Die Legion Angrons ist seit Jahrtausenden dem Chaosgott Khorne verfallen. In diesem Jahr war es endlich soweit und ein Armeebuch erschien für die World Eaters. Doch wie schlagen sich diese Berserker im Hintergrund oder auf dem Schlachtfeld und lohnt es sich, diese Armee zu spielen?
Die Krieger der zwölften Legion waren schon immer eine Macht, die sich dem gnadenlosen Gemetzel hingab und brutal zuschlug. Ihr Kommen verhieß immer Terror und vor allem Blutvergießen, welches selbst die abgehärtetsten Krieger erschaudern ließ und das war bereits der Ruf der Legion, vor der Abkehr vom Imperator der Menschheit.
Das Auslöschen ganzer Bevölkerungen war eine Aufgabe, welche bereitwillig und auch teilweise gerne übernommen wurde. Wenn irgendwo eine Pattsituation entstand, brach die Legion diese mit aller Wildheit, Wut und Unnachgiebigkeit auf. Doch der ewig schwärende Zorn führte auch dazu, dass innerhalb der World Eaters ständige Kämpfe ausbrachen. Die meisten wurden in Arenen ausgefochten.
In der derzeitigen Zeitepoche sind die meisten Krieger nur noch darauf aus, Blut zu vergießen, um ihrem blutigen Gott Opfer darzubringen. Sind die Krieger so blutrünstig, wie es ihnen nachgesagt wird? Oder gibt es doch noch ein Stückchen des taktischen Genies, welches übrig geblieben ist? Hier schauen wir uns das Armeebuch etwas genauer an.

Gewalt, Bodyhorror
Inhaltsverzeichnis
Eine geteilte Legion – Der Hintergrund der Armee
Seit die Legion mit ihrem Primarchen wiedervereint ist, wurden die World Eaters nur noch brutaler. Die genmodifizierten Krieger eiferten ihrem Genvater nach und ließen sich sogar bereitwillig die Schlächternägel implantieren. Doch dies besiegelte den Weg ihrer Verdammnis, in die Arme Khornes. Da Angron den Imperator schon von Anfang an hasste, war es nicht verwunderlich, dass sich die Legion auf die Seite von Horus schlug. Nach ihrem Verrat standen blutige Rituale und Praktiken auf der Tagesordnung. So war es üblich, dass die Schädel bezwungener Feinde gesammelt wurden. Auch die Schlächternägel wurden immer mehr abgeändert, sodass diese nur noch mehr Wut und Aggressionen hervorriefen. Doch trotz ihrer blutigen Taten wurde die Horus-Häresie zurückgeschlagen und somit auch die World Eaters.
Nach der gescheiterten Belagerung Terras zogen sich die World Eaters nach Skalathrax zurück, wo die Legion anfing, sich im Blutdurst zu verlieren. Somit zerbrach auf diesem Planeten die fragile Einheit der Legion. Seitdem ist sie nie wieder in Legionsgröße aufgetreten. Nur noch kleine Kampfscharen durchziehen die Galaxis und manchmal schafft es ein Kriegsherr, eine größere Ansammlung der World Eaters unter sich zu vereinen. Doch dies hält niemals lange an. Nur Angron und vielleicht Khârn könnten es schaffen, die Legion wieder zu vereinen, doch diese sind zu sehr in ihrem Blutdurst verloren.
Zwar ist der Hintergrund kurz gefasst, wie so oft bei den Codices, aber doch detailreich. Danach geht das Armeebuch auf die verschiedenen, namhaften Charaktere ein. So werden auch neue Einheiten im Hintergrund vorgestellt, wie zum Beispiel berittene Chaos Space Marines, deren Reittiere Moloche des Khornes sind. Auch werden einige Kampfgruppen vorgestellt, die zwar Khorne dienen, doch deren Taktiken sich stark voneinander unterscheiden. Die Blutpirscher sind Gläubige, die den Fernkampf bevorzugen, wohin gegen sich die Leerenschlächter auf Raumkämpfe und Entervorgänge spezialisieren. Begleitet wird jede kleine Geschichte mit Bildern des Gemetzels und kämpfenden World Eaters. Dann geht das Armeebuch schon über zu Bildern von Figuren und zu den Einheiten. Als letzter Punkt fällt auf, dass das Armeebuch genau 88 Seiten hat, also zweimal die gottgefällige Zahl Khornes.
