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Sie sind weich, fluffig und bringen jede Miniatur gut gesichert vom heimischen Maltisch in den Hobbyclub oder zum Großturnier. Beim Thema Miniaturentransport setzt Feldherr voll und ganz auf Schaumstoffeinlagen. Das tun sie nicht nur ausgezeichnet, sondern auch in einem überwältigenden Ausmaß.

Wer das erste Mal die Website der Firma Feldherr besucht, wird schwer schlucken oder sich ungläubig die Augen reiben. Die schiere Masse an unterschiedlichen Systemen, die hier mit Schaumstoffeinlagen befeuert wird, ist schlichtweg beeindruckend. Und das ist noch lange nicht alles.

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Jeder Topf findet seinen Deckel – das riesige Angebot auf Feldherr.com

Feldherr führt nicht nur Einlagen für Miniaturen: Auch zahlreiche Brettspiele werden mit Schaumstoff-Organizern versehen. Insgesamt werden fast 175 Spielsysteme von dem Hersteller bedient. Insbesondere für den Bereich Warhammer 40k ist die Firma unglaublich gut aufgestellt. Für jede Fraktion gibt es Aufbewahrungslösungen für ganze Armeen, aber auch für Grundboxen, Kampfpatrouillen und andere Sets hat die Firma schon die entsprechenden Einlagen zusammengestellt. Was dabei schnell auffällt, ist, dass die meisten davon mit den passenden Modellen auf den Beispielbildern versehen sind. Es gibt Spiele, bei denen nicht allen Spieler*innen von Anfang an alle Figuren bekannt sein sollen. Auch daran wurde bei der Präsentation gedacht, indem auf Produktbildern durch Spoiler Alarme auf Spielleitungsinformationen (und Modelle) hingewiesen wird.

Tatsächlich, so der Hersteller, wird keine Einlage mehr ohne physisches Modell oder Originalspiel designt und der Fundus an „Fotomodellen“ ist beträchtlich. Durch die entsprechenden Figuren auf den Bildern bekommt man als Kund*in einen guten Eindruck davon, wie die Modelle in den Einsätzen liegen und wie viel Raum zur Verfügung steht. Auf den fraktionsspezifischen Unterseiten sind neben kompletten Taschen und abgestimmten Lagerboxen auch für die Fraktion besonders geeignete einzelne Einlagen aufgeführt. Das ist auch gut so, denn das Angebot ist so riesig, dass man sonst schnell den Überblick verliert.

Taschen, Kisten und Hunderte an Schaumstofflagen – das gesammelte Angebot von Feldherr

Kerngeschäft bei Feldherr sind Schaumstoffeinlagen in allen Variationen. Dabei richtet sich alles nach der Grundgröße von 345 mm x 275 mm der sogenannten „Full-Size“-Einlage, die es dann entsprechend als „Half-Size“, „Quarter-Size“ und „Double-Size“ gibt. Die Schaumstoffeinlagen gibt es dann sowohl in unterschiedlichen Höhen als auch mit mannigfaltigen Stanzungen, von gleichgroßen Fächern in Reih und Glied bis hin zu exakt zugeschnittenen Einlagen für bestimmte Spiele. Zudem führt das Unternehmen spezielle Einlagen für Brett- und Kartenspiele, die perfekt in die jeweiligen Spielboxen passen, um die Materialien zu sortieren.

Nicht nur in den Bildern, sondern auch in den Produktbeschreibungen steckt viel Liebe zum Detail, denn es wird auf unterschiedliche Modellvariationen geachtet. So wird beispielsweise bei der Einlage für einen Castigator-Panzer der Warhammer 40k-Armee Adepta Sororitas darauf hingewiesen, dass alle Geschützvariationen in den entsprechenden Einsatz passen. Auch hier hat sich offensichtlich jemand detaillierte Gedanken gemacht.

Neben den zugeschnittenen Einlagen ist außerdem sogenannter Rasterschaum erhältlich – perforierter Schaumstoff, den man selbst vorsichtig herauszupfen und sich so einen ganz individuellen Einsatz schaffen kann. Bei spezifischen Sets, wo Rasterschaumstoff statt einer gestanzten Einlage geliefert wird, gibt es neben einer kurzen Anleitung auch Beispielbilder online, an denen man sich als Kund*in orientieren kann. Den Rasterschaumstoff gibt es in einer riesigen Auswahl an Formen. Auch Behälter, die nicht den Feldherr-Standartmaßen entsprechen, können dadurch mit einer individuellen Einlage versehen werden. Das Anpassen erfordert ein wenig Planung und Fingerspitzengefühl, ist aber auch für handwerklich weniger begabte Menschen gut zu bewältigen.

