Zeit für ein Duell! Im aktuellen Ableger der Black Rose Wars-Spielereihe spielen wir eine Duell-Variante des erfolgreichen semi-kompetitiven Deck-Builders Black Rose Wars. In Black Rose Wars Duel: Void duellieren sich zwei Zaubernde des Ordens der Black Rose um die Vorherrschaft über die Loge und die darin verborgene Macht.
Den Spielen aus der Black Rose Wars-Reihe liegt eine eigene Spielwelt zugrunde, die Nova Aetas, deren Ästhetik und thematische Schwerpunkte auf der Zeit der Renaissance in Italien beruhen, wo beispielsweise auch das bald erscheinende Grifoni: Blades for Hire spielt. Innerhalb dieser Welt kämpfen die Magi des Ordens der Black Rose sowohl gegeneinander als auch gegen andere übernatürliche Bedrohungen.
Nachdem im letzten Jahr mit Black Rose Wars: Rebirth ein weiterer Ableger für größere Spielrunden erschienen ist, bietet Black Rose Wars Duel: Void eine etwas reduzierte Version der magischen Schlachten.
Im Kern sind alle Black Rose Wars-Spiele Deckbuilder, bei denen die Spielenden sowohl gegeneinander als auch gegen eine dritte Partei, die Black Rose antreten. Wer in einer bestimmten Rundenzahl am meisten Macht ansammeln kann, gewinnt die Partie. Dies geschieht, indem die Spielenden Zauber einsetzen, um die zerstörten Räume der Loge wiederaufzubauen.
Am grundlegenden Spielprinzip ändert sich in der Duell-Variante nicht viel, sodass sich Spielende, die bereits ein Black Rose Wars-Spiel gespielt haben, schnell orientieren können.
Dämonen, Tod, Körperhorror
Inhaltsverzeichnis
Spielablauf
Vorbereitung

Zu Beginn einer Partie muss das Spielfeld aufgebaut werden. Die einzelnen Räume der Loge der Black Rose werden zufällig auf dem Spielplan verteilt. Lediglich der Raum in der Mitte muss immer der der Black Rose sein, das Zentrum der Loge, in der die Spielenden ihr magisches Duell austragen. Außerdem wählen die beiden Spielenden ihre Spielfigur und ihr Startdeck. Anders als bei anderen Black Rose-Spielen stehen keine unterschiedlichen Zauberschulen zur Auswahl, lediglich die Schule der Void-Magie steht zur Verfügung. Allerdings gibt es zwei Decklisten, sodass jedem Startdeck unterschiedliche Startkarten zugrunde liegen. Die beiden Spielfiguren haben jeweils einen persönlichen Zauber, was eine gewisse Varianz im Deckaufbau ermöglicht. Zur Auswahl stehen die beiden Magi Alhazred, der unsterbliche Hüter der Loge der Black Rose, und Alice, ein Mädchen, das sich ihr Bewusstsein mit einer mysteriösen Entität teilt.
Die Ausstattung der Spielenden umfasst ein Charakter-Tableau, auf dem die Werte der Spielfiguren dargestellt werden, eine Anzahl farbiger Würfel (grün oder violett), die für verschiedene Aktionen und Markierungen benötigt werden, sowie Punktemarker zur Zählung der Macht innerhalb der Partie. Das übrige Material besteht aus Quest-Karten, einer Rundenkarte und Markern für die einzelnen Räume. Sind alle Karten und Materialien sortiert, kann die Partie beginnen.
Der Spielzug

