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Kurz vor der weltweit wichtigsten Brettspielmesse in Essen lud uns Pegasus Spiele zum großen Pressetag in Ihre Zentrale nach Friedberg ein, um die kommenden Neuheiten noch vor der SPIEL`19 in entspannter Atmosphäre vorzustellen. Darunter Kitchen Rush, ERA, Imperial Settlers – Northern Empires und Tainted Grail!

Teamvorstellung und Agenda bei der Eröffnungsveranstaltung.

Der Tag begann mit der Begrüßung durch Geschäftsführer Karsten Esser und Pressechef Peter Berneiser. Nach der Teamvorstellung und der Agenda des Tages wurde ein Brettspiel-Quiz für die Presse erklärt, welches sich mit kniffligen Fragen über den gesamten Tag verteilte. Wir haben einige Fragen in diesem Artikel verteilt, sodass ihr miträtseln könnt! Welchen Platz die Teilzeithelden erringen konnten, verraten wir euch am Ende dieses Artikels.

Wie schon in den letzten Jahren waren auch dieses Mal zahlreiche Autoren und Partner von Pegasus gekommen, um die eigenen Werke vorzustellen, darunter Edition Spielwiese, eggertspiele, Frosted Games, Plan B und Portal Games. Außerdem hatten sich ca. 100 Brettspielbegeisterte eingefunden, um das gesamte Neuheiten-Sortiment ausgiebig zu testen. Wir selbst konnten neben den drei Top-Neuheiten, die allen Pressevertretern gemeinsam präsentiert wurden, im Laufe des Abends noch so gut wie alle Neuheiten in freiem Spiel ausprobieren.

Bevor wir davon berichten, hier die erste Frage aus dem Pressequiz: Wieviele Einträge zur Kategorie „Essen/Family“ gibt es auf BoardGameGeek?

Kitchen Rush

Der Testspaß begann mit dem Echtzeit-Kooperationsspiel von Dávid Turczi und Vangelis Bagiartakis: Kitchen Rush. Zwar wurde es schon 2017 veröffentlicht und war definitiv ein Highlight auf der SPIEL 2018, aber Pegasus bringt nun endlich eine deutsche Version heraus. Im Prinzip geht es wie im erfolgreichen Videospiel Overcooked darum, gemeinsam den stressigen Restaurant-Alltag zu bestehen, indem parallel (unter anderem!) Bestellungen abgehandelt, Teller gewaschen, Gerichte gekocht oder Gewürze geerntet werden müssen.

Pegasus hat das Spiel völlig überarbeitet und zum Beispiel die Illustrationen erneuert und ein Tutorial eingeführt, was uns durch spannende acht Missionen schon eine ganze Weile beschäftigt und fordert.

In Kitchen Rush bekommt jeder Mitspieler zwei Sanduhren, die zwischen 25 und 30 Sekunden laufen. Dies ist unsere Aktionszeit, welche wir für alle Aufgaben benötigen.

KitchenRush: eine klare Empfehlung von uns zum Anspielen auf der Messe!

Das Spiel gibt uns verschiedene Szenarien vor: Wir müssen zum Beispiel in vier Minuten 32 Münzen einnehmen. Je nach Schwierigkeitsgrad variieren Zeit und Ziel. Wir stellen also zunächst unsere Sanduhren auf die Plätze für Kellner und holen unsere Bestellung ab. Danach müssen wir zur Vorratskammer, wo wir die Zutaten auffüllen, noch zum Gewächshaus, um Gewürze zu ernten, und anschließend das Gericht kochen. Zwischendurch muss immer mal wieder jemand neue Gäste empfangen oder Teller spülen. Ach ja, natürlich muss man am Ende auch noch abkassieren. Das alles passiert parallel und muss gut koordiniert sein, da nicht jeder Arbeitsplatz genügend Aktionsfelder für alle Sanduhren hat und auch andere Arbeitsschritte voraussetzt.

