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Zombies waren gestern! Im jüngsten, komplett eigenständigen Teil der Zombicide-Reihe müssen wir uns gemeinsam gegen verseuchte Aliens, genannt Xenos, zur Wehr setzen. Doch eins bleibt unverändert: Unser Hauptziel ist es, zu überleben! Wie bewährt sich das beliebte Zombieschlachter-Brettspiel in einem Science-Fiction-Setting?

Die Reihe Zombicide geht in die nächste Runde. Den kooperativen Dungeon Crawler mit all seinen Erweiterungen hat es nun schon in einige Szenarien und Epochen verschlagen, neben der modernen Neuzeit, wie zu Beginn der Reihe, über begrünte Fantasy-Welten voller Orks und Goblins oder ins düstere Mittelalter. Das neue Zombicide spielt in einer fernen Zukunft und in den Tiefen des Weltraums, auf einer Minenkolonie des Planeten PK-L7. Diese wurde von der zombifizierten Alienrasse Xenos überrannt.

Der außerirdischen Bedrohung stellen sich die Spieler gemeinsam, indem jeder einen oder mehrere von insgesamt sechs Überlebenden steuert. Nur durch geschickte Zusammenarbeit können die Missionen gemeistert werden, denn man darf nicht einen einzigen Überlebenden verlieren!

Spielablauf

Gemessen an Umfang und Grad der taktischen Möglichkeiten, kommt Zombicide traditionell mit eher wenigen und ziemlich selbsterklärenden Regeln daher. Primärziel ist es, am Leben zu bleiben. Und das ist in Zombicide bekanntermaßen oftmals schwierig genug! Die Missionsziele können unterschiedlich ausfallen, zum Beispiel Prototypwaffen sichern und damit entkommen, Vorräte einsammeln oder die Gruppe zusammenführen. Meist bewegt man sich in einem aus verschiedenen Kartenteilen bestehenden Gebiet, sammelt dort Gegenstände ein, versucht rechtzeitig den Ausgang zu erreichen oder bekämpft Xenos.

Die Missionen unterscheiden sich neben Aufbau, Sonderregeln und Zielen in Schwierigkeitsgrad und Dauer. So gibt es für Einsteiger Tutorials mit gut, wenn auch nicht ganz einfach zu bewältigenden Aufgaben.

Der Missionsaufbau ist abwechslungsreich.

Angenehm zu bewerten ist der Abwechslungsreichtum in der Missionsgestaltung. Außerdem sind die Ziele meist auf mehreren Wegen erreichbar, so dass sich auch die gleiche Mission immer wieder anders spielen lässt und viel Raum für eigene Taktiken der Spieler bleibt.

Dies macht auch das Herzstück von Zombicide aus. Gespielt wird kooperativ, und das gemeinsame Tüfteln an der perfekten Taktik macht sehr viel Spaß, auch wenn es mitunter eine echte Herausforderung darstellt.

Rundenübersicht:

Jede Runde teilt sich grob in drei Phasen: Spielerphase, Xeno-Phase und Endphase. In der Spielerphase führen die Spieler nacheinander, beginnend mit dem Startspieler, mit ihren Überlebenden ihre Spielzüge aus.

Jeder Überlebende hat 3 Aktionen aus den folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:

Bewegung: 1 Zone weit bewegen

Suchen: Raum durchsuchen (nur möglich in einem Raum ohne Xenos)

Tür benutzen (freie Aktion)

Umsortieren/Tauschen: Ausrüstung (und Fernsteuerungsplättchen) mit anderen Überlebenden in derselben Zone tauschen oder Ausrüstung neu anordnen (montieren/abmontieren)

Kampfaktion: Nahkampfaktion oder Fernkampfaktion

Ein Ziel aufnehmen oder aktivieren

Lärm verursachen: Um Xenos anzulocken

Maschinenaktion: Fernsteuerungsplättchen oder Fertigkeit benutzen, um ein Geschütz zu verwenden, Maschine (nur Bots) bewegen, Nahkampfaktion oder Fernkampfaktion (falls Fernkampfwaffe vorhanden)

Passen/Nichts tun: Zug ist damit beendet

Die Kartenteile bilden den Spielplan.

Haben alle Überlebenden ihre Spielzüge durchgeführt, werden die Xenos aktiviert. Diese haben eine Aktion (Jäger-Xenos auch zwei Aktionen), mit der sie entweder angreifen oder eine Bewegung in Richtung von Lärmplättchen oder Überlebenden durchführen. Die größten Xenos-Kreaturen, Monstren, bringen bei ihrer Bewegung außerdem sogenannte Fäulnisplättchen mit, die in die Räume gelegt werden. Diese bringen verschiedene negative Effekte mit sich und können auf mehrere Arten zum Scheitern einer Mission führen. Nachdem alle Xenosaktionen von den Spielern abgehandelt wurden, endet diese Phase.

