Science-Fiction und Western sind seit jeher zwei Genres, die sich immer wieder überschneiden. So ist es nur konsequent, wenn der Neustart der Guardians of the Galaxy sich stark beim Western-Genre bedient: Die Heldinnen kämpfen am Rande des Universums gegen eine Macht, die über Glückssucher und Pioniere herfällt: Der Grootsturz.
Groot ist eines der Gründungsmitglieder der Guardians of the Galaxy. Das ruhige, liebenswerte Baumwesen, das hauptsächlich mit den drei Wörtern „Ich bin Groot“ kommuniziert, gehört einer Spezies an, die noch vor Spider-Man oder den Fantastic Four in einer Horror-Geschichte eingeführt wurde. Er war bisher nie eine Macht der Zerstörung, und dennoch ist er nun eben dies. Er fällt über Planeten von Wesen her, die ihm nichts entgegensetzen können. Seine ehemaligen Freunde müssen ihn aufhalten oder zumindest die Zivilisten evakuieren. Und so beginnt mit Spiel mir das Lied von Groot ein Neustart, der den Status quo völlig auf den Kopf stellt. Wir erzählen euch, für wen dieser Comic das richtige ist.
keine typischen Trigger
Inhaltsverzeichnis
Guardians of the Galaxy #1 – Spiel mir das Lied von Groot
Die Manifold Territories sind eine karge Landschaft am Rande der bekannten Galaxie. Einige wenige Städte, die von harmlosen Sheriffs vor gewaltbereiten Banditen beschützt werden. Doch keiner rechnet dort mit der drohenden Gefahr, die alles verschlingen wird: Groot. Die Einzigen, die diese Gefahr abwehren können, sind seine ehemaligen Kameraden: Die Guardians of the Galaxy. Eine bisher unbekannte Tragödie hat zu Groots Fall geführt, und nun bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Hilflosen vor den Grootstürzen zu retten. Und irgendwo gibt es noch den einsamen Sheriff, der in der Lage ist, Groot zu überzeugen, mit der Vernichtung fortzufahren: Star-Sheriff Rocket Raccoon.
Der Titel dieses Comics erinnert nicht von ungefähr an einen der bekanntesten Italowestern. Doch auch Einflüsse von Katastrophenfilmen und der beliebten Science-Fiction-Serie Firefly – Der Aufbruch der Serenity sind erkennbar. Das ganze Szenario passt ganz wunderbar zu den Guardians, sodass man sich fragen muss, warum diese Figuren nicht früher in ein Westernsetting geschickt wurden.
Helden und Schurken mit verborgenem Ansporn
Star Lord ist seit den Ereignissen der letzten Serie eine Art Weltraum-Messias, doch man merkt davon außer einer allgemein ruhigeren Art nur wenig. Im Kontrast dazu ist Mantis sehr quirlig und springt von einer Persönlichkeit zur nächsten, sodass klar ist, dass ihr irgendetwas Traumatisches passiert sein muss. Anstatt aber Einblick in ihre Persönlichkeit zu bekommen, sehen wir sie die meiste Zeit dauergrinsend neben mürrischen Charakteren wie Drax, Gamora oder Nebula. Ein stärkerer Fokus auf den Ansporn der Figuren hätte der Gesamthandlung gut getan.
Optisch sticht der Comic aus der Masse heraus. Die Zeichnungen von Kev Walker sind einfach gehalten, offenbaren dann aber immer wieder sehr starke Momente, die vor Details nur so strotzen. Der Stil mit den dicken Outlines erinnert dabei an Cartoons für Kinder oder Mangas. Gleichzeitig wird hier aber auch das Raue und Brutale der Landschaft eingefangen, sodass der Stil die Handlung unterstützt, anstatt sie zu stören. Gemeinsam mit den tollen Covern von Marco Checchetto bringt uns die Gestaltung direkt in die Westernwelt, was als großes Plus zu werten ist.
Leider wird noch nicht aufgeklärt, warum Groot zu einer Art Monster geworden ist. Dazu endet der Band mit einem klassischen Cliffhanger. Somit ist man gezwungen den nächsten Band zu lesen, wenn man wissen will, wie die Geschichte ausgeht.

Die harten Fakten:
- Verlag: Panini Comics
- Autor*in: Collin Kelly, Jackson Lanzing
- Zeichner*in: Kev Walker
- Erscheinungsjahr: 2024
- Sprache: Deutsch
- Format: Softcover
- Seitenanzahl: 132
- Preis: 16 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, Panini Shop
Fazit
Wer die Kombination aus Science-Fiction und Western liebt, sollte hier ebenso einen Blick riskieren wie knallharte Guardians-Fans. Es sollte aber klar sein, dass man hier keine abgeschlossene Geschichte, sondern den ersten Band einer Fortsetzungsgeschichte bekommt. Dazu ist die Motivation der Figuren, sowohl auf der Protagonisten-, als auch auf der Antagonistenseite sehr bruchstückhaft. Voraussichtlich wird im Folgeband mehr erklärt. Doch betrachtet man den Comic als eigenständiges Werk, ist dieser Mangel an Exposition als negativ zu werten. Dennoch funktioniert Groot als sonderbarer Gegenspieler wirklich gut.
Positiv anzumerken ist allgemein die künstlerische Gestaltung und das gesamte Paket an Western-Stimmung. Wer mit diesem kargen und fast hoffnungslosen Grundgefühl eines Italowestern etwas anfangen kann, wird sich hier schon nach den ersten Seiten heimisch fühlen. Würde der Comic die Lesenden nicht zwischendurch fragend zurücklassen oder wenigsten mehr Futter für Mysterien bieten, wäre eine höhere Wertung möglich gewesen. Im Hinblick auf einen guten Fortsetzungsband ist dieser Comic aber dennoch eine Empfehlung für Genre-Fans.

- Gut eingefangene Western-Stimmung
- Dynamische, ungewöhnliche Zeichnungen
- Groot als Antagonist
- Keine abgeschlossene Geschichte
- Keine Erklärung für das Handeln der Figuren
Artikelbilder: © Panini Comics
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Rick Davids
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Durch einen Einkauf bei unseren Partnern unterstützt ihr Teilzeithelden, euer Preis steigt dadurch nicht.


