Die Reinheit des Schlachtens – Die Regeln

Die armeeweite Regel hat seinen alten Teil beibehalten, dass eine Einheit, welche angegriffen hat, angegriffen wurde oder eine heroische Intervention durchgeführt hat, eine weitere Attacke erhält. Des Weiteren wird die Stärke um Eins erhöht. Somit haben die Attacken der meisten Infanterie-Einheiten, nach Hinzurechnen ihrer Waffenprofile, eine Stärke von sechs oder höher. Dies allein ist beachtlich. Damit sind die Widerstände, welche sehr oft vertreten sind, überhaupt kein Problem für diese Armee. Natürlich muss dafür erstmal der Nahkampf erreicht werden.
Die nächste Regel für die Armee ist der Blutzehnt. Für das Vernichten von Feinden erhält der*die Spieler*in Punkte. Für das Auslöschen einer Einheit erhalten die World Eater einen Punkt. Pro Phase kann der*die Spieler*in der World Eaters einen zusätzlichen Punkt erlangen, wenn ein Charaktermodell, Fahrzeug oder Monster vom Spiel entfernt wird. Dabei ist der Fokus auf Einheiten gelegt, denn der Gott des Krieges interessiert sich nicht dafür, ob es feindliche oder eigene Einheiten sind, welche sterben. Die so erlangten Punkte können dann ausgegeben werden, um Boni zu erwerben. Diese gelten dann für den Rest des Spiels. Dadurch wird die Armee nur noch brutaler und widerstandsfähiger. Es können somit die Angriffswürfe vereinfacht oder die Waffen durchschlagender werden. Es gibt hier bis zu acht verschiedene Optionen, wovon eine Option sogar den Primarchen zurück ins Spiel holen kann. Es braucht zwar etwas Zeit, bis die ersten Punkte generiert wurden, doch mit jedem erworbenen Bonus wird es einfacher, neue Punkte zu erringen. Diese Armeefähigkeit bietet auch die Möglichkeit, sich etwas an den Feind anzupassen, wenn defensivere Optionen gewählt werden.
Als nächster Punkt fällt auf, dass es zwei Hauptwege gibt, wie diese Armee gespielt werden kann. Hier kann der*die Spieler*in zwischen einer Dämonenarmee wählen, welche von Angron angeführt werden muss, oder einer Armee, die auch einfache Menschen und Chaos Space Marines mit sich führen kann. Je nach Wahl der Armee ändern sich die acht Gefechtsoptionen, die drei Relikte und bei letzterer Wahl stehen drei Kriegsherrenfähigkeiten zur Verfügung.
Es sind zwar nicht viele Gefechtsoptionen für diese Armee vorhanden, wenn die sonst so hohe Anzahl der Gefechtsoptionen anderer Armeen bedacht wird, doch fast jede von ihnen findet eine Einsatzmöglichkeit in jeder Schlacht, welche der*die Spieler*in auch nutzen sollte. Somit gibt es keine situativen Gefechtsoptionen, welche vielleicht irgendwann mal nützlich sein könnten.
Leider werden auch ein, zwei Erwartungen an das neue Armeebuch enttäuscht. Wo die Thousand Sons und die Death Guard ihre speziellen Terminatoren haben, so mangelt es dieser Armee an den namhaften Terminatoren, den roten Schlächtern. Selbst die Gefechtsoption, welche zuvor die eigenen Terminatoren verstärkt hat, ist jetzt anders. Weiterhin schließt sich hier noch eine weitere fehlende Einheit an. Chaos Space Marines, welche auf Molochs des Khorne reiten. Diese werden zumindest im neuen Hintergrund genannt. Dennoch ist der vorhandene Grundstock eine mehr als solide Grundlage für jede kommende Schlacht.
