Das neue Armeebuch der Black Templars hat dein Interesse geweckt und du möchtest nun ein neues Armeeprojekt starten? Du fragst dich, ob die Armeebox ein guter Startpunkt oder eine Erweiterung deiner Armee sein könnte? Wir haben uns näher mit der Box beschäftigt.
Der Start eines neuen Armeeprojektes ist oft langwierig und schwer. Hier unterstützt Games Workshop die Spielenden mit der Möglichkeit einer Armeebox, welche eine Geldersparnis mit sich bringt, dafür ist die Auswahl der Einheiten bereits getroffen.
Lohnt sich daher der Kauf dieser Box? Oder enthält sie einige Einheiten, welche sonst generell nicht verwendet werden würden oder deren Einsatz eher situativ ist? Auch stellen sich die Fragen, wie hoch die Gussqualität oder die Komplexität des Zusammenbaus der Box ist, vor allem bei den neuen Figuren.
Inhaltsverzeichnis
Die Zusammensetzung der Box
In der Box sind 17 Figuren enthalten: ein Marschall, also ein Primaris Captain, ein zehnköpfiger Kreuzfahrertrupp der Primaris Space Marines, fünf Intercessoren und der Impulsor als Truppentransporter. Bei dem Kreuzfahrertrupp werden ähnliche Figuren entstehen, abseits vom Schwertbruder als Truppführer da in der Box zweimal der gleiche Gussrahmen für fünf Figuren vorhanden ist.
Ebenfalls dabei ist ein Gussrahmen, der alle spezifischen Aufrüstungsmöglichkeiten und Reliquien der Black Templars enthält. Des Weiteren ist auch ein Blatt der Abzieh-Insignien des Ordens in der Box zu finden, welcher eine Vielfalt an Individualisierung der eigenen Figuren ermöglicht. Die gesamte Ersparnis dieser Box liegt über dem Wert eines Impulsors, wenn man statt der Box alle Figuren einzeln kaufen würde. Alles in allem erhält man vier verschiedene Einheiten und eine gute Geldersparnis. Doch kann man mit dieser Box dann auch direkt anfangen zu spielen?
Man erhält alles, was man für einen grundlegenden Kampfverband braucht. Die Anforderungen einer Anführereinheit und mindestens einer Standardeinheit sind mit Leichtigkeit erfüllt, wobei zwei von den Einheiten den Black Templars angehören. Weiterhin hat man noch einen mobilen Truppentransporter. Es lässt sich also mit wenigen Modellen eine kleine, solide Armee aufstellen. Bietet dieser Ausgangspunkt aber einen guten Startpunkt für eine Black Templar-Armee oder für die Erweiterung einer bereits bestehenden Armee?
Es kommt darauf an, ist leider die Antwort. Die Armeebox bietet einen soliden Grundstein für den Start der Armee der Black Templars. Die Intercessoren sind eine wertvolle Standardeinheit, mit denen man die Missionsziele der eigenen Aufstellungszone gut halten kann. Der Impulsor bringt die wichtigen Nahkampfeinheiten der Armee schnell ins mittlere Spielfeld, bis hin in die feindliche Aufstellungszone. Der Marschall ist hierbei eine vernünftige Anführereinheit, welche die eigenen Einheiten unterstützt und sich relativ gut im Nahkampf behaupten kann. Keine der Einheiten ist hier also fehl am Platz. Der Marschall und der Kreuzfahrertrupp sind hierbei ikonisch für das Armeebild, da man erwartet, genau diese Einheiten wiederzufinden.
Wer allerdings bereits eine bestehende Space Marine Armee hat, sollte sich fragen, wie viele der Modelle dieser Box man wirklich benötigt. Viele Spieler*innen werden höchstwahrscheinlich bereits einen Primaris Captain besitzen als auch die eine oder andere Standardeinheit. Wer zusätzlich einen oder mehrere Truppentransporter hat, sollte sich die Frage stellen, ob das Geld nicht sinnvoller investiert ist, wenn man hier die entsprechenden Modelle, die einem fehlen einzeln nachkauft, wie zum Beispiel den neuen Kreuzfahrertrupp und den speziellen Gussrahmen mit den Aufrüstungsmöglichkeiten. Der Marschall, mit seinem neuen, detailreichen Aussehen, wurde hierbei als einfacher Captain gewertet.
