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Mit Life Below tauchen wir in ein entspanntes, aber dennoch strukturiertes Unterwasser-Management ein. Die Demo zeigt farbenprächtige Korallenriffe, ein zugängliches Spielprinzip und eine leise, aber deutliche Botschaft über den Zustand unserer Ozeane – bleibt aber beim Schwierigkeitsgrad vorsichtig.

Life Below ist kein gewöhnlicher City-Builder – und doch fühlte sich in unserem Test vieles vertraut an. Statt Straßen und Wohnviertel errichteten wir in der Tiefe des Meeres ein Korallenriff, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch Lebensraum für zahlreiche Arten bietet. Die Mischung aus Aufbau, Ressourcenmanagement und sanfter Umweltpädagogik sorgte in der Demo für eine entspannte, stellenweise aber auch fordernde Erfahrung.

Triggerwarnungen

Thematisierung von Umweltschäden und des Zerfalls von Ökosystemen, abstrakte Bedrohungsszenarien (z. B. Hitzewellen, invasive Arten)

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Spielprinzip

Wir übernahmen die Rolle von Thalassa, einer Hüterin, die von Gaia mit der Wiederbelebung der Korallenriffe betraut wird. Unterstützt wurden wir von den Wassergeistern, die als Arbeitseinheiten sämtliche Bau- und Pflegeaufgaben übernahmen. Ziel war es, durch den Bau von Korallenstrukturen, das Anlocken von Fischarten und die Regulierung von Umweltfaktoren wie Temperatur und pH-Wert ein stabiles Ökosystem zu schaffen.

Cutscenes sorgen für Abwechslung und gehen meist größeren Ereignissen vorweg
Cutscenes sorgen für Abwechslung und gehen meist größeren Ereignissen vorweg

Die Mechaniken erinnerten stark an klassische Städtebauspiele, wie zum Beispiel das beliebte Manor Lords: Gebäude (hier Korallenarten) schalten weitere Bauoptionen frei, Energie muss bereitgestellt werden und ein Forschungsbaum erweitert die Möglichkeiten. Gleichzeitig galt es, das ökologische Gleichgewicht zu wahren – kippen Temperatur oder pH-Wert, sterben Korallen ab und müssen repariert oder ersetzt werden. Gebäude/Korallen, deren Effekt zu einem Moment nicht gebraucht wurden, wechselten automatisch in den Standby-Modus, was Ressourcen sparte.

Atmosphäre und Präsentation

Optisch überzeugte Life Below in unserem Test mit farbenprächtigen Unterwasserlandschaften, detailreichen Korallen und ansprechenden Lichtstimmungen, die aus der Ferne an Pixar-Ästhetik erinnerten. Sanfte Strömungen, der Ruf entfernter Wale und ein minimalistischer Soundtrack sorgten für eine fast meditative Spielstimmung. Immer wieder ließen wir das Spiel einfach laufen, um die Unterwasserwelt zu genießen.

Besonders beeindruckend war, wie lebendig das Riff wirkte. Schwärme kleiner Fische zogen zwischen Seegras hindurch, Anemonen wiegten sich sanft in der Strömung und einzelne Meerestiere setzten farbige Akzente. Diese ständige, organische Bewegung ließ die Welt nie statisch wirken. Ein besonderer Moment war für uns, als die Schatten einer vorbeiziehenden Walschule über unser Riff glitten – ein Anblick, der uns ehrlich wie kleine Kinder staunen ließ.

Gleichzeitig schwang eine bittere Note mit – ohne unser Eingreifen würde dieses Ökosystem langsam verkümmern. Was früher ein natürlicher Kreislauf war, muss nun von Hand wieder aufgebaut werden. Life Below hält uns so unaufdringlich, aber deutlich den Spiegel vor: Wir tun virtuell genau das, was in der Realität nötig wäre, um den Schaden menschlicher Eingriffe auszugleichen.

