Seit August begeistert Fields of Mistria Spieler*innen weltweit und beeindruckt mit herausragenden Bewertungen. Es gilt, einen Bauernhof zu bewirtschaften, eine Dorfgemeinschaft kennenzulernen und einen guten Ruf wiederherzustellen. Ach ja, einen Drachen gibt es auch noch! Mit dem gemütlichen Farming Sim macht NPC Studio vieles goldrichtig.
Ein heruntergekommener Bauernhof, eine freundliche Dorfgemeinschaft und jede Menge zu tun: Fields of Mistria erinnert nicht grundlos an Genre-Größen wie Stardew Valley oder Story of Seasons. Gemütliche Farming Sims erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Um jedoch aus der Masse der Angebote hervorzustechen, braucht es Alleinstellungsmerkmale. Was also macht der Early Access-Titel von NPC Studio, der nächstes Jahr in der Vollversion veröffentlicht wird, richtig – und lohnt es sich bereits jetzt, einmal hineinzuschauen?
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Inhaltsverzeichnis
Willkommen in Mistria!
Nach einem Erdbeben gibt es im beschaulichen Dörfchen Mistria so manch eine Baustelle. Neben einer kaputten Brücke und einem verschütteten Minenschacht wurde auch der Ruf der Örtlichkeit in Mitleidenschaft gezogen. In Vertretung ihrer gerade abwesenden Eltern übernehmen die Geschwister Adeline und Eiland die hiesige Verwaltung – und sie haben eine Idee: Warum nicht mit dem alten Bauernhof und dem freien Land im Süden ein paar helfende Hände anlocken? Auf diese Weise kommt der*die Protagonist*in im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel.

Ehe jedoch wieder Leben in den Bauernhof einkehren kann, muss der eigene Charakter erstellt werden. Hierfür gibt es ein eigenes Menü mit einer angenehmen Auswahl von Individualisierungsoptionen. Vieles kann im späteren Verlauf des Spiels geändert und angepasst werden; es lassen sich Outfits, Frisuren und Accessoires einkaufen oder anderweitig freischalten und nach Bedarf austauschen. Ein besonderes Augenmerk legt das Spiel außerdem darauf, dass jede*r Spieler*in die passenden Pronomen für sich auswählen kann; hierfür stellt es eine große Auswahl bereit.
Die Dorfgemeinschaft und der gute Ruf Mistrias
Gleich zu Anfang können Spieler*innen die Dorfbewohner*innen kennenlernen. Ob nun die mysteriöse Besitzerin des Badehauses, die freundliche Wirtsfamilie oder der raue Schmied – die Charaktere stechen durch liebevolles Design hervor und bringen individuelle Geschichten, Interessen und Eigenschaften mit. Durch tägliches Ansprechen und Beschenken, aber auch durch die Erledigung von Aufgaben für die entsprechende Person, können Pluspunkte (und Belohnungen) eingeheimst werden. Das Wohl Mistrias liegt allen am Herzen, sodass eine Zusammenarbeit in fast allen Fällen von Beginn an angestrebt wird. Schon während der ersten Spieltage können fleißige Neuzugänge des Dorfes Sorge dafür tragen, dass die Strapazen des Erdbebens gemildert werden und somit den guten Ruf dieses Orts fördern.
Besonders schön sind die Ereignisse, die die ganze Dorfgemeinschaft zusammenbringen. Beispielsweise gibt es ein freitägliches Treffen im Wirtshaus, wo gemeinsam getrunken, Dragons & Drama gespielt oder aber dem Kartenspiel gefrönt wird. Hier lässt sich das ausgelassene Miteinander der Bewohner*innen untereinander beobachten. Darüber hinaus gibt es diverse Feste sowie einen wöchentlichen Markt, auf dem Kaffeespezialitäten, Möbel, neue Kleidung oder eine neue Frisur erworben werden können.
Spieler*innen, die neben Freundschaften gerne eine romantische Beziehung anstreben möchten, können dies tun. Ein großer Teil der Dorfbewohner*innen kann umworben werden und es ist geschlechtsunabhängig möglich, eine entsprechende Verbindung einzugehen. Im Moment jedoch ist die Anzahl der Herzen, die sich als Zeichen der Intensität der Zuneigung sammeln lassen, begrenzt. Sobald Fields of Mistria den Early Access verlässt, wird sich dies ändern.