Wenn man sich die Box jetzt zugelegt hat, welche weiteren Einheiten könnten eine sinnvolle Erweiterung für die eigene Armee sein? Um die vielen Möglichkeiten des Armeebuchs auszunutzen, ist der Ordenspriester eigentlich schon ein Muss. Hier greift man nicht nur auf die einzigartigen Litaneien zu, sondern hat auch die Möglichkeit der Reliquienträger, welche den einen oder anderen Trick mit sich bringen.
Da der Primaris-Kreuzfahrertrupp mindestens zehn Modelle enthalten muss, können diese am Anfang des Spiels nicht im Impulsor starten. Daher wäre es nicht unklug, sich eine kleinere Nahkampfeinheit zuzulegen. Hier bieten sich drei Primaris-Einheiten an: die Sturm-Intercessoren, die Klingengarden-Veteranen oder die Schwertbrüder.
Es lohnt sich aber, auch ältere Modelle im Hinterkopf zu behalten. Die Armee möchte sich schnell in den Nahkampf bewegen und die Expugnator-Garde ist mobil und kann, mit der entsprechenden Ausrüstung, hart zuschlagen.
Die Optik und der Zusammenbau der Figuren
Da die Intercessoren und der Impulsor bereits bekannte Einheiten sind, fokussieren wir uns hier auf den Zusammenbau des Marschalls und des Kreuzfahrertrupps.
Zuerst nimmt man sich bekanntlich die Anleitung und betrachtet die vorhandenen Variationen. Alle Möglichkeiten sind klar und verständlich dargestellt und es wird deutlich gezeigt, wo zum Beispiel die Relikte hingesetzt werden können. Auch zeigt die Anleitung auf, wie oft man eine Variation einer Figur zusammenbauen kann.
Die Umsetzung der Theorie in die Praxis ist auch keine Schwierigkeit. Zwar ist es manchmal nicht sofort ersichtlich, wo das gesuchte Teil im Gussrahmen angeordnet ist, weshalb es sich lohnt, wie so oft, den Gussrahmen vorher anzuschauen. Generell lassen sich zusammengehörende Baugruppen nah beieinander finden, was dann den Zusammenbau schnell voranschreiten lässt. Die Stellen der benötigten Figurenteile, mit den Verbindungen zum Rahmen, sind klug gesetzt und lassen sich einfach und ohne große Umstände hinauslösen. Die Ablösestellen aus den Gussrahmen sind nicht leicht zu entdecken und zusätzlich sind die Grate der Figuren so fein, dass diese sich schnell und leicht entgraten lassen.
Wenn man nun zum Kleber greift, gibt es keine Schwierigkeit beim Zusammenbau. Bei den Körperteilen der Figuren ist weiterhin auf der Innenseite die entsprechende Zahl der zusammengehörenden Teile vorzufinden. Dies erleichtert nochmal die Zugehörigkeit der Teile, falls man den Überblick verloren haben sollte, wenn man mehrere verschiedene Teile vor sich liegen hat. Die Passgenauigkeit der korrespondierenden Teile ist erstaunlich gut konzipiert, die neu erschienen Einheiten erweisen sich als dynamisch. Man kann sich direkt vorstellen, wie diese Soldaten des Imperators in den Kampf stürmen und ihre Waffen einsetzen. Dabei wirken die eingenommenen Haltungen nicht unwirklich, sondern eher so, wie ein echter Mensch diese im realen Leben einnehmen kann.

