Mit Kill Team: Inbrunst und Blut entbrennt der Kampf um Massif Ballistus. Die mörderischen Bluternter des Khorne schlagen im brutalen Blutrausch zu, während die fanatischen Sanktifikatoren der Ekklesiarchie mit Flammen und Glauben die Mächte des Chaos bekämpfen. Neue Regeln und zwei nagelneue Kill Teams bringen frischen Wind für Kill Team-Fans!
Ein Überfall von Chaos-Kultisten auf eine Prozession – zunächst klingt das Szenario unspektakulär. Doch ein zweiter Blick auf die beiden Kill Teams lohnt sich. Denn mit den komplett neuen Modellen, starken neuen Mechanismen und einer zusätzlichen spielerischen Erweiterung ist eine Menge neuer Spaß für Kill Team-Fans im Anmarsch.
Krieg, Tod, Folter, Blutrausch, Drogenmissbrauch
Inhaltsverzeichnis
Das heilige Feuer des riesigen Geschützes – die Hintergrundgeschichte
Es ist der Tag des heiligen Abfeuerns des Massif Ballistus. Diese gewaltige Kanone, Symbol der göttlichen Macht des Imperiums, soll in einer feierlichen Zeremonie abgefeuert werden, um die Masse des immer zahlreicher werdenden Feindesheers in die Flucht zu schlagen. Doch bevor die Kanone ihre Zerstörungskraft entfalten kann, wird die Prozession der Pilger*innen und Priester*innen, welche die heiligen Geschützköpfe begleitet, von Dienern einer brutalen dunklen Macht angegriffen.
Die Bluternter des Chaos, fanatische Anhänger Khornes, stürmen voran, um das Massif Ballistus zu entweihen. Ihr Ziel ist nicht nur die Zerstörung des Geschützmagazins sondern auch die Erfüllung ihrer blutigen Gier nach Chaos und Zerstörung. Unter der Führung eines Blutboten kämpfen sie ohne Gnade, angefeuert von ihrer nimmersatten Gottheit.

Den Angriff verteidigen die Sanktifikatoren, Krieger des Adeptus Ministorum. Sie haben den heiligen Auftrag erhalten, die Geschützköpfe des Massif Ballistus auf einer gesegneten Prozession zu begleiten und sicherzustellen, dass der Schuss im Namen des Imperators abgefeuert werden kann. Ihre Waffen, von Flammenwerfern bis zu Kettenwaffen, lassen die Gegner*innen den Zorn des Gottimperators selbst spüren.
Die Sanktifikatoren
Das Kill Team der Sanktifikatoren ist eine unerschütterliche Truppe von Gläubigen, die im Namen des Imperators kämpft. Sie sind nicht nur als Priester*innen wortstark, sondern führen auch in physischer Waffenform das reinigende Feuer des Imperators in ihren Waffen. Angeführt von einem Konfessor, einem religiösen Führer, der seine Anhänger*innen mit der Macht des Glaubens inspiriert, kämpfen sie gegen das Chaos. Eine außergewöhnliche Erscheinung ist auch der Stigmatiker, ein außergewöhnlicher Krieger, der mit göttlicher Energie durchdrungen ist und seine Feinde mit heiligem Feuer verbrennt. Für den Imperator!
Die Bluternter
Die Bluternter sind ein Elite-Chaos-Kill Team, das in den Kriegszügen des Khorne kämpft, dem Gott des Blutes. Sie sind wahnsinnige Krieger, die ihre Körper und ihren Verstand dem Prinzip der völligen Zerstörung und dem wahnhaften Morden geweiht haben. Ihre Körper sind verzerrte Abbildungen dunkler Dämonen, deren Beine bei vollem Bewusstsein gegen mechanische Läufe und Krallen ausgetauscht werden. Mit einer Vielzahl an Kettenwaffen ist ihr Ziel Vernichtung und Blutvergießen. Blut für den Blutgott!
Heiligkeit gegen Verdammnis – taktische Einschätzung der Kill Teams
Wie bei der neuen Starterbox und der ersten Erweiterung bleibt Games Workshop auch bei der neuen Box Kill Team: Inbrunst und Blut ihrer bisherigen Linie treu und bringt zwei Teams mit komplett neuen Modellen auf das Schlachtfeld.