Der Drache, der Bauernhof und ich
Um den Wünschen der ansässigen Bewohner*innen sowie den Notwendigkeiten der Sanierung des Dorfes nachkommen zu können, benötigen Spieler*innen Geld und Ressourcen. Beides lässt sich mit dem Bewirtschaften des Bauernhofes verdienen, der nach und nach ausgebaut werden kann. Darüber hinaus können Fische und Insekten gefangen werden und es lassen sich Beeren und Blumen sammeln. Gegenstände dieser Art können verkauft, verschenkt oder aber ins Museum gegeben werden. Hier werden sie nicht bloß ausgestellt, es gibt auch Belohnungen für fertiggestellte Sets und nicht selten lässt sich die Dorfgemeinschaft interessiert über die neuen Ausstellungsstücke aus.

Auch um einige Besuche in der Mine werden Spieler*innen nicht herumkommen, denn hier lässt sich so manch kostbares Gut wie Kupfer-, Eisen- oder sogar Silbererz finden. All diese Materialien werden für die Erledigung von Aufgaben oder aber zum Herstellen von Werkzeugen und Ausrüstungsgegenständen benötigt. In den Minenschächten ist jedoch Vorsicht angebracht, denn viele gefährliche Monster treiben dort ihr Unwesen und müssen, um ein sicheres Vorankommen gewährleisten zu können, erschlagen werden. Die ersten Ausflüge in die Mine bleiben allerdings kurz, denn während sich die Monster mit dem Schwert niederstrecken lassen, so ist das recht kleine Anfangsinventar definitiv eine Herausforderung für sich.


Zum Glück können Spielende die Fähigkeiten in allen Aspekten des Spiels nach und nach erweitern. Hierfür ist lediglich die Drachenstatue anzusprechen, die sich früh im Spiel auf dem Bauernhof finden und reparieren lässt. Bei dieser handelt es sich um ein Abbild von Caldarus, dem Schutzpatron des Dorfes, der wichtige Ratschläge für wissbegierige Neuzugezogene auf Lager hat. Ein Drache allein jedoch macht diesen Farming Sim nicht fantastisch genug – Spieler*innen können sich darauf freuen, ihren Charakter neben Werkzeugen und martialischen Waffen mit magischen Fähigkeiten ausstatten zu können. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Zauber im Verlauf des Spiels zu erlernen. Für den Ersten muss das zehnte Level der Mine erreicht werden.
Cozy im doppelten Sinne
Fields of Mistria ist ein gemütliches Spiel – aber kein lahmes. Sowohl der Spielfortschritt hinsichtlich des Rufs des Dorfes oder der Beziehungen als auch das tatsächliche Absolvieren der anfallenden Aufgaben geht schnell voran. Einerseits sind die Ziele schrittweise und niedrig gesteckt, andererseits gestattet das Spiel der Spielfigur, durch Flüsse zu schwimmen und Felskanten hinunterzuspringen. So ist die Fortbewegung keine langwierige Sache, was in Verbindung mit einer Karte, die zu jedem Zeitpunkt anzeigt, wo sich welche*r Nachbar*in gerade befindet, eine gute Sache ist.

Aufgaben können rasch erledigt und gewünschte Gegenstände im Vorbeigehen übergeben werden; es ist nicht nötig, alle Tagesabläufe ins Langzeitgedächtnis abzulegen oder mühsam jede Kleinigkeit in den Weiten des Internets nachzulesen. Es müssen zudem keine Wege doppelt gelaufen werden, denn es lässt sich im Menü einsehen, mit wem bereits an diesem Tag gesprochen wurde und mit wem nicht. Hinzu kommt, dass Spieler*innen bei jedem Gegenstand, der potenziell im Museum abgegeben werden kann, nachsehen können, ob dies bereits passiert ist. Diese etlichen Quality of Life (QoL)-Aspekte fallen vor allem deshalb positiv auf, da andere Genre-Ableger diese vermissen lassen. Neben der Prämisse des Titels und der beinhalteten Aufgaben ist das Gameplay selbst eine bequeme Sache, die bis ins Detail durchdacht wurde.
Zu den technischen Details
Aufgrund der zuvor benannten QoL-Aspekte, aber auch der einfachen Steuerung und der Tutorials, ist es alles andere als schwierig, sich in Fields of Mistria zurechtzufinden. Zu keiner Zeit des Spieltests war unklar, was als Nächstes erledigt werden kann oder wie ein vorgegebenes Ziel zu erreichen ist. Die niedliche Grafik und die angenehme Musik tragen zu einer entspannten Atmosphäre bei. In den circa zehn Stunden des Spieltests kam es zu keinerlei Abstürzen oder Bugs, lediglich sporadisch auftretende kleine Ruckler beim Verlassen von Gebäuden waren festzustellen, ebenso wie eine eher klobige Steuerung bei der Nutzung des Schwertes im Kampf.