Bei sensiblen Modellen mit freischwebenden Elementen, wie beispielsweise der Triumph of St. Katherine der Sororitas, bietet die Website Schaumstoff Supports, mit denen man sich die entsprechende Einlage so anpassen kann, dass freischwebende Teile etwas abgestützt werden und nicht abbrechen. Diese müssen allerdings selbständig angebracht werden.

Die Schaumstoffeinlagen können zuhause individuell verstaut werden. Feldherr hält jedoch auch verschiedene Transport- und Lagerbehältnisse parat. Taschen, Boxen mit Magnetverschluss, Lagerkartons, Taschen, um Lagerkartons zu transportieren, auch hier ist die Firma gut aufgestellt und bietet eine ganze Bandbreite an Lösungen an.

Insgesamt ist das Angebot außerordentlich umfassend und es scheint an alles gedacht. Ein guter Grund, sich das Ganze im Praxistest näher anzuschauen.

„Ich hätte da mal eine Armee zu transportieren“ – Der Shopping-Praxistest

Hersteller*innen von Modellfiguren machen einem das Leben zwar bunter, aber nicht immer leicht. Die Vielzahl an Modellformaten, Ausgestaltungen und Formen können durchaus Probleme bereiten, wenn man diese heil und sicher von A nach B transportieren möchte. In unserem Beispiel ist es eine Aeldari-Armee, die von der heimischen, sicheren Vitrine gut gepolstert zu einem Turnier gelangen soll. Ein ausladendes Großmodell und ein seltsam geformter Schwebepanzer sind hier mögliche Herausforderungen für das Finden einer passenden Einlage.

Auf der Website gibt es für viele Spielsysteme und Fraktionen bereits fertige Vorschläge für Zusammenstellungen, von kleinen Skirmisher-Taschen bis zu riesigen Armeekartons. Diese lassen sich schnell bestellen und gegebenenfalls durch weitere Einlagen aufstocken, sollte etwas nicht passen oder fehlen. Für perfekt maßgeschneiderte Lösungen wird schnell klar, dass man sich zuerst einmal einen Plan machen sollte, was überhaupt an Platz benötigt wird. Wichtig ist, nicht nur die Basegröße zu kennen, sondern auch eine ungefähre Vorstellung zu haben, wie hoch und weit ausladend die Modelle sind.

Die Aeldari-Armee besitzt eine hohe Variation an unterschiedlich großen Modellen.
Die Aeldari-Armee besitzt eine hohe Variation an unterschiedlich großen Modellen.

Geoffrey’s Craftworld Alaitoc Warhost

1x Autarch Wayleaper

1x Farseer

1x Illic Nightspear

1x Avatar of Khaine

1x Spiritseer

10x Guardian Defenders + 1x Waffenplattform

5x Dire Avengers

1x Falcon-Schwebepanzer

5x Rangers

3x Shroud Runners Jetbikes

3x War Walkers

5x Warp Spiders

10x Wraithguard

 

Insgesamt: 20 reguläre Infanterie, 5 ausladende Infanterie, 10 große Infanterie, 3 Walker, 3 Jetbikes, 1 Panzer und der recht beeindruckende Avatar of Khaine

Zunächst werden die „Fertiglösungen“ durchforstet. Der Abgleich der eigenen Armee mit den Einlagen der entsprechenden Sets ist recht einfach, da durch die authentischen Beispielbilder mit Modellen der entsprechenden Fraktion auch ohne großes Abmessen einfach zu erkennen ist, welche Modelle in welche Fächer passen (und in welche nicht). Die Einlagen sind variantenreich und eignen sich für eine Bandbreite an Modellen. Für die Beispielarmee gibt es leider nicht die perfekt zugeschnittene Lösung, was bei der Variationsmöglichkeit einer Aeldari-Armee schon vorher recht unwahrscheinlich war.

