Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Die AnimagiC 2024 verwandelte Mannheim in ein wahres Paradies für Anime- und Manga-Fans. Zahlreiche Besucher*innen erlebten vom 2. bis 3. August ein vielfältiges Programm mit Workshops, Ehrengästen, Konzerten und Filmvorführungen. Wir waren vor Ort und berichten über die Highlights.

Am Freitag, den 2. August 2024, öffnete das Rosengarten Congress Center in Mannheim seine Türen für die AnimagiC 2024. Diese Veranstaltung hat sich längst zu einem Pflichttermin für Fans der japanischen Popkultur entwickelt und zog erneut eine große Menge an Anime- und Manga-Liebhaber*innen aus ganz Europa an. Mit einem breitgefächerten Programm, einer beeindruckenden Gästeliste und einer Vielzahl von Aussteller*innen und Händler*innen bot die AnimagiC 2024 ein unvergessliches Erlebnis.

Die Stände

Die Ausstellungshallen boten ein wahres Eldorado für Sammler*innen und Fans. Über 50 Aussteller*innen und Händler*innen präsentierten eine breite Palette an Merchandise, Figuren, Mangas, Postern und vielem mehr. Große internationale Unternehmen wie Figuya und Nissin stellten ihre Produkte und Highlights vor. Die Händlerstände boten alles, was das Herz eines Fans begehrt, von seltenen Sammelstücken bis hin zu Leckereien aus Japan.

Im Untergeschoss befanden sich kleinere Shops und Merch-Stände, dicht nebeneinandergestellt. Die einzelnen Foyers waren ungenügend beschildert, was das Finden von bestimmten Ständen erschwerte. Der beliebte Künstler*innenmarkt war leider wie im Jahr zuvor in einer Halle mit der Bring&Buy Aktion untergebracht. Auf diese Weise war es ein Leichtes, die Künstlerstände gar nicht erst zu finden.

Eine Etage höher haben Verlagsstände wie Crunchyroll, Carlsen oder Altraverse einige Besonderheiten geboten. Am großen Stand von Crunchyroll konnten Fans nicht nur ihre Lieblingsmangas erwerben, sondern auch ein One Piece-Training absolvieren oder die Erinnerung an die Convention in einem Foto verewigen. Carlsen ermöglichte es den Fans personalisierte SNS-Cards herzustellen gemeinsam mit ihrer Lieblingsmangafigur.

Auch Videospielliebhaber*innen kamen auf ihre Kosten. Im weiteren Obergeschoss konnten sich Fans mit VR-Brillen austoben oder Prinzessin Peach und Luigi auf ihre Abenteuer begleiten. An Arcade-Maschinen wurden Kämpfe in Tekken oder Street Fighter ausgetragen und, wenn das noch nicht genug war, konnte man zusätzlich an Turnieren teilnehmen und sich mit anderen Spieler*innen in Games wie Just Dance oder Racing messen.

Das Programm

Die AnimagiC bot ein vielfältiges Screening-Programm. Anime-Fans kamen in den Genuss von zahlreichen Screenings zu SPY x FAMILY, Detektiv Conan, Oshi no ko, Black Butler, Demon Slayer und vielen mehr. Neben den Premieren wurden auch Klassiker und weniger bekannte Perlen gezeigt, was für eine große Vielfalt und viele Entdeckungsmöglichkeiten sorgte. Die Filmvorführungen boten den Besucher*innen die Gelegenheit, ihre Lieblingsserien auf der großen Leinwand zu erleben und sich mit anderen Fans auszutauschen.

In den vier Kinosälen wurden aber nicht nur Anime-Filme und -Serien gezeigt. Das umfangreiche Programm der Panels ermöglichte es den Fans, tiefere Einblicke in die Welt der Anime- und Mangaproduktion zu erhalten. Besonders erwartet wurden die Panels mit Aizawa Daisuke und Sakano Anri, Autor und Mangaka von The Eminence in Shadow. Bei den beiden Panels waren jeweils der Anime, aber auch die Manga-Adaption der Fokus. Sakano Anri hat in einem eigenen Panel live auf der Bühne gezeichnet. Natürlich fand eine Signierstunde satt. Die Slot-Tickets wurden vorab von Tokyopop verlost.

Ein weiteres Highlight war die Anwesenheit des bekannten Horror Mangaka Itō Junji, der ein Horror Q&A abhielt und ebenfalls live auf der Bühne zeichnete. Carlsen ermöglichte den Fans, vorab ein Slot-Ticket für die Signierstunde zu gewinnen. Die Organisation lief trotz der langen Wartezeit reibungslos und alle Fans konnten ein Werk ihrer Wahl signieren und sich gemeinsam mit dem Sensei fotografieren lassen.

