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Völlig losgelöst von der Erde – fühlt sich unsere Autorin, wenn sie mit ihren Raumschiffen über den Tisch gleitet. Eclipse: Das zweite galaktische Zeitalter ist ein immersives 4X-Erlebnis, in dem die Spielenden eine Zivilisation im Weltall anführen – von der Erkundung des Alls über technologische Fortschritte bis hin zu militärischen Konflikten.

Der Weltraum – unendliche Weiten, zahllose Möglichkeiten und erbitterte Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in der Galaxie. Mit Eclipse: Das zweite galaktische Zeitalter tauchen Spielende in ein intensives 4X-Erlebnis ein, das Erkundung, Expansion und Konfrontation kombiniert. Wem das Universum von Twilight Imperium 4 zu komplex ist oder wer bei Voidfall den langen Spielaufbau scheut, könnte sich in der Kombination aus taktischer Planung und schnellem Spielfluss bei Eclipse wiederfinden.

Denn hier steht das nächste Kapitel bevor: 2025 erschienen zwei neue Erweiterungen mit insgesamt vier frischen Fraktionen. Für wen lohnt es sich also, das riesige 4X-Spiel jetzt in die eigene Sammlung aufzunehmen?

Triggerwarnungen

bewaffnete Auseinandersetzungen, Weltraumkrieg

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Spielablauf

Die Spielenden wählen zu Beginn, ob sie Terraner (Menschen) oder eine der sechs Alien-Fraktionen spielen. Während die Menschen gleiche Ausgangsbedingungen haben, unterscheiden sich die Alien-Fraktionen thematisch je nach Heimatplanet: die einen sind gut im Erkunden, andere haben Vorteile beim Erforschen und wieder andere bewegen sich schneller durchs All.

Spielaufbau für zwei Personen: Noch gibt es viel zu erkunden.
Spielaufbau für zwei Personen: Noch gibt es viel zu erkunden.

Bis auf die Startsektoren der Fraktionen, einer personenabhängigen Anzahl an Wächtersektoren sowie dem zentralen Sektor besteht das Spielfeld – welches sich aus Sechseckfeldern zusammensetzt – noch aus einer großen Leere. Verbindungen über die Wurmlöcher zu den anderen Spielenden entstehen erst durch das Erkunden angrenzender Sektoren im Spielverlauf.

Das Spiel verläuft über acht Runden. In jeder Runde durchlaufen die Spielenden vier Phasen: Aktions-, Kampf-, Unterhalts- und Aufräumphase.

In der Aktionsphase passiert am meisten. In jeder Runde haben die Spielenden abwechselnd die Möglichkeit, eine Aktion auszuführen; diese sind:

  • ERKunden: neue Sektoren des Weltalls aufdecken.
  • FORschen: neue Technologien erlangen.
  • VERbessern: besondere Schiffsteile in die Raumschiffe einbauen.
  • BAUen: Raumschiffe, Raumstationen und andere Strukturen erbauen.
  • BEWegen: Flotten strategisch über das Spielfeld manövrieren.
  • BeEINflussen: Kolonieschiffe reaktivieren und Einfluss in Sektoren verändern.

Jede Aktion verbraucht eine Einflussscheibe, welche am Ende der Runde mit Gold bezahlt werden. Vorausschauendes Ressourcenmanagement ist das A und O, denn: Wer in der Unterhaltsphase pleite ist, scheidet aus. Strategische Weitsicht ist hier gefragt, um nicht in der Leere des Weltalls unterzugehen.

Jede Aktion hat einen Aktivierungswert, wie oft sie zur Verfügung steht.
Jede Aktion hat einen Aktivierungswert, wie oft sie zur Verfügung steht.

Die Aktionen selbst sind kurzweilig, sodass die Downtime oft nur bei Vollbesetzung auffällig ist. Alle bleiben involviert. Während die anderen an der Reihe sind, kann der nächste Spielzug geplant werden – aber Obacht, was die Mitspielenden tun. Möglicherweise rüsten sie gerade ihre Flotten auf, um einen Angriff zu starten.

Die Aktionsphase dauert so lange, bis alle Spielenden gepasst haben – entweder, weil sie nicht genug Ressourcen haben oder ihren Zug bewusst beenden. Denn: Wer zuerst passt, erhält den Startmarker für die nächste Runde und zusätzlich zwei Gold. So kann das Passen strategisch entscheidend sein. Nach dem Passen ist man aber weiterhin eingeschränkt handlungsfähig. Drei Reaktionsmöglichkeiten – verbessern, bauen und bewegen – stehen zur Verfügung, solange noch nicht alle gepasst haben.

