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Lux Aeterna
Bereits in unserem Gespräch zur Messe SPIEL-2019 hat der Berliner Verlag Frosted Games erklärt, dass er seine Zielgruppe bei Spielen für ein bis zwei Spielern sieht. Mit Spielen wie Der Unterhändler hat der Verlag bereits Erfahrung mit reinen Solospielen sammeln können. Auch Lux Aeterna ist so ein reines Solospiel.
Passend zum Solospielsetting sind wir im Kartenspiel Lux Aeterna ganz allein. Allein im Weltraum. Doch damit nicht genug, wir sind in einer verzweifelten Lage und müssen unser beschädigtes Raumschiff rechtzeitig reparieren, bevor uns der sichere Tod in einem Schwarzen Loch erwartet. Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Rennen gegen die Zeit, denn gespielt wird komplett in Echtzeit! Die sechs verschiedenen Systeme für Energie, Kommunikation, Antrieb, Lebenserhaltung, Navigation und den Computer sind ausgefallen und wir bewegen uns außerdem unaufhaltsam auf das besagte Schwarze Loch zu. Wenn wir es mit unserem Schiff erreichen oder die Zeit abgelaufen ist, bevor wir alle Karten ausspielen konnten, ist die Partie sofort verloren. Ebenso, wenn vier oder mehr Schiffssysteme unwiderruflich zusammengebrochen sind.

Um zu gewinnen, müssen wir alle (immerhin 100) Karten des Spieldecks ausspielen und mindestens drei Systeme wieder lauffähig kriegen. Lux Aeterna ist schnell aufgebaut, die Karten werden gemischt, die sechs Schiffssysteme nebeneinander hingelegt und mit Würfeln markiert. Alle Systeme starten mit dem Würfelwert zwei, ein System ist vollständig repariert, wenn man den Würfel auf mehr als den Wert 6 drehen müsste und fällt aus, wenn man es auf den Wert 0 oder weniger setzen müsste.
Auf einer Karte wird mit Markern die Bewegung Richtung Schwarzes Loch angezeigt und eine weitere Karte wird direkt vor den Spieler gelegt. Letztere stellt die „Konsole“ dar, an der man in jeder Runde Karten anlegen muss.
In jeder Runde ziehen wir vier Karten neu und nehmen sie auf die Hand. Jede Karte hat mehrere Felder für unterschiedliche Aktionen und wir müssen sie jeweils auf verschiedene Felder legen: Aktion, Gravitation, Ereignis und Puffer. Auf diese Art und Weise lösen sie die folgenden Konsequenzen aus:
- Ereignis: Eines von sechs möglichen Schiffssystemen muss beschädigt werden.
- Aktion: Eine Aktion ausführen, die uns hilft, das Schiff zu reparieren.
- Gravitation: Eine Bewegung auslösen, die uns näher zum Schwarzen Loch führt.
- Puffer: Eine Karte, die man in dieser Runde nicht braucht, darf man für die nächste Runde aufheben.
Ist alles vorbereitet, stellt man mit einem Timer oder einer Eieruhr die Zeit an und damit beginnt das Rennen gegen die Uhr. Sowohl über die zur Verfügung stehende Zeit als auch über die Ausgangsbedingungen wird der Schwierigkeitsgrad von Lux Aeterna reguliert. Weniger Zeit bedeutet hier somit die härtere Gangart. Fünfzehn Minuten werden für Anfänger empfohlen, ansonsten eher zwölf oder sogar nur zehn Minuten. Daher geht eine Partie relativ schnell vorbei.
Herausforderung gesucht? Dann ist Lux Aeterna genau richtig. Der Zeitdruck ist enorm und setzt einen bei den vielen zu treffenden Entscheidungen in der Kartenverteilung stark unter Druck. Es ist durchaus normal, dass man die ersten Partien des Spiels mit wehenden Fahnen verliert. Einfach, weil man nicht rechtzeitig alle Karten ausgespielt oder in einem der relevanten Faktoren zu schnell abstürzt. Zu Anfang, gerade wenn man noch nicht alle Karten auswendig kennt, kann das durchaus frustrieren. Andererseits ist eine Partie aber so schnell gespielt, dass man direkt ein paar Partien hinten dranhängen und aus seinen Fehlern lernen kann. Dass das Spiel insgesamt sehr schnell aufgebaut ist, passt dazu. Außerdem ist der Glücksfaktor nicht zu unterschätzen.

Neben der liebevollen Gestaltung mit futuristisch-modernem Touch und viel Schwarz sollten auch die schicken Illustrationen von Alex Lee nicht unerwähnt bleiben. Ebenso ist die Materialqualität mit den haptisch schönen, großen Karten äußerst angenehm zu bewerten. Die Spielanleitung gibt es hier zum Reinlesen. Und wer noch einen Timer und/oder stimmungsvolle Musik zum Spielen braucht, der wird hier fündig. Dort lässt sich unter anderem der Link zu einer Spotify-Liste mit Musikstücken finden, wie dem spielnamensgebenden Titel Lux aeterna des bedeutenden Komponisten György Ligeti. Das Stück wird einigen sicher aus Stanley Kubricks Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ ein Begriff sein.
Lux Aeterna spielt sich sehr anspruchsvoll, macht aber Spaß und ist schön anzusehen. Ein liebevoll gestaltetes, kleines, aber feines Solospiel für zwischendurch, für Anfänger aber vielleicht eine Nummer zu schwierig.
Die harten Fakten:
- Verlag: Frosted Games, Surprise Stare Games Ltd
- Autor(en): Tony Boydell
- Erscheinungsjahr: 2019
- Sprache: Deutsch
- Spieldauer: 12-15 Minuten
- Spieleranzahl: 1
- Alter: Ab 12 Jahren
- Preis: 15 EUR
- Bezugsquelle: Amazon
Fotografien: Thekla Barck
Dieses Produkt wurde kostenlos zur Verfügung gestellt.
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