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Vorlage für Cons sind meistens Fantasywelten oder bestehende Fandoms. Heute blicken wir hingegen auf ein historisches Ereignis, aus dem wir eine Nekromantencon machen wollen. Schwerpunkte sind Intrigenspiel und Rituale, mit denen wir eine Sage verarbeiten. Die der alten deutschen Kaiser, die zum Kampf gegen Napoleon aus ihren Gräbern entstiegen sind.

Eine Inspirationsquelle für Cons können historische Ereignisse sein, die sich als Vorlage und Ausgangspunkt für spannende Veranstaltungen anbieten. Aus diesem Grund haben wir vor einiger Zeit eine kleine Artikelreihe über verschiedene historische Ereignisse begonnen, die sich als Szenario anbieten. Dieser Artikel setzt die Reihe nun fort. Ich beschreibe dazu kurz den historischen Hintergrund und die beteiligten Parteien und Personen, die als Vorlage für eigene Charaktere und Fraktionen auf der Con dienen können. Außerdem gebe ich einen kurzen Überblick über mögliche Handlungsstränge und natürlich darüber, was für eine Art Con sich hier anbietet.

Das heutige Szenario, das wir uns gemeinsam anschauen, dreht sich um eine Sage im Kontext der Völkerschlacht zu Leipzig im Jahre 1813. Die Schlacht, die das Ende der napoleonischen Herrschaft bedeutete, dient dabei vor allem als Anknüpfungspunkt für eine deutsche Heldensage, über auferstandene mittelalterliche Kaiser, die noch nach dem Tode Deutschland vor seinen Feinden verteidigen. Wir wollen hier jedoch weniger Kriege der Vergangenheit nachstellen als vielmehr prüfen, ob wir daraus nicht ein spannendes Intrigenspiel mit Nekromant*innen und Untoten auf die Beine stellen können.

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Historischer Hintergrund – Die Schlacht und die Sage

Das historische Ereignis – Die Schlacht

Die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 war die entscheidende Schlacht in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Als Befreiungskriege werden die Kriege zwischen Frankreich unter Kaiser Napoleon und den übrigen europäischen Fürstentümern und Königreichen bezeichnet. Napoleon, aus den Wirren der Französischen Revolution als absoluter Monarch Frankreichs hervorgegangen, nahm den französischen Traum einer Vorherrschaft über Europa auf und überzog den ganzen Kontinent mit Krieg, wobei er unaufhaltsam einen Gegner nach dem anderen mit scheinbarerer Leichtigkeit besiegte. Besiegte Gegner mussten sich unterwerfen und Territorium abtreten oder bekamen gleich einen Verwandten Napoleons als Herrscher auf den Thron gesetzt. Die alte Ordnung Europas, die jahrhundertelang Bestand hatte, wurde hinweggefegt. Am deutlichsten wurde dies, durch die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation, ein in der Tradition des Römischen Reichs stehender halbstaatlicher Verband, dessen Strukturen rund 1000 Jahre lang den Rahmen der Politik in weiten Teilen Europas bestimmt hatten.

Nachdem er so jahrelang große Teile Europas beherrscht und danach gestrebt hatte, auch den freien Rest zu unterjochen, waren Niederlagen auf See gegen die Weltmacht Großbritannien und vor allem eine vernichtende Niederlage in Russland Zeichen der Hoffnung für den Rest der Welt. Es bildete sich eine erneute Koalition gegen Napoleon, angeführt von Österreich, Preußen und Russland und finanziert von Großbritannien. Auf der Gegenseite stand Frankreich mit seinen deutschen und italienischen Vasallenstaaten. Nach zahlreichen kleineren Gefechten standen sich schließlich bei Leipzig über eine halbe Million Soldaten gegenüber, darunter knapp 200.000 Franzosen und bis zu 350.000 auf Seiten der Koalition. Die Schlacht dauerte drei Tage und endete mit einer vernichtenden Niederlage Napoleons, die seine Herrschaft über Europa beendete. Beide Seiten verloren zusammen rund 120.000 Mann. Napoleon musste sich in der Folge aus Deutschland zurückziehen, seine Vasallen liefen zur Koalition über. Die Sieger der Schlacht rückten anschließend weiter vor, befreiten auch das linke Rheinufer von der französischen Besatzung und trugen den Krieg zurück nach Frankreich, von wo er ausgegangen war. Das Ende des Feldzuges war die Gefangennahme Napoleons und sein Exil auf der Mittelmeerinsel Elba.

