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Die Hochelfen sind zurück auf dem Blood Bowl-Rasen. Sie kommen mit Perfektion und Arroganz. In Begleitung der Spike! Journal Ausgabe 21 bringen die Passprofis aus Ulthuan eine Reihe neuer spannender Spieler auf das Feld. Das ist frischer Wind für eine Fraktion, die seit längerem im Legend-Bereich der Regeln verstaubt.

Blood Bowl ohne Elfen ist wie ein Endspiel ohne spektakulären Touchdown-Pass. Lange Zeit fristete das reine Hochelfenteam allerdings ein Dasein im Regelanhang der Legends-Teams. Mit den Caledor Dragons kehrt es nun offiziell zurück auf das Spielfeld. Games Workshop verpasst den aristokratischen Passkünstlern nicht nur neue Miniaturen, sondern auch ein eigenes Spike! Journal voller Hintergrund, Regeln und elfischer Eigenheiten.

Keine besonderen Trigger über das Tabletop-Hobby hinaus
Die Vorgängerbox der Hochelfen wartete schon eine Weile auf eine Überarbeitung.

Es kommt ein Schiff aus Ulthuan – der Inhalt der Box

Die neue Hochelfen-Box folgt dem bisherigen Bauprinzip der Blood Bowl-Teams. Enthalten sind zwei identische Gussrahmen mit Spielern, Bällen, Münzen und Markern. Fans der kleineren Spielart Biltz Bowl können sich also auch hier freuen. Da man für diese kürzere Spielart nur die Hälfte des Teams braucht, lassen sich die Hochelfen recht einfach aufteilen.

Die Modelle erstrecken sich auf die gesamte Bandbreite möglicher Feldspieler in ausreichender Anzahl: zwei White Lions, zwei Phoenix Warriors, zwei Dragon Princes und sechs Linemen.

Die Modelle lassen sich gut heraustrennen und zusammenbauen. Für viel Varianz ist aufgrund des doppelten Gussrahmens kein Raum. Alternative Helme und Verzierungen sorgen für ein wenig Abwechslung, die Posen sind jedoch identisch. Wer Individualität will, braucht seine Bitzbox und Mut zur Säge. Die Figuren reichen aus, um die grundlegenden Spiele zu bestreiten. Möchte man zu späteren Spielen aber jeden Spieler repräsentiert sehen, werden die Linemen schnell zu knapp sein.

Die Caledor Dragons verhelfen den Elfen zu neuer Größe.

Ulthuan und die Kunst, sich nicht schmutzig zu machen – der Hintergrund

Natürlich kommt keine Hintergrundgeschichte des Spike!-Magazins ohne ein gewisses Augenzwinkern aus.

Mitten im Großen Ozean liegt Ulthuan, Heimat hoher Türme, makelloser Rüstungen und eines Selbstverständnisses, das kaum Raum für Zweifel lässt. Blood Bowl war dort lange ein grobschlächtiges Schauspiel für die „niederen Reiche“. Zu viel Schlamm. Zu viel Kontakt. Zu wenig Stil. Doch irgendwann dämmerte selbst den feinsten Höfen, dass sich auch auf einem staubigen Spielfeld Eleganz demonstrieren lässt.

Der wirtschaftliche Absturz nach dem Zusammenbruch der NAF traf Ulthuans Teams hart. Sponsoren sprangen ab und Preisgelder versiegten. Dennoch blieb der teure Unterhalt: Rüstungs-Politur und Pomade kosten nun einmal. Adlige Geldgeber durften im Gegenzug selbst aufs Feld, allerdings oft mehr aus Eitelkeit als aus Talent. Veteranen zogen weiter und schließlich schwand auch der Nachschub junger adliger Nachwuchsspieler. Erst als sich wieder echte Leidenschaft für den Sport durchsetzte, fanden die Hochelfen zu einer neuen Identität: Das Passspiel blieb Kern ihrer Philosophie, doch White Lions und Dragon Princes brachten frischen Biss ins Team. Die neuen hochelfischen Caledor Dragons bestehen aus vier unterschiedlichen Spielertypen.

Die High Elf Linemen stammen entweder aus wohlhabenden Adelsfamilien oder aus ehrgeizigen Nachwuchsprogrammen. Sie übernehmen die unspektakuläre Arbeit im Hintergrund: Bereiche sichern, Gegner stören, gegenhalten. Solange sie dabei nur gut aussehen.