Für Menschen, die nach Einlagen für ein nicht vorgefertigtes System suchen, stehen nun vor der immensen Bandbreite, die sich unter dem Menüpunkt Einlagen verbirgt. Als angelegte Kategorie, hier unter Warhammer 40.000 → Aeldari, werden jedoch passende Einlagen für die Fraktion vorgeschlagen und so sind der bannertragende Anführer, der Schwebepanzer und sogar der Avatar schnell mit der passenden Einlage ausgestattet.

Nun die passende Box oder Tasche zu finden und auszufüllen hat etwas mit Rechnen, Schieben und Planen zu tun. Die Höhen der einzelnen Einlagen sollen schließlich genau die Tasche, beziehungsweise die Box, ausfüllen. Viel Bewegung möchte man beim Transport nicht haben. So wird mit Half-Size- (HS) und Full-Size-Einlagen (FS) gerechnet, Höhen addiert und das Ganze mit den unterschiedlichen Taschen abgeglichen. Für kleinere und auch größere Höhenunterschiede gibt es auf der Website entsprechende Zwischenlagen, um beispielsweise zwei Half-Size-Einlagen miteinander in Einklang zu bringen.

Mit dem richtigen Blick auf die Artikelnummern geht das Zusammenstellen dann doch recht schnell. Die Größe (HS/FS) findet sich ebenso in der Artikelnummer, wie die Gesamthöhe der Einlage (erste Zahlen in der Artikelnummer). Mit etwas Algebra kommt so eine kleine und eine mittlere Tasche zustande. Nutzt man das Angebot einer individuell zusammengestellten Tasche, kommen so 110 Euro zusammen, um die 2000-Punkte-Armee der Aeldari fachgerecht zu verpacken und transportieren. Das ist am Ende kein Superschnäppchen, aber preislich absolut angemessen. Außerdem besitzt man etwas Langfristiges, was durch einzelne Zukäufe für wenige Euro weiterhin maximal flexibel ist.

Die richtige Einlage finden auf Feldherr.com

Beispielartikelnummer: HS045A007

HS = Half-Size-Einlage (FS = Full-Size-Einlage)

045 = Höhe von 45 mm (davon immer die Bodenplatte von 10 mm Höhe abziehen, um auf die tatsächliche Tiefe der Fächer herauszubekommen)

A007 = interne Nummer der Einlage

Bei Eingabe von HS040 in das Suchfeld werden beispielsweise Half-Size-Artikel mit einer Höhe von 40 mm ausgegeben. Aber auch die Filterfunktion in den einzelnen Untermenüs hilft dabei, die richtige Einlage zu finden.

Bei fertigen Transportlösungen wird man sehr schnell fündig. Eine große Bandbreite an Brett- und Tabletop-Spielen sind mit Boxen, Taschen und Einlagen bereits hinterlegt und eignen sich gut für die meisten Belange. Bei individuellen Lösungen wird es etwas komplizierter. Die kategorisierten Fraktionen machen das Leben etwas leichter. Trotzdem kann die individuelle Zusammenstellung eine Herausforderung sein. Der Kundenservice greift per Mail oder Telefon gerne unter die Arme. Trotzdem stellt der Prozess eine gewisse Hürde dar. Stressfreier bleibt es, eine Standardlösung anzuschaffen und eventuell mit spezifischen Einlagen nachzulegen. Was die Auswahl angeht, hält Feldherr auf jeden Fall ein absolut beeindruckendes Sortiment bereit.

Kampfpatrouille im Anflug – mit der Feldherr-Tasche unterwegs

Sind die Einlagen schließlich in der heimischen Hobbyhöhle gelandet, geht das muntere Befüllen los. Im konkreten Fall verstauen wir die Space Marines aus der Warhammer 40k-Grundbox in der dazu vorgefertigten Tasche, die Feldherr für den Test freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Die Produktbilder halten tatsächlich das, was sie versprochen hatten. Die einzelnen Fächer sind großzügig bemessen, sodass die meisten Figuren ohne viel Quetschen und Wenden Platz finden. Das hat Vor- und Nachteile. Die Menge an überstehenden Elementen und eingezwängten Figuren hält sich im Rahmen. Sehr empfindliche Teile werden nicht permanent unter Druck gesetzt, allerdings haben einige Figuren etwas Spielraum und lassen Bewegung zu. In den allermeisten Fällen ist das kein Problem. Auch die Farbschichten können ein wenig Bewegung ertragen, besonders wenn eine Schicht Matt- oder Klarlack nach der Bemalung aufgetragen wurde. Sehr fragile Elemente oder Modelle, die ohne Dübel nur mit etwas Sekundenkleber mit ihrer Base verbunden sind, könnten hier allerdings etwas gefährdet sein: eine Schwierigkeit, die Schaumstoffverpackungen auf die eine oder andere Weise immer mitbringen.