Nachdem alle in der Aktionsphase gepasst haben, wird es konfrontativ: Es folgt die Kampfphase. Während dieser Phase werden etwaige Zusammenstöße zwischen Fronten per Würfelwurf gelöst.

Jede Runde schließt mit der Unterhalts- und Aufräumphase ab. Über Kolonieschiffe lassen sich jetzt noch Bevölkerungsmarker entsenden, um die Ressourcenproduktion zu erhöhen. Anschließend erhalten die Spielenden Gold-Einkommen und müssen gemäß ihren eingesetzten Aktionen mit dem Gold Unterhalt bezahlen. Material wird produziert und die Forschung vorangetrieben. Kann eine Person ihren Unterhalt nicht bezahlen, kann sie noch Handel treiben, sprich: Material oder Forschung gegen einen bestimmten Kurs in Gold tauschen.

In der Aufräumphase werden neue Technologien gezogen, die Einflussscheiben zurückgelegt und der Rundenmarker weitergesetzt.

Jede Runde kommen neue Technologien in die Auslage.
Jede Runde kommen neue Technologien in die Auslage.

Am Ende der acht Runden zählt die Bilanz: Siegpunkte werden für Kämpfe, Entdeckungen, kontrollierte Sektoren, gesammelte Technologien sowie den Bau besonderer Gebäude vergeben. Manche Fraktionen haben Sonderregeln, die ihnen weitere Siegpunkte ermöglichen. Die Zivilisation mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Eclipse besticht durch eine offene Aktionsstruktur, bei der jede einzelne Entscheidung – ob Expansion, technischer Fortschritt oder militärisches Engagement – den weiteren Spielverlauf maßgeblich prägt. Diese Kombination aus strategischem Tiefgang und dynamischer Spielphase macht es zu einem spannenden Erlebnis, das sowohl präzise Planung als auch situative Flexibilität belohnt.

Die Aktionen im Detail

Für einen tieferen Einblick werfen wir noch einen detaillierteren Blick auf die Aktionen. Zu Beginn des Spiels ist das Spielfeld noch recht leer. Das ändert sich schnell, denn eine der wichtigsten Aktionen ist das Erkunden. Beim Erkunden wird zufällig ein Sektor einer an den kontrollierten Ausgangssektor angrenzenden Zone mit Wurmlochfragment vom entsprechenden Stapel (innerer, mittlerer und äußerer Ring) gezogen. Dabei spielt immer ein gewisses Risiko mit, da die zufälligen Sektoren nicht immer der eigenen Strategie entsprechen. Gefällt der Sektor nicht, kann er abgelegt werden. So kann es passieren, dass man nur sehr langsam oder gar nicht expandiert. Dadurch entgehen einem wertvolle Entdeckungen, Siegpunkte für kontrollierte Sektoren und die Möglichkeit, Bevölkerung zu entsenden, was die Ressourcenproduktion stagnieren lässt.

Bei der Aktion Forschen bezahlen die Spielenden die Ressource Forschung, um neue Technologien zu erlangen. Es gibt vier Arten von Technologien: Schiffsteile, um Schiffe zu verbessern, Baupläne, um neue Strukturen oder Schiffe zu bauen, Sofort-Effekte und dauerhafte Fähigkeiten. Je mehr Technologien in einer Reihe erforscht werden, desto höher ist der Rabatt beim nächsten Forschen, und später gibt es auch noch Siegpunkte.

Auf der mittleren Leiste sind vier Technologien erforscht – dafür gibt es einen Siegpunkt.
Auf der mittleren Leiste sind vier Technologien erforscht – dafür gibt es einen Siegpunkt.

Mit der Aktion Verbessern dürfen neue Schiffsteile in die Blaupausen der Schiffe eingebaut werden und gelten sofort für alle Schiffe dieses Typs. Manchmal ist der Einbau etwas knifflig, da ausreichend Energie durch die Energiequellen sichergestellt und stets ein Antrieb verbaut sein muss.

Beim Bauen wird die Ressource Material eingesetzt, um Raumschiffe oder Strukturen (Raumstationen, Orbitale, Monolithen) zu bauen. Für letztere muss die jeweilige Technologie erforscht worden sein.

Die Aktion Bewegen ist selbsterklärend. Je nach Aktivierungswert darf die entsprechende Anzahl an Raumschiffen bewegt werden. Die Antriebsart gibt an, wie viele Sektoren das Schiff passiert. Durch Sektoren mit gegnerischen Schiffen kann sich in der Regel nicht hindurchbewegt werden, da ein Schiff immer ein anderes festhält – und das VGZ im galaktischen Zentrum hält alle fest.

