Das Imperium der Menschen brennt, auch in Ultramar. Mit 500 Worlds: Titus läutet Games Workshop das Finale der 10. Edition von Warhammer 40k mit einer Kampagne ein. Wir liefern einen Überblick über die vier Bücher des Bandes und geben vertiefte Einblicke in die Hintergrundgeschichte.
500 Worlds: Titus ist kein einzelnes Kampagnenbuch, sondern erscheint als ein Schuber mit vier Bänden, die Hintergrund und Spielmaterial miteinander verbinden. Der Band Titus liefert die erzählerische Grundlage und ordnet die Ereignisse in Ultramar ein. Krieg an der Vespator-Front bildet den spielerischen Kern der Veröffentlichung und stellt die Kampagne als Front- und Territorienkonflikt dar. Mit Grauenvolle Überfälle kommt ein Enteraktionen-Modul hinzu, das Gefechte auf engstem Raum als eigenständigen Spielmodus sowie als Ergänzung zur übergeordneten Kampagne anbietet. Außerdem enthält das Set einen Detachment-Band, der zusätzliche Kontingente und damit neue Armeekonzepte im thematischen Rahmen der Kampagne bereitstellt.
Krieg, Tod
Inhaltsverzeichnis
Das Finale der 10. Edition – warum diese Kampagne die nächsten Monate prägt
Zum Ende eines Veröffentlichungszyklus von Warhammer 40k (und auch Age of Sigmar) erscheinen in der Regel weniger neue Armeebücher, die ansonsten kurz vor einem Editionswechsel schnell wieder überholt wären. Stattdessen verschiebt sich der Fokus auf narrative Veröffentlichungen und einzelne, oft bewusst aufsehenerregende Neuerscheinungen. Zum Finale der 9. Edition betraten mit der Reihe Arks of Omen der Dämon Vashtorr und der zurückgekehrte Primarch Lion El’Jonson das dunkle 41. Jahrtausend.