Anschließend setzten sich die Groß- und Kleinmächte Europas unter dem Eindruck der Kriegsverheerungen und dem Druck nationalistischer Forderungen in Wien zusammen und schufen die stabilste internationale Ordnung, die die Welt bisher gesehen hatte. Eine restaurative, konservative Ordnung, in der Nationalisten und andere Linke die Verlierer waren, aber dennoch eine Ordnung, die jahrzehntelang Bestand hatte und nach einer Ewigkeit des Kriegs den Frieden sichern konnte. Neben zahlreichen Neuordnungen in ganz Europa wurde auch das linke Rheinufer von französischer Fremdherrschaft befreit. Und hierhin, vermeintlich weitab von der Schlacht bei Leipzig, führt uns auch eine der zahlreichen Legenden und Mythen, die sich um die Schlacht und die Befreiungskriege generell ranken.

Die Völkerschlacht zu Leipzig. © gemeinfrei

Die Legende – Der Fährmann, der die alten Kaiser als Rettung aus dem Jenseits holt

Um die Kaiser des deutschen Mittelalters ranken sich viele Sagen und Legenden. Eine davon handelt von den Kaisern aus dem Hause der Salier. Die Salier, ein ostfränkisches Adelsgeschlecht, stellte im 11. und 12. Jahrhundert nach Christus zahlreiche Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Eines der prägenden Merkmale ihrer Herrscherzeit, war die Auseinandersetzung mit dem aufstrebenden Bischof von Rom, wer das Oberhaupt der Christenheit sei und damit die Frage, wem von Gott die höchste Autorität auf Erden verliehen wurde, dem Kaiser des Reiches oder dem Papst in Rom. Dieser im Investiturstreit kulminierende Konflikt – ein historisches Kapitel, das eventuell einige von uns noch traumatisch aus dem Geschichtsunterricht in Erinnerung haben – führte im Hinblick auf die Salier zu zwei Dingen. Zum einen bauten sie als Zeichen ihres Machtanspruchs sowohl in weltlichen wie in religiösen Fragen die heute größte erhaltene romanische Kirche der Welt – den Kaiser- und Mariendom zu Speyer. Der Dom symbolisiert nicht nur den Anspruch der Salier, in jeder Hinsicht über dem römischen Bischof zu stehen, er ist auch das ideologische Zentrum ihrer weltlichen Macht. Dementsprechend liegen hier auch bis heute viele der salischen Kaiser beerdigt.

Der Kaiser- und Mariendom zu Speyer. © Roman Eisele

So deutlich die deutschen Kaiser letztendlich mit ihrem Anspruch an der Machtgier des Papstes scheiterten, so wurden grade die salischen Kaiser durch diesen Konflikt Jahrhunderte später zu einem Symbol des Kampfes gegen Fremdherrschaft und ausländischen Einfluss. War es damals der Papst in Rom, der seine langen Finger über die Alpen in die deutschen Landen wandern ließ, so waren es nun die Franzosen, die spätestens seit dem 17. Jahrhundert ihren eroberungswilligen Blick auf Deutschland, ganz besonders auf das linke Rheinufer richteten und diese Region immer wieder mit Kriegen, Plünderungen und Brandschatzungen überzogen. Dass letztere dann in Form von Napoleon nicht nur als Besatzungsmacht kamen und blieben, sondern gleich den Kaisertitel beanspruchten, den ein rundes Jahrtausend lang die deutschen Herrscher getragen hatten, und der Streitpunkt zwischen deutschem Fürsten und römischen Bischof war, rundet das Bild der übergriffigen fremden Herrscher ab und ebnete den Weg für eine Legende.