In der Endphase werden alle Lärmplättchen vom Spielplan entfernt und der Startspielermarker wird im Uhrzeigersinn an den nächsten Spieler weitergereicht. Dann beginnt die nächste Runde.

Wie spielt es sich?

Immer sechs Überlebende werden verteilt.

Die Spieleranzahl lässt sich beliebig von eins bis sechs variieren, wobei immer alle sechs Überlebenden verteilt werden. Das beste Spielerlebnis hat es daher mit höheren Spieleranzahlen, da es mehr Spaß macht, die Strategie nicht „ganz alleine“ oder zu zweit abstimmen zu müssen, wenngleich auch ein Solomodus möglich ist. Mit mehr Spielmaterial lässt sich Zombicide Invader im Übrigen auch mit bis zu 12 Überlebenden und somit auch Spielern zusammen spielen!

Der Schwierigkeitsgrad ist schon in der Grundvariante sehr hoch angesetzt. Das zeigt ganz klar, dass sich das Spiel hauptsächlich an Kenner der Serie richtet. Jedoch hat man trotzdem die Möglichkeit, Anpassungen beim Schwierigkeitsgrad vorzunehmen. Die Xeno-Karten sind in 3 Kategorien eingeteilt: der leichtere und der schwierigere Teil der Invasion und zuletzt ein paar Extra-Aktivierungen für noch ein weiteres Element des Zufalls, das die Missionen ein weiteres Stück schwieriger macht. Letzteres sei nur den absoluten Experten empfohlen. Die Karten lassen sich aber auch zusammenmischen, für ganz eigene Erfahrungen.

Wie bei allen Spielen, bei denen gewürfelt wird oder Karten gezogen werden, ist auch bei Zombicide Invader eine Portion Glück dabei. Es überwiegt beim Spiel jedoch deutlich der Taktikanspruch. Die Spieler sollten daher neben Spaß an Zombies auch Liebe für Strategiespiele mitbringen.

Was hat sich im Gegensatz zu den Vorgängern von Zombicide geändert?

Leider wurde in der Spielanleitung nicht explizit hervorgehoben, welche Regelneuerungen es in Zombicide Invader gibt, so dass bereits bekannte Grundregeln noch einmal mitgelesen werden müssen. Solltet ihr bereits Zombicide-Kenner sein, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung, was beim jüngsten Teil von Zombicide anders ist als bei den Vorgängern:

Aktionen und Spielzüge:

Spiel: Man gewinnt oder verliert zusammen: Sobald ein Überlebender stirbt, ist das Spiel für alle anderen ebenfalls verloren!

Türen lassen sich nicht mehr komplett blockieren.

Aktion Tür benutzen: Pro Runde hat ein Überlebender eine freie Aktion, um eine Tür zu benutzen, zu öffnen oder zu schließen, um sich gegen Xenos zu schützen. Diese müssen dann zunächst ihre Aktion für das Zerstören der Tür ausgeben. Eine Komplettblockierung der Zombies/Xenos durch Türen gibt es demnach nicht mehr.

Aktion Suchen: Diese Aktion fällt nun unterschiedlich aus, je nach gespieltem Überlebenden. Soldaten können nur in den roten Sicherheitsräumen suchen, andere Überlebende überall.

Zielprioritäten: Diese wurden leicht angepasst. Im Fernkampf arbeitet man sich nun von groß nach klein vor. Zunächst werden Monstren oder Berserker (die größeren) angegriffen, dann erst die Jäger.

Spielertableaus:

Die Spielertableaus wurden überarbeitet.

Ausrüstung: Man kann Ausrüstungskarten, etwa Munition, an Waffen anhängen und verbraucht keinen zusätzlichen Platz.

Rüstung: Jeder Überlebende hat zwei freie Plätze für Rüstungsgegenstände.

Lebenspunkte: Überlebende haben unterschiedliche Anzahlen an Lebenspunkten.

Xenos:

Aktivierung: Die Xenos werden nicht im neu betretenen Gebäude aufgestellt, sondern an fest definierten Punkten der „Xeno-Brut“. Müssen außerdem mehr Xenos aufgestellt werden als noch vorhanden sind, etwa Jäger, bekommen zunächst die größten Xenos, die Monstren, eine extra Aktivierung und dann (sofern vorhanden!) wird ein weiteres Monstrum aufgestellt.

Aufsplitten: Xenos teilen sich nicht mehr auf, wenn sich die Frage stellt, welches Ziel zuerst angegriffen wird. Dadurch gibt es auch keine zusätzliche Aktivierung eines weiteren Xenos.