Gemäß der Website des Spielstudios bietet die aktuelle Version des Spiels etwa 35 bis 40 Stunden Inhalt. Anschließend stoppt das Spiel nicht, jedoch bleiben neue Aufgaben aus und die zu erreichenden Herzen bei den verschiedenen Dorfbewohner*innen sind limitiert. Da die Handlung linearer Natur ist, ist ein Wiederspielen lediglich dann von Interesse, wenn neue Ideen zum Aufbau beziehungsweise Schwerpunkt der Farm oder hinsichtlich einer geeigneten Romanze bestehen.
Die harten Fakten:
- Entwicklerstudio: NPC Studio
- Publisher: NPC Studio
- Plattform: PC (Steam, Steam Deck-kompatibel)
- Sprache: Englisch
- Mindestanforderungen:
- Betriebssystem: Windows 10
- Prozessor: Intel Core2 Duo E6400 oder AMD Phenom X2 Dual-Core GP-7730
- Arbeitsspeicher: 6 GB
- Grafik: NVIDIA GeForce GTX 460 (1GB) oder AMD Radeon R7 240 (1GB)
- Speicherplatz: 2 GB
- Genre: Farming Sim, Life Sim, Cozy Game
- Releasedatum: 05.08.2024 (Early Access)
- Spielstunden: ca. 35 bis 40 Stunden im Early Access, später länger
- Spieler*innen-Anzahl: 1
- Altersfreigabe: Keine Altersbeschränkung
- Preis: 13,79 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Steam
Fazit
NPC Studio hat eine beliebte Art von Spielen in die Hand genommen und verbessert. Nichts an der grundlegenden Idee von Fields of Mistria ist ungesehen innovativ, allerdings sind die aus spirituellen Vorgängern und anderen Genre-Ablegern übernommenen Inhalte gut durchdacht und tragen positiv zum Spielerlebnis bei. In einer ansprechenden Spielwelt voller lebhafter Charaktere gilt es, den Ruf eines Dorfes wiederherzustellen und sich erfolgreich auf das neue Leben in Mistria einzulassen. Spieler*innen können Felder bewirtschaften, Tiere großziehen, Insekten jagen, Fische angeln und in die Minen hinabsteigen. Sie können Möbel selbst herstellen und Gerichte kochen, Aufgaben von anderen Dorfbewohner*innen annehmen und Freundschaften schließen. Kurz gesagt: Es gibt viel zu erledigen und damit das nicht überwältigend wirkt, wartet NPC Studio mit einer ganzen Reihe von QoL-Elementen auf. Es sind sowohl Orientierungshilfen beinhaltet als auch Details, die ein rascheres Vorankommen ermöglichen, was eine belohnende Spielerfahrung erzeugt. Das Spielen ist demnach eine niedrigschwellige Angelegenheit, die von Anfang an entspannt ist und bleibt. Dem tun kleine Schwächen wie eine manchmal ungelenke Steuerung im Kampf sowie seltene Ruckler keinen Abbruch.

Besonders positiv fallen die vielen Möglichkeiten zur Gestaltung des gespielten Charakters sowie die breite Auswahl an Pronomen auf, aus welchen Spieler*innen sowohl zu Beginn des Spiels, aber auch zu einem späteren Zeitpunkt wählen können. In Verbindung mit den geschlechtsunabhängigen Romanzen entsteht ein inklusiver Titel, der dafür Sorge trägt, dass alle Spielenden sich wohlfühlen.
Ob der niedrige Kaufpreis von Fields of Mistria zur Veröffentlichung der Vollversion so bestehen bleibt, ist gemäß der Seite des Studios noch nicht feststehend. Für Fans von Cozy Games kann es sich also lohnen, bereits jetzt zuzugreifen, um einem späteren höheren Kaufpreis aus dem Weg zu gehen. Für den jetzigen Stand sind viele spaßige Spielstunden für kleines Geld zu haben. Damit ist der Titel definitiv für ruhige Feierabende und verregnete oder verschneite Nachmittage geeignet.

- Liebevoll gestaltete Spielwelt und Charaktere
- Herausragendes Gameplay
- Etliche Individualisierungsoptionen
- Kleine technische Schwächen
Artikelbilder: © NPC Studio
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Lidia Strauch
Screenshots: Yola Tödt
Dieses Produkt wurde privat finanziert.


