Das hastige Miteinander hat uns sehr viel Spaß bereitet und war tatsächlich nicht ganz so einfach, wie wir zuerst dachten. Die Mechanik baut zwar einen enormen Zeitdruck auf, man verfällt aber nicht in Hektik, da man durch die Sanduhren gewisse Ruhephasen zum Überlegen aufgezwungen bekommt. Es muss zudem sehr gut kommuniziert und Vieles rasch abgesprochen werden, was es schon fast zu einem echten Lernspiel für Teamfähigkeit macht. Eine Spielrunde ist zeitlich begrenzt auf ca. fünf Minuten, das Spielfeld schnell aufgebaut und erklärt, was es zu einem schönen Zwischendurch-Spiel macht. Allerdings fragen wir uns auch, ob das Spiel nach dem Durchspielen der Missionen und ein paar anschließenden Runden den enorm hohen Spaßfaktor aufrechterhalten kann. Nichtsdestotrotz eine klare Empfehlung von uns zum Anspielen auf der Messe!

Und sogleich die nächste Quizfrage: Was ist die höchste Spieleranzahl in einem Spiel, das bei Pegasus aktuell im Angebot zu finden ist?

ERA – Das Mittelalter

Nach der Mittagspause ging es mit dem diesjährigen großen Titel von eggertspiele weiter, der den Anspruch hat, ein neues Genre zu begründen: das sogenannte „Roll & Build“. In diesem Würfelspiel von Erfolgsautor Matt Leacock (Pandemie, Verbotene Insel) muss jeder Spieler eine mittelalterliche Stadt aus über 100 sehr detaillierten Gebäuden aufbauen. ERA basiert dabei auf der Idee des erfolgreichen Im Wandel der Zeiten-Würfelspiels:

ERA: Auf jeden Fall einen Blick wert.

Jeder Mitspieler baut auf seinem eigenen Plättchen, bezieht aber die Gebäude aus einem gemeinsamen Pool. Ziel des Spiels ist es, am Ende die meisten Punkte bei der Wertung zu bekommen. Es endet, wenn eine gewisse Menge an Gebäudetypen ausverkauft sind. Bei vier Spielern müssen zum Beispiel fünf Gebäudearten leer sein. Pro Runde würfeln alle Spieler verdeckt und können bis zu dreimal neuwürfeln. Jedoch keine Würfel mit einem Totenkopf, denn die erzeugen Katastrophen. Welche, hängt davon ab, wie viele Totenköpfe man gewürfelt hat. Abschließend wird der Wurf offenbart und man darf die Ressourcen aus der Stadt und dem Wurf einsammeln.

Jedes Gebäude, welches aus den drei Rohstoffen Stein, Holz und Handelswaren gebaut wird, generiert weitere Vorteile wie zusätzliche Würfel, Rohstoffe oder Schutz gegen Katastrophen.

Natürlich muss auch die Bevölkerung versorgt werden, das geschieht mit dem Rohstoff Nahrung. Hat man zu wenig Nahrung, gibt es permanente Minuspunkte. Die Katastrophen sind etwas unfair verteilt, denn würfelt man ein, zwei, vier oder sechs und mehr Totenkopfe bekommt man selber negative Effekte; bei drei oder fünf bekommen die Mitspieler die Desaster ab. Zum Beispiel müssen diese dann ein Ödland-Feld auf ihre Karte setzen, was das bauen an diesem Ort verhindert. Zu guter Letzt gibt es noch die Kriegsphase, denn für gebaute Türme erhält man Angriffswürfel. Der Krieg ist recht simpel gehalten: Man würfelt unterschiedlich viele Schwerter und Schilder, hat man mehr Schwerter als der Gegner kann man diesen angreifen und Rohstoffe erpressen oder Minuspunkte verteilen.

Wir waren an unserem Tisch in der gut 90 Minuten dauernden Testrunde etwas zwiegespalten. Man wurde das Gefühl nicht los, dass der Erfolg sehr vom Würfelglück abhängig ist. Wer in den ersten Runden nicht schon die guten Mauerteile an sich nehmen konnte, bekam am Ende keinen Fuß mehr in die Tür. Denn Gebäude, die man innerhalb seiner Mauer baut, punkten doppelt, außerdem wird am Spielende das größte eingemauerte Gebiet belohnt.

