Nach Jahren des Wartens erscheint nun Black Widow im Kino. Der beste Zeitpunkt, um noch einmal in die Comics zu schauen: Wie wurde Natasha zur Witwe? Ist sie wirklich schon 80 Jahre alt? Was ist der Red Room? Diese Antworten und mehr in unserem neuen Artikel.
Natalia Alianovna Romanova war einst eine russische Agentin. Sie startete als Gegnerin von Iron Man und wurde irgendwann Teil der Avengers. In ihrer Laufbahn wurde sie so oft einer Gehirnwäsche unterzogen, dass sie selbst nicht immer weiß, was wahr und was falsch ist. Wie bei vielen alten Comic- Held*innen gibt es unterschiedliche Versionen ihrer Vergangenheit. Wir haben ein wenig recherchiert und euch ein Potpourri an Geschichten zusammengestellt, die euch ideal auf den kommenden Film vorbereiten, ohne euch dabei zu spoilern. Im MCU werden sie ohnehin ihre ganz eigene Version von Natashas Geschichte erzählen. Also freut euch auf eine der spannendsten Heldenfiguren des Marvel-Universums.
Inhaltsverzeichnis
Der Red Room
Nach der Schlacht von Stalingrad 1942 suchte Ivan Petrovich seine Schwester in den Ruinen der Stadt. Doch stattdessen fand er eine sterbende Frau, die ihm ihr Kind anvertraute: Natalia Romanova. Ivan nahm sie bei sich auf und behandelte sie wie eine Tochter oder Schwester. Sie ging auf sowjetische Schulen und wurde eine Ballerina am Bolschoi-Theater. Sie traf einen sowjetischen Helden namens Alexi Shostakov. Die beiden verliebten sich und heirateten. Alexi war ein Testpilot, doch er starb bei einer Mission.

Zumindest war es das, was Natasha (so ihr Spitzname) erzählt wurde. In Wirklichkeit wurde Alexi zum Red Guardian, der russischen Version von Captain America. Da Natasha glaubte, ihr Mann sei tot, stellte sie sich als Fanatikerin ganz in den Dienst von Mutter Russland und wurde im Red Room zur Meisterspionin ausgebildet. Einer ihrer Ausbilder war der Winter Soldier, mit dem sie eine Affäre begann. Sie bekam den Namen Black Widow und sollte im Westen eine der größten Firmen ausspionieren: Stark Industries. Doch das ist nur eine Version der Geschichte.
Der Red Room (alternative Erzählung)
Nach einer alternativen Version fand Ivan die kleine Natalia bereits im Jahr 1928 während eines Feuers in Stalingrad. Ihre Ausbildung im Red Room begann hier schon in ihrer Jugend. Stalin selbst war begeistert von der Idee, eine Romanow in ein ganz besonderes Programm zu schleusen. Natasha wurde eine von 28 Black Widows, die als Meisterspioninnen aktiv sind. Durch ein arrangiertes Treffen wurde sie mit einem sowjetischen Helden namens Alexi Shostakov verkuppelt. Der KGB entschied, dass sich beide vorzüglich für ihre Zwecke eignen würde und trennte sie. Auch hier wurde Natasha erzählt, dass Alexi bei einem Testflug starb. Sie bekam ein Serum, das ihre Alterung stoppte. Dann schickte man sie zu einer der größten Firmen des Westens: Stark Industries.
Hawkeye und die Avengers
Ihr Auftrag war, Tony Stark abzulenken, damit Boris Turgenov den ersten Crimson Dynamo Anton Vanko umbringen konnte und sich dessen Rüstung bemächtigen konnte. Doch der Plan scheiterte, so dass sowohl Anton als auch Boris starben. Natalia blieb in den USA und hatte es weiterhin auf Stark abgesehen. Gemeinsam mit dem Bogenschützen Hawkeye wollte sie Stark bestehlen. Nach den ersten Fehlschlägen nahm der KGB Natashas Eltern als Geisel, um sie zu erpressen und ihr eine Motivation für weitere Angriffe zu geben. Hawkeye aber verliebte sich in Natasha und wollte aussteigen, nachdem Black Widow verletzt wurde. Der Bogenschütze wurde Teil der Avengers. Natasha aber wurde entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen.
Als sie im Kampf auf Hawkeye traf, konnte sie sich aber von den falschen Erinnerungen lösen und sagte sich von Russland los. Sie unterstützte die Avengers in einigen Kämpfen, ohne selbst Teil der Gruppe zu werden. Stattdessen wurde sie S.H.I.E.L.D. Agentin. In einer Mission traf sie auf den Red Guardian und erkannte, dass dies ihr verlorener Ehemann Alexi war. Doch es schien, als ob er im Kampf gefallen wäre. Daraufhin wollte sie ihre komplette Karriere aufgeben. Sie nannte sich im Folgenden Madame Natasha und führte ein Leben als Glamourgirl.