Zu guter Letzt die Aktion Beeinflussen. Hier dürfen die Spieler*innen zwei bereits verwendete Kolonieschiffe zurückdrehen. Das ermöglicht, noch mehr Bevölkerung auf kontrollierte Sektoren auszusenden. Außerdem darf eine bestimmte Anzahl Einflussscheiben umsortiert werden: von Sektoren auf die Einflussleiste, von einem Sektor zu einem anderen oder von der Einflussleiste auf einen unkontrollierten Sektor.

Diese sechs Aktionen werden beliebig oft und in beliebiger Reihenfolge von den Spielenden ausgeführt. Vor allem in den ersten Runden wird viel erkundet, erforscht und verbessert, während in den späteren Runden eher durch das Bewegen und das Beeinflussen der Einfluss im Weltraum intensiviert wird. Raumschlachten sind dabei die logische Konsequenz.

Weltraumschlachten und Diplomatie

Sofern gegnerische Schiffe in der Aktionsphase aufeinandergetroffen sind, folgen die Raumschlachten. Alle Kämpfe erfolgen nacheinander in absteigender Sektornummer.

Die Blaupausen: Der Abfangjäger hat Initiative (Pfeil-Symbol) 2; der Kreuzer 3.
Die Blaupausen: Der Abfangjäger hat Initiative (Pfeil-Symbol) 2; der Kreuzer 3.

Vor dem Kampf wird die Initiative der beteiligten Raumschiffe bestimmt; die höchste Initiative – also das schnellste Raumschiff – beginnt. In Initiativreihenfolge werden Raketen einmalig abgefeuert. Wer Raketen verbaut hat, kann schon vor dem eigentlichen Gefecht den Kampf für sich entscheiden. Alle verbleibenden Schiffe feuern anschließend ihre Kanonen ab – erneut in Initiativreihenfolge, so lange, bis eine Partei im Sektor ausgelöscht wurde.

Für jeden Kampf – ob gewonnen oder verloren – erhalten die Parteien je ein Ansehensplättchen, was wiederum Siegpunkte zählt.

Jeder Kampf hat Nachwirkungen: Sind die eigenen Schiffe in einem Sektor mit fremden Bevölkerungsmarkern, führt jedes Schiff einen Kanonenangriff aus, um die Bevölkerung auszulöschen. Sind alle fremden Bevölkerungsmarker entfernt, darf der Sektor eingenommen werden. Liegt im Sektor ein Entdeckungsplättchen, bringt dies eine einmalige Belohnung oder Siegpunkte am Spielende. Beschädigte Schiffe werden repariert. Gibt es nach dem Kampf eine Person, die keine Schiffe und keine kontrollierten Sektoren mehr hat, scheidet diese Person aus dem Spiel aus. Wer also noch nicht ausgebreitet hat oder wenige Schiffe entsendet, sollte sich vor Kämpfen in Acht nehmen.

Ein Diplomatie- und ein Ansehen-Plättchen wurden schon gesammelt.
Ein Diplomatie- und ein Ansehen-Plättchen wurden schon gesammelt.

Oder diplomatische Beziehungen eingehen, um Ansehen oder andere Vorteile zu erhalten. Dieses Spielelement ist allerdings erst ab vier Spielenden möglich. Gehen zwei Personen am Tisch eine diplomatische Beziehung ein, tauschen sie ihre Botschafter-Plättchen. Dadurch erhöht sich die Ressourcenproduktion, da ein Bevölkerungsmarker entsendet wird, und es bringt einen Siegpunkt. Die Beziehung kann nur durch einen Akt der Aggression gebrochen werden, also durch einen Kampf. Die Beziehung wird zurückgesetzt und der*die Aggressor*in erhält Minuspunkte durch das Verräter-Plättchen.

Eclipse ist ein Auf und Ab der Gefühle. In einem Moment erkundet man nebeneinander neue Sektoren, im nächsten befindet man sich mitten in einer packenden Raumschlacht. Durch den Zufallsfaktor beim Entdecken – was Fluch und Segen zugleich ist – gleicht keine Partie einer anderen. Es macht immer wieder Spaß, ins Weltall einzutauchen.