Es kann natürlich sein, dass sich die Bedeutung des Würfelglücks in weiteren Partien etwas verringert, zumal keiner von uns eine wirkliche Strategie verfolgt hat, obgleich das Spiel dazu Ansätze bietet. Das Spielmaterial wirkte sehr detailliert und hochwertig. Auf jeden Fall einen Blick wert, ob es aber spielerisch überzeugt, muss sich zumindest für mich noch zeigen.

Die nächste Quizfrage rund um die Themen Kochen und Brettspiele: Seit welchem Jahr gibt es die weltberühmten Michelin-Sterne?

Imperial Settlers: Empires of the North

Als dritter großer Titel wurde uns Imperial Settlers: Empires of the North präsentiert.

Es handelt es sich um ein eigenständiges Spinoff-Kartenspiel der bekannten Reihe.

Im Grunde spielt es sich auch so wie das ursprüngliche Imperial Settlers: Obwohl hier Einiges aus dem Original (wie Angreifen oder der gemeinsame Kartenstapel) weggelassen wurde, wurden dennoch genügend neue Zutaten ins Rezept eingefügt, um es anders schmecken zu lassen.

Wir fanden Empires of the North wirklich kurzweilig.

Das Prinzip ist rasch erklärt: Wir starten mit bis zu vier Spielern und unterschiedlichen Völkern, um am Ende die meisten Punkte zu haben; wobei in jeder Runde gezählt wird und wir eine „Engine“ aufbauen. Man startet mit drei Gebäuden, fünf Arbeitern, einer Handvoll Ressourcen und einem Nachziehstapel, aus dem man sich Handkarten zieht.

Für jede Handkarte muss man allerdings mit Arbeitern bezahlen. Zudem gibt es einen Aktionsring, der bei jedem Spiel neu gemischt wird. Auf diesen kann man bei einer Aktion seinen Clanstein legen. Außerdem kann man neue Gebäude und Spezialfähigkeiten mit Ressourcen und Arbeitern bauen, die einem wiederum neue Ressourcen geben, Gebäude verbessern oder beim Punktegewinn helfen. Beim Spielen kam selten Langweile auf, da die Züge recht schnell gehen und so die Downtime gering ist.

Jedes Volk spielt sich komplett unterschiedlich und hat andere Prioritäten. Während die Inuit eher darauf setzen, sich eine kraftvolle Ressourcenmaschine zu erstellen, müssen die Wikinger oft segeln und auf Expedition gehen. Dieses neue Feature bringt mächtige Aktionen ins Feld: Wir kämpfen alle gemeinsam um neue Inseln, müssen uns jedoch zu Beginn entscheiden, wie viele Ressourcen wir mit auf die Fahrt nehmen. Je nachdem, in welcher Reihenfolge wir losgesegelt sind und was für Ressourcen wir auf den Booten haben, können wir die Inseln erobern oder plündern. Beim Erobern bekommen wir starke Spezialfähigkeiten, die spielentscheidend sein können.

Wir fanden Empires of the North wirklich kurzweilig. Zum einen muss man seine Handkarten und das Tableau managen, zum anderen Aktionen spielen und ein Auge auf die Expedition und die anderen Spieler haben. Man kann entspannt vor sich hin siedeln oder versuchen, den anderen in die Suppe zu spucken. Obwohl es viel zu beachten gab, haben wir uns nie verloren gefühlt. Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass wir absolut angetan vom Artwork sind und mit Freude jede neu gezogene Karte bewundert haben.

Und schon kommt eine weitere Quizfrage, die uns gestellt wurde: Wie viele Spiele, in denen man kochen muss, sind aktuell bei Pegasus im Sortiment?

Die Kartographer

Die Kartographer: Ein schönes Spiel für zwischendurch.

Bei diesem schnellen Ausmalspiel bekommt jeder Mitspieler eine leere Karte, die es im Verlauf des Spiels mit Inhalt zu füllen gilt. In jedem Zug werden dazu Karten gezogen, die vier unterschiedliche Landestypen beinhalten können: Wasser, Wald, Dorf und Feld. Diese können nun fast frei auf den Plan gezeichnet werden, haben jedoch eine an Tetris-Steine erinnernde Form, die eingehalten werden muss. Zudem gibt es Berge auf der Karte, die tabu sind, und Tempel. Auf Tempel muss gezeichnet werden, wenn zuvor eine entsprechende Karte gezogen wurde.