Fäulnis-Zonen: Monstren verteilen Fäulnis in den von ihnen betretenen Räumen, was auch zum Scheitern einer Mission führen kann, da dort befindliche Marker abgelegt werden müssen, sobald der Raum von Fäulnismarkern besetzt werden muss.

Ausstattung

Zombicide Invader ist, wie die Vorgänger, randvollgepackt mit Material. Dies besteht, neben den Figuren-Miniaturen, aus 125 Karten (Ausrüstungs- und Xeno-Karten), 9 Kartenteilen, 6 Charakterbögen und Überlebenden-Tableaus, 6 verschiedenfarbigen Miniaturenbasen, 48 Markierungsstiften, 65 verschiedenen Spielplättchen für unterschiedlichste Einsatzzwecke und 6 Würfeln. Absolut alles im Spiel wurde passend zum futuristischen Sci-Fi-Setting designt: die Marker, die Figuren, die Karten und Kartenteile sowie auch Spielanleitung und Verpackungsdesign. Das ist sowohl an stimmungsvollen Illustrationen und Gestaltung als auch Qualität eine runde Sache.

Highlight sind die insgesamt 73 Miniaturen – für die Xenos und für unsere Überlebenden. Diese sind, wie auch bei den Vorgängern, ansehnlich gestaltet und von guter Qualität. Besonders die außerirdischen Tentakelmonster sind schaurig-schön anzusehen und sehr detailverliebt. In der Box sind sie im komfortablen Plastik-Inlay untergebracht.

Ebenfalls solide gestaltet sind die Spielertableaus, die im Vergleich zu den vergangenen Teilen leicht überarbeitet wurden. Die Spielanleitung ist umfangreich, die Regeln werden gut gegliedert Schritt für Schritt erklärt und sind mit Beispielen, vielen Illustrationen und manchmal auch „Zitaten“ der Spielcharaktere zur Auflockerung präsentiert. Auf der Rückseite findet sich eine Kurzzusammenfassung des Rundenablaufs. Schön wäre für Zombicide-vertraute Spieler eine Übersicht der Neuerungen in Zombicide Invader gewesen, diese fehlt leider. Neben den Missionen findet sich am Schluss der Anleitung auch ein Glossar für die Überlebenden-Fähigkeiten.

Der Preis des Spiels liegt etwas höher als bei den Vorgängern. Das ist gemessen an Qualität und Umfang des Spiels in Ordnung, aber schon am oberen Rand.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Asmodee Deutschland/CMON
  • Autor(en): Raphaël Guiton, Jean-Baptiste Lullien, Nicolas Raoult
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Sprache: Deutsch/Englisch
  • Spieldauer: 60–90+ Minuten
  • Spieleranzahl: 1-6
  • Alter: Ab 12 Jahren
  • Preis: etwa 89 EUR
  • Bezugsquelle: Amazon 

 

Bonus/ Downloadcontent

Man kann vorab auf der Webseite von Asmodee einen Blick in die vollständigen Spielregeln werfen.

Auf der Webseite von Zombicide gibt es außerdem einen Map Editor zum Herstellen eigener Kartenteile.

Fazit

Schon wieder ein neues Zombicide? Lohnt sich das? Ja, tut es!

Das Science-Fiction-Setting passt hervorragend und wurde sowohl in der Spielgestaltung als auch im Artwork und dem Figurendesign liebevoll adaptiert. Die zahlreichen taktischen Ergänzungen haben der Spielmechanik gutgetan. Auch wenn es eher kleine Veränderungen sind, ist der Spielfluss nun so rund wie bei keinem anderen Spiel der Reihe zuvor. Die verschiedenen Missionen verlangen den Spielern so einiges an guter Abstimmung und taktischem Denken ab, was ein abwechslungsreiches Spielerlebnis kreiert hat. Der gesamte Schwierigkeitsgrad hat jedoch nicht unerheblich angezogen. Dies kann Spieler ohne Zombicide-Erfahrung durchaus frustrieren. Einerseits geht diese Maßnahme auf die Verbesserungswünsche der Zombicide-Community ein und ist somit positiv zu werten. Für Einsteiger in die Welt von Zombicide ist es dadurch andererseits, trotz des Stand-Alone-Charakters, leider nicht zu empfehlen. Für Kenner bietet es jedoch einige Partien abwechslungsreichen Spielspaßes.

Also schnappt euch eure Waffen, Powerrüstungen oder was ihr sonst noch findet, und macht den infizierten Aliens den Garaus!

 

Artikelbild: © Asmodee Deutschland/CMON, Fotografien: © Thekla Barck, Bearbeitung: Melanie Maria Mazur
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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