White Lions kommen aus den Wäldern und Bergen Ulthuans und bringen eine Direktheit mit, die am Hof eher Stirnrunzeln auslöst. Pelztragend, kräftig und mit einer Vorliebe für handfeste Auseinandersetzungen, kümmern sie sich weniger um elegante Spielzüge als um das nächste große Ziel.

Die Phoenix Warriors gingen aus der schweigsamen Phoenix Guard hervor. Einst Wächter heiliger Stätten, entpuppten sie sich als geübte Trickwerfer, als ihre Dienste schließlich an Stadien vermietet wurden. Heute sind sie Experten für den hohen, weiten Pass.

Die Dragon Princes von Caledor tragen ihren Stolz offen zur Schau. Sie tragen Drachenblut in den Adern, Drachenrüstungen am Leib. Laufspielzüge liegen ihnen mehr als Pässe. So sind sie stets auf der Suche nach dem großen Lauf in die Endzone.

Wie bei den vorherigen Sets, enthält die Box zwei identische Gussrahmen.

 

Perfektion und Ignoranz – die Hochelfen auf dem Spielfeld

Es ist zugegebenermaßen nicht das günstigste Team, welches grazil über das Spielfeld hüpft. Aber neben all dem Glanz steckt auch jede Menge Potenzial in dem Team der Hochelfen. Jedes Mitglied ist mit Agility 2+ und einem guten Armour Value von 9+ ausgestattet. Strength 3 ist nicht herausragend, aber solide. Bewegungstechnisch präsentieren sich die Elfen mit 6 bei Lineman und Throwern, mit 7 oder 8 bei den Blitzern. Als Primary Skills ergänzen sich passenderweise Agility Skills begleitet von den General Skills. Als Secondary kann aus Strength ausgewählt werden.

High Elf Lineman (Lineman)

Die Linemen schlagen mit 65.000 Goldstücken zu buche, ohne dabei weitere Sondereigenschaften mitzubringen. Die Stats selbst rechtfertige dies jedoch allemal. Abgesehen von ihrem Stärkewert liegen diese alle über dem üblichen Durchschnitt. Das muss sich am Ende auch in den Kosten niederschlagen.

White Lion (Blitzer)

Passend zu seinem Löwenfell ist der Blitzer mit Claws ausgestattet, was ihn besonders gegen schwer gerüstete Gegner effektiv macht und deren Rüstungswert reduziert. Die Wrestle-Fähigkeit ist für seine aggressive Spielart äußerst passend, wenn seine Gegner sich mit einer Block-Fähigkeit aus der Affäre ziehen wollen. Als Secondary erhalten die Löwen die Passing Skills. Die 110.000 Goldstücke sind durch die Fähigkeiten und Werte zwar gerechtfertigt, jedoch kein Schnäppchen.

Phoenix Warrior (Thrower)

Verfügen die Hochelfen im Allgemeinen schon über gute Fähigkeiten zu passen, treiben es die Phoenix Warriors auf die Spitze. Mit Safe Pass, Pass und Cloud Burster kommen drei starke Eigenschaften zusammen, die ein Intercept, missglückte Pässe und einen Fumble beim Passen verhindern können. Mit ihren Passen-Wert (PA) von 2+ dürfte ihnen aber auch so kein Ball so leicht in die Leere (oder gegnerische Hände) geraten. Außerdem besitzen sie Passing Skills als weiteren Primary, womit sie zu wahren Pass-Maschinen werden können. Die 90.000 Goldmünzen sind die Phoenix Warriors allemal wert.

Dragon Prince (Blitzer, Runner)

Das Einzige, was die Dragon Princes nicht gut können, ist passen. Das wollen sie aber auch gar nicht. Durch My Ball bleibt ein einmal entgegengenommener Ball bei ihnen, bis sie ihren Touchdown erzielt haben. Block und Steady Footing sorgen zudem für zusätzlichen Halt und eine Bewegung von 8 lässt sie schnell über das Spielfeld gelangen. So sieht das Gegenüber schnell eine 110.000 Goldmünzen teure Stampede auf sich zu rennen.