Für jede Partie werden vier Regeln gezogen, nach denen Punkte verteilt werden. Gewertet wird in Jahreszeiten, wobei pro Jahreszeit immer zwei Regeln drankommen. Man kann also versuchen, geschickt auf eine Regel zu verzichten und dafür eine andere zu maximieren. Interaktiv wird das Spiel durch spezielle Monsterkarten. Sollte so eine gezogen werden, tauscht man seine Karte mit einem Mitspieler aus, welcher nun die Monsterfelder möglichst unpassend auf den Plan zeichnen muss.

Laut Verpackung kann das Spiel mithilfe eines Beamers mit bis zu 100 Personen gespielt werden. Wir finden: Ein schönes Spiel für zwischendurch, nicht zu komplex aber auch nicht zu simpel.

Die nächste Quizfrage: Seit wann gibt es das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Tiny Towns

Tiny Towns: Hier solltet ihr auf der SPIEL auf jeden Fall einen Blick wagen!

Völlig unerwartet trafen wir bei Tiny Towns auf die schönste Überraschung des Tages. Auf den ersten Blick sieht es wie ein gemächliches Familienspiel mit Holzteilen aus, was man mal so nebenbei wie ein King Domino runterspielt. Aber schon beim Erklären der Regeln wurde sofort klar, dass sich hier ein Hirnverzwirbler sondergleichen verbirgt:

Wir spielen auf einem 4×4-Tableau und müssen eine Stadt errichten, um am Ende die meisten Punkte zu haben. Aus einer großen Auswahl an unterschiedlichen Gebäuden wählen wir zufällig acht aus und legen sie als Auslage in die Mitte. Zusätzlich bekommt jeder Spieler ein besonders mächtiges und einzigartiges Bauwerk, welches auch ein wenig seine Strategie vorgibt. Pro Zug wird zufällig eine von fünf verschiedenen Ressourcen gezogen, die jeder bekommt. Diese müssen wir nun auf ein freies Feld legen. Um nun ein Gebäude damit zu bauen, müssen wir Ressourcen in einem bestimmten Muster auf dem Plan liegen haben. Schnell wird der Platz eng, es kommen Ressourcen, die wir nicht brauchen und unsere Taktik muss umgebaut werden.

Aus simplen Regeln und Effekten ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die auch Vielspieler fordern. Hier solltet ihr auf der SPIEL auf jeden Fall einen Blick wagen! Eine Partie dauert eine gute halbe Stunde.   

Und hier kommt eine weitere Quizfrage: Welche hessische Spezialität wird aus Sauermilch hergestellt?

LUX

LUX: Die zehn Minuten Spielzeit sind wirklich knapp bemessen.

Kurz vor Schluss konnten wir noch das Solo-Kartenspiel vom Berliner Verlag Frosted Games ausprobieren. Das Echtzeitspiel mit Draft-Mechanismus brachte uns enorm zum Schwitzen, denn man hat kaum Zeit zu entscheiden. Thematisch geht es darum, ein Raumschiff, welches auf ein schwarzes Loch zufliegt, zu retten. Dazu müssen wir alle 100 Karten des Decks spielen. In jeden Zug ziehen wir fünf Karten auf. Nun muss entschieden werden, wie man diese Karten verteilt. Zur Auswahl stehen: Wegwerfen, ein System beschädigen, Aktion ausführen, Gravitation wirken lassen, Puffern für den nächsten Spielzug. Hat man seine Karten auf diese fünf Positionen verteilt, führt man diese aus und beginnt mit dem nächsten Zug. Ab und an tauchen noch kritische Systemfehler auf, die einem wirklich das Leben schwer machen. Fallen Systeme durch Karten aus, bekomme ich zusätzliche negative Effekte aufgezwungen. Repariere ich ein System vollständig, bekomme ich Boni. Die zehn Minuten Spielzeit sind dabei wirklich knapp bemessen, wenn man bedenkt, dass selbst Profis es nur in knapp 8 Minuten schaffen.