Das Interface zeigt sich optisch aufgeräumt dennoch ansprechend
Das Interface zeigt sich optisch aufgeräumt dennoch ansprechend

Anspruch und Zugänglichkeit

Das Balancieren von Umweltwerten war in der Demo noch überschaubar, ernste Bedrohungen traten selten auf. Zwar gab es Ereignisse wie Hitzewellen oder pH-Schwankungen, doch mit den richtigen Korallenarten ließen sich diese schnell beheben. Wir konnten eine weitere Zone besiedeln, bevor uns beim Versuch, das nächste Gebiet freizuschalten, eine Cutscene zum Ende der Demo begrüßte.

Spätere Biome wie Unterwassereis- oder Lavagebiete sowie Bedrohungen durch invasive Arten, Müllteppiche oder Ölverschmutzungen waren in unserer Version nicht enthalten, wurden aber für die Vollversion angekündigt. Wer solche organische Systemtiefe schätzt, findet auch in Against the Storm eine spannende Variante – hier trifft Aufbau auf Roguelike-Mechaniken.

Positiv fiel der Fokus auf Barrierefreiheit auf: skalierbare UI, Farbanpassungen für Farbfehlsichtigkeit und die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Special Effect UK zeigen, dass Komfortfunktionen ernst genommen werden.

Kritikpunkte

Die Wassergeister setzten beim Reparieren nicht immer die richtigen Prioritäten – kritische Strukturen wurden nicht zwingend zuerst instandgesetzt. Ein intelligenterer Smartmode, der lebenswichtige Bereiche bevorzugt, wäre hier wünschenswert. Das gemächliche Wachstum der Riffe könnte ungeduldige Spielende abschrecken. Zudem lässt der geringe Schwierigkeitsgrad vermuten, dass sich das Gameplay auf Dauer wiederholen könnte.

Die harten Fakten:

  • Entwicklerstudio: Megapop AS
  • Publisher: Kasedo Games
  • Plattform: Windows PC (Steam)
  • Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch (EU), Japanisch, Norwegisch, Portugiesisch (BR), Russisch, Vereinfachtes Chinesisch
  • Mindestanforderungen: (Demo, PC) OS: Windows 10 (64‑bit); CPU: Intel i5 oder AMD Ryzen 5; RAM: 16 GB; GPU: Nvidia GTX 1080 oder AMD RX 5700; DirectX 10; Speicher: 5 GB
  • Genre: Strategie, Simulation (City‑Builder / Ökosystem)
  • Releasedatum: TBA (geplant 2026)
  • Spielstunden: Demo durchgespielt (ca 2 Stunden)
  • Spieler*innen‑Anzahl: Einzelspieler
  • Altersfreigabe: nicht angegeben
  • Preis: noch nicht angekündigt; Demo kostenlos auf Steam
  • Bezugsquelle: Steam (Demo)

 

Fazit

Life Below präsentierte sich in unserem Test als ruhiges, atmosphärisches Aufbauspiel mit ökologischem Mehrwert. Wer entspannende Managementspiele mag und Freude daran hat, virtuelle Korallenriffe zu pflegen, dürfte hier gut aufgehoben sein. Ob die Vollversion langfristig motiviert, hängt davon ab, ob genügend Herausforderungen und Abwechslung geboten werden. Eine Möglichkeit für Abwechslung wären beispielsweise eine Kombination mit erzählerischen Zwischensequenzen, was das Weltraum-Survival-Spiel Ixion wunderbar vormacht.

Darüber hinaus vermittelt das Spiel unaufdringlich eine klare Botschaft: Ökosysteme sind empfindlich, und ihre Wiederherstellung erfordert Planung und kontinuierliche Fürsorge. Diese Erfahrung bleibt auch nach Ende der Demo im Gedächtnis, weil sie mehr ist als nur ein Spielprinzip – sie erinnert daran, wie zerbrechlich unsere realen Meereswelten sind und wie wichtig es ist, sie nicht erst retten zu müssen, wenn der Schaden bereits entstanden ist.

  • Atmosphärische Unterwasserwelt mit stimmiger Audio-Kulisse
  • Klare, zugängliche Aufbau- und Managementmechaniken
 

  • Geringer Schwierigkeitsgrad in der Demo
  • Begrenzte Langzeitmotivation absehbar
  • KI-Priorisierung bei Reparaturen verbesserungswürdig

 

 

Artikelbilder: © Megapop AS / Kasedo Games
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Giovanna Pirillo
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.

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