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Der Winter Soldier des Ultimativen Universums ist Wolverine. Er wird von der Eurasischen Föderation als Waffe eingesetzt. Kann er der Kontrolle durch Colossus und Magik entkommen? Währenddessen wird Spider-Man gemeinsam mit Green Goblin von Kraven gefangen gehalten. Auch er versucht zu entkommen und seine Familie und Kinder zu retten.

Es gibt neuen Lesestoff aus dem Ultimativen Universum. Mit Ultimate Wolverine hat es die dritte Reihe in die deutschen Comicläden geschafft. Der Maker hat verhindert, dass die X-Men entstehen konnten. Stattdessen herrschen Colossus, Magik und Omega Red über die Eurasische Föderation und gehören seiner geheimen Weltregierung an. Diese Diktatoren nutzen andere Mutanten zur Machterhaltung und die mächtigste Waffe nennt sich Wolverine. Die Grundprämisse ist spannend: Wolverine ist weder Held noch Anti-Held, sondern eine willenlose Kampfmaschine. Aber wir wissen, dass mehr in ihm steckt. Ultimate Spider-Man hält dagegen schon den dritten Band parat. Hier ist inzwischen einiges passiert. Sein schwarzer Anzug arbeitet nahezu autonom, die Sinister Six machen ihm zu schaffen und Kraven hat ihn und seinen Freund und Partner Harry als Opfer seiner Jagd auserkoren. Doch dies ist nur der Anfang der Geschichte und wir erleben eine spannende Neuinterpretation von Mysterio. Hier erfahrt ihr, ob sich die beiden neuen Comics lohnen.

Triggerwarnungen

Gewalt, Gedankenkontrolle

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Ultimate Wolverine #1 – Die perfekte Waffe

Wertung 4

Die Mutanten werden im Ultimativen Universum in ein Reich gebracht, das von ihnen regiert wird, die eurasische Föderation. Dieser an die Sowjetunion erinnernde totalitäre Staat geht rigoros gegen seine Opposition vor: Sie wird gejagt und getötet. Seine perfekte Waffe hieß einmal Logan. Nun trägt dieser eine Maske und wird durch Drogen, Gehirnwäsche und Telepathie kontrolliert. Dadurch attackiert er eine Gruppe, zu der Nightcrawler und Mystique gehören. Doch sie scheinen ihn von früher zu kennen. Ähnliches trifft auch auf eine Gruppe rund um Gambit, Kitty Pryde und Black Widow zu. Welche Verbindungen hat Logan zum Widerstand und ist er völlig willenlos?

Es ist eine spannende Idee, einen Protagonisten zu definieren, der zunächst keine eigenen Entscheidungen trifft, sondern als reine Mordmaschine auf seine Umwelt losgeht. Interessant ist dabei vor allem, wie andere auf ihn reagieren. Der Comic arbeitet viel mit Rückblenden, in denen Stück für Stück die Vergangenheit Logans bezeugt wird. Dazu endet jedes Kapitel mit einem Fließtext, wie einem Gebet Nightcrawlers für seinen alten Freund oder einem Newsfeed, der mehr über die Hintergründe der Eurasischen Föderation und der Charaktere verrät. Teilweise ist es schwer der sprunghaften Chronologie zu folgen. Dies macht den Comic interessant zu lesen, aber auch etwas schwergängig.

Ist Wolverine mehr Mensch oder Tier?

Der Comic fokussiert sich dabei auf eine alte Fragestellung, die häufiger schon in den Geschichten über Logan aufgegriffen wurde: Der Konflikt mit dem Tier in ihm. Das war seit jeher einer der Aspekte, welche die Figur interessant gemacht haben. Unterstützt wird dies durch die wilden Zeichnungen von Cappuccio und Lins, die mit vielen zackigen Linien arbeiten und Motive aus Horrorgeschichten reproduzieren. Dadurch wird Wolverine noch mehr als Monster dargestellt, vor dem man sich fürchten muss. Doch die Lesenden wissen, dass mehr in ihm steckt. Nur das sorgt dafür, dass sie mitfiebern und hoffen, dass er sich aus der Kontrolle des Staates befreien kann. Der Übergang zwischen den ersten Kapiteln, die von Cappuccio gezeichnet sind, und denen, die von Lins stammen, fällt auf. Doch beide Stile haben ihre eigene Faszination.