Kaiserkrönung Napoleons I.  © gemeinfrei

Es ist der Vorabend der Völkerschlacht zu Leipzig. Der schier unbesiegbare französische Tyrann scheint zu wanken. Doch wird er fallen oder wird er seine blutigen Krallen erneut in die Erde seiner unterworfenen Völker schlagen, plündern und brandschatzen und zehntausende junge Männer in seine Armeen zwingen, auf dass sie am anderen Ende der Welt für Napoleons Ehrgeiz bluten und sterben müssen?

Neben dieser Angst geht auch die Hoffnung durch die Lande. Nicht nur die Hoffnung auf die Befreiung von der französischen Fremdherrschaft. Denn parallel zu Unterdrückung und Krieg brachte Frankreich auch die Ideale von Bürgerrechten und Nationalismus ins Land. Linke landauf landab machen sich kampfbereit, nicht zum Ruhme der deutschen Fürsten in Berlin oder Wien, sondern zur Freiheit der deutschen Nation, die aus dem Chaos des Krieges frei und geeint als deutscher demokratischer Nationalstaat hervorgehen soll. Für sie sind die Befreiungskriege nicht nur Kriege zur Befreiung von französischer Besatzung, sondern ebenso Kriege zur Befreiung vom Joch zahlreicher deutscher Könige und Fürsten, die die Deutschen unter sich in ihren kleingeistigen Herrschaftsbereichen aufteilen.

In dieser Gemengelage entstand nun eine Legende. In einer finsteren und sturmdurchtosten Herbstnacht stand ein Fährmann am rechten Ufer des Rheins. Durch die Regenwände über den wild wogenden Fluten des Rheins sah er auf der anderen Flussseite bei Speyer mehrere Gestalten stehen. Sie trugen lange, dunkle Umhänge, ihre Konturen verschwommen beinahe im Dunkel der Nacht. Eine der Gestalten hob ihre Hand und rief mit durchdringender Stimme zu dem Fährmann “Hol über.” Mutig machte er sich auf den Weg durch den wild reißenden Fluss. Ihm wurde eine große Belohnung versprochen, wenn er die Gestalten schnellstmöglich durch alle Gefahren ans andere Ufer bringen würde. So machte sich der Fährmann auf und trieb sein Floß mutig erneut durch die Fluten. Wortlos verließen die Gestalten dort sein Gefährt und verschmolzen mit der Dunkelheit.

Einige Nächte später erschienen sie wieder. Diesmal baten sie den Fährmann, sie zurück über den Rhein zu bringen. Als er ihrem Wunsch nachgekommen war, machten sich die dunkel verhüllten Figuren erneut in die Nacht davon, diesmal Richtung Dom zu Speyer. Dem Fährmann aber reichten sie als Dank für seine Hilfe einen Beutel voll feinster Juwelen und Gold. Und als die Gestalten davongingen, sah der Fährmann unter den dunklen weiten Umhängen goldbeschlagene Rüstungen und teure Seidenkleidung hervorblitzen. Am nächsten Tag erreiche eine Nachricht die Stadt. Die Franzosen waren bei Leipzig wie durch ein Wunder geschlagen worden, das Vaterland war gerettet. Für den Fährmann war klar: Es waren die alten deutschen Kaiser, die sich in den Zeiten der Not aus ihren Gräbern erhoben hatten, um ihrer heiligen Pflicht nachzukommen und das Reich gegen seine Feinde zu verteidigen.

Noch heute erinnert an der betreffenden Stelle ein Skulptur an die Legende. Sie zeigt auf der einen Seite des Weges den Fährmann, der den Ruf vernimmt und auf der anderen Seite die Gruppe der Kaiser, die um eine Überfahrt bitten.

Die Con

Wie aber machen wir aus diesem Stück Geschichte und Sage eine erfolgversprechende Con?

Sowohl ein Nachspielen der Völkerschlacht an sich als auch eines, das durch den Eingriff übernatürlicher Mächte entschieden wird, wäre machbar. Aber auch irgendwie langweilig und eintönig – Warum also nicht ein etwas frischerer Ansatz?

