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Monster sind Blickfang und Herausforderung zugleich. Auf jedem Spieltisch stechen sie hervor, verleihen Systemen Charakter und fordern Hobbykünstler*innen mit ihren Details. Ob riesig oder klein, grotesk oder majestätisch, Monster prägen Szenarien, erzählen Geschichten und beeinflussen, wie Spiele erlebt, gespielt und erinnert werden.

Große Modelle sind seit jeher das Aushängeschild vieler Tabletopsysteme und Age of Sigmar bildet hier keine Ausnahme. Ob neu oder alt, imposante Miniaturen verleihen jeder Armee Charakter und jedem Spieltisch ein unverwechselbares Aussehen. Sie sind nicht nur strategisch relevant, sondern auch visuell das Herzstück vieler Sammlungen. Age of Sigmar bietet dabei eine beeindruckende Vielfalt, von den grotesken Höllengrubenbruten der Skaven über die majestätischen Draconith der Stormcast Eternals bis hin zu gewaltigen Bestien des Chaos. Die schiere Anzahl an Kreaturen und Konstrukten ist enorm.

Ob diese Giganten des Tabletop auch spieltechnisch überzeugen, hängt oft von der Armee, den Regeln und natürlich vom Können der Spielenden ab. Doch selbst wenn sie nicht immer das effizienteste Mittel zum Sieg sind, bereichern sie jede Partie durch Atmosphäre und Dramatik. Interessant ist zudem, dass nicht nur Monster die Rolle der Giganten einnehmen. Völker wie die Kharadron Overlords demonstrieren mit ihren fliegenden Kriegsschiffen wahres Ingenieursgeschick und bringen ein völlig anderes Gefühl von Größe und Macht aufs Spielfeld.

Um die Vielfalt monströser Kreaturen in Age of Sigmar zu zeigen, werfen wir einen Blick auf drei sehr unterschiedliche Vertreter: den uralten Dread Saurian der Seraphon, die göttlichen Drachenbrüder Karazai und Krondys der Stormcast Eternals sowie die klassische War Hydra der Cities of Sigmar. Sie stehen exemplarisch für verschiedene Epochen des Designs, Regelmechaniken und Ästhetiken – vom Relikt früher Editionen bis zu modernen Heldenfiguren.

Triggerwarnungen

Krieg, Monster, Tod, Jagd, Blut

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Monster – Faszination im großem Maßstab

Monster gehören zu den eindrucksvollsten und faszinierendsten Elementen von Age of Sigmar. Sie verkörpern die rohe Macht, das Unbekannte und das Phantastische, das in den Reichen der Sterblichen lauert. Ob gewaltige Drachen, uralte Dämonen, tierhafte Albträume oder lebende Manifestationen göttlicher Energie, jedes dieser Wesen bringt eine einzigartige Präsenz auf das Spielfeld und prägt das Spiel auf unverwechselbare Weise.

Doch Monster sind weit mehr als nur mächtige Einheiten. Sie erzählen Geschichten, verkörpern Heldenmut, Verderbnis oder uralte Mythen und verleihen jeder Armee ein starkes visuelles und erzählerisches Zentrum. Für viele Spieler*innen sind sie das Herzstück ihrer Streitmacht, nicht nur wegen ihrer spielerischen Stärke, sondern auch, weil sie beim Bemalen und Gestalten die größte kreative Freiheit bieten. Ob Haut, Schuppen, Fell oder Flügel, jedes Detail fordert Geschick und Geduld und belohnt mit Modellen, die auf jedem Spieltisch hervorstechen.

Im Laufe der Jahre hat sich die Größe und Bedeutung dieser Kreaturen deutlich verändert. Wo früher schon mächtige Drachen oder Trolle Ehrfurcht weckten, dominieren heute wahre Giganten wie Kragnos, Mega Gargants oder majestätische Draconiths ganze Spielfelder. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur den technischen Fortschritt im Miniaturdesign wider, sondern auch den Wunsch nach noch epischeren, filmreifen Momenten im Spiel. Monster verändern die Dynamik einer Partie spürbar. Sie ziehen Aufmerksamkeit auf sich, verändern Taktiken und können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Gleichzeitig sind sie Symbole dessen, was Age of Sigmar ausmacht, epische Geschichten, atemberaubende Modelle und das Gefühl, Teil einer gewaltigen, lebendigen Welt zu sein.

