Mut, Strategie und Abenteuer – Ascendia: Seasons of Thargos entführt Spieler*innen in den Kampf um eine glorreiche Zukunft, in der kluge Entscheidungen den Aufstieg bestimmen. Mit spannenden Mechanismen, taktischem Gameplay und beeindruckender Illustration bietet das Spiel ein einzigartiges Erlebnis für Strateg*innen. Bist du bereit, den Thron von Ascendia zu gewinnen?
Es gibt Brettspiele, die gut funktionieren deren Thema aber aufgesetzt wirkt – und dann gibt es solche, die einen komplett in ihre Welt ziehen. Ascendia: Seasons of Thargos gehört zur zweiten Kategorie. Ein Spiel, das nicht nur taktische Tiefe verspricht, sondern mit seiner narrativen Struktur, den saisonalen Veränderungen ein Erlebnis schafft, das sich von Partie zu Partie anders anfühlt. Der bevorstehende Launch auf Gamefound könnte also mehr sein als nur ein weiteres Crowdfunding-Projekt – hier könnte ein zukünftiges Gateway-Spiel der höchsten Güte entstehen.
Hinter Ascendia: Seasons of Thargos steckt Philipp Kehl, der sich durch seine transparente Entwicklung bereits eine engagierte Community aufgebaut hat. Schon vor Kampagnenstart wurde eine fast fertigungsnahe Version auf Tabletop Simulator bereitgestellt, von der sich Teilzeithelden ein Bild machen konnte. Die Mechaniken greifen erstaunlich organisch ineinander, die jahreszeitlichen Effekte bringen eine Dynamik ins Spiel, die weit über simple Boni und Mali hinausgeht. Winter kann eine strategische Chance sein, Frühling eine Bedrohung. Besonders spannend: Die automatisierten Bots, die selbst in kleinen Runden für einen konstanten Wettbewerbsdruck sorgen. Die Welt von Thargos ist noch unverbraucht, aber nicht unbekannt, gibt es beim Verlag SBG Editions doch bereits das Kartenspiel Heroes of Thargos und das Rollenspiel Cursed Empire in der gleichnamigen Welt.
Ob das Spiel sein volles Potenzial entfalten kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Balance zwischen Komplexität und Zugänglichkeit ist eine Herausforderung, aber wenn Ascendia: Seasons of Thargos diesen Spagat meistert, könnte sich hier etwas Großes entwickeln. Erfahrt, warum wir uns auf dieses Spiel freuen.
Ratten
Inhaltsverzeichnis
Spielablauf
In Ascendia: Seasons of Thargos dreht sich alles darum, Ansehen zu erlangen und sich im Dorf als neue Führungspersönlichkeit zu behaupten. Wer sich geschickt durch die Jahreszeiten manövriert, strategische Entscheidungen trifft und die Gunst der Bewohner*innen gewinnt, wird zum Lord oder zur Lady von Ascendia gekrönt – oder scheitert an den widrigen Umständen der Welt.
Renown-Punkte sind die Währung des Erfolgs. Sie lassen sich durch das Lösen von Aufgaben und geschickte Interaktion mit den Mechaniken des Spiels sammeln. Jeder Punkt wird in Form eines Renown-Tokens festgehalten. Sobald genug davon beisammen sind, kann der entscheidende Schritt gewagt werden: die Bewerbung um die Herrschaft. Dafür muss der eigene Charakter-Standee ins Dorf zurückkehren, wo die finale Herausforderung wartet. Mit einem Aktionswürfelwurf, ergänzt durch das persönliche Charme-Attribut, gilt es, die Bewohner*innen zu überzeugen. Der Schwierigkeitsgrad hängt von der aktuellen Bedrohungslage ab – Feindfiguren auf dem Dorfplättchen erschweren die Übernahme. Gelingt es dennoch, das Vertrauen der Dörfler*innen zu gewinnen, ist der Sieg gesichert.