Mit 500 Worlds: Titus fokussiert sich der nächste Akt auf das Reich Ultramar. In einem großangelegten Feldzug, der vom Primarchen Roboute Guilliman selbst initiiert wurde, sollen die verlorenen Planeten des ultramarischen Reiches zurückerobert werden. So toben Schlachten zwischen den Ultramarines und ihren Brüdern auf der einen und einer Vielzahl an Gegenspieler*innen auf der anderen Seite im gesamten Sternenreich.
Zwei Figuren werden dabei zum Auftakt besonders beleuchtet: Auf der einen Seite steht der namensgebende Space Marine Titus, vielen durch das Videospiel Space Marine 2 bekannt, der nun als Captain die 2. Kompanie der Ultramarines in der Rückgewinnungskampagne anführt. Ihm gegenüber steht der Necron Nekrosor Ammentar, eine Leitfigur des Destroyer-Kults. Wenn die Kampagne dem bisherigen Muster folgt, sind beide vor allem Vorboten und damit eher der erste Schatten größerer Ereignisse als deren Abschluss.
Schlacht um Novamagnor – die Hintergrundgeschichte
Dieses Kapitel stellt Titus’ Werdegang und seine Rolle als Captain der 2. Kompanie vor. Die sogenannten Wächter Ultramars haben die besondere Aufgabe, über das bereits eroberte Gebiet der Ultramarines zu wachen. Ausgangspunkt der Erzählung ist der Einsatz auf Novamagnor: Ein Planet an der Vespator-Front, der durch eine überwältigende Attacke der Necrons überrannt zu werden droht. So entspinnt sich eine dramatische Schlacht zwischen Ultramarines und Necrons.
Neben den Ereignissen um Novamagnor beleuchtet der Band die beteiligten Orden der Ultramarines und ihre Nachfolger sowie die Struktur Ultramars und seine Kriegsherde. Vorgestellt werden außerdem die vier Verwaltungsgebiete, die von Tetrarchen verwaltet werden, inklusive ihrer jeweiligen Kriegsschauplätze – als Beispiel wird etwa die namensgebende Vespator-Front eingeordnet. Besondere Beachtung findet Titus’ enger Kreis an Gefolgsleuten. Auf der Gegenseite wird der Destroyer-Kult der Necrons mit Nekrosor Ammentar an der Spitze näher beschrieben. Ergänzend werden Ultramarines und Folgeorden mit Farbschemata dargestellt.
Die nachfolgende Zusammenfassung enthält Spoiler der weiteren Kampagnengeschichte.
Bei der Überprüfung eines Systemabschnitts fängt die Flotte von Titus ein Necron-Schiff ab. Ein mystisches Artefakt wird an Bord gesichert und von einem Magus des Adeptus Mechanicus übernommen. Der Planet, von dem das Schiff floh, erregt jedoch Titus Aufmerksamkeit. Kurz darauf landet Titus auf Novamagnor und findet ein Bild des Grauens vor. Imperiale Truppen sind schwer bedrängt, und an mehreren Stellen sind Necron-Grüfte aus dem Boden gebrochen.
Titus’ erste Beobachtung ist dabei fast verstörender als der Anblick selbst: Die Necrons wirken seltsam unkoordiniert und legen statt der kühlen Berechnung vor allem eine wilde Mordlust an den Tag.
In diesem Chaos zeichnen sich zwei Monstrositäten ab. Der Nekrosor Ammentar, ein seltsam deformierter mordender Necronanführer, der neben seiner tödlichen Wildheit immer wieder in wachen Momenten seine Pläne schmiedet. Der zweite ist ein riesiger, sichelbewaffneter Koloss, ein C’tan-Fragment des Todesboten.
Titus priorisiert zunächst die Verteidigung und den Aufbau einer stabilen Front. Das zu Beginn geborgene Artefakt glaubt er derweil sicher in den Händen des Mechanicus-Magus, der es allerdings inzwischen ebenfalls auf den Planeten gebracht hat, um es besser studieren zu können.
Doch die Wellen der Necrons werden stärker und der stetige Zustrom reißt nicht ab. Titus entscheidet sich schließlich für einen brutalen Hebel: den verlustreichen Angriff auf die Hauptgruft und deren Vernichtung.
Während Titus und die verbliebenen Ultramarines sich Meter um Meter durch die Gruft kämpfen, spielt Ammentar ein anderes Spiel. Er schlägt gezielt zu, überfällt den Magus und erbeutet das Artefakt. Die Enthüllung kommt wie ein kaltes Nachsetzen: Das Objekt ist kein gewöhnliches Xenos-Artefakt, sondern ein weiteres C’tan-Fragment des Todesboten.
Und plötzlich ergibt das untypische Verhalten Sinn: Ammentar wirkt nicht wie ein Kommandeur, der eine Welt erobern will. Eher wie jemand, der eine Jagd betreibt. Die Episode legt nahe, dass er seinen Destroyer-Kult von Planet zu Planet führt, zu Orten, an denen weitere Fragmente liegen, um sie zusammenzutragen. Nicht als Trophäen, sondern als Bauteile für etwas, das als ultimative Waffe gegen alles Leben gedacht ist.
Titus erfährt zunächst nur das Ergebnis, nicht den Zusammenhang: Ammentar und das Sichelwesen sind verschwunden, das Artefakt ebenfalls. Er hält Novamagnor und stabilisiert die Front – während der Destroyer-Kult seinen eigentlichen Feldzug fortsetzt: die Suche nach weiteren Fragmenten.

Der Krieg an der Vespator-Front – die Kampagne
Der Krieg an der Vespator-Front bildet den spielerischen Kern von 500 Worlds: Titus. Im Zentrum steht eine Kartenkampagne, in der drei Fraktionen um die Kontrolle über Planetensysteme ringen. Statt einer lose verknüpften Spielreihe arbeitet die Kampagne mit klarer räumlicher Logik: Jede Seite setzt Flotten ein, die sich zwischen den Planeten bewegen, um dort Einfluss zu gewinnen und Gebiete zu erobern.

Auf dieser strategischen Ebene bleiben die Spieler*innen aber nicht „nur“ bei Schlachten auf offener Fläche. Neben den regulären Gefechten sind auch Enteraktionen-Missionen möglich, die sich in die übergeordnete Kampagne einfügen und punktuell andere Schwerpunkte setzen.
Im Detail wirkt das System bewusst umfangreich. Die Flotten können unterschiedliche Operationen ausführen, je nachdem, welche Ziele verfolgt werden und welche Lage auf der Karte entsteht. Auf den umkämpften Welten wiederum lassen sich Gebäude errichten, die den Fraktionen Vorteile verschaffen. Ergänzt wird das Ganze durch Frontereignisse und wechselnde Kriegsschauplätze, die dafür sorgen, dass die Kampagne nicht statisch verläuft, sondern sich dynamisch anfühlt.
Grauenvolle Überfälle – Schlachten in beengten Umgebungen
Der Band Grauenvolle Überfälle bindet die Regeln für Enteraktionen in die Kampagne ein. Statt offener Schlachtfelder geht es in diesem Spielmodus um Gefechte in Innenräumen: enge Korridore, abgeschlossene Sektionen, also Umgebungen, in denen vor allem kleine Armeen um die 500 Punkte eingesetzt werden.
Die Missionen sind für zwei Spieler*innen angelegt und folgen einem Angriffs-/Verteidigungs-Prinzip. Eine Seite verteidigt einen Komplex (etwa ein Raumschiff, eine Gruftwelt oder vergleichbare Anlagen), die andere Seite dringt ein und versucht, sich durch das Gelände vorzuarbeiten. Auf den Missionskarten gibt es dabei verschiedene Wege, die je nach Ausgang der vorherigen Schlacht beschritten werden.