Neben den dynamischen Posen ist die Gussqualität, wie man es von Games Workshop gewohnt ist, hoch und es konnten keine Gussfehler gefunden werden. Die Liebe zum Detail ist überraschend. Neben den klassischen Reinheitssiegeln, die eine Schild- oder Kreuzoptik aufweisen, erkennt man direkt die verwendeten Ordenssymbole. Diese Insignien der Black Templars sind auch in den Waffen wiederzufinden. Zum Beispiel weisen die Waffen des Marschalls oder des Schwertbruders aus dem Kreuzfahrertrupp diese Optik auf.
Die Beinschienen des Marschalls erinnern stark, neben der deutlich vorhandenen Kreuz- und Schädeloptik, an das MK2-Schema, dem Kreuzzugsschema. Dies ist doch sehr passend, da jeder Marschall einen Kreuzzug der Black Templars anführt, egal wie groß dieser ausfällt.
Was am Ende bleibt – die Bits
Wenn man alles zusammengebaut hat, bleiben bekanntlich nicht verwendete Bits über, welche man später verwenden kann, um andere Figuren zu individualisieren. Da mehr als zwei Drittel der Figuren der Armeebox ausschließlich der Black Templar Primaris Space Marines Modelle sind, bleiben hier viele Waffenoptionen über, die für die Individualisierung weiter Ordenseinheiten verwendet werden können.
Die Black Templars sind so fanatisch, dass sie ihre Waffen an sich ketten, damit sie in der Hitze des Gefechts nicht verloren gehen können. Wenn man den Marschall und den Kreuzfahrertrupp zusammengebaut hat, bleiben etwa 20 Waffen über, welche mit Ketten versehen sind. Die Anzahl schwankt natürlich, je nachdem, wie die Figuren zusammengebaut wurden. Die Waffen der Neophyten sind hier nicht einberechnet. Ob man jetzt eine schwere Boltpistole und ein Astartes-Kettenschwert an einem Modell anbringt oder dies auf zwei Modelle aufteilt, ist einem selbst überlassen. Hier kann man auch direkt übrig gebliebene Bolter entweder austauschen, was etwas Modellierungsgeschick erfordern könnte, oder man bedient sich noch der Armteile aus dem Gussrahmen. Der Aufrüstungsgussrahmen bietet zusätzlich 19 Schulterpanzer und ein Energiemodul, welche das Ordenssymbol tragen. Man hat daher genug Möglichkeiten, seine Black Templar Bits mit wenig Aufwand an seine Modelle anzubringen und somit zu individualisieren. Hierbei wird man noch weiter durch den Abziehbilderbogen mit Abzeichen aus verschiedenen Kreuzzügen unterstützt.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2021
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Preis: 110,00 €
- Bezugsquelle: Fachhandel
Ein neuer Kreuzzug für den Imperator? – Fazit
Lasst den Kreuzzug beginnen und die psionisch begabten Feinde des Imperators erzittern! Wer mit dieser Box eine Black Templar Armee starten möchte, trifft eine solide Wahl. Man erhält nützliche, schöne und neue Einheiten, welche sinnvolle Aufgaben auf dem Schlachtfeld übernehmen können. Zusätzlich versorgt Games Workshop die Spielenden mit der entsprechenden Mobilität auf dem Schlachtfeld als auch mit Möglichkeiten zur Sicherung der Missionsziele. Der Zusammenbau der Einheiten ist einfach und erfolgt schnell. Des Weiteren bietet die Box für spätere Einheiten genug verschiedene Bits und Abziehbilder, um seine Armee weiter zu personalisieren und auszurüsten.
Wer bereits einige Figuren besitzt, sollte jedoch hinterfragen, ob man wirklich jede der Figuren benötigt oder ob hier der Kreuzfahrertrupp und der Aufrüstungsgussrahmen ausreichen. Natürlich kann es sei, dass einem alle Inhalte dieser Box gefallen und man sich somit diese Box kaufen möchte.

- Guter Startpunkt für eine Black Templar Armee
- Hoher Detailgrad der Figuren
- Gute Geldersparnis
- Situative Erweiterung einer bestehenden Armee
Artikelbilder: © Robert Wolfes
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Denise Hollas
Fotografien: Robert Wolfes
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.


