Der Neustart für Wolverine im ultimativen Universum macht nicht alles richtig. Vor allem gibt es zu viele Zeitsprünge für eine komplett schlüssige Dramaturgie. Dies erschwert den Zugang. Dennoch schafft der Comic es, eine gewisse Sogwirkung zu erzeugen. Man will mehr über diese gebrochene Figur erfahren und hofft darauf, dass er bei seinen Missionen scheitert und keine der anderen Figuren tötet, die man im Hauptuniversum liebgewonnen hat. Der Comic funktioniert sicher nur für Fans der X-Men, die sich auf etwas Neues einlassen wollen. Wer bisher keine Verbindung zu den Figuren hat, wird Probleme haben, sich mit einem Protagonisten zu identifizieren, der mehr Werkzeug als handelnde Figur ist. Für die richtige Zielgruppe ist dieser Band aber eine spannende Lektüre.

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Die harten Fakten

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*in: Chris Condon
  • Zeichner*innen: Alessandro Cappuccio, Alex Lins
  • Seitenanzahl: 152
  • Preis: 20 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini

 

Ultimate Spider-Man #3 – Mysteriöse Mächte

Wertung 4

Spider-Man ist fort und nur sein schwarzer Anzug ist zurückgeblieben und agiert autonom. Schnell wird klar, dass Peters Sohn Richard in dem Kostüm steckt. Dieser trifft auf die neue Black Cat, Felicia Hardy, die ungefähr in seinem Alter ist und auf Rache sinnt, da ihr Vater nun im Rollstuhl sitzt. Richard erzählt ihr aber nichts von seiner Familie. Peter ist derweil mit Harry Osborn zusammen in der Gefangenschaft von Kraven. Dieser setzt die beiden mit Hilfe des Mole Man im Wilden Land aus, um eine spannende Jagd zu ermöglichen, in der sich seine Opfer auch gegen Dinosaurier und andere Feinde wehren müssen. Doch auch Mysterio mischt hier mit, da er vom dem Plan erfahren hat. Was führt dieses Mitglied der Sinister Six im Schilde?

Der Comic hat inzwischen eine gewisse Komplexität erreicht, wodurch die Leichtigkeit der ersten beiden Bände verloren geht. Peter Parker selbst gerät immer mehr in den Hintergrund und sein Sohn Richard oder Gwen Stacy werden zu den zentralen Protagonist*innen. Diese Abschnitte können besonders fesseln, da hier Figuren mit Situationen ringen, die sie vor echte Herausforderungen stellen. Peter Parker hat dagegen zunächst das Problem dem Wilden Land zu entkommen. In dieser Actiongeschichte wird aber durch seine Fähigkeiten die Gefahr trivialisiert, wodurch die Spannung ruiniert wird. So kommt er erst ins Straucheln, wenn er moralische Entscheidungen treffen muss, wie die Frage, ob er bereit ist zu töten, um seine Familie zu retten. So haben wir hier einen Band vorliegen, in dem es interessanter ist, den anderen Charakteren zu folgen als Spider-Man selbst.

Spider-Man nur Nebenfigur?

Es mag gewagt wirken, Spider-Man immer mehr zur Nebenfigur seiner eigenen Geschichte werden zu lassen. Aber Jonathan Hickman hat vermutlich ein größeres Interesse an den anderen Figuren der Handlung entwickelt. Hoffentlich verstrickt er sich dabei nicht zu sehr, denn die Kapitel sind wie für das Genre üblich immer noch recht kurz und erschweren dadurch eine zu komplexe Figurenkonstellation. Hier funktioniert es vor allem, da er sich auf wenige Kernfiguren beschränkt. Dadurch entstehen aber Lücken in den Handlungsbögen der anderen Figuren. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich die gesamte Erzählung wieder verdichten muss.

Wer die beiden vorherigen Bände verschlungen hat, wird auch hier wieder dabeibleiben. Der Comic hat einige überraschende Wendungen und spannende Neuinterpretationen. Vor allem die Umsetzung von Mysterio fasziniert und macht Lust auf mehr. Dazu sind auch die Bilder wieder großartig anzusehen. Leichte Abzüge gibt es, weil in diesem Band gerade die Teile der Geschichte, die mit Peter zu tun haben, etwas uninteressant sind und vor allem bei der Jagd durch Kraven viel Potenzial vergeben wurde. Ein stärkerer Fokus auf die Hauptfigur könnte dem Band guttun. Hier geht es um die Familie und Freunde und weniger um Spider-Man selbst. Wer sich darauf einlässt, bekommt hier trotz der Mängel eine der besten aktuellen Reihen, die man bei Marvel finden kann.

Spider-ManC

Die harten Fakten

  • Verlag: Panini Comics
  • Autor*in: Jonathan Hickman
  • Zeichner*innen: Marco Checchetto, David Messina
  • Seitenanzahl: 152
  • Preis: 20 EUR
  • Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, Panini

 

Artikelbilder: © Panini Comics, Marvel
Layout und Satz: Dominic Niederhoff
Lektorat: Maximilian Düngen

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