Das Sanktifikator-Kill Team
Die Sanktifikatoren sind auf enge Kämpfe und aggressive Feuerkraft spezialisiert, im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr Erfolg basiert auf schnellen Bewegungen und der Kombination von Feuerwaffen wie Flammenwerfern und speziellen Feuer-Effekten, die Gegnern kontinuierlich Schaden zufügen. Unterstützt durch flammende Predigten des Konfessors, der ihre Verteidigung und Mobilität verstärkt, müssen Spieler*innen jedoch darauf achten, ihre relativ schwache Verteidigung durch gezielte Positionierung und den richtigen Einsatz von Spezialfähigkeiten zu kompensieren.
Das Sanktifikator-Kill Team auf einen Blick
Ein Kill Team enthält einen Konfessor, einen Cherub und neun weitere Kämpfer*innen, wobei diese aus bis zu vier Priester*innen und maximal jeweils einem der anderen Spezialist*innen bestehen dürfen. Als Archetypen führen sie Sicherheit und Suchen und Zerstören.
Konfessor: Nahkämpfer, beschert kostenlose Bewegungsaktionen und verhindert gegnerische Aktionen.
Cherub: fliegender schwacher Nahkämpfer, kann Aktionspunktgrenze (APG) von Einheiten erhöhen.
Brandprediger: kann auf zwei Ziele mit Flammenpistolen schießen, besitzt Ölungsgranaten.
Todeskultassassine: guter Nahkämpfer, der Befehl ändern und außer der Reihe blocken kann.
Drillabt: Nahkämpfer, Truppen ignorieren Verletzungsmali, behindert APG-Erhöhungen von Feinden.
Stigmatiker: göttliche Explosion von ihm ausgehend und vernichtender Nahkampfangriff.
Missionar (Flammenwerfer): profitiert immer von Predigt, Flammenwerfer.
Missionar (Plasma/Melta): Plasma kann alternativen Feuerangriff erhalten, Melter profitiert von Predigt.
Weihjäger: guter Nahkämpfer mit zweitem kostenlosem Angriff und Flammenpistole.
Priester: passabler Nahkampf, Flammenpistole.
Reliquienhüter: erhöht APG um Missionsziele und lässt Kämpfer bei Tod eine Aktion ausführen.
Beichtnehmer: Kann Krieger heilen und erhöht Schutzwert.
Das Sanktifikator-Kill Team kämpft nicht nur mit Flammen, sondern auch mit heiligen Predigten, die ihre Entschlossenheit stärken. Die Litaneien des Konfessors verleihen befreundeten Truppen in der Nähe Schadensreduzierung von 1 gegen normale und kritische Treffer von 3 oder mehr Schadenspunkten.
Die Fähigkeit Feuer ihrer Flammenwaffen kann bei kritischen Treffern ihre Feinde entzünden, was 1W3 Schaden verursacht. Diese Flammen bleiben bestehen, es sei denn, das Opfer löscht sie zufällig (Wurf auf 3+) oder gibt einen Aktionspunkt aus, um sie zu ersticken.
Aus dem Arsenal der Gegenstände machen Ölungsgranaten das Entzünden noch effektiver, indem sie Gegner*innen anfälliger für Feuer machen. Andere Gegenstände generieren BP oder lassen Würfe wiederholen.
Zusätzlich haben die Sanktifikatoren einige Listen, die ihre göttliche Wut verstärken. So kann eine gefallene Einheit mit einer Flammenwaffe in einer letzten, verheerenden Explosion umliegende Feind*innen entzünden. Weitere Optionen erlauben das erneute Würfeln von Angriffswürfen kostenfreie Bewegungen, das Ignorieren von Schaden und verbesserte Angriffe.
