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Micro Art Studio haben ein wachsendes Sortiment vorbedruckter Geländestücke aus MDF. Sie decken dabei sowohl historische als auch Science-Fiction-Thematiken ab. Mit den neuen Ostfront-Gebäuden für den Zweiten Weltkrieg zeigt die polnische Firma nun Teile aus ihrer eigenen Geschichte. Dennis hat einige der neuen Bausätze für euch zusammengeleimt und begutachtet.

Bereits auf der diesjährigen Tactica durften wir am Stand von Micro Art Studio die ersten Gebäude aus der neuen WW2-Ostfront-Reihe begutachten. Uns wurde gesagt, dass es sich um typische Bauten in Osteuropa handelt und reale Häuser als Vorlage verwendet wurden. Da die Bausätze wieder einmal einen sehr guten Eindruck machten, konnte ich kaum erwarten, die Sets selbst in den Händen zu halten. Bereits die Bausätze aus der WW2-Normandy-Reihe haben mich sehr überzeugt. Nun liegen mir vier der inzwischen zehn verfügbaren Ostfront-Sets vor und der Leim steht schon bereit. Liefert der Hersteller weiterhin gute Qualität? Lest selbst.

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Der Erste Blick

Die Bausätze werden wie gewohnt in ausgelaserten Ausdrückrahmen aus MDF geliefert. Diese sind platzsparend aufgestapelt und mit Folie verschweißt. Ein in Vollfarbe bedrucktes Cover mit den abgebildeten Gebäuden in zusammengebautem Zustand vervollständigt jedes Set.

Alle Teile sind sauber ausgeschnitten und nur mit dünnen Stegen mit dem Rahmen verbunden. Meist lassen sie sich problemlos aus dem Rahmen drücken. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann die Stege mit einem Bastelmesser zertrennen.

Die Gebäude scheinen optisch nicht nur für Systeme im Zweiten Weltkrieg wie Bolt Action und Operation Squad geeignet. Da es sich um einfache Holzhäuser handelt, erscheint auch eine Nutzung für Spiele im Ersten Weltkrieg oder in der napoleonischen Zeit möglich.

Ein kleines Dorf an der Ostfront.
Ein kleines Dorf an der Ostfront.

Der Zusammenbau

Beim Zusammenbau habe ich mich an ein paar Grundlagen für MDF-Bausätze gehalten. Ich habe zum Beispiel alle Teile vor dem Verkleben trocken zusammengesetzt, um sicherzugehen, dass alles passt und kein Teil falsch verbaut wird. Für das Kleben habe ich schnelltrocknenden Bastelleim verwendet und diesen mit einem Zahnstocher auf die Klebestellen aufgetragen. Man kann natürlich auch normalen Holzleim verwenden: Damit lassen sich Teile länger korrigieren und im Notfall auch wieder trennen.

WW2 Ostfront Village Doma

Das Set WW2 Ostfront Village Doma beinhaltet gleich zwei baugleiche Häuser mit unterschiedlicher Bedruckung. Dabei handelt es sich um Holzhäuser mit Dachboden und einer Veranda. Jedes der Gebäude besteht aus jeweils zwei Rahmen aus MDF mit einer Stärke von 3 mm und sie teilen sich einen weiteren Rahmen mit einer Stärke von 1,5 mm. Letzterer dient vor allem für aufgesetzte Teile wie Fensterrahmen oder Gebälk, um die flachen Strukturen aufzubrechen. Außerdem sind noch zugeschnittene, durchsichtige Folien enthalten, um Fensterglas darzustellen. Die Designs sind sehr gut gelungen, und durch Darstellung von Schatten, Verwitterungen und Ähnlichem wirken die flachen Oberflächen fast plastisch.

Alle Teile lassen sich gut aus den Rahmen lösen. Bei dem dünneren MDF empfiehlt sich aber das Verwenden eines Bastelmessers, um das Brechen von Teilen zu verhindern. Manche Teile sind doppelseitig bedruckt, um das Haus von innen bespielbar zu machen und dabei nicht auf eine schöne Optik verzichten zu müssen.