Ausstattung

Die überdimensionale Fünf-Kilo-Box ist prall gefüllt mit einer Menge wertigem Material. Aber keine Panik, bei Eclipse hat alles seine Ordnung. Das Spielmaterial für die sechs Zivilisationen in unterschiedlichen Farben findet seinen Platz in maßgeschneiderten Game Trayz. Hier passt einfach alles haargenau hinein. Zudem ist die Oberseite der Game Trayz gleichzeitig auch die Ressourcentafel, die den Ertrag mithilfe der Bevölkerungsmarker und den Bestand über kleine Regler anzeigt.

Ein Blick in die Game Trayz – Aufbewahrung und Ressourcentafel zugleich.
Ein Blick in die Game Trayz – Aufbewahrung und Ressourcentafel zugleich.

Ein besonderes Highlight sind die individuellen Raumschiff-Miniaturen. Jede Zivilisation – sprich: jede Spielendenfarbe – hat ihr eigenes Raumschiffdesign. Diese Liebe zum Detail wertet das Spiel enorm auf. Hinzu kommen die wertigen Bevölkerungsmarker und Einflussscheiben aus Acryl, die zu einer schönen Tischpräsenz beitragen. Monolithen, Orbitale, Antiker- und Wächterraumschiffe sind ebenfalls als Miniaturen vorhanden.

Die Technologie- und die Ansehensplättchen finden in zwei schönen Stoffbeuteln ihren Platz. Für die großen Sektorenfelder und weiteres Spielmaterial sind ausreichend Aussparungen im Inlay vorgesehen.

Der Spielaufbau könnte in der Anleitung etwas übersichtlicher gestaltet sein, aber ansonsten ist das Regelheft super strukturiert. Bilder und Beispiele erklären den Spielablauf sehr gut, sodass man überhaupt nicht den Eindruck hat, dass man gerade ein Expert*innen-Spiel vor sich hat. Dank der hilfreichen Zusammenfassung auf der Rückseite kann man das Wichtigste auch während des Spiels nachlesen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Autor*in(nen): Touko Tahkokallio
  • Illustrator*in(nen): Jukka Rajaniemi, Kory Lynn Hubbel
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • Sprache: Deutsch
  • Spieldauer: 60 bis 180 Minuten
  • Spieler*innen-Anzahl: 2 bis 6 (am besten ab vier Personen)
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Preis: circa 100 Euro
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon

 

Bonus/Downloadcontent

Die Spielanleitung, ein Wertungsblatt sowie eine Kurzübersicht stehen zum kostenlosen Download auf der Seite von Pegasus Spiele zur Verfügung.

Fazit

Eclipse: Das zweite galaktische Zeitalter ist ein tiefgründiges 4X-Spiel, das die Spielenden auf eine intergalaktische Reise strategischer Expansion, technologischer Forschung und epischen Raumschlachten schickt. Die Mischung aus Erkundung, Ressourcenmanagement und taktischer Entscheidungsfindung sorgt für ein dynamisches Spielerlebnis, bei dem jede Entscheidung den weiteren Verlauf bestimmt.

Obwohl der Kampfmechanismus auf Würfeln basiert, rückt der Glücksfaktor in den Hintergrund. Durch die Schiffsverbesserungen kann man bessere Würfel mit mehr Treffern freischalten oder Schilde einbauen. Und wer auf friedlicher Mission unterwegs ist, kann diplomatische Beziehungen eingehen – Konfrontation ist kein Muss, um die Galaxie zu beherrschen.

Dank verschiedener Fraktionen mit einzigartigen Stärken bleibt jede Partie abwechslungsreich und erfordert Anpassungsfähigkeit. Der hohe Wiederspielwert ergibt sich durch die sich ständig verändernde Galaxie und unterschiedliche Fraktionen.

Auch in der Ausstattung beeindruckt Eclipse durch hochwertiges Spielmaterial, das ordentlich in maßgeschneiderten Game Trayz verstaut ist, die gleichzeitig als Ressourcentafel fungieren. Hier ist von der Mechanik bis zum Material alles gut durchdacht.

Trotz der hohen Komplexität bleibt das Spiel durch klare Mechanismen und eine intuitive Aktionsstruktur zugänglich. Wer strategische Herausforderungen mit hohem Interaktionsgrad liebt, findet in Eclipse ein immersives und belohnendes Spielerlebnis. Wir feuern daher 5 von 5 Raketen ins All

  • Ordnung und schneller Aufbau dank Game Trayz
  • Immersives Weltraumerlebnis
  • Hoher Wiederspielwert durch offene Aktionsstruktur
 

  • Hoher Zufallsfaktor beim Entdecken von Sektoren

Artikelbilder: © Pegasus Spiele
Layout und Satz: Mika Eisenstern

Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Michelle Saarberg
Dieses Produkt wurde privat finanziert.

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