Doch nicht immer endet das Spiel mit einer Krönung. Wenn der Winter mit voller Wucht zuschlägt und alle Schneefallkarten aufgebraucht sind, bleibt keine Hoffnung mehr – die Kälte hat gewonnen, und alle Spieler*innen verlieren. Auch eine zu starke Bedrohung durch die Guardians kann das Schicksal besiegeln, wenn sie in zu großer Zahl auf dem Spielfeld erscheinen.
Spielaufbau – Die Welt von Ascendia erwacht
Bevor das Abenteuer beginnt, wird das Spielfeld erschaffen. Das zentrale Dorfplättchen bildet den Kern, um den sich 18 Geländeteile in zufälliger Anordnung gruppieren und ein Richtungsplättchen legt eine Orientierung für die Bewegungen von NSC fest. Für die erste Partie empfiehlt sich das vorgegebene Layout mit einem moderaten Schwierigkeitsgrad.
Auf jedem Geländeteil – außer dem Dorf – werden Erkundungsmarker platziert. Diese Marker bergen Überraschungen, Ressourcen oder Begegnungen, die den Verlauf der Partie entscheidend beeinflussen können.
Der Spielzug
Jede Runde beginnt mit einer taktischen Feinabstimmung: Gegenstände können aus dem Rucksack auf den Charakter übertragen werden, um Attribute situativ anzupassen. Anschließend stehen pro Zug zwei Aktionen zur Verfügung – frei kombinierbar oder auch doppelt einsetzbar.
- Bewegung: Ein Schritt in eine benachbarte Zone enthüllt neue Begegnungen und Gefahren. Jedes unerforschte Gelände birgt eine Überraschung.
- Sammeln: Wer Ressourcen benötigt, kann in Grasland, Bergen oder Lehmfeldern nach wertvollen Materialien suchen.
- Charme: Im Dorf lassen sich Gegenstände erwerben oder verbessern – und natürlich der entscheidende Versuch unternehmen, sich zum Lord wählen zu lassen.
- Meditation: Erschöpfte Storypoints können aufgeladen werden, um spätere Aktionen zu erleichtern.
- Erkundung: Ein Feld mit einem Erkundungsmarker kann genauer untersucht werden, um neue Möglichkeiten freizulegen.
Die Aktionen werden durch das Element der Storypoints komplementiert, eine flexible Ressource, die taktische Entscheidungen absichert und in entscheidenden Momenten über Sieg oder Niederlage bestimmen kann. Storypoints können auf vielfältige Weise genutzt werden, um das Spielgeschehen zu beeinflussen. So ist es jederzeit möglich, einen Storypoint auszugeben, um einen beliebigen Würfel neu zu würfeln, wodurch unglückliche Zufallsergebnisse abgeschwächt und riskante Manöver abgesichert werden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sogar mehrere Storypoints investieren, um denselben Wurf mehrfach zu wiederholen. Ebenso erlaubt es ein Storypoint, eine zusätzliche freie Bewegung durchzuführen. Wer sich auf einem gefrorenen Geländefeld befindet, kann als Aktion meditieren, um alle eigenen Storypoint-Marker auf ihre aktive Seite zurückzusetzen, während es zusätzlich jederzeit möglich ist, eine Aktion zu nutzen, um einen Storypoint auf einem beliebigen Feld wiederherzustellen.
Sobald alle Spieler*innen ihre Aktionen ausgeführt haben, geht das Spiel im Uhrzeigersinn weiter – der nächste Zug beginnt mit der nächsten Person am Tisch.
Sobald der nächste Schneefall beginnt, wird eine neue Schneefallkarte aufgedeckt. Dies markiert das Ende der aktuellen Runde und setzt die Welt von Ascendia weiter unter Druck. Jede dieser Karten bringt nicht nur neue Herausforderungen mit sich, sondern kann auch das Spielende näher rücken, falls der Winter endgültig die Kontrolle übernimmt.