Die Anleitung ist gewohnt übersichtlich gestaltet. Schritt für Schritt wird hier in einer schematischen Darstellung durch den Zusammenbau geleitet, wobei Teile in unterschiedlichen Farben hervorgehoben werden, um die Übersicht zu verbessern. Für kurze Verwirrung sorgte bei mir, dass bei den beiden Häusern die Fenster unterschiedlich angeordnet sind und somit nur von einem der Häuser die richtigen Teile abgedruckt sind. Anhand der Formumrisse war aber schnell klar, wie vorgegangen werden muss.

Der Zusammenbau ging recht leicht von der Hand, wobei meine Erfahrung mit solchen Bausätzen sicherlich ein wenig dazu beigetragen hat. Die Passgenauigkeit ist aber hervorragend und auch Anfänger sollten hier vor keine größeren Probleme geführt werden.

Obergeschoss und die Dachflächen werden nicht verleimt, sodass sie abgenommen werden können und beide Etagen bespielbar sind. Das Dach der Veranda ist allerdings aufgeklebt, und auch wenn Modelle auf 25 mm-Bases hier gut Platz finden, ist die Platzierung wegen des Daches eher unkomfortabel. Die schöne Gestaltung und vor allem die bemalten Fensterrahmen entschädigen aber für diesen kleinen Minuspunkt.

WW2 Ostfront Village Ivan’s House

Der Name dieses Sets lässt die Vermutung zu, dass hier das Haus eines Ivans die Vorlage war. Vielleicht ist Ivan aber auch fiktiv. Bei Ivan’s House handelt es sich ebenfalls um ein Holzhaus, diesmal aber in einer L-Form und mit einem Bungalow-Dach. Durch unterschiedliche Färbung der dargestellten Bretter wirkt das Gebäude sehr lebendig. Das Set besteht aus zwei großen und einem kleinen Rahmen aus 3 mm-MDF und einem kleinen Rahmen aus 1,5 mm-MDF. Und natürlich sind auch hier die Folien für die Fenster mit dabei. Auffällig ist, dass beim dünnen MDF eine Schutzfolie auf den Teilen ist, welche vor dem Zusammenbau entfernt werden muss. Warum dies hier der Fall ist und bei den anderen Rahmen nicht, kann ich leider nicht sagen. Doch die Folie, die an Malerkrepp erinnert, lässt sich problemlos abziehen.

Auch hier klappt das Lösen der Teile ohne große Schwierigkeiten. Beim dünnen MDF sind aber sehr filigrane Teile dabei, bei denen besondere Vorsicht notwendig ist. Der Zusammenbau unterscheidet sich im Vergleich zum ersten Set vor allem dadurch, dass der Boden des Hauses nicht zwischen die Wände gesteckt wird, sondern die Wände in den Boden eingelassen werden. Darum ist es hilfreich, den Bausatz nach diesem Arbeitsschritt zum Trocknen auf den Kopf zu drehen. Etwas Geschick benötigen auch die Fensterrahmen, die sehr filigran sind. Hier müssen oberhalb und unterhalb der Fensteröffnung Simse eingeleimt werden – für Menschen mit dicken Fingern ein klein wenig fummelig. Das Dach dieses Hauses wird verleimt und kann dann im ganzen Stück abgenommen werden. Der durch den Bungalow-Stil sehr flache Dachbereich ist also nicht bespielbar.

WW2 Ostfront Village Barn

Mit dem Set WW2 Ostfront Village Barn lässt sich eine einfache Scheune bauen. Die Teile befinden sich in zwei großen 3 mm- und einem kleinen 1,5 mm-Rahmen. Da es keine Fenster gibt, entfallen in diesem Bausatz die Folien. Die Scheune hat schon bessere Tage gesehen und somit sind die Holzwände stark verwittert dargestellt. Der Boden scheint aus gestampftem Lehm oder ähnlichem zu bestehen, welcher mit Stroh ausgestreut ist. Ein kleiner Flaschenzug vor einer Luke zum Heuboden rundet das Design ab.