Die Tragetasche selbst ist sehr weich gearbeitet. Ein leicht verstärkter Boden und der Deckel geben schnell nach. Ausgefüllt mit Schaumstoff ist genügend Spannung auf der Tasche und die enthaltenen Modelle ausreichend gepolstert. Die Einlagen rutschen nicht und federn leichte Stöße gut ab. In einem Extremfall, wo jemand mit viel Wucht in die Tasche rennt oder sich versehentlich daraufsetzt, bietet die Tasche wenig Schutz. Wer hier etwas mehr Sicherheit möchte, für den hält der Hersteller aber auch stabilere Alternativen bereit.

Die fester gearbeiteten Cases besitzen beispielsweise einen wesentlich stabileren Innenrahmen und schützen so Half-Size-Einlagen besser. Für größere Projekte hält die Firma Kunststoff- und Transportboxen an, wenn es für Figuren etwas rumpeliger zugehen könnte.

Die Modularität des Feldherr-Systems überzeugt. Schnell wird aus der Leviathan-Tragetasche ein Transporter für eine kleine Aeldari-Armee, indem eine Einlage kurzerhand ausgetauscht wird. Statt des Kampfroboters findet nun der Schwebepanzer seinen Platz und in den Fächern werden nun verstaut. Die Einlage des Schwebepanzers ist laut Hersteller für unterschiedliche Modelle geeignet. Auch hier fällt auf, dass das Fahrzeug einiges an Spiel hat. Durch die Tiefe der Einlage sogar recht beträchtlich, was selbst in einer normalen Transportsituation einiges an Reibung verursacht. Ein wenig Polsterung ist hier auf jeden Fall angeraten.

Insgesamt überzeugen die Transportlösungen auch in der Praxis. Die Figuren sind gut und sicher verstaut und durch die einzelnen Einlagen lassen sich Taschen und Transportkisten sehr schnell an die aktuelle Armee anpassen, vorausgesetzt, man besitzt die passenden Einlagen für die neue Zusammenstellung. Besonders fragile Modelle sollte man allerdings entweder zusätzlich in den Fächern sichern oder alternative Transportlösungen, beispielsweise mittels Magneten, nutzen.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Feldherr
  • Sprache: Deutsch/Englisch
  • Preis: gefüllte individuelle Transporttasche Case 34,99 EUR, Mini 39,00 EUR, Medium 69,00 EUR; Leviathan Space Marines Tasche 60,24 EUR;
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, KuTaMi

 

Fazit

Absolute Sicherheit bietet keine bezahlbare und praktische Transportlösung. Was Feldherr anbietet, überzeugt auf mehreren Ebenen. Die Bandbreite an unterstützten Systemen, die individuellen Einlagen, authentische Fotos, die vielen unterschiedlichen Taschen und Behälter, man muss sich sehr anstrengen, nicht fündig zu werden. Die authentischen Produktbilder helfen dabei, die richtige Einlage zu finden. Schaumstoff ist keine Transportlösung für jedes Modell, solange man keinen perfekt auf das individuelle Modell angepassten Laserausschnitt hat (die für einige Spiele tatsächlich auch angeboten werden). Aber der Hersteller macht sich viele Gedanken, wie man kostengünstig und praktikabel die allermeisten Modelle transportiert bekommt. Und das macht er sehr gut. Das System erfordert allerdings etwas Rechenarbeit. Ausgleichseinlagen, die richtige Kombination aus verschiedenen Höhen und die passende Tasche wollen erst einmal zueinanderfinden. Hat man sich aber erst einmal eingearbeitet, hat man ein flexibles und höchst anpassbares Transportsystem für (fast) jede Situation.

 

  • Immense Bandbreite
  • Anschauliche Produktbilder mit originalen Modellen
  • Günstige und sichere Transportlösung
 

  • Angebot teils etwas unübersichtlich
  • Rechenaufwand bei individueller Zusammenstellung
  • Modelle haben teilweise etwas viel Spielraum

 

 

 

Artikelbilder: © Feldherr
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Geoffrey Förste
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