Dread Saurian: mehr Zähne geht nicht

Die Erde bebt, als das grollende Echo schwerer Schritte durch den Dschungel hallt. Vögel fliehen, selbst Raubtiere verstummen. Dann zerreißt ein gewaltiger Schatten das Blätterdach, der Dread Saurian erhebt sich. Seine Schuppen glänzen im Licht, uralte Macht liegt in jedem Atemzug. Kein Wesen wagt zu widerstehen, der wahre König des Dschungels ist erwacht.

Zähne über Zähne
Zähne über Zähne

Der Dread Saurian ist ein älteres Modell und gehört zur Streitmacht der Seraphon und damit dem Pantheon der Ordnung. Das Design des Modelles stammt aus den älteren Editionen des Spiels und wurde regeltechnisch aus der aktuellen Version von Age of Sigmar entfernt. Spieltechnisch nimmt der Dread Saurian mit seiner 280 x 210 Millimeter Base ordentlich Platz auf dem Spieltisch ein. So ein großes Monster gut und clever durch ein Spiel zu bewegen kann so manche Spielenden vor Problemen stellen. Auch wenn er durch seine große Base schnell vorankommen kann, zieht er doch jeden Blick auf sich und ist eigentlich immer ungeschützt was Fernkampf- oder Magieangriffe angeht.

Fakten des Dread Saurian

Der Dread Saurian ist im aktuellen Spiel von Age of Sigmar nicht mehr zu finden, doch sein Editionsprofil ist immer noch im Internet zu finden.

  • 280 x 210 Millimeter Base.
  • 35 Wunden/Ausdauer.
  • Bewegungswert von 10 Zoll.
  • Rüstungswurf von 4+.
  • Höchstes Schadenspotenzial von 36 Wunden.

Der Dread Saurian ist ein wahres Kraftpaket auf dem Schlachtfeld von Age of Sigmar. Mit einem beeindruckenden Wund/Ausdauerwert von 35 überlebt er problemlos eine feindliche Welle von Fernkampfgeschossen und bewegt sich unaufhaltsam auf sein Ziel zu. Kaum erreicht er den Nahkampf, entfaltet sich seine wahre Stärke. Das Schadenspotenzial des Monsters ist so enorm, dass es sein Ziel fast in jedem ersten Gefecht vernichtet. Die Anzahl der verursachten Wunden übersteigt meist die Überlebenschancen der Ziele, wodurch der Dread Saurian zu einem der gefürchtetsten Nahkämpfer des Spiels wird.

Trotz dieser immensen Macht hat das Monster seine Schwächen. Sein Rüstungswurf ist lediglich mittelmäßig, wodurch die 35 Wunden durch konzentrierten Beschuss oder die kombinierte Kraft mehrerer Nahkampfeinheiten effektiv reduziert werden können. Spieler*innen müssen also weiterhin taktisch planen, um das Monster zu kontrollieren und seine Bedrohung zu minimieren. Dennoch bleibt die Präsenz des Dread Saurian auf dem Spieltisch eindrucksvoll. Schon sein Erscheinen sorgt für Respekt und Schrecken bei den Gegner*innen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Monster nicht nur durch seine Werte, sondern auch durch pure Aura und Bedrohlichkeit das Spielgeschehen dominiert. In den Händen erfahrener Spieler*innen wird der Dread Saurian so zu einer nahezu unaufhaltsamen Naturgewalt im Nahkampf.

Karazai & Krondys: Brüder des Feuers

Der Himmel verdunkelt sich, als aus dem Schlachtfeld ein grollendes Donnern von Flügelschlägen ertönt. Karazai der Gezeichnete stürmt vorwärts, seine gewaltigen Klauen wirbeln Staub und Trümmer auf. Jeder Schritt lässt den Boden erzittern, und Gegner erstarren vor Ehrfurcht, ein Krieger, unbarmherzig und zerstörerisch. Seine Aura allein signalisiert Vernichtung und wer ihm gegenübersteht, spürt die Wildheit seiner rohen Kraft.