Wo kommen denn auferstandene Kaiser am ehesten her und wer lässt sie auferstehen?

Machen wir aus der Con doch eine Nekromantie- und Spionage-Con, die den Sagenhintergrund passend übertrieben aufnimmt.

Inhalt der Con wäre es dann, rechtzeitig die Beschwörungen und Rituale durchzuführen, um unser Untotenheer in die Schlacht zu schicken. Schaffen wir es oder wartet der Fährmann vergeblich?

Um noch etwas mehr Spannung zu erzeugen, stellt sich die Frage, wem man überhaupt vertrauen kann, so ganz unter uns Toten und Untoten.

Wer ist ein geheimer Spion Frankreichs, der unseren Plan zunichtemachen will? Sind die Nekromant*innen für die Demokratie oder für Monarchie? Und welche Geheimnisse und Artefakte lauern noch alles unter den Gräbern der alten Kaiser? Diese und ähnliche Dinge können wir hoffentlich herausfinden, bevor es zu spät ist.

Location

Als Location empfiehlt sich ein Ort, der dunkle Katakomben darstellen kann. Feuchte Steinwände, tropfendes Sickerwasser und eine Kombination aus Kälte der Gruft und Wärme der Erde schaffen die ideale Stimmung für unsere Con. Zu barbarisch und unzivilisiert sollte unsere Deko aber am Ende auch nicht wirken, immerhin spielen wir keine Wald-und-Wiesen-Nekromanten*innen, unsere Charaktere kämpfen für eine gute Sache. Wir sind staatstragend, wir übernehmen Verantwortung, gehen bis dahin, wo sich andere nur noch mit Grausen abwenden, und wir schreiben Geschichte. Da ist ein gewisser standesgemäßer Luxus im Eck doch das Mindeste.

Auch alte Fachwerkhäuser wären in Hinblick auf die Zeitepoche eine gute Location. Nicht nur passt die Bausubstanz, zwischen überhängenden Balkonen im Schatten enger dunkler Gassen kann man auch leichter seine Beschatter abhängen und zu geheimen Treffen schleichen.

Es bietet sich an, einen gewissen Grundstock an Zivilist*innen ins Spiel zu bringen, die beiden Seiten Deckung geben oder auch als Spitzel angeworben werden können. Da wir in oder bei einer Stadt spielen, stellt sich auch nicht die Frage, wo unsere Bürger*innen herkommen.

Fraktionen

Grundsätzlich bieten sich zwei bis drei Fraktionen an. Ganz generell versuchen deutsche Totenbeschwörer*innen ihr Projekt Nekromant erfolgreich durchzuführen und französische Spionagedienste versuchen, sie mit allen Mitteln daran zu hindern. Zusätzlich gibt es bei den Deutschen noch Unterfraktionen, die die Untotenarmee für unterschiedliche Zwecke instrumentalisieren wollen.

Die Gruppe der Königstreuen will die alten Kaiser als Inbegriff monarchischer Macht in die Schlacht führen und die alte, vorrevolutionäre Ordnung wiedererrichten. Der Adel soll durch den Rückgriff auf das Mittelalter in neuem Glanz erstrahlen und geschützt durch eine Armee von Untoten bis in alle Ewigkeit regieren. Oder wer weiß? Wenn wir schon erfolgreich unsere Toten unter Kontrolle haben, gelingt es uns vielleicht nicht nur, die Macht hinter dem Thron zu werden. Ein toter König kann auch sehr schnell uns zum eigentlichen, heimlichen Monarchen machen. Nur müssten wir dazu unsere Mitnekromant*innen vorher irgendwie ausschalten…

Oder Teile dieser Gruppe sind ganz selbstlos und wollen noch einen Schritt weitergehen. Die ins Leben zurückgeholten alten Kaiser sollen so leistungsfähig und vollständig zurückgeholt werden, dass man ihnen direkt die Macht übergeben kann und ein ewiger kaiserlicher Untotenrat die Herrschaft übernimmt. Immerhin haben die aktuellen Monarchen schmählich versagt.

