wieder.
Das Cover ist ein richtiger Hingucker. Durch seine Gestaltung fällt es im Bereich der Fantasybücher auf, ohne zu einem anderen Genre zugehörig zu wirken. Da es gleichzeitig auch den Inhalt transportiert und richtig wiedergibt, ist es als sehr gelungen zu bezeichnen.
Die harten Fakten:
- Verlag: FISCHER Tor (Print), bene Bücher (E-Book), Hörbuch (Argon Verlag)
- Autor*innen: Sam Feuerbach, Bernhard Hennen, Mira Valentin, Greg Walters, Torsten Weitze
- Erscheinungsdatum: 12. März 2025
- Sprache: Deutsch
- Format: Klappbroschur
- Seitenanzahl: 448
- ISBN: 978-3596711192
- Preis: 18,00 EUR (Print) + 6,99 EUR (E-Book) + 24,95 EUR (Hörbuch)
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Bezugsquelle Fachhandel, Amazon
Fazit
Der Blutsturm ist der mitreißende Abschluss der Minen der Macht-Reihe der fünf bekannten deutschen Fantasyautor*innen Bernhard Hennen, Mira Valentin, Sam Feuerbach, Greg Walters und Torsten Weitze. In diesem finalen Teil stehen Hauptmann Gunter und seine Gefährt*innen vor einer existenziellen Bedrohung durch die angreifenden Horden des Blutsturms, während sie gleichzeitig mit ihren eigenen persönlichen Herausforderungen kämpfen. Die Kombination aus packender Handlung und tiefgründigen Charakteren macht diesen Band zu einem absoluten Highlight.
Die Erzählweise, die verschiedene Perspektiven der Protagonist*innen nutzt, ermöglicht es den Lesenden, die komplexe Welt Grubenstedts und ihre Geheimnisse hautnah zu erleben. Die Autor*innen schaffen es, die individuellen Probleme der Charaktere in die übergreifende Handlung einzuflechten. Besonders hervorzuheben sind die ansteigende Spannung und das fulminante Ende, die das Buch bis zur letzten Seite fesselnd machen.
Der Schreibstil bleibt durchgängig konsistent und harmonisch, trotz der unterschiedlichen Autor*innen. Dies trägt dazu bei, dass sich die Geschichte flüssig liest und die Lesenden in die fantasievolle Welt eintauchen können. Das durchdachte grafische Konzept des Covers ergänzt das Leseerlebnis perfekt und spiegelt den Inhalt der Reihe wider.
Insgesamt bietet Minen der Macht. Der Blutsturm eine gelungene Mischung aus Phantastik und Krimi, gepaart mit starken Charakteren und einer packenden Handlung. Dieser finale Band schließt die Reihe auf eine spannende und überraschende Weise ab, sodass nicht nur für dieses Buch, sondern für die vollständige Reihe eine Leseempfehlung ausgesprochen werden kann.

- Vielschichtige Charaktere
- Packende Handlung
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Tolles Ende
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Langatmiger Beginn
Artikelbilder: © Fischer Tor
Layout und Satz: Mika Eisenstern
Lektorat: Sabrina Plote
Dieses Produkt wurde privat finanziert.
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