Farbschemen, Pitches und Errungenschaften – die kleinen Schätze im Spike!-Magazin

Neben Regeln liefert das Magazin natürlich wieder einige Anekdoten, Szenarien und Beispielteams. So geben verschiedene Farbschemata einen Eindruck dessen, was farblich alles machbar ist. Die Caledor Dragons, eine Mannschaft mit einem Wert von fast 2.000.000 Münzen, werden vorgestellt, welche man gegen ein ebenfalls aufgeführtes Dunkelelfenteam antreten lassen kann. Zahlreiche Anekdoten lockern das Magazin immer wieder auf.

Natürlich stehen den Elfen auch eigene Spielfelder und Bälle zu Verfügung. So können sie sich entscheiden auf Marmor zu spielen, was zwar potenziell eine weitere Rush-Aktion, aber auch gefährlichere Verletzungen bedeuten könnte. Das Verdant Grass verhindert genau diesen Schaden und lässt zudem Rush-Würfe wiederholen.

An Bällen haben die Elfen einen von einem kleinen Dragonling umklammerten Ball und einen Shimmering Stone Ball im Gepäck. Während der Dragonling mit Feuerspucken unterstützt, erhöht der Shimmering Stone Ball die Passfähigkeit, verschlechtert allerdings das Fangen.

Einer reinen Elfenliga ist es vergönnt, die Flame Eternal zu bestreiten. Bei dieser Liga ist nicht nur das Budget auf 1.100.000 Münzen erhöht, es winken auch großartige Preise. Allen voran der Flammende Kelch, der eine PA von 2+ beschert.

Bei diesem speziellen Format widmet sich das eigene Team einer der elfischen Gottheiten und wird dadurch auch charakterlich beeinflusst. So erhalten Teams aus Anhängern des kriegerischen Khaine 3 statt 2 Star Player Points für das Ausschalten gegnerischer Modelle, können mehr Blitzer enthalten und erhalten Strength als Primary Skill. Teams des Schmiedegottes Vaul erhalten zusätzliche und vergünstigte Rerolls. Einer dieser Rerolls muss zu Beginn eines Dives aufgebraucht werden um Vaul „Tribut zu zollen“, was gleichzeitig eines der Charakteristika eines Modells dauerhaft erhöht. Isha, die Göttin der Heilung, gewährt einen kostenfreien Apothecary. Auch wenn nicht alle Eigenschaften perfekt gegeneinander ausgewogen scheinen, wirkt die Flame Eternal wie eine unterhaltsame Variation.

Die harten Fakten:

  • Verlag: Games Workshop
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Sprache: Englisch
  • Spieler*innen-Anzahl: 2
  • Alter: ab 12
  • Preis:
  • High Elf Blood Bowl Team 43,50 EUR [UVP]
  • Spike! Journal 21 12,00 EUR [UVP]
  • High Elf Pitch & Dugouts 44,00 EUR [UVP]
  • Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi

 

Bonus/Downloadcontent

Die Regeln für ein klassisches Blood Bowl High Elf Team und weitere Fraktionen finden sich auf der Seite der Warhammer Community.

Fazit

Die Hochelfen sind zurück auf dem Rasen! Gute Spielwerte, stark im Passspiel, schnell auf den Beinen und durchaus schlagkräftig und widerstandsfähig. Die Modelle überzeugen optisch, bieten durch die doppelten Gussrahmen jedoch wenig Posenvielfalt. Hier ist Eigeninitiative gefragt.

Das Team hat auch seinen Preis. Gerade am Anfang einer Liga-Kampagne kann sich das aufgrund der geringen Modellzahlen auch negativ auswirken. Spielerisch verlangt die geringe Modellanzahl sauberes Positionsspiel und verzeiht weniger gut Fehler bei Spielentscheidungen. Das dazugehörige Spike! Journal 21 liefert ein buntes Potpourri an Hintergrund, Anekdoten und mit der Flame Eternal mit einer unterhaltsamen Liga-Variante.

Unterm Strich sind die Hochelfen kein Team für den Einstieg, sondern eine stilvolle Herausforderung für Coaches, die Kontrolle und Präzision dem reinen Schlagabtausch vorziehen.

  • Exzellentes Passspiel
  • Klare Rollenverteilung
  • Stimmige Liga-Variante
 

  • Wenig Modellvarianz
  • Hohe Punktekosten
  • Spielerisch geringe Fehlertoleranz

 

Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen
Fotografien: Geoffrey Förste

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