Das Bluternter-Kill Team

Bluternter sind Meister des Nahkampfs, die Khorne’s Zorn und Blutdurst in brutale Gewalt umsetzen. Ihre hohe Beweglichkeit ermöglicht es ihnen, schnell in den Kampf zu kommen und mit ihren mächtigen Kettenwaffen massiven Schaden anzurichten. Ihre Spezialist*innen, wie der Aufspießer, halten für Gegner*innen sehr unerfreuliche Überraschungen bereit, indem beispielsweise Feind*innen mit einem Enterhaken in offene Bereiche gezogen werden. Die gute Anzahl an Lebenspunkten macht sie widerstandsfähig, auch wenn sie nicht wirklich gut gerüstet sind. Die Bluttanks auf ihrem Rücken bieten ihnen mächtige Aktions-, Heilungs- und Kampffähigkeiten.
Das Bluternter-Kill Team auf einen Blick
Der Blutbote an der Spitze des Bluternter-Kill Teams führt bis zu sieben weitere Kämpfer*innen ins Feld, wobei abgesehen von Aspirant-Kämpfern jede Option nur einmal enthalten sein darf. Als Archetypen bieten sie Aufklärung und Suchen und Zerstören.
Blutbote: Anführer, kann jede Aktivierung Bluttank auffüllen und einen Schaden.
Aspirant: Wenn nach Angriff ohne Gegner*in ist eine weitere kostenlose Angriffsaktion möglich.
Bluträuber: Verletzen von Gegner*innen füllt Bluttank, kann Bluttank anderer befüllen.
Aufspiesser: Kann Gegner*innen mit Fernkampfwaffe heranziehen.
Anstifter: Schwacher Fernkämpfer, kann sprinten und schießen, getroffene und tote Gegner*innen füllen Bluttanks befreundeter Truppen.
Schädelsammler: Sammelt BP für getötete Gegner*innen und verhindert kritische Schaden.
Prischer: Kann sich vertikal bewegen, effizient gegen Aussichtsplattform.
Die Bluternter warten mit soliden und stimmungsvollen Sondereigenschaften auf: Ihre eingeritzten Chaosrunen machen sie widerstandsfähig gegen Beschuss – sie können pro Runde durch Fernkampf maximal 8 Lebenspunkte verlieren.
Ihre zentrale Mechanik sind die Bluttanks. Durch das Ausgeben (beziehungsweise Einspritzen) des Blutes anderer sind sie zur Regeneration, doppelten Angriffen und erhöhter AP-Anzahl fähig. Befüllt werden können die Tanks, neben Sonderfähigkeiten, vor allem durch das Ausschalten von Gegner*innen. Ihre Listen gewähren Kampfboni, Schadensreduktion oder kostenlose Angriffsbewegungen, um noch schneller in den Nahkampf zu kommen.
Zusätzlich besitzen sie chaosgetränkte Gegenstände wie blutige Kadaver zur Auffüllung der Bluttanks oder blutige Totems, die Gegner*innen schwächen. Chaossiegel verleihen Schutz, während ihre Nahkampfwaffen durch Erweiterungen auch für (nahe) Fernkampfangriffe genutzt werden können – ein unheilvolles Arsenal für ein gnadenloses Gemetzel.
Taktische Einschätzung
Das Bluternter-Kill Team ist stark. Starke Nahkampfangriffe und schnelle Bewegungen machen sie tödlich. Vor allem Regenerationsfähigkeiten mithilfe der Bluttanks können sehr bedrohlich sein. Die Sanktifikatoren können jedoch zu einem ernsten Problem werden – nicht nur für ihre Gegner*innen, sondern für die Ausgewogenheit des gesamten Spiels.
Die Schadensreduktion bei fast jeglichem Schaden macht die Einheiten sehr viel widerstandsfähiger als sie sein sollten. Die Predigt verleiht einen signifikanten Bewegungsbonus. Der zusätzliche Schaden der Feuer-Eigenschaft, den fast alle Mitglieder des Kill Teams erzeugen können, bedeutet eine höhere Letalität. Zudem bedeutet ein sicheres Löschen des Feuers den Verlust eines Aktionspunktes, will man nicht noch mehr Schaden nehmen. In Summe verfügen die Sanktifikatoren über eine beeindruckende Kombination aus Schadensreduktion, Beweglichkeit und Flammenmechaniken, die in der aktuellen Meta potenziell dominant wirken.