Beziehungen mit Daredevil und Hercules
Dieses Leben wurde ihr aber schnell zu langweilig. Sie erfand ein neues Kostüm, um nochmal neu anzufangen. Dies ist der Anzug, unter dem sie auch heute noch bekannt ist. Sie wurde die Partnerin von Daredevil. Schnell entwuchs daraus auch eine private Beziehung. Die beiden zogen zusammen nach San Francisco. Doch sie hatte nicht das Gefühl, eine gleichwertige Partnerin neben ihm zu sein und verließ ihn. Sie ging nach L.A. und gründete mit Hercules, Angel, Iceman und Ghost Rider ein neues Team: die Champions. Dabei kam es auch zu einer Liaison mit Hercules. Doch auch die Beziehung zu dem Halbgott sollte nicht von zu langer Dauer bleiben.
Die Champions gingen bankrott und lösten sich auf. Natasha wurde wieder Teil von S.H.I.E.L.D. In ihrer ersten Mission rettete sie ihren Ziehvater Ivan. Dabei traf sie auch auf Melina Vostokovna, die Iron Maiden, eine ehemalige russische Agentin, die stets im Schatten von Black Widow stand und so einen starken Hass auf sie entwickelte. In einer späteren Mission versuchen der KGB sie mit einem künstlichen Doppelgänger von Alexi wieder auf ihre Seite bekommen. Doch mit Ivans Hilfe wurde der Roboter vernichtet. Später gab es noch einige Team-Ups mit Daredevil und den Avengers, bei denen Natasha auch zeitweise die Anführerin wurde.
Yelena Belova, die Thunderbolts und Bucky Barnes
Natasha traf bei einer Mission, bei der es um gestohlene Atomsprengköpfe ging auf ihre Nachfolgerin Yelena Belova, eine junge Frau, die auch im Red Room ausgebildet wurde und die sich um jeden Preis beweisen möchte. Dabei kamen Erinnerungen an ihre eigene Vergangenheit hoch und Natasha bemühte sich, dass Yelena einsieht, dass die russische Regierung sie nur benutzten. Also inszenierte sie einen Gesichtstausch und brachte die junge Black Widow so auf ihre Seite.
Im Folgenden verbündeten sich die beiden Heldinnen immer häufiger. So wurde Natasha unter dem Deckmantel von Yelena ein Mitglied der Thunderbolts, um diese zu infiltrieren und ihre bösartigen Ziele zu identifizieren. In Nick Furys Secret War war Natasha eine seiner Agent*innen, deren Gedächtnis nach dem Einsatz gelöscht wurde. Als Bucky Barnes von seiner Gehirnwäsche befreit wurde, begann sie eine erneute Beziehung mit ihm und überredete ihn, den Mantel von Captain America zu übernehmen. Zusammen lüfteten sie die verborgenen Geheimnisse seiner Vergangenheit. Einige Zeit später traf sie auf Anya, die Tochter der ehemaligen Leiterin des Red Rooms. Diese hat ähnlich wie Yelena eine gewisse Eifersucht auf Natasha entwickelt und mit dem Dark Room einen Nachfolger des Red Rooms ins Leben gerufen. Obwohl Natasha die Einrichtung vernichten konnte, hatte sie sich mit Anya eine mächtige Feindin gemacht, die ihr noch mehrfach das Leben schwer machen sollte.
Ihr Tod und ihre Wiederbelebung als Klon
Während der Ereignisse des Secret Empires, bei dem Hydra die Macht über die USA erlangte, versuchte Natasha abzutauchen, um den Hydra Supreme zu töten. Dazu trainierte sie die neuen Champions rund um Miles Morales und Kamala Khan, um sie ihm Kampf zu unterstützen. Doch im Kampf opferte sie sich, um das Leben der Kinder zu erhalten.
Nach ihrem Tod wurde ihr Geist von der Einrichtung des Red Room in einem neuen Klonkörper wiederbelebt. Russische Agent*innen wollten sie wieder nutzen, um ihre Feinde, wie Hydra oder S.H.I.E.L.D. auszuschalten. Dank der Hilfe von Ursa Major, der in derselben Einrichtung gefangen war, konnte der Klon von Natasha aber alle Erinnerungen zurückzuerhalten. Zusammen mit Hawkeye und Winter Soldier zerstörte sie die komplette Einrichtung und verhinderte, dass weitere Klone erschaffen werden konnten.
Im Rahmen des Events Infinity Countdown kam sie in den Besitz des Space Stones, gab ihn aber an Logan weiter. Sie blieb noch längere Zeit im Untergrund. Solange ihre Wiedergeburt noch nicht bekannt war, konnte sie die Zeit nutzen, um Feinde auszuschalten. Als sie erkannte, dass ihr ein paar Erinnerungen fehlten, konnte Tony Stark ihr Gedächtnis wieder herstellen. Nur damit es ihr kurz darauf wieder genommen wurde…
Leseempfehlungen
Marvel Knights Black Widow – Tödliche Schwestern
Dieser Band sammelt die ersten drei Geschichten, in denen Yelena Belova vorkommt. Stehen sich die beiden Black Widows im ersten Abenteuer noch konträr gegenüber, so ergibt sich im zweiten Teil ein Verwirrspiel mit Identitätstausch. Im dritten Kapitel wird Yelena endgültig selbst zur Heldin und Protagonistin und muss den Mord an ihrem ehemaligen Ausbilder aufklären.