Jede Runde bringt somit nicht nur neue Chancen, sondern auch stetig wachsenden Druck. Die Zeit spielt gegen die Spieler*innen – und mit jeder Schneefallkarte wird der Kampf um Ascendia ein Stück erbarmungsloser.
Konflikte
In Ascendia: Seasons of Thargos warten zahlreiche Bedrohungen darauf, den Spielenden das Leben schwer zu machen. Doch nicht jede Begegnung muss im Kampf enden – manche Gegner lassen sich auch auf andere Weise überwinden. Entscheidend ist, die richtige Strategie zur richtigen Zeit zu wählen.
Banditen sind die klassische Konfrontation: Wer auf einem Feld mit einem Banditen steht, muss sich sofort einem Kampf stellen – eine freie Kampfaktion, die keine der beiden regulären Aktionen verbraucht. Der Sieg bringt zwei Renown-Punkte, und der Bandit wird vom Spielfeld entfernt. Doch wer verliert, muss mit Konsequenzen rechnen.
Ratten stellen eine andere Art der Bedrohung dar. Sie lassen sich nicht im offenen Kampf besiegen, sondern nur durch den Einsatz einer Poison-Karte. Gelingt das, gibt es ebenfalls zwei Renown-Punkte. Doch Vorsicht: Taucht eine „Rat Swarm“-Karte auf, erscheint ein ganzer Schwarm, der das Spielfeld blockiert. In einem Gebiet mit Ratten, Banditen oder Guardians sind weder Sammel- noch Erkundungs-Aktionen möglich – die Bedrohung ist einfach zu groß.
Tel-Ul Guardians sind eine Herausforderung der besonderen Art. Sie können zwar bekämpft werden, doch oft ist Diplomatie der klügere Weg. Drei verschiedene Materialkarten genügen, um einen Guardian zu beschwichtigen und damit einen Renown-Punkt sowie einen zusätzlichen Storypoint zu erhalten. Doch Guardians vermehren sich: Jedes Mal, wenn ein Würfelwurf ein Guardian-Symbol zeigt, taucht ein neuer Standee auf – entweder auf dem eigenen Feld oder in direkter Nähe.
Der Trogre ist die vielleicht gefährlichste Bedrohung im Spiel. Seine Ankunft wird durch die The Trogre Awakens-Karte ausgelöst, die zufällig aus dem Encounter-Stapel gezogen werden kann. Sobald das geschieht, betritt der Trogre eines der äußeren Geländefelder – und beginnt, sich Zug um Zug auf das Dorf zuzubewegen. Wer auf seinem Feld steht, kann keine Sammel-, Erkundungs- oder Charme-Aktionen mehr ausführen, denn der Trogre erfordert volle Aufmerksamkeit. Wird er nicht rechtzeitig aufgehalten, kann er das gesamte Spiel kippen.
Boulder sind Hindernisse, die clever umgangen oder beseitigt werden müssen. Wer zwei Wood-Materialkarten abwirft, kann einen Boulder-Standee entfernen und erhält dafür einen Renown-Punkt. Doch das Problem wächst: Jedes Mal, wenn die Thunderstorm-Karte aufgedeckt wird, erscheint ein neuer Boulder zwischen dem Start- und Zielfeld einer Bewegung – ein natürlicher, aber ebenso gefährlicher Gegner.

Ascendia im Solo-Modus
Wer Ascendia: Seasons of Thargos allein spielen möchte, kann sich dennoch auf Gesellschaft einstellen – in Form von Bots. Zwischen einem und drei dieser Mitspieler*innen können hinzugefügt werden, um das Spielgefühl dynamischer und herausfordernder zu gestalten. In einer Partie mit zwei oder drei echten Spieler*innen wird empfohlen, ein oder zwei Bots mit ins Spiel zu nehmen, um die Balance der Mechaniken aufrechtzuerhalten. Doch auch wenn sie scheinbar neutral sind, können diese Charaktere sich schnell zu einer unerwarteten Bedrohung entwickeln.