Heilige Statuen und neue Taktiken – Missionen und Gelände
In Kill Team: Inbrunst und Blut ergänzen eine Schreinstatue und zwei neue Kartentypen die Spielmechanik. In jedem Bereit-Schritt und für jeden von Gegner*innen erlangten Siegpunkt kann entweder eine Inbrunst- oder Blut-Karte gezogen werden. Die Inbrunst-Karten fokussieren sich auf Schutz und Unterstützung, etwa durch Heilung oder das Verhindern von tödlichem Schaden. Auf der anderen Seite verleihen Blut-Karten zusätzlichen Schaden oder Bewegungsreichweite, und ermöglichen doppelte Aktionen wie Angreifen oder Schießen. Zudem erhält, wer die Mehrzahl des jeweiligen Kartentyps benutzt hat, zum Ende hin einen Siegpunkt.
Die Schreinstatue bietet weitere Möglichkeiten hinsichtlich der Karten. Wird die Statue kontrolliert können durch Einsatz von Aktionspunkten Karten vor dem Ziehen betrachtet, eigene Karten ausgetauscht oder zusätzliche Karten gezogen werden.
Spezifische Missionen werden darüber hinaus nicht geboten, sodass hier auf die bekannten Formate zurückgegriffen werden muss. Schade, da die Hintergrundgeschichte viel Raum für Hinterhaltsszenarien und Verteidigungsstellungen geboten hätte.
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2025
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Spieler*innen-Anzahl: 2
- Alter: ab 12
- Preis: 110 EUR [UVP]
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Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Bonus/Downloadcontent
Auf der Website von Games Workshop stehen die Grundregeln, Spielwerte und Missionspack kostenfrei zum Download bereit.
Fazit
Mit Kill Team: Inbrunst und Blut erhalten Spieler*innen zwei thematisch starke und spielmechanisch interessante Kill Teams. Die Sanktifikatoren setzen auf Flammenwaffen und göttlichen Beistand, während die Bluternter brutale Nahkampfangriffe mit ihrer einzigartigen Bluttank-Mechanik kombinieren. Beide Teams fangen die Hintergrundgeschichte äußerst gelungen ein und setzen sie gekonnt in Spielmechanismen um.
Allerdings sind Balance-Probleme nicht zu übersehen. Die Sanktifikatoren verfügen über mächtige Schutz- und Schadensmechanismen, was sie stärker als viele bestehende Teams macht. Die Bluternter können zwar gegen Beschuss Probleme haben, sind im Nahkampf aber ebenfalls extrem gefährlich.
Was den Bereich Missionen angeht, sind die neuen Kartenmechaniken spannend. Das Fehlen eigener Szenarien ist jedoch eine verpasste Chance. Die Schreinstatue als zentrales Geländestück fügt der Box jedoch eine interessante Ebene hinzu.
Also insgesamt eine Box, die eine völlige Schieflage bedeutet? Natürlich könnte man die Unausgewogenheit im Vergleich zu anderen Kill Teams sehr deutlich in die endgültige Bewertung einfließen lassen. Jedoch sind die Modelle, deren Hintergrund, wie auch die grundsätzlichen Regeln erzählerisch großartig. Insbesondere das Sanktifikatoren-Kill-Team ist ein absolut stimmungsvolles „Back to Grimdark“-Ensemble. Elektroschockende Cherubim, flammenwerfende Priester*innen und ein von Heiligkeit so erfülltes Wesen, dass es das Umfeld mit gleißendem Licht in Brand steckt, erlauben einen Blick auf die satirische Übertreibung, die das 41. Jahrtausend von Games Workshop in den Anfangstagen darstellte. Guten Gewissens gibt es daher bei der Endwertung vier Punkte.

- Starke thematische und Fluff-reiche Kill Teams
- Interessante neue Mechaniken
-
Stimmungsvolle Hintergrundgeschichte
- Balance-Probleme zugunsten der Sanktifikatoren
-
Keine neuen Missionen im Set enthalten
Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Konstantin Paessler
Lektorat: Giovanna Pirillo
Fotografien: Geoffrey Förste
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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