Die Unterfraktion, die für die Republik und die Demokratie einsteht, will ebenfalls die Franzosen besiegen. Aber sie will aus den Untoten eher eine Volksarmee machen, die nach den Franzosen auch die Monarchen vom Feld räumt und den Grundstein für eine freie Republik legt. Dazu wiederum müsste man entweder die Untoten direkter kontrollieren, als der anderen Gruppe klar ist. Oder man gibt gerade jede Kontrolle ab, impft unseren modrigen Gestalten vorher aber noch republikanischen Revolutionsgeist ein.

Ablauf

Wenn alles nach Plan läuft, dann arbeiten auf der Con durchgehend mehrere Fraktionen nebeneinander, miteinander und gegeneinander. Von Anfang an versucht die Franzosenfraktion das Ritual zu stören oder unter eigene Kontrolle zu bringen. Mittel dazu können je nach Geduld und Zeitdruck unterschiedliche Ansätze sein. Der brachialste und naheliegendste sind offene Angriffe mit Feuer und Schwert. Nur ein toter Nekromant ist ein guter Nekromant. Und wenn wir auch gleich alle seine Freunde*innen umbringen, dann bleibt er auch tot. Sicher ist sicher. Sollte man mehr Zeit haben oder haben die Deutschen ihren Ritualplatz und ihre Labore zu gut gesichert, kann man zu geheimeren Mitteln greifen. Mit List und Tücke wird der Ort des Geschehens ausspioniert, Einwohner*innen als Spione angeheuert und generell versucht man, möglichst viel eigene Leute einzuschleusen. Die können dann, einmal drin, entweder das Ritual sabotieren und im Idealfall zum Scheitern bringen. Oder es gelingt ihnen, entscheidende Aspekte unbemerkt umzuprogrammieren, so dass die Kontrolle am Ende bei der eigenen Fraktion liegt.

Sollten direkte Angriffe oder Infiltration nicht funktionieren oder will man auf Nummer sicher gehen, bleibt noch Ansatz Nummer drei. Man plant und organisiert ein eigenes Gegenritual, dass das eigentliche Ritual stört oder gar ganz aufhebt. Dadurch dreht man den Spieß um, plötzlich ist es die deutsche Seite, die das französische Ritual aufspüren und verhindern muss.

Innerhalb der deutschen Fraktion geht es einerseits darum, keine feindlichen Spione hereinzulassen, die Ritualgegenstände zu schützen und sich im Zweifelsfall gegen Angriffe zu verteidigen.

Dazu braucht man Wachen, die die Eingänge schützen, Magiekundige, die das Ritual schützen und vorbereiten, aber auch Männer und Frauen der Wissenschaft, die das doch etwas mystische Wissen der Totenliebhaber*innen notfalls ergänzen können.

Während man damit beschäftigt ist, den Ablauf des Rituals zu ergründen, alle Materialien heranzuschaffen und die Zutaten zuzubereiten, muss man gleichzeitig ein Auge auf seine Kolleg*innen haben. Denn schließlich gibt es ja zwei Unterfraktionen. Wer zu welcher gehört, sollte anfangs geheim sein. Parallel zur eigentlichen Aufgabe, muss also jedermann herausfinden, wer denn wirklich auf seiner Seite ist – und das möglichst, ohne aufzufliegen. Im Innern des belagerten Ritualortes entwickelt sich also ein Intrigenspiel bei dem Versuch, fremde Loyalitäten aufzudecken und die eigene gleichzeitig geheim zu halten. Wem kann man trauen, wen muss man eventuell sogar opfern, um die eigenen Ziele geheim zu halten? Und wann kommt der Moment, in dem man die Maske fallen lassen kann? Das sind die Fragen, die diesen Teil zusätzlich spannend machen. Vorne droht ein schlecht durchgeführtes Ritual damit, dich im wahrsten Sinne des Wortes vom Tod verschlingen zu lassen, hinter dir droht der Dolch in den Rücken durch die Person, die für die Durchführung des Rituals verantwortlich ist.

 

Artikelbilder: © jovannig | Depositphotos.com, © Roman Eisele, © gemeinfrei
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Giovanna Pirillo

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