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Black Widow – Vergebung und Vergeltung
Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass ich diesen Run nicht nur für die beste Black Widow Serie, sondern auch für einen der besten Marvel-Geschichten überhaupt halte. Es handelt sich um einen sehr guten Spionage-Thriller bei dem Natasha versucht eine Terrororganisation auszuhebeln. Panini hat diesen Run vor kurzem in einem schicken Sammlerband neu herausgegeben. Also zugreifen, solange er noch da ist.
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Black Widow #1 – Neues Glück
Dies ist der Auftaktband zum neusten Black Widow-Run. Und direkt zu Beginn scheint Natasha ihr Gedächtnis verloren zu haben und nun ein beschauliches Kleinstadtleben zu führen. Doch Hawkeye und Winter Soldier finden das seltsam und versuchen herauszufinden, was hinter der Fassade vor sich geht. Für Black Widow-Fans ist dieser Band ein Muss und verspricht Großes für die Zukunft.
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Artikelbilder: © Marvel
Layout und Satz: Verena Bach
Lektorat: Nina Horbelt



















Die Geschichte ist schon ganz interessant, zeigte mit aber auch, dass die Comics wohl wirklich nichts für mich sind, da das ganze an einigen Stellen etwas zu absurd klingt.
Trotzdem ein super Artikel, der die Hintergründe für nicht Marvel Universe Experten zusammen-fasst, denn auch wenn einiges etwas absurd klingt, finde ich es doch immer wieder klasse noch etwas zu den Hintergründen des Charakters zu erfahren.
Im Text bin ich jedoch über Agent*innen gestolpert, wobei ich beim nochmaligen überfliege gemerkt habe, dass ich das einzig andere gegenderte Wort schon gar nicht mehr bemerkt habe. Aber Agent*innen ist ja an sich falsch gegendert, da „die Agent“ natürlich nicht die korrekte männliche Pluralform ist. Mir fällt jetzt auch nichts besseres ein, da Agent*inn*en ziemlich doof aussieht. Aber gibt es da nicht etwas besseres? Man will ja damit eine Gleichberechtigung der Menschen in der Sprache erzielen und das trifft in diesem Fall nicht zu.
Das Ding mit dem Comics ist: Hier wird nicht eine einzige Geschichte erzählt, sondern eine Vielzahl von Comics zusammengefasst. Für sich allein genommen sind sie meistens logisch. Absurd wird es erst, wenn es sehr viele Autorenwechsel gibt, die eine ganz andere Vorstellung von der Figur haben. Im MCU am besten zu vergleichen, wenn man Thor 1+2 mit dem 3. vergleicht. Und stell dir das jetzt über mehrere Jahrzehnte vor. Ich würde da nicht darauf schließen, dass man mit den Comics an sich nichts anzufangen weiß.
Zu Agent*innen: Ich bin hier für gute Alternativen zu haben. Stimme mit dir überein, dass Agent*inn*en ziemlich doof aussieht. Halte Agent*innen jetzt aber für so verständlich, dass ich diese Form benutzt habe. Hast du eine bessere Idee? Dann her damit!
Ich leider nicht, zugegebenermaßen habe ich auch keine Ahnung von Sprache ;)
Ich weiß nicht, ob eure Lektoren sind irgendwie absprechen, aber mich würde interessieren was eine qualifizierte Meinung dazu wäre.
Aber recht hast du. Der Stil von Thor hat sich ziemlich geändert. Und auch in anderen Universen gibt es ähnlich beknackte Ideen (Star Wars: Sonnenhammer). Das ist wahrscheinlich ein allgemeines Phänomen wenn die Universen zu groß werden.
Gibt es denn einen Autor der im Marvel Universum besonders zu empfehlen ist?
Von den aktuellen Autoren kann ich Donny Cates (Thor, Venom), Al Ewing (Hulk, Guardians of the Galaxy) und Kelly Thompson (Black Widow, Captain Marvel) empfehlen. Cates erzählt gerne sehr episch, Ewing hat sehr viel Ahnung vom Marvel Universum und schafft es alte Geschichten perfekt in die neue Zeit zu holen und Thompson trifft sehr oft genau meinen Humor und unterhält einfach gut. In der langjährigen Marvel-Geschichte gibt es noch etliche andere gute Autoren. Ich hab hier auch irgendwann mal eine persönliche Liste meiner Top10 Marvel-Comics veröffentlicht.
Super danke, dann schaue ich bei Gelegenheit mal rein.
Die Liste würde mich auf jeden Fall interessieren ;)
https://www.teilzeithelden.de/2018/12/15/top-10-marvel-comics-die-besten-der-letzten-jahre/