Trotzdem hatte ich sehr viel Spaß mit LUX und deswegen gibt es nun auch direkt die nächste Frage: Wie viel wiegt die Kitchen Rush-Box? (Wir durften sie ja auspacken, daher ist die Frage für eine Website natürlich leicht unfair … ;)   

Bumuntu

Das Sammel- und Laufspiel Bumuntu macht Laune.

Schon letztes Jahr gab es das Spiel in Essen als englische Originalversion, nun hat Pegasus die deutsche Version herausgebracht. Im Kern geht es um das Sammeln von Spielsteinen. Auf dem 8×8-Felder-großen Spielplan werden zufällig Steine mit unterschiedlichen Tiersymbolen verteilt. Zudem gibt es eine flexible Wertungsleiste, die anzeigt, mit welchen Punkten die einzelnen Tiere gewertet werden. Jeder Spieler hat einen Spielstein, mit dem er die Tiere einsammeln kann. Über den Plan kann man sich aber nur bewegen, indem man die einzigartigen Regeln der Tiere benutzt. Eine Spinne lässt einen bis zu zwei beliebige Felder weit laufen, ein Nashorn nur auf gerader Linie immer bis zum Kartenrand. So ähnlich wie Schachfiguren oder die Spielsteine von Hive. Zusätzlich kann man noch Bananen sammeln, die einem beim Fortbewegen helfen und durch spezielle Tieraktionen noch die Mitspieler ärgern.

Das Sammel- und Laufspiel macht Laune und ist sicherlich perfekt für Familien als Zielgruppe geeignet. Allerdings ging unter den Pressevertretern die Meinung hier auch sehr auseinander.

Die nächste Quizfrage: Für was kann man Bananen beim Kochen als Ersatz benutzen?

Erweiterungen und Addons

Spirit Island: Ast und Tatze ist eine großartige Erweiterung!

Bleiben noch die Erweiterungen, die es zu begutachten gab. Wer mit dem Grundspiel von Spirit Island schon durch ist und alle Geister in jedem Schwierigkeitsgrad auswendig kann, der bekommt mit Spirit Island: Ast und Tatze eine großartige Erweiterung! Hier werden neben weiteren Geistern auch noch Ereigniskarten eingeführt, die mehr Dynamik und Zufall in das Spiel bringen; dem Titel entsprechend geht es dabei vor allem um Tiere und Pflanzen, aber auch um Krankheiten und neue Eroberer: die Franzosen. Zusätzlich gibt es noch eine Reihe neuer Token, die das Spiel sicherlich nicht einfacher machen.

Die lang erwartete zweite große Erweiterung zu Robinson Crusoe heißt Mystery Tales und bringt neben acht neuen Szenarien rund um das Thema Horror auch noch einige Helden mit. Außerdem gibt es neben neuen Mechaniken jetzt einen weiteren Schwierigkeitsgrad. 

Auch das oft unterschätze Mystic Vale bekommt ein weiteres Addon: Twilight Garden erweitert das Spiel mit einem Haufen Aufwertungen, acht Anführern und Vales. Die größten Neuerungen sind aber die Fluch-Mechanik und die Legendary-Aufwertungen.

Monsters & Minions verhilft dem Spiel vielleicht endlich zum Durchbruch.

Und auch Roll Player wird erweitert. Mit Monsters & Minions bekommt das Spiel endlich mehr Interaktivität und Würze. Dank des Addons darf man nun seinen Helden weiter benutzen und gegen Monster und Bosse antreten. Etwas, das wir im Original schmerzlich vermisst haben, und was dem Spiel vielleicht endlich zum Durchbruch verhilft.

Und sonst noch?

Eigentlich hatten wir uns noch vorgenommen, Cooper Island, das große Expertenspiel von Frosted Games, anzuspielen. Leider stand aber der LKW mit den Spielversionen im Stau und so gab es nur ein Exemplar, das natürlich alle anspielen wollten. So konnten wir das Worker-Placement-Spiel nur durchs Zusehen begutachten. Es gibt eine feste Anzahl Aktionen pro Partie und es gilt, eine große Karte zu entdecken und zu kultivieren, um Gebäude und Schiffe zu bauen. Die Karte ist dynamisch und passt sich der Spieleranzahl an. Wenn wir neue Inselteile aufdecken, stapeln wir diese auf andere und erzeugen so mehrere Ebenen.