Eine Partie besteht aus vier Runden, wobei eine aus fünf Phasen besteht, die die Spielenden immer gemeinsam durchlaufen. Zuerst werden die Aktionen der Black Rose abgehandelt, die von einer Event-Karte vorgegeben werden. Diese sind in jeder Runde anders, können aber auf der Event-Karte jederzeit nachgelesen werden, sodass eine Vorbereitung darauf möglich ist. Diese Effekte sorgen hauptsächlich dafür, dass die Black Rose Machtpunkte erhält und die Spielenden mit Einschränkungen oder anderen Besonderheiten für diese Runde zu kämpfen haben.
In der Studier-Phase ziehen die beiden Spielenden jeweils zwei Karten aus der gemeinsamen Bibliothek und zwei Karten aus dem eigenen Zauberbuch, dem Grimoire. Falls die Spielenden nach dem Ziehen mehr Karten auf der Hand haben, als ihr Handkartenlimit zulässt, müssen sie Karten ablegen. Diese werden auf dem Erinnerungs-Stapel abgelegt. Die dort befindlichen Karten kommen ins Spiel, wenn die Karten des Grimoires aufgebraucht sind. Ist das Handkartenlimit erreicht, platzieren die Spielenden zwei bis vier ihrer Zauberkarten in die Zauberslots auf ihrer Seite des Spielfelds. Diese Zauber sind nun vorbereitet und können in der nächsten Phase verwendet werden. Zauber können nicht aus der Hand gespielt werden, sondern müssen immer vorbereitet werden. Dabei ist auch die Reihenfolge der Platzierung wichtig, denn die Zauber können nur in der richtigen Reihenfolge (von links nach rechts) eingesetzt werden. Zusätzlich haben alle Zauberkarten eine helle und eine dunkle Seite, die unterschiedliche Effekte auslösen. Auch hier müssen sich die Spielenden jedoch bereits beim Platzieren der Karten entscheiden, welche Seite, also welche Effekte, sie später nutzen wollen.

In der darauffolgenden Aktions-Phase führen die Spielenden nacheinander bis zu zwei Aktionen aus. Diese bestehen aus Erkunden, Kämpfen und Befehlen. Mit der Erkunden-Aktion bewegen die Spielenden ihre Figuren durch die Räume der Loge. Mithilfe von Kämpfen-Aktionen können Nahkampfangriffe auf die gegnerische Figur oder ihre beschworenen Kreaturen ausgelöst werden, und mit der Befehlen-Aktion können eventuell vorhandene eigene Kreaturen gesteuert werden. Zauber müssen immer in der richtigen Reihenfolge ausgespielt werden, und ihre vorher festgelegte Seite darf beim Ausspielen nicht verändert werden.
Die meisten Zauber verursachen bei ihrer Aktivierung Instabilität. Dieser Effekt sorgt dafür, dass die Räume, in denen ein Zauber aktiviert wird, instabil werden. Gekennzeichnet wird dies durch die oben bereits erwähnten farbigen Würfel. Je nach Effekt werden ein oder mehrere Würfel in die passenden Slots des Raumes gelegt. Sind alle Slots belegt, wird dieser Raum am Ende der Runde wiederhergestellt. Je nach Anzahl der dort untergebrachten Würfel erhalten die Spielenden Machtpunkte. Außerdem besitzt jeder Raum einen besonderen Effekt, der einmalig aktiviert werden kann.
Nach der Aktions-Phase können in der Beschwörungs-Phase eventuell vorhandene Kreaturen gesteuert werden, die zuvor durch Zauber oder andere Effekte beschworen wurden.
In der Aufräum-Phase am Ende der Runde werden alle ausgelösten und vorbereiteten Zauber zu den Erinnerungen gelegt, und es wird überprüft, ob Räume ausreichend Instabilität angesammelt haben, um wiederhergestellt zu werden. Hat nur eine Person Instabilität in diesem Raum angesammelt, erhält sie die Höchstpunktzahl an zu vergebenden Machtpunkten, plus einen Bonus von zwei Punkten. Haben mehrere Personen (oder die Black Rose) einem Raum Instabilität zugefügt, werden die Punkte aufgeteilt.

Danach beginnt die nächste Runde mit einem neuen Event und den oben dargestellten Phasen. So beharken sich die Spielenden über insgesamt vier Runden mit Zaubern, Nahkampfangriffen und anderen Fähigkeiten gegenseitig und versuchen gleichzeitig, die Macht der Black Rose unter Kontrolle zu halten. Erreichen die Lebenspunkte einer Spielfigur den Nullpunkt, wird sie aus den Räumen der Loge vertrieben und erscheint wieder außerhalb des Spielplans. Diesen muss sie dann erneut betreten.