Blut für den Blutgott – Die Armee auf dem Schlachtfeld
Leider sind viele nützliche Einheiten mit dem Codex verschwunden, die Feinde im Fernkampf töten könnten. Daher gibt es eine richtige Schwäche im Fernkampf, was auch dem Geist der Armee entspricht. Im Gegensatz dazu ist die Nahkampfphase die Möglichkeit für die Armee, ihre wahre Stärke zu präsentieren. Fast jede noch so kleine Einheit hat das Potential, eine wahre Gefahr für die feindlichen Eliteeinheiten zu werden.
Viele werden daher die kleinstmögliche Einheitengröße für ihre Kämpfer wählen, da hier zwei gute Gründe vorliegen. Der erste Grund ist, dass somit die Einheit gegebenenfalls schneller ausgelöscht werden könnte, was einen Blutzehntpunkt generiert. Der andere gute Grund ist, dass das Nahkampfpotential von zum Beispiel fünf Khorne-Berserkern sehr tödlich ist. Ohne Aufrüstungen kostet eine Einheit 110 Punkte und im Angriff sind 26 Attacken in einer Nahkampfrunde möglich. Jede Attacke hat eine Stärke von sechs und einen Durchschlag von zwei. Sobald die ersten Aufrüstungen durch die Blutzehntpunkte gekauft sind, wird die Einheit nur noch tödlicher.
Die World Eaters sind also eine ehrliche und direkte Armee, welche sich auf nur eine Phase und nur auf diese konzentriert. Doch auch eine Phase will gemeistert werden. Der*die Spieler*in muss hier das Konzept und die Regeln der Bewegungsphase, der Angriffsphase und vor allem der Nahkampfphase gut verstanden haben, um die eigenen Einheiten ihr zerstörerisches Potential entfalten lassen zu können.
In jedem Spiel sind die sekundären Missionsziele für das gesamte Spiel wichtig und die fraktionsspezifischen Missionsziele fügen sich nahtlos in die Spielweise der World Eaters ein. So muss hier zum Beispiel ein Missionsziel in Blut getränkt werden. Dies geschieht, indem eine Einheit in der Nähe des Missionszielmarkers stirbt. Dabei ist es erneut nicht relevant, ob es sich um eine eigene oder feindliche Einheit handelt, sie muss nur zu Beginn des Zuges in Reichweite des Missionszieles gewesen sein.
Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop
- Erscheinungsjahr: 2023
- Sprache: Deutsch
- Preis: UVP 42,50 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, Amazon, idealo, KuTaMi
Gesalbt mit dem Blut von Welten! – Ein Fazit
Lange haben die Spieler*innen auf den Codex World Eaters Die Erwartungen waren hoch, manche wurden enttäuscht, doch viele wurden übertroffen. Generell ist das einer der Codices, die mehr als gut geschrieben wurden. Die Armee ist im Nahkampf tödlicher, als man es sich hätte wünschen können. Das Armeebuch fügt sich gut in den Hintergrund der Fraktion ein. Jede Option, die der Armee zu Verfügung steht, fühlt sich so an, als hätte sie genau die richtige Aufgabe und würde diese auch voll und ganz erfüllen. Manchmal sogar mehr als das. Dies ist wahrscheinlich auch dem geschuldet, dass sich die aktuelle Edition dem Ende nähert.
Somit sind bereits viele andere Armeebücher veröffentlicht, an denen einige Fehler nach und nach ausgemerzt werden konnten. Dies bringt aber die Problematik mit sich, dass nicht mehr viele Wochen überbleiben, wo der Codex verwendet werden kann, da bereits im Sommer die neue Edition erscheinen wird. Weshalb es sich nicht unbedingt lohnt, das Armeebuch zu kaufen, wenn es bald obsolet sein wird. Dies soll aber niemanden aufhalten, wenn der*die Spieler*in Khorne alle Ehre machen will. Vielleicht ergibt sich aber, in der neuen Edition, noch die Möglichkeit, für die Fraktion Kavallerie und namhafte Terminatoren zu erhalten.

- Gute Regeln
- Schöne Figuren
- Hintergrundgetreue Armee
- Keine speziellen Terminatoren, keine Kavallerie
- Nur wenige Wochen bis zur nächsten Edition
- Einheitenauswahl wurde reduziert
Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Katrin Holst
Fotografien: Robert Wolfes
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