Das Richtungsplättchen gibt die Bewegungsrichtung der einzelnen Bots vor. Zu Beginn der Partie wird es am Rand des Spielfelds platziert, und alle gewählten Bot-Standees werden auf dem Dorf aufgestellt. Zusätzlich erhält jeder Bot ein eigenes Charaktertableau – jedoch ohne Startgegenstände oder Anpassung der Attributswerte.
Bots sind nicht nur passive Figuren, die sich über das Brett bewegen – sie können aktiv ins Spielgeschehen eingreifen. Sie lassen sich „beschwören“, indem ihr Charaktertoken auf die schwarze Seite gedreht wird. Wenn ein Bot auf demselben Feld wie die aktive Person steht, unterstützt er bei Kämpfen und kann entscheidend zum Ausgang einer Schlacht beitragen. Doch es gibt auch Nachteile: Ist ein Bot im Dorf anwesend, wenn eine Charme-Aktion ausgeführt wird, reduziert sich der kombinierte Handelswert um eins pro Bot – eine subtile, aber bedeutsame Einschränkung. Dieselben passiven Interaktionen gelten übrigens auch für Spielenden Charaktere.
Am Ende jeder Runde kommt Bewegung ins Spiel. Für jeden Bot wird einmal mit dem roten Würfel geworfen, woraufhin sich der Standee entsprechend der angezeigten Richtung bewegt. Sollte das Richtungsplättchen keine klare Vorgabe liefern, bewegt sich der Bot in die entgegengesetzte Richtung. Würfelt der Bot eine Zwei, Vier oder Sechs erhält er Renown-Punkte.
Ein Bot, der mindestens einen Renown-Punkt gesammelt hat und eine Fünf oder ein Guardian-Symbol würfelt, wird nicht normal weiterbewegt, sondern er bewegt sich in das Dorf. Dort würfelt der Bot einen weißen W6 und addiert das Ergebnis zu seinem gesammelten Renown, um die Siegbedingung zu prüfen. Wenn die Summe die Siegbedingung überschreitet oder erreicht, ist das Spiel für alle verloren. Der Bot hat sich an die Spitze gesetzt, und die Spieler*innen haben ihren Einfluss über Ascendia endgültig verloren. Schafft der Bot es nicht, werden alle Renown-Punkte der Bots entfernt, und der Charaktertoken wird auf die Vorderseite gedreht.
Die harten Fakten:
- Verlag: SBG Editions
- Autor*in(nen): Philipp Kehl, Chris Loizou

- Illustrator*in(nen): Ryan Verhagen, Martin Paz Romero, James Churchill
- Start der Kampagne: April 2025
- Verfügbare Sprachen: Englisch, Deutsch, Französisch
- Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
- Spieler*innen-Anzahl: 1 bis 4 Personen
- Alter: ab 14 Jahren
- Preis: 50 EUR Pledge (Standee-Version)
- Bezugsquelle: Gamefound-Kampagne
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Ausblick
Durch das Tabletop Simulator-Preview konnte ich mir bereits einen Eindruck verschaffen – und Ascendia: Seasons of Thargos spielt sich so clever, wie es klingt. Die saisonalen Effekte sind weit mehr als nur ein Gimmick, die Bot-Systeme sorgen für dynamische Herausforderungen, und die Mechanismen bieten eine enorme strategische Tiefe. Es fühlt sich wie ein lebendiges Ökosystem an, das sich je nach Entscheidungen verändert – und genau das macht ein großartiges Brettspiel aus. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob Ascendia: Seasons of Thargos sein Versprechen hält. Bleibt dran und erfahrt, warum wir diesem Spiel gespannt entgegenfiebern!
- Einfacher Einstieg
- Schöne, unverbrauchte Welt
- Cleverer Mechanik-Mix
- Als Gateway-Spiel fast schon zu taktisch
Artikelbilder: © SBG Editions
Layout und Satz: Annika Lewin
Lektorat: Nina Horbelt
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