Regelseitig ergänzt Grauenvolle Überfälle den Modus um zwei neue Kontingente – eines für Space Marines, eines für Necrons. Die Enterpatrouillen sind auf den Spielmodus zugeschnitten und mit entsprechenden Regelanpassungen und Verbesserungen ausgestattet. Weitere Kontingente für beide Fraktionen sind laut Hersteller im Band Titus Kontingente enthalten. Da dieser Band zur Rezension nicht vorlag, können wir das an dieser Stelle nicht verifizieren. Wer Enteraktionen mit anderen Fraktionen spielen möchte, benötigt jedenfalls dafür das Enteraktionen-Kompendium, in dem die Sonderregeln und Enterpatrouillen der anderen Fraktionen zu finden sind.
Zum Band gehören außerdem vier Kampagnenkarten, die zwei Geländearten abdecken: das klassische Enteraktions-Gelände sowie Gruftweltgelände – letzteres ist mit Kill Team: Gruftwelt hinzugekommen ist, während zuvor vor allem Enteraktions-Innenräume den Standard bildeten. Dadurch lassen sich die Missionen nicht nur als „Raumschiffkämpfe“, sondern auch als Operationen in Necron-Anlagen spielen.

Die harten Fakten:
- Verlag: Games Workshop Ltd.
- Erscheinungsjahr: 2026
- Sprache: Deutsch/Englisch
- Spieler*innen-Anzahl: 2-12
- Alter: ab 12
- Preis: 65 EUR
- Bezugsquelle: Fachhandel, KuTaMi
Bonus/Downloadcontent
Auf der Seite der Warhammer-Community finden sich die Grundregeln des Spielsystems Warhammer 40k, wie auch die generellen Crusade-Regeln.
Fazit
500 Worlds: Titus liefert ein spannendes Setting und wirkt auf den ersten Blick wie ein umfangreiches Kampagnenset. Besonders positiv fällt die sinnvolle Trennung der Komponenten auf: Statt einen einzigen, riesigen Band mitzuschleppen, bekommt ihr klar abgegrenzte Teile für Hintergrund, Kampagne, Enteraktionen und (je nach Verfügbarkeit) Kontingente. Das ist nicht nur angenehmer am Spieltisch, sondern hilft auch beim Nachschlagen.
Auch erzählerisch macht der Schuber einen guten Eindruck. Die Hintergrundgeschichte ist lebendig genug, um mehr zu sein als bloße Kulisse, und sie setzt klare Haken, bei denen man wissen will, wohin das noch führt. Dass Titus dabei als Figur aus dem Videospiel nun im Tabletop die Hauptrolle übernimmt, fühlt sich zunächst ungewohnt an – schlicht weil das Crossover hier einmal in die „andere Richtung“ läuft. Gleichzeitig ist genau das ein eigener Reiz, zumal die neuen Modelle auf den ersten Blick sehr gut gelungen sind, sowohl auf imperialer Seite als auch bei den Necrons.
Spielerisch klingt vor allem die Kampagne an der Vespator-Front nach einem System, das über einige Monate viel Freude bereiten kann. Bei den Enteraktionen sollte man allerdings realistisch bleiben: Der Modus kann sehr viel Terrain voraussetzen, wenn neben klassischem Enteraktionsgelände auch Gruftwelt-Setups ins Spiel kommen, da hier das doppelte Killzone Gruftwelt-Terrain benötigt wird.
Unterm Strich bleibt bei uns vor allem Vorfreude auf eine intensivere Auseinandersetzung, die in den kommenden Wochen auf unserer Website folgt.

- Kampagne klingt nach guter Unterhaltung
- Passend eingebundene Hintergrundgeschichte
- Sinnvoll getrennte Bände
- Enteraktionen erfordern gegebenenfalls viel Terrain
Artikelbilder: © Games Workshop Ltd.
Layout und Satz: Melanie Maria Mazur
Lektorat: Giovanna Pirillo
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