Die Zwillingsbrüder
Die Zwillingsbrüder

Nicht weit hinter ihm folgt sein Zwillingsbruder Krondys, Sohn des Dracothion, majestätisch durch die Luft gleitend. Magieströme umgeben seinen gewaltigen Körperbau. Mit jedem Zauberspruch verändert er die Schlacht, schwächt Feinde und stärkt Verbündete. Wo Karazai Chaos im Nahkampf entfesselt, lenkt Krondys die Kräfte des Schicksals aus der Ferne. Ein beeindruckendes Duo, sollten sie gemeinsam in die Schlacht fliegen.

Sowohl Karazai als auch Krondys gehören der Streitmacht der Stormcast Eternals an und damit dem Pantheon der Ordnung. Beide Modelle waren schon in der Vorgängeredition von Age of Sigmar enthalten und konnten gespielt werden. Besonders ist, dass sich beide einen Bausatz teilen und somit auf die gleiche Basegröße kommen. Mit 120 Millimetern gehören sie nicht zu den größten Monstern der Age of Sigmar-Geschichte aber sind dennoch Schwergewichte unter den Monstern.

Fakten der Zwillingsbrüder

In der aktuellen Edition von Age of Sigmar sind Karazai der Gezeichnete und sein Bruder Krondys, Sohn des Dracothion, im Kriegsbuch der Stormcast Eternals offiziell verzeichnet. Beide Figuren teilen sich einen Bausatz, was bedeutet, dass beim Kauf eine Entscheidung getroffen werden muss. Entweder baut man Karazai oder Krondys.

  • 120 Millimeter Base.
  • 20 Wunden/Ausdauer.
  • Bewegungswert von 12 Zoll.
  • Rüstungswurf von 3+.
  • Höchstes Schadenspotenzial von 28 Wunden im Nahkampf und 6 Wunden im Fernkampf.

Beide Modelle haben solide Regeln bei der aktuellen Edition von Age of Sigmar und können in so manchem Spiel den Unterschied machen. Da sie vom Kampfprofil fast identisch sind, unterscheiden sich Karazai und Krondys deutlich bei den Fähigkeiten. Hintergrundgetreu bieten die Fähigkeiten von Karazai eher einen nahkampflastigen Einsatz an. Er schafft es seine ohnehin starken Nahkampfwerte noch etwas zu verbessern, so dass er wirklich für andere Monster oder Helden gefährlich wird.

Krondys verfügt über die gleichen Nahkampfwerte wie sein Bruder und stellt damit einen soliden Nahkämpfer da. Dennoch nimmt er eher die Rolle eines Zauberers und damit eine Unterstützerrolle ein. Seine Fähigkeiten verbessern seinen Zauberwurf und ermöglichen es ihm so, recht zuverlässig Zauber zu wirken. Wer ein Monster, mit guten Magischen Potenzial sucht und dabei nicht auf Nahkämpfe verzichten möchte, ist mit Krondys gut bedient.

War Hydra: viele Köpfe, ein Ziel

Ein markerschütterndes Zischen durchdringt die Dunkelheit, als dichter Nebel über die Schlacht kriecht. Aus dem Rauch erhebt sich ein gewaltiger Schatten, die War Hydra. Ihre vielen Köpfe schwingen suchend durch die Luft, fauchen, knurren und speien Flammen in alle Richtungen. Jeder ihrer Schritte lässt den Boden erbeben, während ihre Schuppen im Licht der brennenden Schlacht glänzen. Verwundet man einen ihrer Köpfe, wächst ein neuer nach, stärker, wütender, gnadenloser. Kein Krieger tritt ihr ungestraft entgegen, denn ihre Wut ist unberechenbar und ihre Kraft zerstörerisch. Die Hydra ist kein gewöhnliches Monster, sie ist der unsterbliche Schrecken aus den Tiefen der alten Welt, ein Relikt vergangener Zeitalter, das immer wieder zurückkehrt, um Chaos und Tod zu bringen. Wenn sie erscheint, wissen es selbst die Tapfersten.

Die War Hydra reizt viele Spieler*innen nicht nur wegen ihres ikonischen Designs, sondern auch als faszinierendes Projekt für das Hobby am Maltisch. Die Vielzahl ihrer Köpfe bietet nahezu endlose Möglichkeiten für kreative Farbschemata, von schimmernden Schuppen in giftigen Grüntönen bis hin zu feurigen, von Magie durchzogenen Mustern. Jede Hydra kann so zu einem individuellen Kunstwerk werden, das Charakter und Persönlichkeit ausstrahlt.

Fakten der War Hydra

Die War Hydra gehört in der aktuellen Edition von Age of Sigmar zu den Cities of Sigmar und damit dem Pantheon der Ordnung. Das Modell an sich wurde seit einigen Editionen nicht mehr angepasst und ist damit deutlich kleiner als andere Monster.

  • 120 Millimeter Base.
  • 12 Wunden/Ausdauer.
  • Bewegungswert von 8Zoll.
  • Rüstungswurf von 5+.
  • Höchstes Schadenspotenzial von 14 Wunden im Nahkampf und 18 Wunden im Fernkampf.

Die War Hydra zählt zu den älteren Modellen im Universum von Age of Sigmar und erhält naturgemäß seltener Aktualisierungen für ihr Einheitenprofil. Dennoch behauptet sie auch in der aktuellen Edition ihren Platz auf den Schlachtfeldern der Reiche. Mit wenigen Lebenspunkten und einem schwachen Rüstungswurf ist die Hydra anfällig für konzentrierten Fernbeschuss und gefährdet, wenn sie in Nahkämpfe gerät, bei denen sie nicht zuerst angreifen kann.

Ihr Schadenspotenzial im Nahkampf liegt im soliden Mittelfeld, doch ihre Stärke entfaltet sich besonders durch ihre vielseitigen Fernkampffähigkeiten, die sie selbst in kurzer Distanz effektiv einsetzen kann. Diese Flexibilität macht sie zu einem unberechenbaren Gegner, der sowohl auf Entfernung als auch im Handgemenge gefährlich bleibt. Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit zur Regeneration. In jeder Runde kann sich die War Hydra heilen und erlittene Wunden zurückgewinnen.

Was bleibt, was kommt?

Monster faszinieren Spieler*innen von Age of Sigmar seit der ersten Edition, sie sind das Herzstück vieler Armeen und verkörpern den epischen Maßstab, der Tabletop so einzigartig macht. Ihre Präsenz auf dem Spielfeld verändert jede Partie. Monster sind mehr als nur Modelle sie sind Charaktere mit Geschichte, Symbolen und oft einer eigenen Persönlichkeit, die tief in die Hintergrundgeschichte der Systeme eingebettet ist.

Games Workshop hat es dabei geschafft, Monster in Age of Sigmar nicht nur optisch, sondern auch spielmechanisch eindrucksvoll umzusetzen. Sie fühlen sich gewaltig an mit ihren mächtigen Angriffen, einzigartigen Fähigkeiten, die selbst ganze Armeen beeinflussen können. Besonders spannend ist, dass auch ältere Modelle, wie etwa die War Hydra oder das Stegadon, weiterhin ihren Platz im Spiel haben. Durch überarbeitete Profile harmonieren sie überraschend gut mit den modernen Miniaturen. So treffen klassische Designs und neue Monsterkreationen aufeinander und sorgen gemeinsam für optisch wie spielerisch abwechslungsreiche Spielplatten.

Ein Schlachtfeld, auf dem majestätische Drachen neben uralten Chimären kämpfen, erzählt Geschichten von vergangenen Epochen und neuen Legenden. Das bietet genug Gesprächsstoff für jeden Fan von Fantasy-Systemen. Diese Mischung aus alt und neu belebt das Hobby und zeigt, dass jedes Modell, unabhängig seines Alters, eine Rolle im Hobby finden kann.

Der Blick in die Zukunft ist dabei besonders spannend. Die Community spekuliert bereits über neue Behemoths, legendäre Kreaturen und hybride Konstrukte, die kommende Editionen bereichern könnten. Die Zukunft von Age of Sigmar bleibt also ebenso gewaltig wie ihre Monster: voller Größe, Phantasie und ungebändigter Macht.

Artikelbilder: © Games Workshop
Layout und Satz: Kai Frederic Engelmann
Lektorat: Sabrina Plote
Miniaturen Bemalung: Jenny Paintpaw
Fotografien: Christian Kallweit

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