Gleichzeitig können die Spielenden während der Runden Quests erledigen, die öffentlich ausliegen. Für jede absolvierte Quest erlangen die Spielenden weitere Machtpunkte oder andere Belohnungen. Sind am Ende eines Spiels noch Quests aktiv, kommen die Punkte der Black Rose zugute.
Szenario
Neben dem regulären Spiel kann auch eine besondere Szenario-Version gespielt werden. Hier treten einige Sonderregeln und zusätzliche Effekte sowie spielerische Möglichkeiten in Kraft. Thematisch wird hier ein Ereignis aus dem Kosmos der Black Rose-Spiele nachgespielt. Am Spielablauf ändert sich dabei aber nichts.
Kompatibilität mit anderen Black Rose-Spielen
Ein Großteil der Black Rose-Spiele ist miteinander kombinierbar, zumindest in Teilen. Die Magi und Zauber können in allen Ablegern eingesetzt werden, genauso wie die Zauberschule. Umgekehrt kann auch Black Rose Wars Duel: Void mit anderen Figuren und Zauberschulen gespielt werden. Mögliche Einschränkungen sind in der Anleitung vermerkt.
Ausstattung
Markentypisch ist auch Black Rose Wars Duel: Void kein besonders farbenfrohes Spiel. Die Artworks sind eher düster gehalten, mit wenigen farbigen Akzenten. Das transportiert die Stimmung der Welt, in der sich die Spielenden bewegen, jedoch ausgesprochen passend. Das Material ist von guter Qualität und macht einen stabilen Eindruck. Ein besonderes Lob verdienen die mitgelieferten Miniaturen. Sowohl die beiden Zaubernden als auch die Beschwörungen werden durch detaillierte Minis repräsentiert.
- Verlag: Ludus Magnus Studio
- Autor*in(nen): Marco Montanaro, Andrea Colleti, Diego Fonseca
- Illustrator*in(nen): Jonata Benvenuti, Diana Maranzano, Elisa Fiore
- Erscheinungsjahr: 2024
- Sprache: Englisch
- Spieldauer: 30-45 Minuten
- Spieler*innen-Anzahl: 2
- Alter: 14+
- Preis: Ab 39 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel
Bonus/Downloadcontent
Die Anleitung gibt es zum Download vom Verlag aktuell nur in englischer Sprache hier zu finden.
Fazit
Black Rose Wars Duel: Void wird als einfacher Einstieg in die Welt der Black Rose Wars beschrieben, und das scheint auch der Fall zu sein. Auf der einen Seite haben wir ein reduziertes Duell-Spiel, das aber die grundlegenden Spielmechaniken der größeren Spiele beibehält. Auf der anderen Seite sorgt diese Reduzierung jedoch auch für weniger strategische Möglichkeiten. Statt mit zwei unterschiedlichen Zauberschulen gegeneinander anzutreten, teilen sich die Spielenden eine dieser Schulen und das dazugehörige Deck, sofern sie keine anderen Spiele aus dem Black Rose-Kosmos besitzen.
Spielerisch ist das Spiel ein atmosphärischer Deckbuilder mit Area-Control-Elementen, das für viel Kurzweil sorgen kann. Je nach gewählter Strategie sind dabei unterschiedliche Spielstile möglich, die durch die eingesetzten Karten definiert werden.
Die Black Rose greift selbst zwar nicht ins Spielgeschehen ein, bietet aber immer wieder spannende Effekte, die taktisches Umdenken erfordern.
Für Neulinge bietet Black Rose Wars Duel: Void sicherlich einen passenden Einstiegspunkt in die Welt der Black Rose Wars. Erfahrene Magi finden wenig Neues, aber immer noch ein solides Deckbuilding-Spiel.

- Spannende taktische Duelle
- Dichte Welt und Geschichte
- Stimmige Artworks
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Wenig Neuerungen
Artikelbilder: © Ludus Magnus Studio
Layout und Satz:Mika Eisenstern
Lektorat: Saskia Harendt
Fotografien: Maximilian Lentes
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