Da es sich um ein relativ einfaches Gebäude handelt, sind die Einzelteile recht groß und somit fällt auch die Bauanleitung übersichtlich aus. Entsprechend einfach verläuft auch der Zusammenbau. Die Grundmauern stehen schnell und die Türen habe ich zum Teil leicht geöffnet eingeleimt, um die Möglichkeit, hier herauszuschießen, deutlich zu machen. Auch hier wird das Dach komplett verleimt und dann auf die Grundmauern aufgesteckt. Entfernt man das Dach, kann der Innenraum bespielt werden, wobei der Zwischenboden vor dem Flaschenzug den unteren Bereich etwas schlechter zugänglich macht. Dafür bietet er aber eine schöne Position für einen Scharfschützen. Neben der Scheune befindet sich eine Art Hühnerstall oder ähnliches. Dieser hat ein abnehmbares Dach, wie ich mir es bei den Verandas der Doma gewünscht hätte.

WW2 Ostfront Village Workshop

Das letzte Set, das mir vorliegt, ist der WW2 Ostfront Village Workshop. Er ist das kleinste und somit auch günstigste Gebäude der vier Bausätze. Er besteht aus drei Rahmen der Stärke 3 mm, welche aber nur halb so breit sind wie die der größeren Sets. Für die Türen ist außerdem noch ein kleiner Rahmen der Stärke 1,5 mm enthalten.

Da der Bausatz aus nur wenigen Teilen besteht, hat auch die Anleitung nur einen Umfang von fünf Arbeitsschritten. Doch obwohl der Workshop klein ist, büßt er nicht an Bespielbarkeit ein. Zwei geschlossene Räume und ein halboffener Arbeitsbereich sind alle mit abnehmbaren Dächern versehen. Auch auf der aufgesetzten Etage lässt sich das Dach entfernen.

Der rustikale Holzbau besteht allerdings nicht aus beidseitig bedruckten Teilen: Somit trifft man im Innenraum auf einige ungestaltete Wände. Die Kostenersparnis hat also auch einen Preis. Dennoch handelt es sich um ein sehr ansehnliches Modell und wird es nicht von innen bespielt, fallen die nackten Wände gar nicht auf.

Die harten Fakten:

  • Hersteller: Micro Art Studio
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Preise: 51,91 EUR (Doma)
    • 34,36 EUR (Ivan’s House)
    •  25,36 EUR (Barn)
    •  21,89 EUR (Workshop)
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Kutami

 

Fazit

Mit der WW2-Ostfront-Village-Reihe haben Micro Art Studio wieder einmal sehr schön gestaltete Gebäude aus MDF für historische Systeme wie Bolt Action oder Operation Squad auf den Markt gebracht. Aber auch eine Nutzung für frühere Epochen ist bei den Holzhäusern gut denkbar. Durch sehr lebendige Designs, mit welchen die Teile bedruckt sind, wird gut über die eigentlich recht flache Bauweise hinweggetäuscht und ein Eindruck von Plastizität erzeugt. Durch abnehmbare Etagen und Dächer sind die Häuser voll bespielbar und die mit Folie beklebten Fenster lassen einen Blick ins Innere zu und verstärken den Realismus. Selbst die engsten Stellen sind so dimensioniert, dass übliche 25 mm-Bases noch Platz finden.

Der Zusammenbau der Sets klappt dank der übersichtlichen Anleitungen problemlos. Zwar ist ein wenig Erfahrung hilfreich, aber auch Anfänger werden hier keine großen Schwierigkeiten haben. Zu einem fairen Preis erhält man hier sehr schöne Bausätze die jeden historischen Spieltisch aufwerten und dank der Vorbemalung ersparen sie auch einiges an Arbeitszeit. Einen Kauf kann ich uneingeschränkt empfehlen.

  • Ansprechendes Design
  • Für verschiedene Epochen einsetzbar
  • Von innen bespielbar
 

  • Wände teils nicht beidseitig bedruckt

Artikelbilder: © Micro Art Studio
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Alexa Kasparek
Fotografien: Dennis Rexin
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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