Kurz angespielt haben wir ebenfalls Tricky Druids, ein schnelles Spiel für Familien mit einer interessanten Handelsmechanik. Es geht darum, einen verdeckten Trank zu brauen, der aus drei unterschiedlichen Zutaten besteht. Aus einem großen Pool an Zutaten würfelt man nun vier zufällig heraus und muss diese einem Mitspieler anbieten. Dabei kann man selber entscheiden, welche und wie viele. Der Mitspieler muss entweder alle annehmen oder passen. Passt er, bekommt man selber die Zutaten. Zutaten, die man nicht braucht, wandern in einen Mülleimer, läuft dieser über, ist der Trank verpfuscht und man muss eine neue Karte ziehen. Spaßig, aber die Zielgruppe sind hier eindeutig Kinder.

Release von Tainted Grail ist für 2020 geplant.

Von Tainted Grail, dem hoch gehandelten Storygame aus dem Hause Awaken Realms, die uns bereits das sehr stimmungsvolle This War of Mine gebracht haben, gab es leider nur den Kickstarter-Prototypen zu sehen, allerdings durften wir auch einen Blick in das Storybuch werfen, welches die Größe eines ganzen epischen Romans hat. Auch auf der SPIEL werden wir leider nur den Aufbau zu sehen bekommen, Release ist aber für 2020 geplant.

Ebenfalls im Programm hatte Pegasus noch die Erweiterungen zu Meeple Circus, Heaven & Ale und Roll for the Galaxy, sowie Axio Rota und Kuala, welche wir aber nicht mehr anspielen konnten.

Auf dem Pressetag gewonnen haben natürlich mal wieder die Teilzeithelden und konnten einen netten Korb mit allerlei Interessantem aus der Region Friedberg mit nach Hause nehmen. Vielen Dank an das gesamte Team von Pegasus Spiele für das tolle Event und insbesondere an Peter Berneiser für die hervorragende Betreuung!

Zum Schluss noch die Auflösung des Quiz in der Reihenfolge der Fragen:

Die Auflösung des Quiz

Essen/Family auf BGG: ca. 450
Höchste Spielerzahl bei Pegasus-Spiel: 100
Seit wann Michelin-Sterne: 1900
Koch-Spiele bei Pegasus: 3
Seit wann Mindesthaltbarkeitsdatum: 1981
Hessische Spezialität aus Sauermilch: Handkäs
Gewicht Kitchen-Rush-Box: 1800g
Banane als Ersatz für: Eier

[Einklappen]

Fotografien: © Stephan Jacob, Bearbeitung: Melanie Maria Mazur

 

Über den Autor

Stephan Jacob bearbeitetStephan Jacob ist Videospielentwickler und unterrichtet selbiges auch an Universitäten quer durch Deutschland. Er larpt seit 1999 fast ausschließlich auf Fantasy Cons und nimmt sein Hobby leider überhaupt nicht ernst. Zu seinen größten Errungenschaften, zählt sein Mitwirken bei den Tyren Nightfire-Filmen und seine Bekanntheit als HelloKittySchield-Meme.

2 Kommentare

  1. Vielleicht bekommt man bei euch ja Antworten, Pegasus interessiert ihre Kunden jedenfalls nicht:

    Könnt ihr sagen, wann die Monsters & Minions Erweiterung für Roll Player veröffentlich wird? Eigentlich hätte es schon im Mai veröffentlich werden sollen, mittlerweile wurde der Termin schon 5 Mal verschoben. Seitens Pegasus gibt es zu dieser Situtation keinerlei Informationen und wird ignoriert.

    • Hallo Zanza, wir haben es nun nicht gezielt auf der SPIEL gesucht, aber auf Englisch ist Monsters&Minions ja vorhanden. Wann allerdings das offizielle deutsche endgültige Erscheinungsdatum ist, wissen wir auch nicht. Tut uns leid

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