Crunchyroll organisierte verschiedene Panels unter anderen zu Solo Leveling, Blue Exorcist und den MAPPA Produktionen Ranma ½ und Attack on Titan. Für viele Panel waren Ehrengäste aus Japan angereist. Ihre Präsenz und ihre Erzählungen aus ihrer Karriere zogen viele Fans an und boten einzigartige Einblicke in die Welt der japanischen Kreativindustrie. Diese Begegnungen schufen unvergessliche Momente und machten die Veranstaltung für viele Besucher*innen zu einem besonderen Erlebnis.

Auch Musik spielte eine zentrale Rolle auf der AnimagiC. Neben halca, die mit dem Outro vom Anime Keine Cheats für die Liebe bekannt wurde, und weiteren J-Künstlern trat auch der Pianist Kikuchi Ryota auf, der mit seinen Ghibli-Interpretationen eine magische Atmosphäre erzeugte. Auch lokale Künstler*innen trugen zur musikalischen Vielfalt der Veranstaltung bei, darunter die Gruppe Taiko Heidelberg, die das Publikum mit ihrer Performance begeisterte. Ein besonderes Highlight war das Konzert des Blasorchesters des Musikvereins Siershahn 1905 e.V., das bekannte Anime-Soundtracks in orchestraler Fassung darbot und damit für Gänsehautmomente sorgte.

AnimagiC – Eine örtliche Herausforderung

Der Rosengarten in Mannheim, ein architektonisch beeindruckendes Kongresszentrum, bot mit seinen prachtvollen Sälen und weitläufigen Fluren eine imposante Kulisse für die AnimagiC. Die historische Architektur des Gebäudes, kombiniert mit modernen Annehmlichkeiten, schuf eine einzigartige Atmosphäre, die sowohl beeindruckend als auch einladend war. Allerdings führte die komplexe Architektur auch zu einer gewissen Unübersichtlichkeit.

Mangels Ausschilderung und Informationsständen kam es gelegentlich zu Orientierungsschwierigkeiten, besonders für diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren. Einige Besucher*innen äußerten den Wunsch nach einer besseren Beschilderung und mehr Personal, um bei der Navigation durch die verschiedenen Bereiche zu helfen. Die Stände waren dicht aneinandergedrängt und besonders im Foyer herrschte die Schwierigkeit sich zu orientieren. Nicht mal Toiletten konnten ohne weiteres gefunden werden und selbst das Personal wusste nicht immer, wo was zu finden war. Bereits im Jahr zuvor berichteten wir von vergleichbar chaotischen und orientierungslosen Zuständen auf der Messe. Diese Situation hat sich im Folgejahr leider nicht verbessert.

Der Rosengarten

Der Rosengarten war das Herzstück der Veranstaltung. Hier trafen sich die Fans, um zu plaudern, Fotos zu machen und ihre Kostüme zu präsentieren. Die weitläufigen Gärten und Innenhöfe boten dabei eine perfekte Kulisse für Cosplay-Shootings und entspannte Gespräche. Viele Fans nutzten die Gelegenheit, um sich in ihren aufwendigen Kostümen in Szene zu setzen und neue Freundschaften zu knüpfen. Mit Picknickdecken und Snacks gewappnet und mit Ausgelassenheit kamen sie außerhalb des Kongresszentrums zusammen. Nicht mal ein kurzer Regenschauer vermochte ihnen den Spaß zu nehmen. Unter die Cosplayer*innen und Fans mischten sich „gewöhnliche“ Besucher*innen des Gartens und genossen das Spektakel.

Fazit

Die AnimagiC 2024 in Mannheim war ein voller Erfolg und bot den Besucher*innen unvergessliche Tage voller Erlebnisse und Entdeckungen. Trotz kleinerer Herausforderungen durch die komplexe Architektur des Veranstaltungsortes war die Veranstaltung gut organisiert und bot ein abwechslungsreiches Programm, das keine Wünsche offenließ. Die Mischung aus spannenden Programmpunkten, beeindruckenden Ausstellern und einer tollen Atmosphäre machte die AnimagiC auch in diesem Jahr zu einem Highlight für alle Anime- und Manga-Fans.

Die Vorfreude auf die AnimagiC 2025 ist bereits jetzt spürbar – und man darf gespannt sein, welche Überraschungen und Highlights im nächsten Jahr auf die Besucher*innen warten. Die AnimagiC 2024 hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und vielfältig die Anime- und Mangakultur ist. Sie bietet eine einzigartige Plattform, auf der sich Fans austauschen, neue Trends entdecken und unvergessliche Momente erleben können. Bis zum nächsten Jahr wird die Erinnerung an dieses fantastische Event die Herzen vieler Besucher*innen wärmen.

 

Titelbild: By Hubert Berberich (HubiB) – Own work, CC BY 3.0, Link, Logo: © Animagine GmbH
Fotografien:  Anahita Estiri

Layout und Satz: Roger Lewin
Lektorat: Maximilian Düngen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein