Zombies, wieso immer wieder Zombies?

Okt 29

Zombies, wieso immer wieder Zombies?

Ich muss ganz ehr­lich sagen, dass diese schlur­fen­den ver­rot­ten­den Popkultur-Ikonen so lang­sam ihren Reiz für mich ver­lie­ren. Wo fange ich nur an zu erklä­ren, wieso?

Hah, Sex­ap­peal – gute Idee. Milla Jovo­vich ist eine wirk­lich attrak­tive Frau und auch die Nackt­bil­der im Pur­ple Maga­zine waren ansehn­lich, aber ich frage mich, wie lange die Resi­dent Evil–Reihe noch lau­fen will? Wie­der eine neue Bas­tion von Umbrella, wie­der immer gro­tes­ker mutierte Untote, noch weni­ger Hoff­nung. Oh gol­de­nes Kalb, dich kann man bis zur Abma­ge­rung melken.

Zom­bie­walks – auch ein frag­wür­di­ges Phä­no­men. Der Zom­bie­walk Hin­ter­tupf­in­gen zieht sicher ganze 30 Begeis­terte an, die schlur­fend, stöh­nend, sab­bernd und wan­kend durch die Stadt zie­hen, sich fürch­ter­li­che Mühe machen mit ihren Gewan­dun­gen und an sich nur Senio­ren erschre­cken und dem Sonntags-Käseblättchen eine halbe Seite Stoff servieren.

Und wofür? Wie kommt es eigent­lich dazu, dass ein Wesen, wel­ches sogar Ziel von ech­ten wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen wurde, so beliebt und berühmt wird? Das CDC hat 2011 die Aus­wir­kun­gen einer mög­li­chen Zom­bie­plage unter­sucht. Ein kana­di­sches Stu­den­ten­team hat die Über­le­bens­mög­lich­kei­ten im Fall einer Zom­bie­welle erforscht und konnte die Frage nur damit beant­wor­ten, dass dras­ti­sche Gewalt der ein­zige Aus­weg ist. Hat­ten die nichts ande­res zu tun? Oder ver­schweigt man uns etwas – auf­fäl­lig ist die hohe Anzahl an Wid­mun­gen des The­mas schon, nicht? Genau wie die Anzahl an Inva­si­ons­fil­men von Ali­ens auf die Erde.

Just kid­ding – ich bin kein Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker. Aller­höchs­tens glaube ich an den Mas­ter­plan, die Mensch­heit durch das Fern­se­hen zu verdummen.

Fan­gen wir doch ein­mal vorne an. Was ist ein Zom­bie eigent­lich ursprüng­lich? Die Angst vor dem Wie­der­keh­ren der Toten ist ziem­lich alt. Noch bis ins 18. Jahr­hun­dert gab es in Europa Toten­wa­chen, die den sich erhe­ben­den Leich­nam erschla­gen soll­ten und wie­der zurück ins Grab beför­dern. Der arme Tropf, der sich ins Koma getrun­ken hat und dann Bekannt­schaft mit einer Schau­fel machen musste!

Ande­rer­seits ken­nen wir den Auf­er­ste­hungs­my­thos nicht nur nega­tiv belegt. Den­ken wir doch ein­mal an die Geschichte von Jesus von Naza­reth und dem Fel­sen­grab oder an des­sen mytho­lo­gi­schem Vor­bild, die Auf­er­ste­hung von Osiris.

Aber so rich­tig heiß wurde es, mal wie­der aus­ge­löst von den USA, als diese Haiti besetzt hat­ten (1915 – 1934). Dort kamen die Sol­da­ten in stär­kere Berüh­rung mit dem Voo­doo und den Houngan-Priestern, die wie die Schwarz­ma­gier (Bokor) und die Pries­te­rin­nen (Mambo) vor­geb­lich Flü­che des Wie­der­ge­hens auf­er­le­gen kön­nen. Aber eigent­lich wur­den die armen Men­schen, die als Zom­bies wie­der­auf­er­stan­den waren, nur ver­gif­tet. Zur Zom­bi­fi­zie­rung gehörte ein Puder, das im Ritus auf das Opfer gebla­sen wurde. Neben vie­len ande­ren Inhalts­stof­fen, die meist sehr frag­wür­di­ger Natur sind, gehört auch ein Anteil aus den Eier­stö­cken des Kugel­fi­sches. Der Kugel­fisch hat in sei­nen Eier­stö­cken ein sehr star­kes Gift, wel­ches schnell tötet. Gering ver­ab­reicht aber dros­selt es die Funk­tio­nen des Kör­pers zu einem Schein­tod herab. Warum die­ser Auf­wand betrie­ben wurde? Um die Opfer angeb­lich zu Arbeits­skla­ven zu machen, denn die lange Phase des Schein­tods setzt dem Hirn durch Sauerstoff-Unterversorgung dras­tisch zu und sorgt für Zellsterben.

Also sind Zom­bies ein­fach nur arme Men­schen, deren Gehirn zu wenig Sau­er­stoff bekam und die dadurch in ihren geis­ti­gen Funk­tio­nen stark beein­träch­tigt sind? Oh warte – da war sie, die Par­al­lele zum Fern­se­hen, den vie­len Zom­bie­fil­men und den Zom­bie­walks. Ich sehe Arges!

Gedan­ken­gänge, ob RTL II irgend­wie hin­ter den Zom­bie­walks steht und kos­ten­lose (Kugelfisch)-Getränke ver­teilt, führe ich lie­ber nicht wei­ter aus.

Zurück nach Haiti und den angren­zen­den Inseln wie auch dem nicht allzu wei­tem ame­ri­ka­ni­schem Fest­land. Von der Gat­tung des Zom­bie gibt es haupt­säch­lich zwei Arten. Zum einen zom­bie cadav­res, wel­ches die Arbeits­skla­ven sind . Dann jedoch gibt es noch den zom­bie astrale, der eher einer her­ren­lose Seele gleicht, die von einem Voo­doo­pries­ter ein­ge­fan­gen wird und in eine Urne gesperrt wird. Noch heute haben viele in die­ser Region zuhause die Urnen mit den See­len ihrer ver­stor­be­nen Liebs­ten im Haus.

Irgend­wie hat das aber alles recht wenig mit dem „Brraaaaains“ stöh­nen­den ver­we­sen­den Ding zu tun, was sich von Men­schen­fleisch ernährt und durch sei­nen Biss infek­tiös wirkt. Da finde ich die Wer­bung „Draaaaains, we clean draaains!“ eines us-amerikanischen Klemp­ners noch ansprechender.

Draiiins, we clean draiiins!

Den Zom­bie als Stil­mit­tel im Film haben wir Deut­schen erfun­den. In Das Cabi­net des Dr. Cali­gari haben wir etwas ähn­li­ches, einen Schlaf­wand­ler, der im Schlaf Leute tötet. Auch wenn das Wort Zom­bie nicht benutzt wird, wird das Grund­thema aufgegriffen.

Das Bild­nis des unto­ten Deut­schen hin­ge­gen hat sich noch lange gehal­ten und wurde gern in der einen oder ande­ren Pulp­ge­schichte aufgegriffen.

Danach wurde es aber ame­ri­ka­nisch. Der Zom­bie wurde recht oft in Film und Aben­teu­er­heft benutzt, meist als Rach­ein­stru­ment irgend­ei­nes erbos­ten Zau­be­rers. Mal als gerech­tes Werk­zeug, mal als ver­dam­mens­werte Tat.

Wer kam denn nun eigent­lich dar­auf, dass die see­len­lo­sen Skla­ven, die in der Rea­li­tät meist eher ver­wirrte oder geis­tige behin­derte Men­schen waren, Men­schen­fleisch­fres­ser sind? Irgend­ein klu­ger Kopf musste eine Par­al­lele zu Vam­pi­ren geschla­gen haben. Diese ernäh­ren sich zwar von Blut, aber auch damit von Menschen.

Ange­fan­gen hat es mit dem Buch „Ich bin Legende“, das als letzte Vari­ante mit Will Smith ver­filmt wurde. Hier glei­chen die Zom­bies eher Vam­pi­ren, die durch eine von Mos­ki­tos über­tra­gene Seu­che wie­der nach dem Tod auf­er­ste­hen und zu trieb­ge­steu­er­ten Wesen wur­den. Das Buch ist inso­weit unge­wöhn­lich, als dass es die Unto­ten als neue Rasse dar­stellt, die den Jäger als den Feind sehen, den wir in Form der Zom­bies sehen wür­den. Das Fremde, das Häss­li­che, das Uner­gründ­li­che. Die Neu­ver­fil­mung zeigt diese Nuance erst in dem alter­na­ti­ven Ende, wel­ches jedoch auf­grund der Nicht­ak­zep­tanz der Test­zu­schauer zu dem nun bekann­ten Ende ver­än­dert wurde. Ähn­li­ches wird in Land of the Dead auf­ge­grif­fen. Der Untote, wohl auf der Jagd nach Men­schen­fleisch, ist ein bewuss­tes und den­ken­des Wesen.

Nun kann ich mich fra­gen: Will man uns damit etwas sagen? Die schlur­fen­den, stöh­nen­den, tum­ben Krea­tu­ren wer­den in moder­nen Inter­pre­ta­tio­nen zu den­ken­den Wesen mit Gefühls­le­ben und Ängs­ten. Ist das ein Gleich­nis auf den Men­schen, der sich selbst zum Wolf wird? „upus est homo homini, non homo, quom qua­lis sit non novit“ hat bereits der römi­sche Dich­ter Plau­tus gesagt. „Ein Wolf ist der Mensch dem Men­schen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.“ heißt es über­setzt. Also doch antike Zom­bie­walks? Viel eher würde ich mut­ma­ßen, dass der Zom­bie ein über­zeich­ne­tes Wesen ist, wel­ches nur für sich selbst „lebt“, ohne Rück­sicht auf die Umge­bung, vol­ler Hin­gabe für die eige­nen Instinkte. Fin­den wir hier etwa eine ver­steckte Kri­tik an der zuneh­men­den Ego­kul­tur der Indus­trie­staa­ten? Steckt mehr als nur Blut, Fleisch und die Begeis­te­rung für Gewalt in dem Stilmittel?

Wo war ich eigent­lich? Ach ja, bei „Braaaaains“. Unver­ges­sen sind die Filme von Romero. Ver­dammt, habe ich mich damals gefürch­tet, als ich Zom­bies im Kauf­haus gese­hen habe. Oder auch Ein Zom­bie hing am Glock­en­seil, der jedoch von Lucio Fulci ist, einem ita­lie­ni­schen Regis­seur von Gore-Filmen.

Damals war das ja irgend­wie cool und war eine Mut­probe, die man mit Freun­den durch­stand. Auch Gesich­ter des Todes gehörte in den Bereich „Den musst Du dir anse­hen, sonst bist du uncool“.

Wenn ich den Zom­bie als Gleich­nis auf den moder­nen Men­schen sehe, der von Kon­sum und dem Gedan­ken an die Kul­ti­vie­rung des eige­nen Selbst gesteu­ert wird, wel­che Aus­sage ver­birgt sich erst hin­ter Zom­bie­hor­den, die ein Kauf­haus stür­men und in den Gän­gen auf Beute lauern?

Und heute? Serien wie The Wal­king Dead sind prä­miert, Shaun of the Dead ist in sei­nem schwar­zen Humor bril­lant. Auch Zom­bie­land reiht sich ein in die Ansätze des etwas ande­ren Zom­bie­films. Moderne Zom­bies sind vor allem nicht mehr lang­same Hor­den, denen man recht gut aus­wei­chen kann, wenn man nicht allzu ver­blö­det ist. Sie sind schnelle, effek­tive und gezielt vor­ge­hende mor­dende Bestien.

Schaue ich mir nun, nach einer Kaf­fee­pause, die­sen Arti­kel an, dann sehe ich extrem viele aus­ge­hende Links in alle Him­mels­rich­tun­gen des Webs. Ja, selbst wenn ich mir vor­nehme, mei­nen Unmut über die Popi­kone zu äußern, komme ich nicht umhin, dar­auf hinzuweisen.

Bewei­sen muss man sich heute nichts mehr, wenn man Zom­bie­filme schaut. Nicht vor sich selbst, nicht vor der Gesell­schaft, eigent­lich vor nie­man­dem mehr. Wieso dann aber diese Begeisterung?

Ist das ähn­lich wie bei einem Ver­kehrs­un­fall, bei dem man nicht weg­se­hen kann? Befin­den wir uns in einer Schleife des Zwangs, immer neue untote Hor­den zu betrach­ten, die Men­schen anfal­len, diese zer­flei­schen, dass das Blut nur so spritzt? Es ist ja nicht mit Film, TV und Buch getan. Erken­nen wir mit Schre­cken, auf was wir kul­tu­rell zugehen?

Im Fan­tasy LARP gibt es rie­sige Lager von Unto­ten, es gibt Zom­bie Apo­ca­lypse Sur­vi­val LARPs. Beim Tisch­rol­len­spiel fin­den wir All Flesh must be eaten oder auch Sham­bles (übri­gens sehr kurz­wei­lig und wit­zig) und noch eini­ges mehr. In Sachen Musik brau­chen wir erst gar nicht anzu­fan­gen. Künst­ler wie Rob Zom­bie, der sich tat­säch­lich dazu umbe­nen­nen las­sen hat oder Michael Jack­son mit dem Stück Thril­ler. Art­work – mas­sig. Gebe ich auf DeviantArt „Zom­bie“ als Such­wort ein, werde ich erschla­gen von sehr guter bis eher ein­fach zu nen­nen­der Kunst.

Warum schauen wir uns diese Filme an, die an sich gar nicht „schön“ im eigent­li­chen Sinne sind? Wes­we­gen krie­gen wir den Hals nicht voll von dem Mons­ter, das doch eigent­lich nur das Raub­tier ist, das in unse­ren Genen ruht? Ist das ein ver­bor­ge­ner Plot der Fleisch­in­dus­trie, die uns mög­lichst viel lecke­res (Menschen-)Fleisch zei­gen möchte, und den inne­ren Wolf, der wir uns selbst gewor­den sind, wecken möchte? Sagt es mir.

Dis­clai­mer: Die­ser Arti­kel ist eine Glosse und damit keine Atta­cke gegen jed­wede genannte Strö­mung, Kul­tur, Aus­prä­gung oder Ethik. Wer ihn zu ernst nimmt, ist selbst schuld.

 


Die­ser Arti­kel ent­stand im Rah­men des Kar­ne­vals der Rol­len­spiel­blogs „From the grave [Okto­ber 2012]“, der von uns orga­ni­siert wird. Unse­ren eröff­nen­den Bei­trag zum Umzug fin­det man hier: Klick.  

 

 

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15 Kommentare

  1. Diese Zom­bie­welle finde ich nur noch gro­tesk, da sie sich wirk­lich in jeden Bereich erstre­cken. Ich kann hier auf einige Pro­dukte ver­wei­sen, wel­che wir ver­kau­fen und die nur noch für gro­ßes Kopf­schüt­teln in der Beleg­schaft gesorgt haben:

    http://www.hornady.com/ammunition/zombiemax

    http://www.midwayusa.com/product/873359/leupold-vx-r-zombie-rifle-scope-30mm-tube-125-4x-20mm-illuminated-zombie-green-dot-spr-reticle-matte

    Ist viel­leicht nicht 100%ig the­ma­tisch, aber ich finde es wird ein­fach extrem über­trie­ben, wenn diese doch eher „spa­ßige“ The­ma­tik sich in doch eher erns­tere Gebiete ausdehnt.

  2. Andreas Verchin via Facebook /

    Inter­es­sant. Ich finde, durch den Wech­sel vom lang­sam schlur­fen­den Zom­bie zum pfeil­schnel­len unto­ten ist sehr viel Hor­ror ver­lo­ren gegan­gen. Gerade das lang­same, aber den­noch eigent­lich unauf­halt­bare hat für die Gän­se­haut im Kauf­haus gesorgt. The wal­king dead als Spiel zb greift die­ses Thema eben­falls so auf und ist bedeu­tend gru­se­li­ger als die Resi­dent evil Reihe, die ich aller­dings auch gern sehe, auch wenn sie nichts mit mei­ner Vor­stel­lung von Zom­bies zu tun hat.

  3. Heretic /

    Es geht bei Zom­bie­fil­men, –spie­len und –medien nicht um die Zom­bies, son­dern um die sozio­lo­gi­schen Aus­wir­kun­gen. Und gerade diese gra­vie­ren­den Ver­än­de­run­gen machen das Thema für mich inter­es­sant, auch wenn ich die Prä­mis­sen zumeist total bekloppt und an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen finde. The Wal­king Dead wird für mich dadurch inter­es­sant, wie die Cha­rak­tere mit der Umwelt umge­hen, in die sie gezwun­gen wer­den. And­rew Linco macht mMn einen ver­dammt guten Job als Sherrif’s Deputy Rick Gri­mes, der in einer Welt, die den Bach run­ter­geht, sich selbst und den Leu­ten in sei­nem Umfeld sowas ähn­li­ches wie Ord­nung, Zivi­li­sa­tion und auch ein Stück Sicher­heit zu erhal­ten ver­sucht.
    Das Drama der Serie erwächst aus der Kon­flikt­si­tua­tion zwi­schen Gri­mes mora­lisch soli­der Grund­ein­stel­lung und dem erleb­ten Leid, das die Zom­bies direkt und indi­rekt ver­ur­sa­chen, aber letz­te­nen­des sind nicht die Zom­bies die wah­ren Mons­ter, son­dern die Men­schen, die sich im Ange­sicht der Bedro­hung bewusst zu mora­lisch frag­wür­di­gem oder gar indis­ku­ta­blem Ver­hal­ten ent­schei­den. Die Zom­bies sind nur Kata­ly­sa­tor der Span­nung bei TWD, aber nicht der Auslöser.

    Neben­bei: TWD läuft ab Don­ners­tag wie­der auf RTL II, dies­mal die zweite Staffel.

  4. Ich muss ganz ehr­lich sagen, vor die­sem Arti­kel habe ich mich nie so genau mit der The­ma­tik hin­ter den Zom­bie­fil­men aus­ein­an­der­ge­setzt — geschweige denn dass ich einen sozi­al­kri­ti­schen Ansatz dahin­ter ver­mu­tet hättte. Aber selbst bei Gali­leo (*hust*) gab es vor ein paar Tagen mal einen Bericht zu dem Thema, der auch in die Rich­tung ging. Da haben sie als Bei­spiel u.a. einen Film ange­führt, der hieß „Zom­bies im Kauf­haus“ — was als Kri­tik an dem gedan­ken­lo­sen Kon­sum­ver­hal­ten gedacht war.

  5. Ich bin nur froh, dass wir wei­tes­ge­hend sicher sind — Zom­bies fres­sen Hirn, und da sind wir aus´m Schnei­der. :)

  6. @Logan: OK, ja, das ist wirk­lich etwas derb. Sicher, dass der mitt­lere Korn­belt nicht weiß, dass es keine Zom­bies gibt?

    @Heretic: Genau diese Nuance ver­su­che ich zu hin­ter­fra­gen. Ich schreibe ja vom Men­schen, der sich selbst der Wolf wurde und auch vom geist­lo­sen Kon­sum­ver­hal­ten. Die Frage ist — möch­ten die Regis­seure und Macher das wirk­lich so oder ist das die Hoff­nung der Popkulturphilosophen?

    @Jens: Amü­san­ter­weise habe ich die­sen Bericht auch gese­hen, da war die­ser Arti­kel jedoch schon fer­tig und aus dem Film­chen bekam ich für mich auch keine große neue Erkenntnis.

  7. The Fat Dads and the Bit­ches from Hell: Was haben wir dann im Kopf? Wür­fel? ;)

    Andreas Ver­chin: ich weiß nicht — die Krea­tur, die pfeil­schnell aus dem Schat­ten her­vor­schie­ßen kann, macht mir mehr Angst als das lang­same wan­kende Etwas.

  8. Andreas Verchin via Facebook /

    Nein, die erschre­cken mich viel­leicht mehr, aber gru­seln tun mich ein­deu­tig mehr die lang­sam schlur­fer :-)

  9. OK, Andreas, das ist ein Punkt, dem ich zustimme.

  10. Florian /

    Ein schö­ner Arti­kel, dem ich viele neue und erhel­lende Infor­ma­tio­nen ent­nom­men habe. Danke dafür. Zom­bies haben was Coo­les, aber die Aus­maße, die das der­zeit annimmt, erin­nert mich an die immer noch gras­sie­rende Vam­pir­plage in allen Medien. Naja, zumin­dest für schnul­zige Lie­bes­ge­schich­ten scheint der Zom­bie nicht zu tau­gen — aller­dings hab ich „Stolz und Vor­ur­teil und Zom­bies“ nicht gele­sen, viel­leicht wird da diese Grenze aufgehoben.

    Ich muss auch noch meckern: Jesus von Gene­za­reth? Also bitte. Der Herr heißt Jesus Chris­tus für die Gläu­bi­gen, der Rest darf ihn Jesus von Naza­reth nen­nen. Wenn, dann viel­leicht noch Jesus AUF Gene­za­reth, denn auf dem Was­ser die­ses Sees ist Jesus nach bib­li­schem Bericht gelaufen.

  11. Hallo Flo­rian, ich bin zwar kein gläu­bi­ger Christ, son­dern welt­lich ori­en­tier­ter Jude, aber Du hast mit dei­nem Ein­wand voll­kom­men recht. Auch wenn ich der Auf­fas­sung war, dass Gene­za­reth der ara­mä­i­sche Name von Naza­reth war, habe ich eben noch­mal nach­re­cher­chiert und habe gele­sen, dass ich falsch lag.

    Was die Lite­ra­tur betrifft — da muss ich dich ent­täu­schen. Roman­tasy mit Zom­bies gibt es schon. Zwar ver­fau­len die nicht, aber den­noch geht das hart an die Grenze des guten Geschmacks für mich. Der Vam­pir hin­ge­gen, wie er von Sto­ker benutzt wurde, ist durch­aus als Stil­mit­tel ein hoch­e­ro­ti­sches Wesen.

  12. Florian /

    Guter Ein­wand — ich ändere meine Aus­sage zu „…heißt Jesus Chris­tus für die gläu­bi­gen Chris­ten“ — ein­fach Gläu­bige zu schrei­ben, war nicht zu Ende gedacht.

  13. Sehr schö­ner Arti­kel und humor­voll. Bei der Sache mit der Toten­wa­che und der Schau­fel hatte ich Bil­der im Kopf. I LIVE AGA — BONG!^^

    Jeden­falls wenn ich mir die Reak­tion eini­ger Men­schen­mas­sen anse­hen, fal­len mir sofort wie­der Zom­bies ein.
    Wenn bei­spiels­weise in New York mal wie­der jeman­den vor eine Ubahn gesto­ßen wird, rot­ten SIE sich zusam­men, glot­zen hohl, machen Han­dy­bil­der (als Beweis von Rest­in­tel­li­genz, aus­rei­chend um ein fla­ches Zie­gel­stein ähn­li­ches Ding zu bedie­nen) um dann wie­der völ­lig des­in­ter­es­siert davon zu schlur­fen. Fas­zi­nie­ren­der weise ent­spricht dies unge­fähr dem Bewe­gungs­mus­tern der Zom­bies bei Zombieshooter^^

    Von der Warte aus­ge­se­hen sind Zom­bies in ent­spre­chen­den Fil­men und man­chen Spie­len weni­ger die Täter, mehr der Normal-Faktor was tie­ri­sches Ver­hal­ten angeht. Die Über­le­ben­den ent­ge­gen „glän­zen“ mit mensch­li­chen Ver­hal­ten was man nur als abnorm bezeich­nen kann.
    Anstatt sich anzu­pas­sen und zu koope­rie­ren, wird erst ein­mal in denn eige­nen Rei­hen gesti­chelt, kon­spi­riert, ver­ra­ten und letz­ten Endes geschnet­zelt und gemetz­telt um klar zu stel­len WEL­CHE Füh­rungs­qua­li­tä­ten ent­schei­dend sind. Der nur Minu­ten spä­ter erfol­gende Angriff der Test­gruppe 0, stellt dann Test­gruppe 1-Führer Achim vor die schwie­rige Auf­gabe die rest­li­chen Über­le­ben­den vor der Ent­hirnung zu ret­ten — ohne einen Schuss Muni­tion, die alle samt in Erwin, Hans, Kenny, Mark, Joseph, Gus­tav und Steve steckt.
    Achim und das obli­ga­to­risch über­le­bende Weib­chen den­ken dann erst ganz zu Letzt dar­über nach, das:
    Erwin wusste wo man Was­ser fin­det, Hans das Pass­wort für denn Waf­fen­schrank hatte, sie nur einen Kenny als Köder hat­ten, Mark als ein­zi­ger einen Hub­schrau­ber flie­gen konnte, Joseph viel­leicht schwul und Jude aber dafür Medi­zi­ner war, Gus­tav die Key­card zum Bun­ker hatte und Steve was mit dem Weib­chen UND Joseph hatte.

  14. Schön, dass der Arti­kel Dir gefal­len hat. Es stimmt wohl, dass in vie­len Zom­bie­ge­schich­ten viele Arche­ty­pen auf­tau­chen, aber wieso der jüdi­sche Arzt unbe­dingt schwul sein muss, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis ;)

  15. Weil es einen Grund geben muss ein­an­der zu töten und denn Zom­bies die XPs vor der ver­rot­te­ten Nase weg­zu­schnap­pen^^ Aber ich denke du hast schon ver­stan­den.
    Ehr­lich gesagt, wenn es um Grup­pen­dy­na­mik in Extrem­si­tua­tio­nen angeht, braucht man eigent­lich keine Zom­bies, son­dern nur Aus­geh­ver­bot und eine defekte TV-Gerät;)

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